Verdammt. Im letzten Beitrag habe ich drei mal erwähnt, dass ich keine Kohle habe. Und wenn ich mal mein spärliches Einkommen von nicht ganz 200€ in der Uni (ca. 5,60€/h) und die Unterstützung von meinen Eltern zusammenrechne, stelle ich mit Schrecken fest, dass mein Einkommen unter dem offiziellen Existenzminimum liegt. Gut, dass ich als Student bei meinen Eltern krankenversichert bin, immerhin. Aber Miete, Strom und Nebenkosten (und Internetanteil der WG und meine inzwischen erfreulich kleine Handyrechnung) fressen schon zwei Drittel meiner Einnahmen auf. Dazu etwas Altersvorsorge, das Auto (eine Tankfüllung etwa alle 4 Wochen), ein paar notwendige Versicherungen und zum Leben (Essen, Klamotten-Ersatzinvestitionen) bleibt nicht all zu viel. Gut, dass ich nicht rauche oder übermäßig viele Spirituosen konsumiere oder auf Markenklamotten abfahre. Gras wär auch echt teuer und erst ständiges rumhängen in Kneipen und Clubs. Oder gar Urlaube… Gut, dass ich da eh überall keinen Wert drauf lege.
Was würde ich ohne meine Eltern-Unterstützung machen? Klar: Als erstes den wirklich absolut verdammt unterbezahlten Hiwi-Job bleiben lassen, denn da zahle ich netto drauf. In der Arbeitszeit könnte ich ja locker das drei bis fünffache verdienen. Aber was solls? Das Studium ist eben eine Durststrecke, vor allem, wenn man gegen Ende kaum noch Zeit und Kopf hat, sich um Kunden Mandanten zu kümmern und außerdem die meisten davon in Anbetracht einer höheren Berufung nach dem nahenden Studienende schon frühzeitig abgegeben hat.
Wie sieht also die Zukunft aus? Wann kann auch ich mich zur digitalen Bohème zählen? Bin ich schon mitten drin? Wann schlägt mein super-web-2.0-mäßiges-internet-geschäftsmodell ein? Wann bring ich da überhaupt mal was auf den Weg? Dann ist da noch diese Thesis, die geschrieben werden muss (und die wenigstens mit dem super-web-2.0-mäßiges-internet-geschäftsmodell zu tun hat). Der Scheiß muss einfach ein Erfolg werden. 1000€ im Monat muss sowas aber erst mal abwerfen, das ist mein erstes Ziel für dieses Jahr noch. Ich will so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen. Meinen Eltern auf der Tasche zu liegen kotzt mich einfach nur noch an.
Aber das ist noch Jammern auf recht hohem Niveau. Wie geht das erst Leuten, die weniger haben, keine sonderlich guten Jobaussichten, Kinder, Nikotinsucht volle Versicherungen für jeden Scheiß und all das? Und dann sitzt denen noch der Staat im Nacken mit Hartz IV und all dem Scheiß. Da steht man am Amt an und muss sich völlig offenbaren für ein paar Kröten.
Andererseits wohne ich tief genug in Flingern, dass ich auch die Leute sehe, auf die das zutrifft. Und ich muss sagen, dass es da ne Menge gibt, bei denen mich eine schwere Vermittelbarkeit nicht wundert: Auch wenn man Arm ist muss man nicht stinken, wie ein Schlot Rauchen und/oder übelst Saufen, sich total gehen lassen und generell eine beschissene Einstellung zu Leben nach Außen tragen. Hey, so jemanden würde ich auch nicht einstellen. Zum "aus der Gesellschaft ausgestoßen sein" zählt nun mal auch viel Selbstinitiative bzw. in dem Fall nicht-Initiative. Auf die Leute könnte "Fordern und Fördern" vielleicht ab und an mal positiv wirken. Aber ein Patentrezept ist das sicher nicht, nicht für die Hoffnungslosen Fälle und nicht für die Sozialleistungs-Schlawiner oder wie man die Leute nennen will und erst recht nicht für die Leute, die die HartzIV-Schikanen als würdelos empfinden und die deswegen lieber auf die ein oder andere Förderung verzichten.
Womit wir wieder beim Grundeinkommen wären. Demnächst schreibe ich mal wieder was dazu. Ein wirklich sehr interessantes Thema, zu dem ich momentan eine Menge lese.
Mal schauen.
P.S.: Ich hab mir ein neues Handy geleistet. 135€ für ein gutes altes Siemens SXG75. Dass so ein ehemaliges Edelhandy für so wenig Geld weg geht ist echt ein Jammer. Also nicht für mich. Aber schade um Siemens und schade um deren Mitarbeiter, denn deren Geräte sind noch immer meine absoluten Lieblingshandys, auch wenn man gerade die letzten Restposten kaufen kann. Aber das is ne andere Geschichte. Ich melde mich, wenn das Telefon da ist.