Piratenpartei - eine Alternative?

21 09 2007

Erst einmal sorry für die blöde Überschrift, aber ich muss auch an Google denken.

Durch ein sehr interessantes Interview mit Jens Seipenbusch, dem Bundesvorsitzenden der Piratenpartei, beim elektrischen Reporter bin ich auf eben diese Partei noch einmal aufmerksam geworden.

Warum? Schaut Euch das Interview einmal an und lest zur Vertiefung das Grundsatzprogramm der Piratenpartei (übersichtliche 8 Seiten). Zitat aus der Präambel:

Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.

Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.

Es geht um die Frage nach Urheberrechten, Datenschutz i.w.S., Patentwesen, Open-Access in der Wissenschaft, staatliche Transparenz und ein paar damit verbundene Schauplätze. Alle diese Themen liegen mir besonders am Herzen und ich gehe in beinahe allen Punkten mit den Inhalten der Piratenpartei konform. Außer…

Ja, der Name ist scheiße. Scheiße in dem Sinne, dass man mit dem Namen Schwierigkeiten hat, ernst genommen zu werden. So gut und sinnvoll die Forderungen und Grundsätze auch sind, mit dem Namen kann ich mich nicht identifizieren. Ein lustiger und plakativer Name ist an sich immer gut, aber die Themen sind mir zu wichtig, als dass ich dabei Spaß verstehen würde.

Trotz des Namens bin ich der Überzeugung, dass diese Partei wenigstens einen Blick wert ist. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, Mitglied zu werden. Genau so wie ich mit dem Gedanken spiele, auf die morgige Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung zu gehen (ich bin grade zufällig in Berlin). Ich in einer Partei? Ich auf einer Demo? Was geht denn hier? Wer mich kennt, weiß eigentlich um meine tiefe Abneigung gegen Demonstrationen aller Art und im Umfeld von Parteien und Politik hat man mich bisher auch nicht gesehen. Wenn ihr aber mal unten auf das Tag "Stasi 2.0" klickt dürfte klar werden, dass mir diese Themen am Herzen liegen und warum nicht mal politisch aktiv werden?

Apropos politisch aktiv. Da muss ich mal wieder total kotzen. Irgendwann war ich mal mit ein paar Leuten einer Kommunisten-Sekte essen und wurde prompt gefragt, ob ich auch "aktiv" wäre. Aktiv meint hier nicht etwa liberal gedachte politisch aktiv in irgendeiner Richtung, sondern ausschließlich kommunistisch. Ganz entschieden: NEIN, im Gegenteil! Wobei es schon schlimm genug ist, dass wie in der aktuellen Frage weitgehend einer Meinung sind.


Zeitungen, junge Leute und die Frage nach dem Leitmedium

18 09 2007

Mal wieder schreibe ich etwas zum beliebten Thema "Zeitungen, junge Leute und die Frage nach dem Leitmedium". Anlass ist dieses mal ein Artikel auf heise.de, der die Quintessenz des Deutschen Zeitungskongresses wiedergibt, Titel: Verlegerverband: Tageszeitung ist auch bei jungen Menschen beliebt.

Die Tageszeitung sei auch bei Heranwachsenden beliebt, sie habe eine unverändert große Bedeutung. Nötig seien jedoch veränderte Formen.

Huch? Ist das so? Sagt jedenfalls BDZV-Präsident Helmut Heinen. Dass veränderte Formen nötig sind sollte klar sein. Weiter wird er mit folgenden Worten wiedergegeben:

Nach seinen Angaben lesen in der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen 48 Prozent eine Tageszeitung. Bei den 20- bis 29-Jährigen seien es 59 Prozent.

Mich würde stark interessieren, wo diese Zahlen her kommen und wie verlässlich sie sind. Was heißt lesen? Einmal im letzten Monat ein paar Wörter in einer Zeitung gelesen? Die Überschriften der Bild am Kiosk? Oder ist es bereits Zeitung lesen, wenn man die Online-Angebote der Zeitungen liest? Wie steht das Verhältnis zu anderen Medienkonsumformen? Ich zweifel einen Wert von 59% Zeitungslesern in der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen massiv an, wenn es um regelmäßiges und damit ernsthaft meinungsbildendes lesen geht. René Obermanns 13-jährige Tochter liest morgens Zeitung und surft nachmittags durchs Internet. Eine typische 13-jährige eben… Aber es geht noch weiter. Der Frankfurter Marketing-Experte Lothar S. Leonhard lässt sich zu folgender Aussage hinreißen:

"In der Rolle als meinungsbildendes Medien hat die Tageszeitung ein Monopol."

Huch? Ein Monopol auf Meinungsbildung? Bei wem? Bei den 59% Zeitungslesern zwischen 20 und 29? Auch wenn mir die 59% reichlich hoch gegriffen vorkommen, was ist dann mit den restlichen mindestens 41%? Von einem Monopol würde ich nicht gerade sprechen, wenn etwas für mindestens 41% der betrachteten Masse gänzlich irrelevant ist. Sei es drum, der Tenor des Artikels war ja gerade, dass die Tageszeitungshäuser viel stärker in den Online-Markt müssen und da stimme ich voll zu. Ich störe mich nur an der in meinen Augen hochnäsigen Alleinherrscherdenke der Zeitungen.


Nachlese Webmontag Düsseldorf 17.09.2007

18 09 2007

Gestern habe ich mich mit Kollege Alex auf den 2. Düsseldorfer Webmontag getraut. Neben den leider mitunter eher durchwachsenen Vorträgen (mag vor allem dem fehlenden WLAN geschuldet sein) waren vor allem die Gespräche drumrum sehr interessant. Neben den von Alex erwähnten Gesprächspartnern war für mich besonders das Gespräch mit einem VC-Mann von Holtzbrinck interessant, dessen Namen ich natürlich mal wieder vergessen habe. Ungefragt vollgelabert habe ich ihn mit meiner Idee, warum ich VC hierbei generell ablehne und dann kamen wir auf ein sehr interessantes Gespräch über das StudiVZ an sich, seine Bedeutung und seine Zukunft.

Alles in allem eine lohnende Veranstaltung, zu der ich wieder gehen werde. Beim nächsten mal vielleicht auch schon mit einem Kurzvortrag über alkanimus im Gepäck. Mal schauen, wie weit ich bis dahin bin.


Apple hat den Po auf

18 09 2007

Dass ich kein Freund von Apple bin sollte inzwischen bekannt sein. Ein Grund, der ganz oben auf meine Ich-mag-Apple-nicht-aus-folgenden-Gründen-Liste steht ist mal wieder bestätigt worden: Apple ist proprietäre Scheiße. Ich wunder mich zutiefst, warum ausgerechnet die freiheitsliebenden Open-Source-Junkies so auf Apple abfahren, wo ihnen Apples proprietäre Bestrebungen doch eigentlich zuwider sein müssten. Aktuelles Beispiel: Neue iPods sprechen nur noch mit iTunes. Es gibt auch dafür bereits Abhilfe unter Linux (den golem.de Beitrag dazu verlinke ich lieber nicht, um mir deren Trolle nicht via Trackback ins Haus zu holen), aber wer solche Klimmzüge veranstaltet muss sich fragen lassen, warum er denn dann unbedingt einen iPod haben muss.

Liebe Geeks, Open-Source-Vordenker und Style-Leitwölfe, akzeptiert doch einfach Apples Bestrebungen zu geschlossenen Systemen und zieht die bei Euch üblichen Konsequenzen daraus: Scheiße finden und nicht kaufen. Trotzdem iPods zu kaufen untergräbt Eure Argumentation gegen proprietäre Systeme und Closed-Source-Software.

Warum also kaufen gerade die Leute, die es aus Ideologie oder welchen Gründen auch immer eigentlich ablehnen müssten, iPods in rauhen Mengen? Weil er so schön ist? Keine Frage, das ist Ding sexy. Weil er so toll ist? Klar, es gibt leider noch immer keinen auch nur im Ansatz so coolen Player. Aber es wird auch keinen geben, wenn niemand den iPod und das geschlossene System dahinter in Frage stellt und Alternativen nachfragt. Denkt mal darüber nach Leute. Der iPod Connector für das ganze Zubehör ist so eine gute und erfolgreiche Idee, warum öffnet sich Apple nicht auch softwareseitig? Weil man damit die satten Pfründe aus dem iTunes Music Store gefährden würde? Ist das im Sinne der Kunden? Finde ich nicht.

Euch Apple-Jünger meine ich übrigens gar nicht. Ihr denkt offenbar nicht mehr weiter als bis an den Bildschirmrand, wo das Exposé aktiviert wird (ja, das war völlig übertrieben und rein provokativ). Das geht schon klar. Ihr habt Euch auf diese Welt eingelassen und lebt gut darin. Herzlichen Glückwunsch zu Eurer persönlichen Findung des heiligen Grals.
Ich meine eher die Leute, die Linux auf ihrem MacBook Pro laufen haben und ihren iPod mit Amarok abgleichen. Das passt in meinen Augen nicht (mehr) zusammen. Apples Statement dazu ist nicht misszuverstehen.

Was will ich also? Was sind meine Alternativvorschläge? Ich möchte, dass Apple seine geschlossene Politik aufgibt (unwahrscheinlich) oder wenigstens einen Player (mehr oder weniger egal von wem), der es in Style, Wertigkeit, Verarbeitung und Bedienung mit den iPod aufnehmen kann und der ohne geschlossenes System arbeitet. Und der neben MP3, WMA und AAC(+) vielleicht auch noch OGG, FLAC und Co. abspielt. Und auf Videoseite neben AVI und M4V vielleicht auch noch Matroska und OGM. Ach ja, eine Erweiterbarkeit für neue Formate wär auch toll. Sowas würde ich kaufen, versprochen.


Textile saugt total - weg damit

17 09 2007

So, nach etlichen Stunden Kleinarbeit habe ich nun alle Blogeinträge seit der Umstellung auf S9Y editiert und habe ein paar Schreibfehler und alle Textile-Formatierungen rausgeworfen. Warum? Weil ich Textile aus meinem Blog verbannt habe. Wo liegt nun das Problem mit Textile?

Mein Problem mit Textile besteht darin, dass ich nicht die volle Kontrolle über den Output habe. Beispiel: Arschloch und -gesicht sind eine Sache, Arsch- und Poloch zwei andere. Textile hätte jetzt eiskalt alles zwischen gesicht und Arsch durchgestrichen (wegen der Bindestriche). Keine Chance, das sauber zu vermeiden. der "notextile."-Modifier funktionierte in der von mir benutzten S9Y-Implementierung schlicht nicht.

Der akute Auslöser der Umstellung war die Einbindung von Flash-Filmen mit dem SWFObject, die mir Textile immer kaputt gehauen hat. Keine Chance. Nun war also der Zeitpunkt gekommen, wo Textile einfach gehen musste, zumal ich seit etwa einem halben Jahr seine Funktionen gar nicht mehr benutzt habe. Lediglich das automatische Hinzufügen von Absätzen habe ich genutzt, aber dafür brauche ich kein Textile.

Damit ist nun auch die letzte Textpattern-Altlast von mir gewichen. Gut so.


Abmahnr

16 09 2007

Eine Kurznotiz vorm ins Bett gehen. Sehr schön: abmahnr.de.


Bisher abgefucktester Suchterm hier

13 09 2007

Wonach manche Leute bei Google suchen und (warum auch immer) mich dabei finden macht mich manchmal wirklich krank. Die bisher abgefuckteste Suche, mit der mich jemand gefunden hat (Platz 1 bei Google übrigens) lautete heute:

"gaile schuen in biligen preis"

Warum? Ob es mit der Schuhmesse in Düsseldorf zu tun hat?


Bald möchte ich es Arbeit nennen

07 09 2007

Zwei Wochen, nachdem ich meine Thesis abgegeben habe (an eine Note ist übrigens noch nicht zu denken, danke der stetigen Nachfrage) pendelt sich langsam der Ernst des Lebens ein. Sprich: Ich bin durch die wenige Erwerbsarbeit gegen Ende des Studiums doch finanziell ziemlich abgebrannt und muss mal daran denken zu arbeiten. Und mit arbeiten meine ich nicht 8 Stunden die Woche für 5,60 Euro als HiWi zu hantieren, denn von den nicht mal 200 Euro kann man leider nicht leben. Und dass meine Eltern die Miete bezahlen ist schön gewesen, aber ich bin mit dem Studium durch und muss da jetzt mal selber für sorgen.

Nun könnte ich mir einfach einen Job suchen in einer Agentur oder wo auch immer und 40 Stunden (bzw. die nächsten Monate noch 20 Stunden, bin ja noch Student bis mindestens zum Kolloquium im Dezember) arbeiten. Dem entgegen steht aber, dass ich eigentlich vor hatte als Webunternehmer tätig zu werden, es also Arbeit zu nennen, um mich mal hip und branchenüblich auszudrücken. Ich habe auch ein großes Projekt vor Augen, dass mich und ein paar Mitarbeiter auf lange Sicht gut ernähren können sollte. Ich verrate allerdings noch immer nicht öffentlich, was es damit auf sich hat.

Da mir aber jegliches Startkapital dafür fehlt und ich VC aus verschiedenen Gründen ablehne, habe ich jetzt ein Problem: Bis das Ding auch nur einen Euro abwirft, muss ich erst mal Leben und ne Firma gründen (GEZ zahlen, andere Abgaben) und mehrere Monate in die Programmierung stecken, wo ich eigentlich gar kein waschechter Programmierer bin, sondern mich eher in der Konzeption sehe. Also was tun? Lotto spielen? Mach ich zwar, hilft aber höchstwahrscheinlich nicht. 12 Stunden die Woche irgendwo jobben (20 Stunden abzüglich der 8, die ich bis Dezember an die FH gebunden bin)? Vielleicht… Aber was tun? 12 Wochenstunden sind nicht grad viel. Andere freie Arbeit? Ja klar. Aber was? Webentwicklung ist zwar gut und wird viel gesucht, aber langfristig kann ich keinen Support dafür leisten und der Berater in mir rät den Kunden, sich auf sowas nicht einzulassen. Also einmalige Auftragsarbeiten als Interimslösung. Naja, ich schau mal. Ab Montag ist bei mir jedenfalls Schluss mit After-Thesis-Faulenzen: Ab Montag wird täglich 8 Stunden gearbeitet, das Symfony-Tutorial liegt vor mir und dann eine erste Manifestierung meines Projektes.

Mal schauen was die Zeit bringt.

Nachtrag 08.09.2007 00:54: Ein Gedanke kam mir noch, als ich meine Amazon-Wunschliste aktualisiert habe. Ha! Wär doch gelacht, wenn sich mein hoffentlich inzwischen reichlich angesammeltes gutes Karma nicht in der Erfüllung des ein oder anderen Wunsches niederschlagen würde. Einfach mal was schenken, nur so. Mir hat sogar tatsächlich mal jemand etwas von meiner Wunschliste aus Dankbarkeit für meine kostenlose Hilfe bestellt. Darüber habe ich mich wirklich außerordentlich gefreut, zumal meine Hilfeleistung eigentlich nur indirekt demjenigen galt.


Ein kleiner Leitfaden zur Umstellung auf Call&Surf

01 09 2007

So, nachdem ich gerade meinem Ärger über Probleme bei der Umstellung auf Call&Surf von T-Home Luft gemacht habe, folgt hier eine kleine Checkliste zu Umstellung auf diese Tarife:

1. Ist man bisher Kunde bei einem anderen DSL-Provider (1&1, Freenet, AOL, Arcor, Lycos, wasauchimmer), sollte man vor einem Anruf bei T-Home über die dafür gültige Vertragsbindung klar werden. Ist man noch etliche Monate gebunden, bleibt auch der DSL-Port so lange dort und muss auch dort bezahlt werden. Eine Umstellung kommt erst in Frage, wenn da ordentlich gekündigt wurde! Vorsicht: T-Home nimmt meiner Erfahrung nach aber die Veträge trotzdem an und man muss dann so lange doppelt bezahlen.

2. Hatte man vorher Congstar, kündigt T-Home den Tarif dort nicht automatisch und übernimmt auch nicht deren Zugangsdaten, auch wenn Congstar eine Tochter der Telekom ist. Wenn die Hotline etwas anderes behauptet, stimmt das nicht. Also aufpassen und rechtzeitig die Zugangsdaten im Router ändern.

3. Die Telefonflatrate gilt nur für Gespräche zu Festnetzanschlüssen der Telekom! Für Gespräche in alle anderen Festnetze (Alice, VoIP-Anschlüssen, Arcor, wasauchimmer) nimmt T-Home einen geringen Aufpreis. Das ist halb so wild, aber man muss das wissen.

4. Hatte man irgendwann mal T-Online-Zugangsdaten, gelten die für den neuen Vertrag wieder bzw. noch immer. Wer die nicht mehr weiß, sollte das bei der Bestellung oder später sagen und sich neue Zugangsdaten schicken lassen. Das geht nur per Post und dauert entsprechend.

5. In den Router muss als Benutzername folgender Bandwurm eingegeben werden: AAAAAAAAAAAATTTTTTTTTTTTMMMM@t-online.de, wobei die 12 As für die zwölfstellige Anschlusskennung steht, die 12 Ts für die zwölfstellige T-Online-Nummer und die 4 Ms für die vierstellige Mitbenutzernummer, also meistens 0001. Ist eine der Nummern kürzer als 12 Stellen, muss noch eine # vor die Mitbenutzernummer. Glücklich, wer einen Router hat, der T-Online kennt und die Daten einzeln abfragt.

Hat man das alles beachtet, kann es los gehen. Ach ja, Fastpath gibt es bei 16Mbit ADSL2+ Anschlüssen nicht mehr: Die Pings sind auch so sehr kurz.


T-Home Tarife und die "einfache Umstellung"

01 09 2007

In letzter Zeit häufen sich in meinem Bekanntenkreis die Umsteiger von irgendwelchen DSL-Tarifen auf die aktuellen und recht attraktiven Call&Surf Komplettpakete von T-Home/T-Com/Telekom; sicherlich nicht zuletzt, weil ich sie das ein oder andere mal empfohlen habe. Bemerkenswert daran ist aber, dass von der beworbenen Problemlosigkeit in keinem Fall etwas zu sehen war. Kurz ein paar Fälle zusammen gefasst:

Einer kämpft bis heute mit der Vielzahl an Zugangsdaten, die teilweise noch aus fünf Jahre alten Verträgen mit T-Online stammen. Momentan kann er sich bei "Mein T-Home" gar nicht mehr einloggen, nachdem er sich sein Passwort hat zuschicken lassen. Immerhin funktioniert die Einwahl. Die Hotline kann ihm nicht helfen. Nachtrag: Irgendwann stellte sich heraus, dass das selbst gewählte Passwort mit 20 Zeichen zu lang war und beim speichern einfach ohne Rückmeldung auf 12 Zeichen (oder etwas in der Größenordnung) gekürzt worden war.

Ein anderer hatte eine schnelle und funktionierende Umstellung (Business-Kunde), scheiterte aber anfangs daran, dass er keine Zugangsdaten geschickt bekommen hatte. Ein Anruf klärte die Lage: Vor etwa fünf Jahren hatten wir auf Empfehlung der Hotline den T-Online-Tarif nicht gekündigt, sondern auf einen grundgebührfreien by-call-Tarif umgestellt. Nun galten diese längst vergessenen Zugangsdaten also immer noch für den jetzt neu gebuchten Tarif. Am Telefon konnte man uns die Zugangsdaten nicht kurzfristig nennen, so dass wir zwei Tage auf den passenden Brief warten mussten. Dumm. Glück für uns, dass T-Home nicht automatisch den Congstar-Tarif gekündigt hatte, der noch so lange weiter genutzt werden konnte.

Ein dritter Fall ist ganz ähnlich: Die Dame hatte telefonisch bei T-Home bestellt und bei der Gelegenheit mehrmals gefragt, ob noch irgendetwas für die Umstellung zu tun wäre. Angeblich wäre nichts zu tun, sie müsse nur den Congstar-Tarif selber kündigen. Heute war sie nun offline und rief mich an. Nach einigem hin und her kamen wir darauf, dass sie vor zwei Monaten bereits ihren Tarif umgestellt hat und Congstar erst heute die Zugangsdaten abgeschaltet hat. So viel zur versprochenen simplen Umstellung ohne Eingreifen des Kunden. Es mussten also die T-Home Zugangsdaten in den Router, was die Dame alleine nicht hätte erledigen können, schon gar nicht ohne jegliche Anleitung oder Hinweis seitens von T-Home.

Gleich zwei Fälle sind mir bekannt, wo der Auftrag für Call&Surf bereitwillig entgegen genommen wurde, ohne Prüfung, ob der DSL-Port frei ist und ohne den Hinweis, dass der Port natürlich vom bisherigen Provider freigegeben werden muss. Da dort natürlich eine Vertragsbindung besteht, bezahlen die Kunden also im ungünstigsten Fall fast 24 Monate doppelt, in der Regel aber zwischen einem und zwölf Monaten. Beides mal ein böses Erwachen. Wenigstens die Nachfrage nach oder einen Hinweis auf eine eventuelle Vertragsbindung bei einem anderen Provider erwarte ich in solchen Fällen von T-Home. In meinen Augen ein absolut ätzendes Verhalten, einfach Verträge entgegen zu nehmen und dabei eine so wichtige Einschränkung zu verschweigen.

Alles in allem halte ich es für mehr als fraglich, wenn T-Home die Umstellung als "ganz einfach" verkauft, aber in keinem mir bekannten Fall ohne Probleme "ganz einfach" hin bekommt. Wo ist der Kündigungsservice, den andere Provider ganz selbstverständlich anbieten? Was ist mit einem Hinweis, das ein eventueller Vertrag mit einem anderen Provider erst gekündigt werden muss? Andere Provider weisen als allererstes auf sowas hin.

Trotzdem sind die aktuellen Tarife sehr attraktiv, da die Telefonflatrate tatsächlich für einen echten Telefonanschluss gilt und nicht für einen kastrierten NGN-Anschluss, wie bei Alice und vermehrt auch anderen Anbietern. Ich erinnere gerne daran, dass ich bei Alice nicht faxen kann und jedes mal exakt 13 Sekunden vor einem stummen Telefon warte (nach dem Wählen), wenn ich meinen Bruder anrufe (OK, etwa 5 davon gegen aufs Konto der Mobilfunkverbindung). Und was ist, wenn das DSL ausfällt? Bei uns kommt das wegen sehr schlechter Leitungen und regelmäßiger Aufschaltung von Neukunden auf einem benachbarten Leitungspaar (so sind beide Leitungen nicht störungsfrei nutzbar) gar nicht so selten vor. Andererseits gilt die Telefonflatrate von T-Home nur für Festnetzanschlüsse der Telekom, ist also gar keine echte Flatrate: In andere Netze zahlt man einen geringen Aufpreis.

Gleich schreibe ich mal einen kleinen Leitfaden zur Umstellung auf Call&Surf.