Warum (noch) kein iPhone kaufen?

09 11 2007

Heute ist es so weit, das iPhone ist in Deutschland erhältlich. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es den ein oder anderen grundsätzlichen Interessenten, dem ich dringend vom Kauf des iPhone abgeraten habe. Folgende Gründe sind dabei handfest und nicht weg zu diskutieren:

  • Kein UMTS. Ich habe keine Ahnung welcher Teufel Apple geritten hat, als sie sich gegen UMTS zumindest für den Europastart entschieden haben.
  • Kein GPS, aber eine tolle Kartenanwendung. Jetzt kann man mit Google-Maps navigieren (und die Karten – juhu – ohne UMTS im Schneckentempo laden), aber nicht anhand der aktuellen Position. Eine interaktive Karte ist zwar auch schon nicht schlecht, aber das wirkt irgendwie halbfertig.
  • Kein Bluetooth-A2DP-Profil, mit dem man kabellose Kopfhörer anbinden könnte. Sowas ist cool und das kann eigentlich jedes bessere Handy. Stattdessen muss man wegen der engen Kopfhörerbuchse die Apple-Kopfhörer (die mit der abgenutzten Coolness) anschließen oder spezielle kompatible Kopfhörer kaufen.
  • Man bindet sich zwangsweise vertraglich und technisch zwei Jahre lang an einen recht teuren und unflexiblen Tarif, bei dem man Inklusivminuten und Inklusiv-SMS mitkaufen muss und wenn die verbraucht sind, wird es auch noch mal richtig teuer. Und das Ding ist SIM-gelockt. Wo sind wir denn gelandet?

Das alles mag den ein oder anderen nicht abschrecken und vielleicht saugt es auch neue Leute ins Apple-Biotop. Und diese Leute werden glücklich sein, weil sie vom Apfel gekostet haben, der sie leider nicht wieder loslässt. Ein Apfel, mit dem sie sich aus der Welt der Kompatibilität hinein in eine geschlossene Welt der Zwänge gebissen haben. Man muss dies, man muss jenes, man muss alles mögliche in der schönen verführerischen Apple-Welt, wenn man mitspielen will: Man muss seine Musik mit iTunes verwalten und auch dort kaufen, man muss den teuren Tarif (zur Erinnerung: mit SIM-Lock!) buchen, man muss kompatible Kopfhörer und anderes Zubehör benutzen, man muss sich der Bedienphilosophie unterwerfen, man muss sich einfach darauf einlassen. Dafür bekommt man aber auch unerträglich stylische und coole und gut bedienbare (Geschmackssache) Gerätschaften. Apple ist das, was Microsoft früher vorgeworfen wurde: Proprietäre Scheiße mit noch proprietäreren Bestrebungen, nur in verführerisch schön und gut. Irgendwie hat Apple auch einige Charakteristika von Drogen, wenn ich so recht drüber nachdenke: Verführerisch, macht häufig abhängig, ist teuer.

Leute, widersteht dem Reiz des Schönen oder wisst wenigstens um die Schattenseiten. Apple (oder Steve Jobs) ist nicht der Messias, also lasst Eure kritiklose Anhängerschaft bleiben und macht mal die Augen auf. Vielleicht könnt ihr sogar das Apple-Biotop zu einem zwangloseren Ort machen, wenn ihr kritische Kunden werdet und kein Fanclub bleibt. Beim iPhone haben die erwachten unter Euch ja schon einen Teilsieg errungen: Apple öffnet das Ding irgendwann mal für Software von Drittanbietern. Eigentlich schon schlimm genug, dass Apple das erst auf massiven Kundendruck macht. Aber mit einem Fanclub im Rücken kann man ja mal auslooten, was alles möglich ist.

Ach ja: Schaut Euch auch meine anderen Beiträge mit dem Tag Apple an.


Incredible Shop

08 11 2007

Dieses Ding darf ich Euch nicht vorenthalten: The Incredible Machine Shop. Einfach genießen. Sowas ist übrigens virales Marketing, falls ihr mit dem Begriff nichts anfangen könnt.


Morgen gehts an Eingemachte: Beschluss zur Vorratsdatenspeicherung

08 11 2007

Sodenn, morgen fällt der Entschluss für die Vorratsdatenspeicherung. Deswegen die schwarze Demoseite heute in diesem und vielen anderen Blogs. Ich rufe nun alle meine Leser, die sich bisher darum einen Scheiß gekümmert haben, auf diese Zusammenfassung bei heise.de zu lesen. Tut es einfach, dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Ich werde mir schon mal eine zweckmäßige Strategie überlegen, wie man möglichst leicht die Datenspeicherung umgehen kann. Dass man sie umgehen kann ist klar, fragt sich nur mit welchem Aufwand…

Nachtrag: Das heute abgeänderte Pagepeel steht meinem aktuellen Blogstyle doch sehr gut oder? Hab ich grad gesehen:

Ein Bild von meinem Blog im aktuellen Zustand
Das aktuelle Pagepeel passt optisch sehr gut zu meinem aktuellen Blog-Style, oder?

Das leidige Backend-Editor-Problem

06 11 2007

Immer wieder kommt es zur Diskussion um den richtigen Backend-Texteditor für Blogs, CMSe und sonstige Webanwendungen. Ich selber halte XHTML-Code eigentlich für eine brauchbare Auszeichnungssprache und schreibe deshalb meine Blogeinträge auch direkt in XHTML, sogar die Absätze schreibe ich momentan noch selber. Dafür habe ich die volle Kontrolle über den Code und das ist mir wichtiger als der Verlust an Komfort.

Wie ist es aber, wenn weitere Autoren ins Spiel kommen? Bei unserer Typo3-Installation am Fachbereich haben wir lange diskutiert mit dem Schluss, dass wir den Professoren, HiWis und sonstigen Mitarbeitern so etwas nicht zumuten können. Wir können auch nicht voraussetzen, dass die auch nur halbwegs technisch in der Lage sind, fehlerfreien XHTML- bzw. Typo3-Code zu produzieren, auch wenn es sich nur um Links in der Form <link 125>Linktext</link> und eventuell eine Auszeichnung in fett handelt (viel mehr lässt unser Corporate Design im Text gar nicht zu). Alleine die benötigte Seiten-ID herauszufinden ist schon nicht trivial. Was also tun? Wir setzen notgedrungen auf den in Typo3 eingebauten RTEHTMLArea, der aber aus Code-Sicht mehr als fraglich ist. Unbefriedigend für mich, den Redakteuren aber weitgehend egal.

Aber die ideale Lösung? Eine Lösung, die auch mich ruhig schlafen lässt? BBCode und Wiki-Syntax wären brauchbar, aber wer mit den spitzen Klammern nicht klar kommt, dem helfen auch keine eckigen Klammern weiter. Und Wiki-Syntax ist einfach zu mächtig und noch abschreckender. Mit Textile habe ich weitgehend nur schlechte Erfahrungen gemacht, weil es gerne mal unumgehbar Sachen macht, die man so nicht gemeint hat. Markdown mag das besser machen – ich weiß es nicht – aber auch hier kann man keine ungewünschten Features entfernen und man braucht einige Disziplin, um Markdown-kompatibel zu schreiben. Mein Bruder entwickelt bei XINHA mit und schwört auf diesen Editor, aber auch XINHA ist nur eine weitere Inkarnation des von mir ungeliebten WYSIWYG-Ansatzes: Ich schreibe in erster Linie logisch (bzw. "semantisch") ausgezeichnete Inhalte und nicht Inhalte, die soundso aussehen sollen.

Einen anderen Lösungsansatz verfolgt der WYMEditor, genannt What You See Is What You Mean (WYSIWYM). Klingt sehr gut in meinen Ohren: Man arbeitet wie in einem WYSIWYG-Editor, aber sieht eine Visualisierung der benutzten Elemente und kann vor allem nur logisch sinnvolle Elemente einfügen, also keine font-Tags oder inline-Styles und so. Und hinten raus kommt valider und sauberer und logisch korrekt ausgezeichneter XHTML-Code. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit? Finde ich eigentlich auch, naja… Leider erzeugt die aktuelle Version 0.4 keine Zeilenumbrüche oder gar (ganz verwegen) Einrückungen im erzeugten Code, so dass der von Hand nicht mehr sinnvoll bearbeitet werden kann. Schade, mal schauen, was die Entwicklung bringt. Das Potenzial ist in meinen Augen sehr groß. Vor allem wenn man das weiter denkt und Microformats integriert.


IP-Adresslotto

04 11 2007

Sehr unterhaltsam finde ich jeden morgen das IP-Adresslotto IP Spotting, das meine IP durch diverse Berechnungen leitet und für Treffer Punkte vergibt. Beispiel: Primzahlen bringen Punkte, Pokerfiguren (die irgendwie errechnet werden) ebenfalls oder auch die IP-Adresse umgerechnet in eine Bitmap, die so ähnlich wie irgendwas aussieht.