Exmatrikuliert und andere private Neuigkeiten

29 02 2008

Puh, seit heute bin ich nun auch offiziell kein Student mehr, bin umgemeldet und habe ein Ticket2000. Ab morgen habe ich dazu eine private Krankenversicherung. Demnächst bekomme ich auch eine Steuernummer zugewiesen, den Steuerberater und das Geschäftskonto hab ich ja schon. Insgesamt haben sich meine Fixkosten damit auf einen unschön hohen Wert gesteigert, so langsam muss also mal Geld fließen, sonst habe ich ein ernsthaftes Problem… Naja, klappt schon irgendwie.

Dann hat die letzte Strompreiserhöhung unsere WG so nah an den Ökostrom gebracht, dass wir nun zu Naturstrom gewechselt haben, also "richtigen" Ökostrom und keinen durch Zertifikate rein gewaschenen Standardstrom, wie man ihn an jeder Straßenecke bekommt (siehe Robin Wood). Gutes Gefühl, echt.

Außerdem habe ich meine Unterlagen weitgehend aufgeräumt und alle Ordner neu organisiert und die Uni- und FH-Unterlagen aus meinem direkten Zugriff entfernt. Sogar um die Rentenversicherung habe ich mich gekümmert! Über Jahre gewachsene Unordnung ist nun von meiner Seele gewichen und das ist auch ein echt gutes Gefühl. Bei der Gelegenheit implementiere ich gerade bei mir selbst verschiedene Organisationstechniken: Ich lese mich gerade in GTD und ZTD ein und übernehme das ein oder andere davon. Eine strenge ToDo-Liste führe ich schon seit ein paar Wochen. Sehr gut. Mein neues Leben und so...

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass ich dieses Sommersemester einen Lehrauftrag für meinen ehemaligen Studiengang übernommen habe? Für die Vorlesung "Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnik" plus Klausur. Da habe ich wirklich Lust drauf und freue mich schon drauf. Mal schauen, wie ich am Ende des Semesters darüber denke, denn für die Kohle lohnt sich das eigentlich nicht; es ist eine reine Spirit und Prestige Sache.


Jetzt auch Mister Wong

29 02 2008

Schon am 29.09.2006 hatte ich mir einen Mister Wong Account erstellt, ihn aber seither nie genutzt. Mir war einfach nicht klar, wofür ich meine Bookmarks umständlich online verwalten sollte. Jetzt habe ich gleich drei Effekte, die mich immens stören auf einmal gehabt, so dass ich nun meine Probleme mit Mister Wong zu lösen versuche: Zum einen Benutze ich ständig mehrere Browser auf etlichen Maschinen, meine Bookmarks müssen also so oder so zentralisiert ins Netz. Weiters teile ich meine Bookmarks mit einigen Leuten, so dass wir alle einen gemeinsamen Dienst nutzen sollten und uns als RSS-Feed abonnieren können. Und nicht zuletzt wurde ich der Flut der interessanten Einträge in meinem Webdesign-Ordner nicht mehr Herr und brauche Tagging für meine Bookmarks.

Mister Wong ist irgendwie cool, also entschied ich mich dafür und hier findet ihr meine Bookmarks: http://www.mister-wong.de/user/DrLove/. Wer Interesse an Webentwicklung und daran angrenzende Themen hat, kann sich meinen Feed ja da abonnieren.

Ach ja, hatte ich schon wieder vergessen: Schon 2004 habe ich übrigens eine eigene kleine Social-Bookmark-Plattform gebastelt: Meine Kommilitonen sollten sich darin gegenseitig Links empfehlen und das ganze als RSS-Feed abonnieren können. Das Tool war in PHP geschrieben und ultra einfach gehalten. Es ließ sich mit einem simplen Bookmarklet bestücken und kannte Kategorien und Quellen, die man hinzufügen oder aus einer Liste auswählen konnte. Wirklich schön das ganze und genau die Basisfunktion, die alles Social-Bookmark-Diensten zugrunde liegt. Meine Quellenliste war eine geile Einrichtung, die in diesem wisschenschaftlichen Kontext ungemein praktisch war, aber Kategorien sind Tags grundsätzlich unterlegen, weil auf lästige Weise unflexibel. Fazit: Ich war der einzige, der das Ding ein paar Wochen lang bestückt und wahrscheinlich auch gelesen hat und habe das irgendwann aufgegeben.


Piwik - eine open-source Alternative zu Google-Analytics?

29 02 2008

Schon seit es Google-Analytics gibt bin ich auf der Suche nach einer Open-Source-Alternative, die auf dem eigenen Server läuft, so dass man die Daten seiner Benutzer nicht aus der Hand geben muss. Momentan setze ich das schlanke SlimStat ein, das aber weder besonders sexy noch so Feature-reich ist, wie Google-Analytics. eTracker kostet ne Stange Geld und läuft auch nicht auf dem eigenen Server und Mint kostet Geld und überzeugt mich nicht so sehr.

Bei Christian Vogt bin ich nun auf eine Alternative gestoßen: Piwik. Wenn ich das richtig sehe ist Piwik der Nachfolger von phpMyVisites, das ich mir schon immer mal genauer ansehen wollte. Das schöne an Piwik ist der der modulare Aufbau, so dass ich guter Hoffnung bin, dass es irgendwann ein Modul gibt, das die Besucher anhand ihrer IP-Adresse halbwegs genau in einer Google-Map einträgt, denn das ist in meinen Augen ein echtes Killerfeature von Google-Analytics. Momentan kann Piwik das Geomatching nur auf Länderebende vornehmen, die Datenbanken zur präziseren Zuordnung sind meines Wissens nach alle kommerziell. Ob es dafür eine brauchbare Lösung gibt?

Andererseits bleibt der Knackpunkt: Was passiert mit den IP-Adressen? Datenschutzrechtlich halte ich die volle Speicherung der IP-Adressen von Besuchern für zumindest problematisch. Ich brauche also eine Statistik-Software, die die IP-Adressen anonymisiert, vorher aber alle relevanten Informationen herauszieht, also etwa das Geomatching vornimmt. Unter dem Gesichtspunkt halte ich auch den Einsatz von Google-Analytics in Deutschland bei öffentlichen Seiten für fragwürdig (personenbezogene Daten meiner Besucher an Dritte weitergeben ist einfach nicht drin eigentlich). Mal schauen, ob und wie Piwik das Problem löst. An Dritte gibt es die Daten ja schon mal nicht weiter, immerhin.


Mein ästhetisher Arm wird groß

27 02 2008

Dieser Satz steht in Kühlschrankmagneten gesetzt auf unserem WG-Kühlschrank. Was auch immer damit gemeint sein mag, ich habe den Begriff sofort in meinen Wortschatz aufgenommen. Jetzt dürft ihr raten wofür... ;)


Böser Wii-Boom

25 02 2008

Einerseits ist es ja schön, dass die Wii so beliebt bei Kunden und Entwicklern ist. Leider hat das den unangenehmen Nebeneffekt, dass fast alle neuen Spiele total scheiße sind. Schnell mal ein kleines Kackspiel runtergerotzt und für Vollpreis auf den Markt gebracht, irgendwer kauft das schon. Die Strahlkraft der Wii ist einfach zu groß. Jüngste Beispiele:

Game Party. Ein immerhin halbwegs liebevoll zusammengewürfelter Haufen Partyspiele wie Airhockey, Darts, Basketball-Werfen und so. Sechs wirklich minimale Spielchen, von denen sich nur zwei halbwegs brauchbar spielen: Airhockey ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wii Play. Darts ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wario Ware. Ein Totalausfall ist das Quizspiel, dessen (englische) Fragen keiner von uns beantworten konnte (ging um irgendwelche USA-B-Celebrities). Da spielt man besser Smarty Pants. Die anderen drei Spielchen sind völlig mies. Gruselig. Das Game ist nicht mal die Kohle für die Videothek wert und noch nicht mal den Rohling, auf den man es brennen würde, wenn man es kopierte. Schlimm!

Donkey Kong Jet Race ist auch so ein mieses Spiel. Man wartet gespannt auf Mario Kart und hat noch Diddy Kong Racing auf dem N64 als halbwegs brauchbares Spiel im Kopf. Also investiert man das kleine Geld zum antesten und wird maßlos enttäuscht. Das Spiel ist ursprünglich für die Gamecube-Trommeln gedacht und wird mit Nunchuck und Wiimote gesteuert, indem man rechts und links damit "trommelt". Durch Trommelwirbel wird beschleuninigt und wenn man Spitzentempo erreicht hat, lenkt man durch Schläge rechts oder links. Man kann Bananen aufsammeln und Extras benutzen, aber alles spielt sich so mau, dass es mich fassungslos zurückgelassen hat. Vor allem aber fehlt jegliches Speedgefühl im Spiel. Leiht Euch das Spiel mal aus und testet es selber. Test bei golem.de.

Leider sind das nicht die einzigen Nieten auf der Wii, so dass man schon langsam zweifelt, ob überhaupt noch mal ein brauchbares Spiel erscheint. Meine Hoffnungen liegen auf Mario Kart ab dem 11. April 2008. Mal schauen.


Gute T-Shirts sind Goldt wert

18 02 2008

Wortspiele mit namen sind eine journalistische No-Go-Area und sind zu vermeiden.

Sagt mir der Journalist, was ich aber geflissentlich – um des schönen Wortspiels willen und um ihm zu huldigen – ignoriere. Was ich aber eigentlich erwähnen wollte, sind die fast schon untragbar coolen T-Shirts aus der Rumpfkluft Kollektion von Katz und Goldt (die auf Seite 2 sind besser). Mein Lieblings-Shirt ist ganz klar dieses und ich hätte es sofort gekauft, wenn ich nicht irgendwie etwas klamm wäre im Moment und 30€ für ein T-Shirt mit Versand auch nicht gerade allzu wenig wäre – im Winter…

Da ich aber ein Blogger bin, versuche ich wieder mal verzweifelt, mangelnde echte Coolness durch darüber schreiben zu erben, was freilich nie ganz gelingt. Schade eigentlich.


Kann man Hip-Hop-Texte zitieren?

17 02 2008

Im letzten Beitrag habe ich Texte von der neuen Dynamite Deluxe Platte zitiert. Als ich sie eben wieder gelesen habe, musste ich über die grundsätzliche Frage nachdenken, ob man Hip-Hop-Texte von ihrem Flow und dem Beat losgelöst zitieren kann oder darf? Wenn man das so liest, ergibt es keinen Sinn und es stellt sich auch kein Fluss ein, wie das bei Gedichten üblich ist (fünffüßiger Jambus und so, ihr wisst schon). Es kommt einfach nichts rüber von dem, was die Liedstelle ausmacht. Die Kunst bei Hip-Hop besteht ja gerade darin, seinen eigenen (mehr oder weniger ausgeprägten) Style über Beats zu flowen. Je unverwechselbarer, desto besser, aber auch desto weniger nachvollziehbarer aus der reinen Transkription.

Also komme ich zu dem Schluss, dass es verboten gehört, Hip-Hop-Texte losgelöst von Flow und Beat zu betrachten bzw. zu zitieren. Problem: Ohne Urheberrechte zu missachten bzw. sich auf ein rechtliches Minenfeld zu begeben, kann man so leider gar keinen Hip-Hop zitieren. Wird sicher einige meiner Leser hoch erfreuen, ich finds schade.


Ist Dynamite Deluxe die Erlösung?

17 02 2008

Freunde des gepflegten Hip-Hop-Konsums hatten es schwer in den letzten Jahren, nachdem die ganze Berlin-Style Aggro-Scheiße den Markt überschwemmt hat und seitdem die deutsche Hip-Hop-Kultur dominiert. Wo sind all die guten Leute hin? Nur ab und an tröpfelt mal ein brauchbares Album aus Hamburg (oder von wo auch immer) in mein Ohr. 2006, als alles schon verloren schien, kam Dendemann mit seiner Rettungsplatte, danach war wieder weitgehend Funkstille mit gutem deutschem Hip-Hop (Studentenrap). Selbst was Samy Deluxe in den letzten Jahren rausgehauen hat, hatte nichts mehr mit dem zu tun, was noch 2001 alles gerockt hat. Umso erfreuter war ich über die neue Dynamite Deluxe Platte mit dem schönen Namen TNT. Die Rettung 2008? Ein neuer Lichtblick?

Ja. Einige Tracks sind phänomenal! Krasseste Beats und fetter Flow am Start. Ja, so kann Hip-Hop aussehen. Klar, dass nicht alle Tracks die Offenbarung sein können; aber die Platte ist im Ganzen gut hörbar mit etlichen Highlights und ohne Totalausfälle, natürlich nur mit viel Bass und laut. Sehr schön im Song "Komma Klar":

dachte gerade heute wird noch son gemütlicher Abend
dann fängst du plötzlich an mich nach all diesen Typen zu fragen
und du fragst mich nach Azad oder Bushido
oder nach Savas oder nach Sido
sagst all die Rapper hier sind dir zu Gangsta
was soll ich sagen hol doch die Kripo

Lesen kann man das gar nicht, den Flow muss man einfach hören. Also hört mal rein, wenn ihr so fühlt wie ich und euch dieser Gangsta-Arschficker-Shit ebenso Tränen in die Augen treibt. Der Sound auf der TNT ist jedenfalls definitiv der Lichtblick des Jahres und lässt mich wieder Hoffnung auf mehr guten Hip-Hop schöpfen.

P.S.: Ich hab gehört, bei Youtube kann man echt ne ganze Menge Lieder schon mal anhören ("Newcomer des Jahres" hören!), bevor man das Album gekauft hat. Aus dem Track "Dynamit":

tu mir den gefallen und kauft die LP
oder klaut die LP
rippt oder brennt oder downloaded sie!

Sehr schön. Gute Musik muss natürlich gekauft sein. Die Dendemann-Platte war übrigens damals meine erste gekaufte Download-Platte. Doof eigentlich, denn solche Ausnahmeplatten muss man im Regal stehen haben, genau wie die "Neo Now", das "Deluxe Soundsystem", die "4 gewinnt" und ein paar andere Schätzchen.


Orgastique

15 02 2008

Der andere sagt, Spice ist shice; find ich nicht, echt, kein shice…


Gamer-Mäuse als Ergonomiebringer

11 02 2008

In der aktuellen c't (8/2008) steht ein interessanter Artikel über alternative Eingabegeräte zu Standardmäusen mit Zielrichtung Ergonomie bzw. Schmerzvermeidung. Dazu musste ich einen ergänzenden Leserbrief verfassen, um eine Lanze für Gamermäuse in diesem Zusammenhang zu brechen:

Lieber Herr Röbke-Doerr,

danke für den aufschlussreichen Artikel zur Mausergonomie. Ergänzend möchte ich noch eine Lanze für die Gattung der Gamer-Mäuse brechen und insbesondere für meine Logitech G5. Auch wenn diese Mäuse mit albern anmutenden Features beworben werden, sind sie doch für präzises und ermüdungsarmes "Arbeiten" designt und daher sicher einen Blick wert. Der Unterschied zu Standardmäusen ist für manchen wirklich eine Offenbarung. Auch ein gut gleitendes Mauspad aus der Gaming-Ecke ist einen Versuch wert: Für mich war vor bald 10 Jahren das kleine Everglide im Hochkantformat genau das, was ich immer gesucht hatte. Inzwischen auch meistens ohne Silikonspray.

Ganz besonders interessant im Zusammenhang mit der Ergonomie sind die Trimmgewichte der Logitech G5/G7/G9-Mäuse: Kling völlig esoterisch, hat mich aber im täglichen Einsatz über mehrere Jahre hinweg sehr überzeugt. Meine G5 führe ich als "kräftige" Person relativ schwer, andere in meinem Bekanntenkreis haben eine möglichst leichte Maus lieber. Auch die über dedizierte Tasten an der Maus verstellbare Empfindlichkeit stellte sich im Praxiseinsatz für mich als sehr angenehm heraus.

Für manchen Schmerzgeplagten ist ein Griff zu einer wirklich guten Maus sicher bereits völlig ausreichend, wenn ich an die vielen unangenehmen (zu kleinen, zu leichten, zu fummeligen) Mäuse denke, die ich an fremden Rechnern immer wieder vorfinde, von der Mighty-Maus am Mac ganz zu schweigen, die genau da Sensortasten hat, wo ich sie mit meinem Daumen und meinen kleinen Finger festhalte. Vielleicht ist auch die auf den ersten Blick sehr seltsam anmutende Form des Gamer-Spitzenmodells Logitech G9 genau das richtige für manchen.

Mit freundlichen Grüßen,
Gregor Nathanael Meyer, Düsseldorf

P.S.: Vielleicht ist das ganze eine schöne Anregung für einen Folgeartikel über Gamer-Eingabegeräte oberhalb des "PC-Games Hardware"-Niveaus.

Was sich Apple bei der Mighty-Mouse gedacht hat ist mir immer noch ein Rätsel. Warum hat eine Maus links und rechts fast mittig Anfasser, in denen Sensortasten untergebracht sind? Wo zur Hölle soll ich diese Maus denn festhalten, ohne die darauf belegten Funktionen auszulösen? Klar kann man die Tasten auch abschalten, aber an fremden Rechnern macht man sich sehr unbeliebt mit solcherlei Umkonfiguration. Davon abgesehen ist die Form der Apple-Mäuse sowieso das Gegenteil von ergonomisch, empfinde zumindest ich so. Aussehen ist eben nicht alles.