Die Welle

17 03 2008

Gestern war ich – man mag es kaum glauben – im Kino. Das Filmplakat zum Film "Die Welle" hat mich irgendwie angesprochen und auch das Interview mit den Machern im Coolibri. Ich gehöre wohl zu den wenigen, die das Buch nicht in der Schule gelesen haben und die einzige Meinung zum Thema habe ich ungeprüft von irgendwelchen Leuten übernommen, die genau das mussten. Diese Meinung war nicht positiv und das Buch somit uninteressant für mich, davon abgesehen, dass es ein Buch ist. Wie auch immer das Buch sein mag, die Verfilmung mit Jürgen Vogel hat mich tatsächlich tief beeindruckt. Ich empfand das Thema glaubwürdig auf ein deutsches Gymnasium umgesetzt, in den Schülern konnte ich tatsächlich meine Oberstufenzeit wiedererkennen. Das traf zuletzt auf den grandiosen Film "Schule" zu. Also eine Empfehlung von mir für diesen Film, ganz besonders an die Maike, die alte Lehrerin. Nicht nur Jürgen Vogel, auch die Schüler und das ganze Drumherum kommen authentisch rüber.

Spiegel Online hat übrigens Details gesehen, die mir nicht gewahr geworden sind.

Kurz zur Handlung: Projektwoche, Oberstufe Gymnasium, geduzter Lehrer leitet Projekt zu Autokratie, macht ein Experiment mit den Schülern zur Entstehung autokratischer Strikturen. Schafft es damit binnen vier Tagen eine Jugendbewegung zu schaffen, die von der Gruppendynamik frappierend den Berichten über die Hitlerjugend ähnelt, inkl. uniformer Klamotten, eigenem Gruß, Gemeinschaftssinn (soweit ja noch prima) und Ausschluss Andersdenkender (als logischer unangenehmer Konsequenz). Gruselig nachvollziehbar und realistisch.


Reichlich einsam

15 03 2008

Gestern hatte ich "Diplomfeier" und habe mein Abschlusszeugnis bekommen. Schicke Feier mit Eltern und so. Krass daran war, dass ich aus meinem Studiengang dieses mal der einzige (anwesende) Absolvent war. So stand ich also ganz alleine vorne und hab mein Zeugnis in die Hand gedrückt bekommen. Ich hab mich echt selten so einsam gefühlt, wie auf dieser Feier. Die Absolventen der anderen Studiengänge (Wirtschaft und Internationale Betriebswirtschaftslehre) waren zahlreich, ganz im Gegensatz zu meinen Leuten, die entweder schon im Sommersemester ihren Abschluss gemacht haben oder noch dran sind. Wäre mir vor einem Jahr klar gewesen, dass der nur zwei Monate später liegende Thesis-Termin zu sieben Monaten Verzögerung beim Abschluss führt, hätte ich mir einen anderen Hauptprüfer gesucht. Ist ja nicht so, dass ich mich nicht schon im 5. Semester um meine Thesis gekümmert hätte. Nur war bei meiner Wunschbetreuerin der zweckmäßige frühe Termin schon ausgebucht, so dass ich den späten Termin gewählt habe, der dafür gesorgt hat, dass ich erst zum späteren Kolloquium im Dezember zugelassen wurde und somit nicht mit meinen Leuten zusammen auf der Diplomfeier rumhängen kann. Immerhin habe ich meine Thesis noch im 6. Semester abgegeben. Unflexibles System, das aber wohl in Zukunft etwas studentenfreundlicher gestaltet werden soll.

Das ganze ist übrigens auch nicht im Sinne der Hochschule, denn nun habe ich für die Statistik sieben Semester gebraucht statt der vorgesehenen sechs. Wobei mein 7. Semester lediglich aus einem halbstündigen Kolloquium bestand.

Abschließend eine Warnung an meine Nachfolger: Kümmert Euch schon im Dezember des 5. Semesters um Eure Thesis! Ich weiß, dass da der absolute Peak an Arbeitsbelastung im ganzen Studium ist und man nur ungern noch eine Baustelle aufmacht. Tut es trotzdem.


Ich wäre Bart

14 03 2008

Test: Welcher Simpsons-Charakter wäre man. Ich wäre Bart.


Comics für Nerds

12 03 2008

Schon seit einiger zeit erfreue ich mich an den schönen kleinen Nerd-Comics von Randall Munroe unter http://xkcd.com. Beispiel:

Nun wollte ich Euch mal einige meiner Lieblinge vorstellen. Man beachte auch die Texte im Title, die erscheinen, wenn man die Maus kurz auf dem Bild parkt.

Schon was für Nerds wie mich, besonders Werke wie "Compiling" und "Exploits of a Mom", die sicher nicht jeder versteht. Ich empfehle den RSS-Feed für regelmäßigen Nachschub und den Random-Button. Die Bilder stehen unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 License. Ich hab natürlich gleich zwei T-Shirts bestellt, mal schauen, wann die kommen.


Virtueller lokaler Entwicklungsserver

03 03 2008

Für die Entwicklung von Webkram habe ich einen lokalen Ubuntu-Server in einer virtuellen Maschine installiert. Dort läuft auch ein Samba-Server, über den ich auf meine Dateien zugreife. Sehr praktisch das ganze. Mache ich das Ding aus, stört mich nichts, mache ich es an, habe ich eine komplette und realistische Entwicklungs-Umgebung. Soweit nichts besonderes, aber ich wollte auf die Schnelle ein paar kleine Tipps dazu loswerden.

Für den Start der Virtuellen Maschine und die Einbindung der Netzlaufwerke benutze ich eine simple Batch-Datei:

"PFAD\ZU\VBoxManage.exe" startvm "NAMEDERVIRTUELLENMASCHINE"
pause
net use LAUFWERKSBUCHSTABE: \\SERVERNAME\FREIGABE PASSWORT /user:USERNAME /persistent:no
Die Pause ist notwendig, damit das Verbinden zu den Freigaben nicht fehlschlägt, während der Server noch startet. Folgender Code beendet die Verbindungen und hält den Server an:
net use /DELETE LAUFWERKSBUCHSTABE:
"PFAD\ZU\VBoxManage.exe" controlvm "NAMEDERVIRTUELLENMASCHINE" savestate

Durch das Einfrieren gibt es leider ein lästiges Problem: Die Uhr des Servers wird mit eingefroren, so dass nach jedem aufwachen ein sudo ntpdate ntp1.ptb.de nötig ist, um die Uhr neu zu stellen. Ansonsten ist diese Lösung wirklich gut und VirtualBox eine brauchbare und kostenlose Software. Diese Anleitung hat mir beim Einrichten des Ubuntu-Servers übrigens gute Dienste geleistet. Ach ja: Als ich das seinerzeit eingerichtet habe, musste man noch den Server-Kernel via Aptitude von einer Rettungs-CD gegen einen Standardkernel austauschen, weil der Server-Kernel von Ubuntu 7.04 in VirtualBox nicht startet. Vielleicht ist das aber auch inzwischen behoben.

Noch ein weiterer kleiner Trick zur Arbeitserleichterung ist eine Verknüpfung zum Editor der Wahl mit der Hosts-Datei, die man ab und an bearbeiten muss. In Windows ist diese Datei so dämlich tief versteckt, dass sich das schnell lohnt.


HBCI mal wieder

03 03 2008

Momentan räume ich meine Bankenlandschaft auf und komme mal wieder in den Genuss, mich mich allen möglichen Bankenkram zu beschäftigen.

2006 habe ich mal einiges zu HBCI und Geldkarte geschrieben. Gerade lese ich bei heise.de über eine neue Sicherheitsspezifikation für Chipkartenleser mit dem komischen Namen Secoder. Ich habe keine Ahnung, was an der bisherigen Klasse 3 für Chipkartenleser nicht reicht, aber es wird einen Grund für den neuen Namen geben. Mal schauen. Schöner Nebeneffekt der ganzen Kiste ist, dass die Preise für Kartenleser fallen, Kobil hat mit dem KAAN TriB@nk einen Kartenleser für 40€ am Start, das ist ja langsam mal bezahlbar und schick ist er auch noch.

Allerdings krankt HBCI-Chipkartenbanking auch weiterhin an zwei maßgeblichen Komforteinbußen ggü. PIN/TAN:

  • Umsatzabfragen sehe ich nicht als so kritisch an, müsste aber bei jedem Start von Starmoney nicht nur das Programmkennwort eingeben, sondern auch die Karten-PIN am Kartenleser. Ziemlich unpraktisch. Man müsste zur Behebung dieser Lästigkeit den lesenden Zugriff aufs Konto via (speicherbarer) PIN erlauben und Schreibzugriffe auf die Chipkarte beschränken. Geht das? Müsste eigentlich.
  • Es gibt zwei Kartenstandards, wie ich irgendwann herausgefunden habe. Die 1822direkt benutzt dabei einen anderen Standard als die SSK Düsseldorf, so dass ich nicht beide Banken auf einer Karte unterbringen kann. Ein Kontorundruf beim Programmstart würde also in fröhlichem Kartenwechselspiel enden. Erinnert mich an damals, als man Atari-ST-Spiele wie Indiana Jones auf mehreren Disketten hatte und alle Nase lang wechseln musste. Im täglichen Umgang mit Bankgeschäften ist es schlicht nicht praktikabel mehrere Karten mit verschiedenen PINs wechseln zu müssen, vom unnötigen Zeitaufwand gar nicht gesprochen.

Ich bleibe also beim PIN/iTAN-System, das beim generellen Verzicht auf Webbanking gar nicht so unsicher ist. Phishing ist für mich kein Thema, zumindest im Banking. Und ob ich eine (generierte oder von einer Liste abgelesene) TAN ins Bankprogramm eingebe oder die PIN am Kartenleser ist für mich kein wirklicher Unterschied.

Hinweis: Ja, ich speichere meine PIN im Bankprogramm und opfere dabei große Sicherheit dem Komfort. Aber was kann man mit der PIN alleine schon ausrichten? Richtig: Umsätze abrufen. Und was muss man tun, um die PIN aus StarMoney heraus zu bekommen? Richtig: Meine Kontendatei in die Finger kriegen und knacken oder dass Passwort wissen. Und was bekommt man dabei ganz nebenbei auch noch? Richtig: Alle meine Umsätze der letzten Jahre frei haus. Es gibt also keinen triftigen Grund für mich, die PIN nicht im Programm zu hinterlegen.

Hinweis2: Apropos Sicherheit! Da haben so viele Leute fast schon panische Angst vor Missbrauch ihres Online-Bankings und trauen der Sicherheit nicht über den Weg (Phishing im Web-Bankunk-Umfeld ist wirklich ein massives Problem), vergessen aber offensichtlich eine Kleinigkeit: Banking per Überweisungsträger ist lediglich durch eine unglaublich leicht zu fälschende Unterschrift gesichert. Bei meinen Eltern hatte das neulich jemand versucht und ist nur an der für ein Girokonto unüblich hohen Summe gescheitert. Zur Strafe hat die Sparkasse meinen Eltern jetzt das Online-Banking für ein paar Monate gesperrt. Sinn? Erschließt sich mir jedenfalls nicht sofort. Vielleicht ist mir die Story ja auch falsch erzählt worden, wer weiß.

Hinweis3: Ich habe oben einen Wikipedia-Artikel verlinkt, der noch nicht existiert. Da stellt jemand wie der Zentrale Kreditausschuss eine nicht unwichtige Internet-Technologie vor und vergisst, wenigstens einen kurzen Eintrag in der Wikipedia dazu zu schreiben. Das wundert mich jetzt aber wirklich.


Whiteboard-Magnettafel mit Permanent-Marker

01 03 2008
Ausschnitt aus der Anleitung

*boing* Gestern habe ich bei Penny eine Magnettafel mit Whiteboard gekauft. Mitgeliefert wird ein Marker, der mit Wischkissen und Magnet ausgestattet ist. Wie ich mit Schrecken feststellen musste allerdings auch mit einer Permanent-Marker-Tintenfüllung. Sehr witzig! Immerhin ließ sich das Zeug mit Nagellack-Entferner leicht wieder entfernen. Bin mal gespannt, wie viele von den Boards wieder zurückgegeben werden…

Apropos Penny: Penny stellt jetzt deutschlandweit auf "Grünstrom" um. Interessant, dass Ökostrom inzwischen so einen Marketing-Wert besitzt und so trendy ist. Und auch intersssant, dass Penny nicht von Ökostrom spricht, sondern konsequent von Grünstrom, also durch Zertifikate erkauften Öko-Faktor. Das ist ehrlich und sollte sich durchsetzen, dann müsste ich nicht immer von richtigem und nicht richtigem Ökostrom sprechen. So oder so, ich heiße diesen Vorstoß gut. Denn 98% Wasserkraft, 1% Biomasse und 1% Windenergie wirken zwar irgendwie feigenblättrich, aber das ist allemal ein guter Ansatz.