Waschmaschinen-Programm-Überfluss reicht noch nicht

16 05 2008

Unsere Waschmaschine hat unzählige Wasch- und Fleckenprogramme, die über ein Drehregler und eine Sensortasten-Steuerung eingestellt werden. Das ist trotz der mir verhassten Sensortasten toll und faszinierend und besser als die Waschmaschinen meiner Kindheit, bei denen sich mir die Logik des gemeinsamen Temperatur- und Programmwahlrads nie erschlossen hat. Was aber auch der super neuen Programminflationsmaschine fehlt, ist ein Programm für das schnelle und ressourcensparende Durchwaschen von neuer Kleidung. Wir benutzen dafür das 15-Minuten Programm, aber der fahle Beigeschmack des unpassend gewählten Waschprogramms bleibt dabei immer kleben. Das Dessous-Programm benutzen wir übrigens ebenso wenig wie das Jeans- oder das Gardinen oder das Outdoor-Programm. Eigentlich benutzen wir sogar nur das Bunt/eco-Programm und ab und an das Programm mit dem Namen "Super 15". Und die zuschaltbaren Fleckenprogramme für Blut, Gras, Tomate und so. Aber schön, wenn man die ganze Möglichkeiten hat…

P.S.: Ich muss mal eine Lanze für die 8kg-Trommel brechen. Ja, man bekommt die locker voll, auch zu zweit, und zwar nicht nur mit drei Sätzen Bettwäsche in Komfortgröße. Nein, die Maschine verbraucht bei Teilbeladung nicht mehr als andere Maschinen. Ja, in den Spezialprogrammen kann man dann beispielsweise 3kg statt 2kg Wäsche einfüllen. Ja, ich weiß das alles so genau, weil ich die Anleitung gelesen habe und das Display außerdem die Beladung anzeigt. Und das beste: Die gleiche Schleuderdrehzahl sorgt bei größerer Trommel für eine höhere Schleuderwirkung gegenüber normal großen Trommeln. Das merkt man deutlich: Die Wäsche kommt mitunter fast trocken aus der Maschine. Alles in allem kann ich eine große Trommel nur empfehlen.


Neue Serie: WTF??????ßß

14 05 2008

Ich habe musste einen neuen Tag einführen: WTF? Das bedeutet übrigens "What The Fuck?" und genau das denke ich mir, wenn ich sowas sehe. Strange.

Via Spreeblick via Rivva.


Knapp daneben: Vagina Abdruckset

09 05 2008

Ich musste gestern natürlich wieder beim schutzgeld.de Ü-Paket zuschlagen. Heute abgeholt und ich hatte sogar die Wahl zwischen was alkoholischem und was für Mädchen. Mit letzterem komme ich besser an, hab ich gesagt, also hab ich die geheimnisvolle Tüte eingesackt.

Drin war wirklich einiges mehr oder weniger brauchbares, sowie das Vagina-Abdruckset. Mist, dabei wünsche ich mir doch schon seitdem ich es seinerzeit verpasst habe das Penis-Abdruckset. Naja, knapp daneben… Trotzdem lustig. Mal schauen, wie leicht der iSmith USB Key zu umgehen ist, der Dateien beim Abziehen versteckt (da steht nichts von Verschlüsselung) und den User ab-und anmeldet. Sekundenkleber kann man auch immer gebrauchen. Beim nächsten Ü-Paket bin ich natürlich wieder dabei.


Chai Latte

08 05 2008

Ich habe ein Problem: Ich mag keinen Kaffee. Ich sag euch nee, nee, nee, da trink ich doch lieber Tee . Auch bin ich Nichtraucher, is also nix mit gemeinsamen Käffchen und Raucherpausen im PissRaucherbereich.

Nun begab es sich aber, dass unter den so hippen Typen in Berlin und jetzt auch hier in Flingern und so, also da wo sich tagsüber so selbstständiges Volk und die Kinderwagenfraktion in netten Straßencafés begegnen, die Chai Latte umgeht. Das ist zur Abwechslung nix sexuelles, sondern ein Chai-Tee (also Schwarztee mit Gewürzen) mit einem Schuss Milch, und oftmals auch Milchschaum drauf und Honig drin. So ists ja schon in der Beschreibung der digitalen Bohème, dem Buch "Wir nennen es Arbeit", subtil festgeschrieben: Lebemänner (und -frauen) trinken heute keinen Kaffee mehr, Kaffeesucht ist irgendwie out und voll was für Festangestellte (in dem Kontext negativ konnotiert) und so, so scheints.

Mein Problem damit ist: Ich habe dieses Buch gelesen (bis etwa zur Hälfte) und ich habe auch das Hörbuch gehört (natürlich voll Original, ey). Und ich mag Chai Latte. Wenn ich jetzt aber, sagen wir mal in der Erbse oder im Nooij ein geschäftliches Meeting habe, sind da noch andere Typen, die das Buch wahrscheinlich gelesen haben. Wenn ich jetzt also Chai Latte trinke, denken die: "Aha, der Typ will voll Bohème-mäßig kommen und trinkt Chat Latte, weil das da grad en vogue ist." Oder so. Dem ist nicht so, ich trink das, weil ich keinen Kaffee mag und Chai Latte irgendwie leckerer ist, also einfach nur Tee. Aber das wissen die Leute ja nicht. Trotzdem fühle ich mich irgendwie ertappt, weil ich mich der digitalen Bohème ja davon abgesehen durchaus zugehörig fühle. Also trinke ich dann Chocomel oder heiße Milch mit Honig, das ist auch super lecker und noch unverbraucht.

Ich sollte mich echt mal emanzipieren, was sowas angeht. Persönlicher Fortschritt: Ich trinke weiter ab und an aushäusig Orangina in den coolen Flaschen, obwohl mir inzwischen durch den Kauf eines überteuerten Kastens davon klar geworden ist, dass mir Orangina gar nicht wirklich schmeckt und ich das nur der situativen Coolness wegen bestelle, wo sie mir plötzlich auf wundersame Weise durchaus mundet. Ne Orangina auf dem Tisch ist nun mal schon immer ein Zeichen von Lebemann-Style und -Feeling gewesen. Und ich denke dabei nicht mal an Urlaub und Sartre und das ganze andere frankophile Zeug, wie das wohl auf viele Orangina-Trinker zutrifft. Hab ich mir zumindest sagen lassen.

P.S.: Wer nachts arbeitet hat dabei Ruhe und kann dabei sehr effizient sein. Tagsüber kann man dann das schöne Wetter genießen und im Park Sushi essen, was ja in Düsseldorf inzwischen vom Verbrauchtheits-Gesichtspunkt her langsam wieder klar geht, und kühle Biermixgetränke trinken.


Softwareplanung wär mal ne gute Idee

08 05 2008

College Alex wies mich gerade auf eine schöne Story hin, die im Kern leider voll zutrifft. So viele Softwareprojekte beginnen einfach mal doof und ungeplant in die Welt hinein, um dann kosten- und zeitmäßig völlig zu explodieren. Und am Ende kommt nicht das dabei herum, was ursprünglich angefragt worden ist. Dieser Umstand ist mir ein Greuel. Software muss einfach richtig geplant und sauber implementiert werden, sonst wird viel Geld für Mist in die Welt gesetzt. Was in der Geschichte übrigens fehlt, ist die geballte sachliche Inkompetenz, Selbst- und Fremdüberschätzung und Ignoranz vieler Entwickler ggü. aktuellen Trends und Entwicklungen, die ihr übriges tun, um die Stabilität und Sicherheit der gefertigten Software zu minimieren.

So zu arbeiten ist einfach nur blöd und das sollte jedem auch nur ansatzweise betriebswirtschaftlich denkenden Projektleiter eigentlich von vornherein klar sein. Aber der Projektleiter ist meist nicht der, der dem Kunden das Projekt verkauft, sondern der Berater hier, mit Anzug und mit viel Papier. Und dieser Berater redet ja nicht im Vorfeld mit dem Projektleiter oder gar den Entwicklern, warum sollte er auch: Nicht, dass da noch lästiges Kompetenzgerangel entsteht, und Ahnung hat er schließlich genug. Und nicht zuletzt ist da ja noch der Kunde, der gerne für 200€ eine komplette Website mit CMS hätte, und gleichzeitig selber Tagessätze im vierstelligen Bereich in Rechnung stellt. Im Consulting-Bereich natürlich… Ich sage solchen Kunden freundlich, aber bestimmt ab.


Gibt es eigentlich wirklich keine Kopftuch-Pornos?

02 05 2008

Passend zum letzten Eintrag fällt mir wieder mal folgende Frage ein: Gibt es eigentlich wirklich keine Pornos, in denen Frauen mit Kopftuch/Burka/Whatever vorkommen? Ich habe mal irgendwo eine Diskussion zu genau dieser Frage verfolgt: Die Teilnehmer hielten sich für ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Pornografie, aber keinem war jemals ein solcher Film aufgefallen. Eine Suche im Internet blieb erfolglos, so dass irgendjemand eine Liste mit zig türkischen Pornos ins Spiel brachte. So hat also jeder drei davon besorgt und auf besagte Frage hin analysiert: In keinem kam eine Frau mit Kopftuch vor. Wirklich witzig, was man so für Diskussionen im Netz findet, oder? Ich finde sowas ungemein spannend, vielleicht hätte ich eher was Sozialwissenschaftliches studieren sollen.

Jedenfalls hat mich die Frage bis heute nicht los gelassen. Ich habe mir auch die Folgefrage gestellt, warum das so sein könnte, bin aber zu keinem wirklich einleuchtenden Ergebnis gekommen. Es gibt ja auch Pornografie mit Nonnen und allen möglichen anderen symbolischen Kostümen, an religiöse Gründe mag ich daher nicht glauben. Aber warum sonst? Es gibt ja auch Pornos mit Akteuren in Alltagskleidung, dass das Kopftuch aus diesem Grund fehlt zieht also auch nicht.

Denke ich nicht weit genug? Zu weit? Gibt es am Ende doch solche Pornos und man nimmt sie nur nicht wahr? Man blendet ja auch andere Spielarten einfach aus, weil sie einen nicht die Bohne interessieren. Es gibt doch alle nur erdenklichen sexuellen Vorlieben und für alle diese Vorlieben auch passende Pornografie. Hat jemand eine brauchbare Erklärung für mich parat oder wenigstens einen Gegenbeweis für die These der Nonexistenz?


Der Online-Jugendschutz in Deutschland geht zu weit

02 05 2008

Schon lange verfolge ich die rechtliche Debatte zum Online-Jugendschutz in Deutschland. In meiner Thesis bin ich damit ebenfalls in Kontakt gekommen, konnte mich aber dank der abstrakten wissenschaftlichen Betrachtung aus praktischen Problematiken weitgehend heraushalten. Jetzt lese ich gerade einen interessanten Artikel zum Thema und habe unabhängig davon gestern ein berufliches Gespräch zum Thema geführt. Also muss ich mal meine Gedanken dazu niederschreiben. Worum geht es eigentlich?

In Deutschland sind die Anforderungen an eine Altersverifikation bei Online-Erotik-Angeboten recht hoch. Es reicht laut BGH nicht, die Personalausweisnummer abzufragen, aus der sich das Geburtsdatum einer Person ergibt. Das leuchtet an sich ein, denn gültige Personalausweisnummern lassen sich leicht generieren und im Zweifel ist es einem Jugendlichen problemlos möglich, irgendwo an eine existierende Nummer zu gelangen und diese zu nutzen, ohne dass dies je auffällt (anders als etwa bei Kreditkartendaten Dritter). Dagegen legt das in diesem Gerichtsverfahren beklagte Unternehmen nun Verfassungsbeschwerde ein. Das Problem liegt nämlich an anderer Stelle:

Egal, wie gut deutsche (Bezahl-)Angebote gegen den Zugriff von Jugendlichen geschützt sind, das Web ist voll von frei verfügbarer Pornografie. Als bei uns im Hause 1997 das Internet einzog, war das eine Offenbarung für mich. Nicht mehr verschämt in Altpapier-Containern herumwühlen (was übrigens stets erfolglos blieb), sondern so viel Porn, wie man nur möchte direkt an den Fingerspitzen. Gelobt sei die neue Technik. Da war ich 15. Und seinerzeit wäre mir nicht im Geringsten der Gedanke gekommen, auf Deutschen Bezahlseiten mit fremden Kreditkarten (oder sonstwie) für Pornografie zu bezahlen. Das Problem der Altersverifikation stellt sich also gar nicht für heutige Teenager. Warum sollte man eine Bezahlseite mit Papas Kreditkartendaten bescheißen (was früher oder später auffliegt!), um sich den Zugang zu Pornografie zu erschleichen, wenn man einfach jederzeit ausländische Angebote kostenlos, auf jeden Fall aber ohne lästige Altersverifikation nutzen kann?

Nebenbei stellt sich mir die Frage, ob Jugendliche wirklich vor Pornografie derart aktiv geschützt werden müssen. Ich habe, seit ich mich dafür interessiere, solche Zugangsverbote immer als großes Ärgernis empfunden. Offenbar war ich reif genug dafür, denn ich bin ja trotzdem dran gekommen und hatte nie ein Problem damit. Im Gegenteil…

In meinen Augen reicht eine Bezahlung mit Kreditkarte vollkommen aus, um nachzuweisen, dass man in der Lage ist, mit Pornografie umzugehen. Minderjährige bekommen meines Wissens nach keine eigenen Kreditkarten und wer fremde Karten nutzt, fliegt entweder auf oder tut dies mit Wissen des Besitzers der Karte, der dann für die Zugänglichmachung verantwortlich ist. Dass bei deutschen Angeboten viel höhere Anforderungen an den Jugendschutz gelten, als im Rest der Welt, ist in meinen Augen eine klare Inländerdiskriminierung. Es sorgt nur dafür, dass betreffende Anbieter ihren Firmensitz und ihre Server ins Ausland verlegen müssen (und dies auch tun), um wettbewerblich gleichgestellt zu sein. Wem ist nun geholfen? Der einzige, der einen Vorteil daraus zieht, ist der fremde Staat, der letztendlich die Steuern dieser Anbieter einsackt. Alle anderen haben überhaupt nichts gewonnen: Die Bilder sind genau so gut oder schlecht geschützt, wie alle anderen auch und niemand muss überzogene Altersverifikationssysteme nutzen. Lediglich diejenigen, die – aus welchem Grund auch immer – hier geblieben sind oder sich mit ihrem Deutschsprachigen Angebot den Deutschen Gesetzen verpflichtet fühlen, müssen die erheblichen Wettbewerbsnachteile eines der sicheren Systeme (hohe Kosten, geringe Verbreitung, keine Sofort-Nutzbarkeit und/oder nicht zuletzt gerade im Erotikgeschäft die mangelnde Anonymität) in Kauf nehmen.

Ich kann nur hoffen, dass der praktisch weitgehend unbrauchbare deutsche Sonderweg im Jugendschutz irgendwann aufgegeben wird. Man kann als Minderjähriger, wenn man reif genug aussieht, ohne viele Probleme Pornokinos besuchen (nur stichprobenartige Prüfungen), kann sich in Sexshops rumtreiben (ebenfalls nur stichprobenartige Kontrollen) und auch sonst recht unproblematisch seiner sexuellen Selbstbestimmung nachgehen. Das ist meines Erachtens auch gut so: Klar ist es in den Augen der meisten Eltern eine gute und ehrbare Idee, unbedarfte Jugendliche vor der bösen Sexualität fern zu halten. Aber zur Pubertät gehört nun mal, und das zunehmend früher, eben diese böse Sexualität dazu. Wieso müssen Jugendliche künstlich begrenzt werden? Wie sollen sie sich frei entwickeln können, wenn man ihnen die Realität vorenthält, selbst wenn sie sie aktiv nachfragen? Vor allem angesichts der Tatsache, dass die nötigen Maßnahmen nur zu einem Bruchteil in den Händen des deutschen Gesetzgebers liegt? Es bleibt mir unverständlich und ich bin sehr froh darüber, dass ich zu Jugendzeiten die zahlreichen Schlupflöcher kannte. Oder kennt irgend jemand jemanden, der sich beschweren würde, dass seine zarte Seele zu Jugendzeiten nach Eingabe seiner oder fremder Kreditkartendaten im Internet einfach so mit Pornografie belastet wurde? Weltfremd…

Ich denke sogar, dass die Kennzeichnung mit einem standardisierten Metadatenformat durchaus ausreichen müsste, um dem staatlichen Jugendschutzauftrag (vollstreckt durch die Erziehungsberechtigten) Genüge zu leisten. Schließlich können Eltern dann ganz einfach die bestehenden und dabei zuverlässig funktionierenden Filterlösungen für ihre Kinder aktivieren und sie so ziemlich effektiv vor Pornografie schützen. Das funktioniert im Falle von ICRA sogar mit den meisten ausländischen Pornoangeboten, die zu großen Teilen als solche gekennzeichnet sind. Auch wenn gewiefte Sprösslinge auch diese Filtersoftware leicht umgehen können, schützt diese Maßnahme praktisch immer noch mit Abstand am besten vor der gefährlichen Online-Erotik. Ganz ohne Zutun des deutschen Gesetzgebers.

P.S.: Die Geldkarte leistet übrigens alles, was man sich wünscht und wäre die einfachste Lösung für das ganze Problem, im Gegensatz zum elektronischen Personalausweis sogar inkl. weitgehend anonymer Bezahlung. Allein: Die Verbreitung von Kartenlesern (und bei einigen Banken auch Geldkartenchips) ist derart gering, dass der praktische Einsatz gegen Null tendiert. Schade. Ich würde sie übrigens optional als Sofortzugang zu Erwachsenen-Inhalten anbieten, neben mehreren verschiedenen anderen einschlägigen Methoden natürlich. Das habe ich auch in besagtem beruflichen Gespräch empfohlen, als Alternativlösung zum Betrieb des Erotik-Dienstes im liberalen Ausland. Wirklich krude, dass man deutschen Erotik-Anbietern allen Ernstes empfehlen muss, solche Dienste der gleichen Zielgruppe vom Ausland aus anzubieten.