Sichere Passwörter

08 09 2008

Fast jeder schaltet schon ab, wenn er nur den Begriff Passwort hört. Viele Leute benutzen aus Bequemlichkeit ein oder vielleicht zwei oder drei verschiedene Passwörter für all ihre Internetkonten. Wenn diese Leute schlau sind, ist das ein halbwegs sicheres Passwort aus mindestens acht Zeichen, die zufällig aus Buchstaben und Zahlen bestehen. Jetzt kommt das Aber:

Nicht zuletzt der aktuelle Fall mit den abhanden gekommenen Zugangsdaten der PWC-Jobbörse zeigt mal wieder eindrucksvoll, dass das alleine noch nicht reicht. Da man nicht wissen kann, wie sicher die Passwörter beim jeweiligen Anbieter gespeichert werden – bei PWC etwa im Klartext und trotz Abmeldung über Jahre hinweg – muss man leider tatsächlich für jedes Konto ein eigenes Passwort generieren und verwenden. Ich hatte mal vor ein paar Jahren ein einschneidendes Passwort-Erlebnis mit dem FH-Rechenzentrum: Ich hatte meinen Benutzernamen für den WLAN-Zugang vergessen (der eine offenbar zufällig vergeben Zahl beinhaltet) und habe per E-Mail bei der DVZ nachgefragt. Als Antwort bekam ich den gewünschten Benutzernamen und die Information, mit welchem Zeichen mein Passwort beginnt. Huch? Dort werden die Passwörter also im Klartext gespeichert und können mindestens von den Mitarbeitern bequem eingesehen werden. Seitdem achte ich penibelst darauf, für jeden Webdienst ein eigenes Passwort zu benutzen. Und ja, das ist lästig.

Kleiner Tipp für Vergessliche: Das Programm KeePass ist ein wirklich guter Passwort-Manager und OpenSource und für etliche Plattformen erhältlich, etwa auch für Windows Mobile; man kann seine Passwörter also immer dabei haben. Auch die Passwort-speichern-Funktion in den aktuellen Browsern ist recht praktisch, allerdings bei weitem nicht so sicher. Also hier nur weniger wichtige Passwörter hinterlegen.


blockquote, aber richtig

08 09 2008

Ich zitiere häufig aus verschiedenen Quellen und nutze dafür das vorgesehene <blockquote>-Tag. Um eine logische Verbindung zur Quelle herzustellen, hat dieses Tag ein optionales cite-Attribut, in dem man die URL direkt oder auch eine Quellenangabe im Klartext angeben kann. Eine feine Sache, leider ignorieren die meisten Browser (oder alle?) dieses Attribut. Eigentlich leuchtet das ja auch ein, denn wie sollte ein Browser diese Metainformation auch visualisieren? Um die Quelle also für den Nutzer sichtbar angeben zu können, muss man nun die Quellenangabe immer noch ein zweites Mal (etwa in einem Absatz) machen. Ich habe kein Problem damit und mache das schon lange so, aber aus der Microformats-Ecke kommt eine recht elegante Lösung für das Problem: cite-rel

<p>Folgendes Zitat stammt von
  <cite id="quellangabeXY" class="relationship">
    <a href="URL">QUELLE</a>
  </cite>
</p>
<blockquote cite="#quellangabeXY">
  <p>ZITAT</p>
</blockquote>

An sich eine recht elegante Lösung, allerdings sehe ich ein großes Problem dabei: Die Eindeutigkeit der ID muss gewahrt bleiben, was dann zum Problem wird, wenn mehrere Artikel im Volltext auf einer Übersichtsseite erscheinen können. In meinem Blog ist das so und daher muss ich schon bei eingebundenen Videos sehr auf Eindeutigkeit achten (ich löse das über ein Datumsstempel in der ID). Das strengt mein Hirn mehr an, als mal eben die Quelle zwei mal zu nennen, was auch nicht mehr Tipparbeit ist. Gut oder je nach Situation auch mal weniger gut daran ist aber, dass eine mehrfache Zitierung so mit nur einer gemeinsamen Quellenangabe versehen werden kann bzw. muss, wenn man nicht komisch kommen will.

Es spricht also im Fazit nichts dagegen, grundsätzlich beide Varianten zu nutzen und nach Einzelfall die angemessenere Lösung zu wählen. Hauptsache man versieht seine Zitate überhaupt mit einer semantischen Quellauszeichnung, aber da sehe ich wegen der Faulheit der weitaus meisten Autoren keine großen Chancen auf weite Verbreitung. Umso besser fühlt man sich immerhin, wenn man es trotzdem macht.

Wieso? Sieht man doch eh nicht! Wenn ich diese Begründung für das Weglassen der Quellauszeichnung höre, schwillt mir schon der Hals. Und jede Metaangabe ist überflüssig und Webdesign ist sowieso nur eine visuelle Problemstellung, ganz genau. Wer als Webprofi so denkt oder handelt, hat seinen Beruf verfehlt. Echt mal. Schlimm, wie oft ich Leuten begegne, die so drauf sind.


Wenn Sie die Musik nervt...

06 09 2008

Seht nur, was ich gerade auf einer Website als Begrüßungstext gesehen habe:

Wenn Sie die Musik nervt. . . Unten rechts sind 3 Felder zum Anklicken.[…]

Schön, dass man wenigstens auf die Idee kommt, dass der Besucher sich gestört fühlen könnte. Nur wenn man diese Erkenntnis gewonnen hat, warum zur Hölle setzt man diese nicht konsequent um und lässt die Musik ganz bleiben? Wie kann man davon ausgehen, überhaupt jemanden nicht zu nerven, wenn man auf einer Website ungefragt ein sich endlos alle 13 Sekunden wiederholendes Musikstückchen abspielt, das sich zudem auch noch anhört wie 80er-Jahre Videospielmusikgedudel? Da passt es auch prima ins Bild, dass der komplette sichtbare weitere Text der Startseite lediglich erklärt, was die unbeschrifteten Metanavigationsbuttons machen (nämlich u.a. die Musik aus) und mit folgendem Supersatz abschließt:

Für eine Darstellung ohne Flash wechseln Sie bitte zu unserem Server DOMAIN.de

Netter Hinweis, allerdings etwas unglücklich platziert: Ohne Flash bleibt die ganze Seite einfach schwarz, vom nicht ladenden Counterbild in der unteren linken Ecke mal abgesehen. Kein gutes Aushängeschild für die kleine Werbeagentur im Saarländischen Outback, auch nicht das unvollständige Impressum und die winzige Textbox (ca. 570x170px) im Flashrahmen und das ekelhaft schrille Mouseover-Geräusch der Hauptnavigation.

P.S. Nein, den Link schreibe ich hier nicht öffentlich rein, das wäre echt nicht nett, gar nicht.


Eine Domain für schlappe 10.000 Euro

06 09 2008

Neulich wollte ich die einzig wirklich passende Domain für ein eventuell umzusetzendes eigenes Webprojekt kaufen, weil sie mal wieder bei Sedo zum Verkauf stand. Da der Domaininhaber meine geringen Gebote vor ein paar Monaten schon geflissentlich ignoriert hatte, habe ich diesmal auf ziemlich satte 500€ erhöht – wieder keine Reaktion. Wenigstens ablehnen hätte der Typ können. Als ich das Gebot verlängern wollte, bekam ich die freundliche Meldung, dass mein Preis unter dem Mindestpreis des Anbieters von 10.000€ läge. In was für einer Traumwelt lebt der Typ? 10.000€ für eine nackte Domain ohne Seite sind eine ganze Größenordnung zu viel, selbst für eine so griffige Adresse. Vogel.


Auf gar keinen Fall CSU wählen, egal was kommt

05 09 2008

Die Art und Weise, wie verbittert sich prominente CSU-Politiker populistischst in die Kern- und Randprobleme unserer Zeit verbeißen, ist wirklich nur noch abstoßend, ja ekelhaft gar. Super Beispiel: Killerspiele. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann versteift sich derart blind in das Thema, dass er sogar den Joker Kinderpornographie spielt. Mir ist dabei völlig schleierhaft, wie man Killerspiele und Kinderpornographie in einen Atemzug bekommen kann, nicht zu vergessen auch die direkt nachgeschobene Nazikarte. Ist der Mann einfach nur ignorant gegenüber den zahlreichen anderslautenden Forschungsergebnissen, ist er gar zu blöd für diese Welt und glaubt deswegen noch an seine Aussagen oder meint er, damit ein paar Wähler um sich scharen zu können und dafür ist ihm jedes Mittel recht?

Wie sollte man nun auf solche Verbitterung reagieren? Für mich disqualifiziert sich eine Partei voll und ganz, wo solche populistischen Dummheiten Programm sind – und zwar vollständig unabhängig von dem, was sonst so gesagt wird. Die PC-Games startet aus diesem Grund auch die Kampagne "Ich wähle keine Spielekiller" zur kommenden Bayern-Wahl. Gegen fragwürdige Regierungsentscheidungen muss sich offener Widerstand zeigen, nicht nur, aber letztlich eben auch an der Wahlurne. Der Deutsche Kulturrat nennt die Killerspiel-Äußerungen "bayerischer Running Gag" und in den Kommentaren bei Golem zur PC-Games Aktion findet sich der arg polemische, aber sehr passende Threadtitel "Killerspiele fördern gleichgeschlechtliche Liebe!!!". Ja, so sieht das aus.

Neben dieser unfassbar am Zeitgeist vorbeigehenden Killerspiel-Generationenkonflikt-Sache muss ich aber auch auf die anderen bahnbrechenden Errungenschaften der CSU/CDU-Politik hinweisen: Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, Widerstand gegen die Homo-Ehe. Und um auch mal einen weitgehend aus der Luft gegriffenen Nazi-Vergleich zu bringen: Wer jetzt CDU/CSU wählt, macht sich die Finger genau so schmutzig, wie die Leute, die damals (meist ohne es zu realisieren) die NSDAP gewählt haben. Nachher rausreden wird da schwer.

Fazit: Benutzt den Wahl-o-maten, schließt die CSU aus, auch wenn der Wahl-o-mat diese als Ergebnis anzeigen sollte (hoffentlich nicht) und geht vor allem alle zur Wahl!

P.S. Kleiner Tipp an die vereinigten Populisten aller Länder: Aus dem Fenster lehnen sollte man sich nur bei Themen, über die man fundiert was zu sagen hat. Keineswegs fundiert ist es, etwas bei anderen zu verurteilen, was man selbst nicht erlebt hat und woran man nicht im geringsten beteiligt ist.

Nachtrag 29.09.2008: Hihi.


Opera 9.5 verschlampt Tabs

05 09 2008

Ich mache intensiven Gebrauch der Tabs in Opera. Beispielsweise gehe ich Newsseiten immer in der chronologischen Übersicht durch und öffne interessante Artikel als Tabs im Hintergrund. Seit ich auf Opera 9.5 upgedatet habe kommt es nun immer mal wieder vor, dass ich Artikel vermisse, von denen ich eigentlich dachte, dass ich sie zuvor geöffnet hatte (Rechte Maustaste -> in neuem Tab öffnen). Bislang habe ich das immer auf meine Nachlässigkeit geschoben, hab ich wohl daneben geklickt. Heute an einem anderen Rechner habe ich aber definitiv auf den richtigen Menüpunkt geklickt und es hat sich kein Tab geöffnet. Ha, in flagranti erwischt Du schelmisches Stück Software. Offenbar handelt es sich hier um einen Bug. Lästig. Lästiger jedenfalls als der Bug, dass bei mir gelegentlich die Menüleiste durchsichtig wird und erst durch maximieren und wiederherstellen des ganzen Fensters wieder sichtbar gemacht werden kann. Bei beiden Fehlerbildern konnte ich bisher keine Regelmäßigkeit entdecken.


Kommentar: Chrome wird ein Nischendasein führen

04 09 2008

Irgendwie gehen scheinbar viele Leute davon aus, dass Google mit Marktmacht seinen Chrome-Browser auf nennenswerte Marktanteile bringen wird und Microsofts Vormachtstellung brechen kann. Ich frage mich wie das gehen soll? Chrome kann eigentlich nichts relevantes besser als andere Browser und dafür einiges schlechter. Warum also sollten Nutzer andere Browser links liegen lassen? Die Leute benutzen auch seit Jahren kaum beeindruckt weiterhin den Internet Explorer, obwohl der sogar in eigentlich allen Belangen (von der Intranet-Anwendungs-Problematik mal abgesehen) schlechter als die anderen Browser ist. Es scheint sie nicht zu jucken, dass andere Browser komfortabler, funktionaler, sicherer und hübscher sind. Ob das daran liegt, dass fast kein Webentwickler sich traut, den Nutzer die Nachteile seines blöden Internet Expolorers spüren zu lassen, sei mal dahingestellt. Aber die Realität sieht meines Erachtens auch mittelfristig so aus, dass Chrome ein ebensolches Nischendasein führen wird wie Safari und Opera. Und was soll das Gerede mit der Marktmacht? Wo soll Google ansetzen mit seiner Marktmacht? Alle Google-Dienste laufen auch mit anderen Browsern und Google kann den Browser auch nicht einfach als Standardbrowser unter Windows ausliefern. Werbung für bessere Browser wird weitgehend ignoriert, siehe Googles Firefox-Engagement der letzten Jahre. Und ich glaube auch nicht, dass die deutschen Redaktionen ihre immer wieder zelebrierte klare Empfehlung für Firefox ändern werden hin zu einem Browser, dessen Datenschutz-Problematik nie gänzlich zu Ende besprochen sein wird. Hallo? Alles, was in die Adresszeile eingegeben wird, wird zu Google übertragen und jeder Browser ist für Google über eine ID eindeutig identifizierbar. Kann das jemand ernsthaft wollen? ID ABCD hat gerade BELIEBIGE PEINLICHKEIT HIER EINSETZEN in die Adresszeile eingegeben. Juhu, man wählt also ohne Zwischenstufen zwischen Komfort und Privatspäre (über den Privatmodus). Na vielen Dank.

P.S. Ob man Chrome doof oder toll findet soll jeder für sich selbst entscheiden. Ihr dürft von mir aus jeden standardkonformen Browser benutzen, nur nicht den Internet Explorer und schon gar nicht den IE6 oder kleiner. Oder ihr lebt damit, dass dort zunehmend der Augenschmaus fehlen wird. Progressive Enhancement lautet das Zauberwort, mein neues Lieblingsprinzip.


Ich bin die Zielgruppe für BMW 1er Cabrio und VW Scirocco

04 09 2008

Jaja, ich weiß: Denken in Zielgruppen ist sowas von out, wie es out ist, out zu sagen. Was ist eigentlich das Gegenteil von en vogue, denn das wäre en vogue, wobei en vogue so fuckin lastyear ist. Irgendwie könnte man diesen Satz ewig fortführen, ich weiß auch gar nicht, welcher Begriff für angesagt gerade angesagt ist… Ich hör ja schon auf…

Also zurück zur Zielgruppe: BMW schickte mir vor ein paar Monaten ein personalisiertes Anschreiben, dass der 1er Cabrio aber sowas von was für mich wäre, das hätte es echt noch nicht gegeben. Meine interessierte Anfrage nach der Herkunft meiner Adressdaten und einer Begründung, was mir die Ehre eingebracht hat, einer so erlesenen Mailing-Zielgruppe anzugehören, hat drei außerst freundliche Briefe zur Folge gehabt: BMW entschuldigt sich ganz betroffen (ich hatte mich gar nicht beschwert, sondern nur nett gefragt) und verweist auf ihre Customer Relationship Agentur "gkk München". Die schickt mir einen ebenso freundlichen Brief auf tollem Briefpapier und verweist auf die Adresshandel-Tochterfirma der Deutschen Post, die "Deutsche Post Direkt" (ich meine das sind die, die immer diese eingeschweißen Fernsehprogramme mit lokalen Handelsprospekten im Hausflur ablegen; hier allerdings schon länger nicht mehr). Die wiederum schickt einen Brief hinterher und nennt endlich die Quelle: Der Verlag der Men's Health, die ich als Spätteenager lange abonniert hatte (lustige Zeitung übrigens). Falls jemand der beteiligten Firmen das hier liest: Ich bin nicht böse darüber und habe mich über die Briefe echt gefreut, zeugen sie doch von einer seriösen Einstellung zum Thema; und nebenbei natürlich der pflichtbewussten Befolgung gesetzlicher Regelungen zum Datenschutz.

Jetzt bekomme ich wohl keine Mailings zu BMW mehr (ich würde sowieso keinen kaufen, bin da mehr so der Audi-Typ). Dafür meint VW nicht gänzlich abwegig, ich wäre der ideale Insasse eines neuen Scirocco und unterstreicht das mit einem wirklich gelungenen Wackelbild-Mailing und feinsinnigen Sprüchen wie Er parkt nicht. Er wartet. oder Rasant fahren kann jeder, Rasant stehen nicht.. Ein bisschen Conversion haben sie dafür bekommen: Ich habe mir direkt mal einen Konfiguriert und war dann etwas erschüttert, dass aus 23.000 € Grundpreis dann weit über 30.000 geworden sind. Natürlich mit der unfassbar coolen USB-Buchse in der Armlehne, die man schon aus dem Golf kennt. Schenkt mir jemand einen Hybrid-Scirocco? Was? Den gibts (noch) gar nicht? Ach so, naja, dann nicht. Solange tuts mein babyblauerIceBlueMetallicfarbener Honda Jazz von 2002 noch sehr gut. Obwohl, das Baby war neulich das erste mal mit Wehwehchen in der Werkstatt: Erst war die Motorfehlerleuchte an, das ließ sich aber schnell und dauerhaft mit dem allwissenden Diagnosecomputer und später bei der Inspektion abstellen. Dann ist der Bowdenzug des Klimaanlagen-Temperaturwahlschalters abgegangen (33€) und dabei ist aufgefallen, dass der Klimakompressor unschöne Geräusche macht und mich in absehbarer Zeit 1100€ kosten wird. Mist, dafür kann man sich ja schon fast einen Scirocco kaufen, aber den gibts ja nicht als Hybrid oder sonstwie auch nur im Ansatz ökologisch tragbar.

Meinen Jazz fahre ich ja aktuell stets unterhalb des im Prospekt angegebenen Normverbrauchs von 5,7l Super auf 100km (durschnittlicher Verbrauch über 87000km in den letzten sechs Jahren: 5,8l/100km). Ja, ich führe minutiös Buch darüber und ja, es kickt mich, den Wagen im Windschatten von Lastwagen auf der Autobahn auf fast 4,0l/100km zu bringen. Wenn man so von hier nach Köln fährt, ist man insgesamt nur ungefähr fünf Minuten länger unterwegs als mit 120, verbraucht aber 1/3 weniger Sprit. Das ganze erinnert mich an "Produktion und Logistik" aus dem BWL-Studium, wo man für sowas Kurven berechnet und das Optimum unter den gegebenen Umständen berechnet. Mir hat das echt Spaß gemacht, nachdem der Professor statt Busse von Colbe den Dyckhoff als maßgebliches Lehrbuch eingesetzt hat. Daran hats jedenfalls nicht gelegen, dass ich in der Klausur durchgefallen bin.

Zurück zu den Autos: Ich bin einfach zu Öko und zu geizig (was hier das gleiche ist) für so nette sportliche Fahrzeuge. Trotzdem freue ich mich immer über gut gemachte und grundsätzlich passende Mailings. Autowerbung gefällt mir allgemein nämlich sehr gut. Ich stelle aber eine Bedingung: Ich will wissen, welche Kriterien mich in den Fokus für solche Mailings gebracht haben. Nur weil ich einen akademischen Abschluss habe, in Flingern-Nord wohne und im IT-/Medienbereich beheimatet bin? Guter Grund an sich, aber reicht das? Auf meinen Mitbewohner treffen die Kriterien auch zu und der bekommt solche Mailings nicht. Dessen Einkommen ist aber regelmäßiger und gelegentlich auch höher als meins und das beste ist: Der Typ hat (noch) gar kein Auto, allerdings braucht der auch keins und bekäme wohl einen Dienstwagen, falls sich das ändern sollte.

P.S. Es sollte sich einbürgern, dass jede Firma bei jedem Mailing die Quelle der Adressdaten sofort dazuschreibt. Wäre irgendwie höflicher, würde so manche Frage von vornherein beantworten und würde den Adresshandel deutlich erschweren. Sollte mich eine Firma telefonisch kalt kontaktieren, was rechtlich gesehen eine schlechte Idee ist, frage ich da erst mal nach. Nennen die mir dann keine Quelle, rede ich gar nicht erst mit denen. Gute Idee eigentlich.


Prokrastination.com: Blog abonniert, Buch gekauft

03 09 2008

Gerade bin ich auf prokrastination.com gestoßen (Lesebefehl!), das Blog zum demnächst erscheinenden Buch mit dem schönen Titel "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin". Schon vom Titel fühle ich mich zu 120% angesprochen, also habe ich das Buch kurzerhand vorbestellt, noch bevor ich den dazugehörigen Blog abonniert habe. Von Kathrin Passig und Sascha Lobo habe ich ja bereits Bücher im Regal, wobei ich das ganz bestimmt ganz grandiose "Lexikon des Unwissens" ganz bestimmt später mal irgendwann lese, wenn ich Zeit und(!) Muße finde. "Wir nennen es Arbeit" ist ja sowieso Pflichtlektüre für Typen wie mich. Was spricht also dagegen, dieses Buch zu kaufen, ohne den Klappentext gelesen zu haben oder diesen Schönen, kompakten Textauszug mit 6 einfachen Übungen?

Das beste aber ist, dass ich nur ein einziges Buch, das ich im letzten Jahr erworben habe, komplett oder auch nur angelesen habe. Sollte mir das zu denken geben? Warum kaufe ich eigentlich regelmäßig Bücher, die ich dann doch nicht (aus)lese? Nur Stefan Kuzmanys "Gute Marken, böse Marken", das mit übrigens geschenkt wurde, habe ich ganz gelesen; das war zwar nicht so gut wie andere Bücher in meinem Regal, aber dafür schön kurz und schneller durch als eine normale c't. Ich habe sogar schwersten Herzens mein Brand Eins Abo gekündigt, weil ich schon fünf ungeöffnete Ausgaben im Queue hatte. Dafür bekomme ich seitdem ungefragt jeden Monat die H.O.M.E., eine Designerzeitschrift "aus der Designstadt Berlin": Die Leute vom Axel-Springer Aboservice haben mich offenbar echt verstanden, da gibt es nämlich nicht viel zu lesen, sondern nur ganz schöne Fotos von feiner Architektur und unfassbar teuren Möbeln zu gucken. Damit kann ich prima anstinken gegen den Stapel "Art"-Magazine im schicken Designerbadezimmer eines Bekannten, der immer meine oberflächlich durchgeblätterten H.O.M.E. Ausgaben bekommt und diese sicher mehr zu schätzen weiß als ich. Zielgruppe und so, ihr wisst schon…

Apropos Zielgruppe, aber das ist ein anderer Beitrag.


Krude Lobbylogik: Die GVU und das gewerbliche Ausmaß

03 09 2008

Gerade stolpere ich bei heise.de in einem Artikel über die Filmindustrie und die Verfolgung von Urheberrechtsverletzern über eine unfassbar krude Logik: Seit Anfang September ist ein neues Gesetz in Kraft, das Auskunftsansprüche der Urheber gegenüber Providern bei Urheberrechtsverletzungen "in gewerblichem Ausmaß" zulässt. Diese Grenze wurde absichtlich zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit gezogen, ist aber recht unpräzise formuliert. Die Rechtssprechung muss also nun diese Grenze konkretisieren. Jetzt kommt die krude Logik der GVU ins Spiel:

Es werde zudem noch Jahre dauern, bis gerichtlich geklärt sei, was unter der Anforderung des "gewerblichen Ausmaßes" eines Rechtsverstoßes zu verstehen sei. Auch wer Geld mit illegalen Downloads spare, falle nach Ansicht der GVU in diese Kategorie.

Also faktisch alle. Mir fällt zumindest spontan kein praxisrelevanter illegaler Download ein, bei dem man nicht Geld ggü. dem legalen Erwerb sparen würde. Die GVU redet sich also eine Rechtslage herbei, die vom Gesetzgeber in voller Absicht und ausdrücklich gerade nicht vorgesehen ist. Das ganze wäre glatt lustig, wenn es nicht real wäre.

Nachtrag 05.09.2008: Das ging ja mal schnell, das erste Gericht folgt der Argumentation und sieht schon bei einem Album ein gewerbliches Ausmaß. Neben der im verlinkten Artikel erwähnten Problematik in der Gerichtspraxis stellt sich mir eine viel spannendere Frage: Wenn ein Album schon gewerbliches Ausmaß ist, was ist dann ein nicht gewerbliches Ausmaß? Ein einzelnes Lied? Und wenn ein Album schon gewerblich ist, sind dann zehn Alben eine schwere Straftat und ermöglichen den Zugriff auf Daten der Vorratsdatenspeicherung? Und ich dachte immer, gewerblich hat was mit regelmäßig und nachhaltig auf Gewinn ausgerichtet zu tun, aber das ist wohl ein anderes gewerblich. Ich glaube, ich melde lieber vorsichtshalber das durch illegale Downloads gesparte Geld am Jahresende dem Finanzamt, mal meinen Steuerberater fragen… Na gut, das war jetzt polemisch, also vergesst das.

Nachtrag 06.09.2008: Heise hat inzwischen auch Infos zu der Sache.