Milkdrop in AIMP2

22 12 2008

Seit einiger Zeit bin ich begeisterter Nutzer des russischen Audioplayers AIMP2, der genau das macht, was ich von einem Audioplayer erwarte. Die Medienbibliothek taugt zwar wahrscheinlich nichts, aber die installiere ich sowieso nicht: Ich kann Medienbibliotheken nicht ausstehen und verlasse mich lieber auf eine gut sortierte Ordnerstruktur.

Was ich an AIMP2 aber immer sehr vermisst habe, sind gute Visualisierungen wie Milkdrop. Die eingebauten Visualisierer sind ein schlechter Scherz und das Programm kann leider keine Winamp-Plugins laden. ProjectM, die Open-Source OpenGL Implementierung von Milkdrop gibt es nur für Linux und MaxOSX. ProjectM klinkt sich in den Audiopfad ein und kann daher Musik aus beliebigen Quellen visualisieren. Schade, dass es das nicht für Windows gibt.

Jetzt habe ich aber endlich eine Möglichkeit gefunden, zumindest das alte Milkdrop 1.04 in AIMP2 zum laufen zu bringen: aimp_vis_winamp ist ein AIMP2 Plugin, das Winamp-Visualisierungen lädt und ganz brauchbar mit Milkdrop 1.04 zusammen arbeitet. Folgende Schritte brachten mich zu einer erfolgreichen Installation:

  1. Download des aimp_vis_winamp Plugins, momentan in Version 0.3; neuere Versionen finden sich ggf. in diesem Thread.
  2. Entpacken der aimp_vis_winamp.dll in das Plugin-Verzeichnis von AIMP2. Wenn nötig (etwa, wenn der Player nicht neu gestartet wurde), das Plugin über den Plugin-Manager laden.
  3. Milkdrop 1.04 herunterladen und irgendwo entpacken. Die *.milk-Presets aus den Unterordnern musste ich ich auf eine Ebene mit der vis_milk.dll bringen, damit sie geladen wurden.
  4. Das aimp_vis_winamp Plugin als Visualisierungs-Plugin in AIMP2 laden:
    Screenshot AIMP2, Laden von aimp_vis_winamp.dll
  5. Entgegen der Beschreibung im Forum, bringt ein einzelner Linksklick in das Visualisierungsfenster jetzt ein Kontextmenü auf den Schirm, in dem ich eine Winamp vis_*.dll laden, dessen Konfigurationsmenü aufrufen und es starten und stoppen kann. Hier lade ich das zuvor entpackte Milkdrop 1.04, das allerdings nur im Vollbildmodus läuft. Milkdrop2 aus dem aktuellen Winamp bringt AIMP2 leider zum Absturz. Andere Winamp-Plugins laufen übrigens auch, wer also die AVS mag, bekommt auch die zum Laufen.

Fazit: Milkdrop 1.04 ist zwar nicht Milkdrop 2, aber immerhin habe ich endlich eine schöne Visualisierung in AIMP2. Ein Windows-Port von ProjectM wäre freilich besser.

Nachtrag 23.12.2008: Es gibt einen Windows-Port von ProjectM, der allerdings recht alt ist und nicht leicht zu finden. Ich habe die Winamp-Plugin-Version davon (von 2004) mit dem Winamp-Loader geladen und das Teil funktioniert auch leidlich: Es scheint irgendwie zu schnell oder zu hektisch zu laufen, jedenfalls nicht schön. Außerdem bekomme ich das Ding nicht in einen Vollbildmodus geschaltet. Naja. Eine aktuelle Version von ProjectM für Windows, vielleicht sogar als Standalone Programm wär ne feine Sache.

Inzwischen habe ich aber Milkdrop2 zum Laufen gebracht und bin fast glücklich. Die Version aus dem aktuellen Winamp wollte zwar nicht, aber es gibt eine Version 2.04D, die im AIMP2 Mega Pack enthalten ist. Dort habe ich die vis_milk2.dll samt der zugehörigen Dateien und der nscrt.dll herauskopiert und jetzt läuft auch Milkdrop2. Juhu! Die Frage ist nur, wie legal das Ganze jetzt ist? Das AIMP2 Mega Pack kann man jedenfalls nur fragwürdig legal und etwas verschämt von russischen Servern ziehen. Eine etwas lästige Eigenschaft der Winamp Plugin Loaders für AIMP2 ist, dass er das zuletzt geladene Plugin beim Playerstart wieder lädt und startet, auch wenn es zuletzt gar nicht gestartet war.


Lieblingswort des Tages: Promiskuitiv

18 12 2008

Nichts weltbewegendes zum Thema Promiskuität, aber Sexthemen werde ich in Zukunft regelmäßig hinter meinem hinlänglich bekannten Passwort verstecken. Man muss ja nicht alles in die große weite Welt schreien.


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Kinderpornos oder Terrorismus?

12 12 2008

Gerade habe ich ein paar ältere Blog-Einträge gelesen und bin irgendwo in einem Nebensatz auf die spannende (und zugegeben polemische) Frage gestoßen, was schlimmer ist: Kinderpornos oder Terrorismus? Hiebei handelt es sich ja um die beiden unschlagbaren Argumente für jede noch so krasse Einschränkung der persönlichen Freiheit durch den Staat.

Aber die politische populistische Ebene ist noch weit nicht alles: Wenn ihr eurem Nachbarn mal so richtig einen verpassen wollt, müsst ihr ihn einfach wegen einem von beidem (je nach Herkunft) anschwärzen: Wenn Kinderpornos oder Terrorismus drauf steht, winken eigentlich alle Ermittlungsrichter jeden Durchsuchungsbeschluss ohne weitere Lektüre durch (wenn es denn überhaupt mehr zu lesen gibt). Was? Kinderpornos/Terroristen? Sofort alle Rechner und persönlichen Gegenstände mitnehmen und allen Nachbarn Bescheid geben! Das schöne an diesen Anschuldigungen ist nämlich, dass sie – wenn überhaupt – erst im Nachhinein auf Stichhaltigkeit überprüft werden. Und wenn der betroffene viel Glück hat, bekommt er seinen Rechner sogar nach sechs Monaten zurück. Viele sehen ihre Rechner gar nicht wieder, selbstverständlich ohne irgendeine Entschädigung. Ich erinnere gerne an die Ergebnisse der Operation "Himmel", bei der tausende Ermittlungsverfahren wegen Kinderpronografie nach einem Jahr zu keiner einzigen bekannt gewordenen Verurteilung geführt haben. Großes Kino: Ohne nennenswerten Anfangsverdacht musste jeder einzelne der ganz offensichtlich in sehr großer Überzahl vertretenen Unschuldigen den unangenehmen bis existenzbedrohenden Vorwurf der Kinderpornografie ertragen und vielen sind die Computer mit allen persönlichen und ggf. auch geschäftlichen Daten weggenommen worden.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich rede hier weder die Kinderpornografie schön, noch einen irgendwie gearteten Terrorismus. Ich kritisiere aber einen in letzter Zeit allzu laxen Umgang mit Anschuldigungen in diesen Richtungen und die Tendenz, auch ohne stichhaltigen Anfangsverdacht und leider oft genug auch unverhältnismäßig und ohne Aussicht auf irgendein sinnvolles Ergebnis schwerwiegende Ermittlungen (wie eben Hausdurchsuchungen mit Mitnahme der Computer) durchzuführen.

Wovon träume ich nachts? Richtig: Davon, dass ich zu nachtschlafender Zeit von der Polizei überrumpelt werde und man mir aus irgendeinem völlig aus der Luft gegriffenen und in jedem Fall unangemessenen Grund meine Rechner und Backup-Platten weg nimmt und mir damit sowohl einen großen Großteil meiner persönlichen Sachen als auch meine Geschäftsgrundlage entzieht. Mit Kinderpornos und Terror habe ich nichts am Hut, aber das hatten 12.570 Betroffenen der "Operation Himmel" in der weit überwiegenden Mehrzahl auch nicht. Und dann gibt es da ja noch viele andere Gründe, die eine Hausdurchsuchung rechtfertigen: Es könnte beispielsweise jemand einen fragwürdigen Link in einem von mir betriebenen Forum posten. In so einem Fall frage ich mich wirklich, was man bei einer Durchsuchung und Mitnahme des eigenen Rechners überhaupt zu finden gedenkt? Mir fallen da nicht mal polemische Antworten drauf ein.

Also: Wer kann mir meine Anfangsfrage beantworten? Ist Terrorismus oder Kinderpornografie schlimmer? Und sind beide schlimmer als Mord? Also moralisch gesehen? Für sich selbst wird jeder da eine Abstufung machen, aber was ist gesellschaftlich geächteter? Wovor haben "die Leute" mehr Angst? Gibt es hier irgendeine Objektivität?

P.S. die Lösung für das Terror-Problem hatte ich ja bereits vor einiger Zeit gefunden.

P.P.S. noch eine polemische Frage: Was ist schlimmer: Eine Hausdurchsuchung mit Wegnahme der Computer inkl. Backups wegen Verdachts auf Besitz von oder gar Handel mit Kinderpornografie oder Wohnung abgebrannt mit Verlust von Rechner und Backups? Ich gebe zu bedenken, dass viele Vorgesetzte, Freunde und Partner der Erfahrung (der oben genannten Betroffenen) nach dazu neigen, dem (angeblichen) Kinderporno-Besitzer etwas unfreundlicher zu begegnen, als einem Brandopfer. Ferner gebe ich zu bedenken, dass auf dem Computer (und den Backups) bei manchen Menschen so gut wie alle persönlichen und privaten (im Sinne von Privatsphäre) "Sachen" von Wert gespeichert sind (Musik, Fotos, Videos, Tagebücher) und es sich eben nicht um etwas rein materielles und ersetzbares wie einen Fernseher oder einen Toaster handelt.

P.P.S. was spricht eigentlich dagegen, statt die Rechner mitzunehmen, in Gottes Namen einfach eine Kopie der Platte zu machen? Das ist schon ein genügend krasser Eingriff in die Privatsphäre, aber immerhin ist der Mist danach nicht futsch. Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, überhaupt die ganzen Rechner mitzunehmen? Man nimmt ja auch nicht die Aktenschränke und andere Möbel mit, sondern nur die Akten darin. Dass die Polizei keine Kapazitäten in Form von mobilen Experten für so viel Aufwand hat, halte ich für wenig stichhaltig, denn dass kann nun wirklich nicht zu Lasten der betroffenen gehen. Was ist mit dem mildest möglichen Mittel?

Nachtrag 05.01.2009: Böse böse dieses Chatzitat.

Nachtrag 17.01.2009: Auf dem 25. Chaos Communication Congress gab es einen sehr sehr sehr sehenswerten Vortrag zu genau diesem Thema: Das Grundrecht auf digitale Intimsphäre (Videodatei, Torrent davon) und im Küchenradio gibt es noch eine einstündige Nachlese des Vortrags, ebenfalls sehr sehr hörenswert.


Es gibt Lieder, die kann man einfach nicht schlecht interpretieren

09 12 2008

YouTube ist ja ein stetiger Quell von Liedinterpretationen aus aller Herren Länder. Das ist manchmal wirklich ernüchternd, wenn man auf der Suche nach den Perlen über einen großen Haufen schlimmer Scheiße steigen muss. Immer wieder aber gibt es Liedgut, das seine Strahlkraft auch in der amateurhaftesten, kitschigsten, mit der Handykamera gefilmten oder von Hund und Katze gesungen Version nicht verlieren und mich selbst dann noch zu Tränen rühren können, wenn vom eigentlichen Text kaum noch etwas übrig bleibt.

Die "Ode an die Freude" (oder "Ode To Joy", "Freude schöner Götterfunken", "letzter Satz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven", "Europahymne") ist so ein Lied. Nicht mal eine wirklich entrüstend unpassende Live-Version von Xavier Naidoo und Band, die inzwischen gottlob von YouTube verschwunden ist, konnte dem Kern des Liedes wirklich etwas anhaben. Auch die eher seltsame koreanische Swing-Version nicht.

Scheinbar sind Lieder, bei denen Text und Vertonung weder von der gleichen Person noch aus der gleichen Zeit stammen, besonders gute Kandidaten für diese Eigenschaft. Noch ein Beispiel?

Das Gedicht "Von guten Mächten" von Dietrich Bonhoeffer auf die Melodie von Siegfried Fietz ist ein noch besseres Beispiel. Hier eine Auswahl verschiedener Versionen auf YouTube:

Ich hoffe, damit konnte ich klarstellen, was ich meine.

Im passwortgeschützten erweiterten Beitrag finden sich noch einige persönliche Anmerkungen dazu. Nichts sexuelles zur Abwechslung, sondern nur Gefühlsduselei. Das Passwort sollte bekannt sein.


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Der Spice Hype

05 12 2008

Die Kräutermischung Spice geht momentan intensiv durch die Medien und bekommt durch die häufig ungenaue bis falsche Berichterstattung mehr Aufmerksamkeit, als sie verdient. Prima Beispiel: Spiegel Online bringt ein Video über Salvia (und nebenbei auch über Spice), in dem YouTube Videos von ziemlich abgehenden Salvia-Kiffern gezeigt werden. Soweit OK, allerdings frage ich mich schon hier, wieso da dann plötzlich über Spice geredet wird, wo Salvia Divinorum (Aztekensalbei) und Spice zwei wirklich verschiedene Paar Schuh sind: Salvia ist eines der stärksten Halluzinogene weit und breit und in Deutschland seit Anfang dieses Jahres nicht mehr frei verkäuflich. Nicht ganz zu Unrecht, mit Salvia ist wirklich nicht unbedarft zu spaßen, auf jeden Fall noch weniger als mit den meisten anderen Drogen. Spice, sowie seine "stärkeren" Varianten Spice Gold und Spice Diamond und alle Nachahmer wie Sence, ChillX und SMOK wirken je nach Erfahrungsbericht irgendwo zwischen gar nicht und etwa so stark wie Cannabis, nur irgendwie anders. Also erst mal keine Panik, liebe Eltern. Trotzdem sollte man die Finger davon lassen, zumindest bis geklärt ist, was es genau ist und wie es genau wirkt. Ohne dieses Wissen Drogen zu konsumieren ist nie eine kluge Idee, egal um welche Drogen es sich handelt. Cannabis ist übrigens hervorragend erforscht, millionenfach bewährt und vor allem viel billiger! Von Spice und Co. braucht man für eine nennenswerte Wirkung deutlich mehr als von durchschnittlichem Gras und pro Gramm 6-12€ sind nicht wirklich billig, wie viele Berichte behaupten. Brauchbares Gras kostet in Holland etwa das gleiche, kann aber deutlich viel mehr pro Gramm. Warum ist Spice dann so beliebt, außer dem offensichtlichen Grund, dass so ziemlich jedes Medium in den letzten Monaten profundes und sagenumwobenes Halbwissen darüber in die Welt gesetzt hat? Ganz klar: Es ist frei verkäuflich, was zur paradoxen Situation führt, dass gerade die bigotte und allemal überdenkenswerte Drogengesetzgebung die Leute scharenweise in die Arme von schlecht bis gar nicht erforschten und möglicherweise gefährlichen Cannabis-Alternativen wie Spice treibt. Ziel verfehlt würde ich mal sagen.

Wer Kinder hat und für wen deswegen Drogen ein Thema sind, sollte übrigens unbedingt mal mit (ehemaligen) Konsumenten darüber sprechen und/oder das Buch "Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muss" von Steffen Geyer und Georg Wurt" lesen. Ich kann das nur jedem empfehlen, sowohl potenziellen Cannabis-Konsumenten, als auch ganz besonders warm besorgten Eltern von Teenagern. Verbote und Verteufelungen bewirken bei Teenagern nämlich oft das genaue Gegenteil, wenn sie sich aus offensichtlich zur Schau gestelltem Un- bis Halbwissen speisen. Und über Cannabis und Drogen im Allgemeinen geistert unfassbar viel mythisches Halbwissen herum, das oft genug im krassen Widerspruch sowohl zur erfahrenen, als auch zur objektiven Realität steht. Also: Ruhe bewahren, gut informieren und Gespräche auf dem Boden der Tatsachen führen.

Ach ja, die Medienkritik: Spiegel Online benutzt die YouTube Videos von völlig geflashten Salvia-Konsumenten nicht nur im Beitrag über Salvia, sondern auch in einem gesonderten Beitrag über Spice und tut damit so, als würde Spice tierisch flashen. Allerdings flasht nicht mal Cannabis auch nur ansatzweise in der Art, wie es Salvia tut, und Spice erst recht nicht. Solche Berichterstattung klärt weniger auf, als sie neue Konsumenten in die Läden treibt. Das ist scheiße und nützt allein den Herstellern solcher Kräutermischungen. Spiegel Online ist aber nicht alleine damit, deren Videoberichte zum Thema sind sogar vergleichsweise gut recherchiert und bis auf den Fauxpas mit den falsch zitierten YouTube Videos recht stimmig.

Nachtrag 08.12.2008: Den lustigen Tippfehler im Titel habe ich schweren Herzens korrigiert. Aber eigentlich wollte ich darauf hinweisen, dass Malte vom Spreeblick just heute einen kleinen Drogenführer begonnen hat. Wer übrigens Malte nicht kennt oder den Spreeblick, hat recht wahrscheinlich was verpasst, für den Drogenführer gilt das auch. Also ran. Mal schauen wie die folgenden Kapitel aussehen werden.

Noch ein Nachtrag, diesmal am 18.12.2008: Wie man der Internet- und Tagespresse allenthalben entnehmen konnte, ist der wirksame Inhaltsstoff von Spice und Co. wohl das synthetisch hergestellte JWH-018. Siehe auch bei Steffen Geyer oder beim Spiegel Online. Damit ist das Geheimnis wohl geklärt, wenn die Analyse denn tatsächlich stimmt. Ergebnis für die Praxis: JWH-018 ist bisher nur an Mäusen erforscht, also lieber richtiges THC an den Start bringen. Ergebnis für die Sinnebene: Die Situation führt sehr klar die Absurdität des Cannabis-Banns vor Augen. Eine nicht gerade geringe Zahl von Menschen (vor allem Minderjährige) weicht auf legale Cannabis-Alternativen aus und nimmt allein für die Legalität ein unnötig hohes Risiko in Kauf, obwohl Cannabis hervorragend erforscht und vergleichsweise ungefährlich ist. Ungefährlicher jedenfalls als Tabak und auch als Alkohol (Gefährlichkeit hier gemessen an Todesofpern und Suchtpotenzial). Da kann ich nur den Kopf schütteln.


Eine verfickte Stunde verloren!

05 12 2008

Aaaaahhhgh! Verdammte Scheiße. Ich habe gerade eine ganze Stunde verloren, weil ich einen wirklich guten Beitrag über den Spice-Hype versehentlich verloren habe. Verloren? Meine Maus hat eine Daumentaste, die ich nie, nie und nie benutze (außer bei Ego-Shootern, wo ich sie dringend zum Schleichen brauche) und die im Browser eine Seite zurück geht. Wer braucht sowas? Wozu gibt es Mausgesten? Gerade habe ich versehentlich da drauf gedrückt und etwa damit einen inzwischen wirklich langen Beitrag aus dem Gedächtnis meines Firefox gekickt. Ich könnte sowas von kotzen, denn das war der komplexeste Beitrag, den ich seit langem geschrieben habe.

Und warum stellt der Firefox den Inhalt von Textareas nach der Rückkehr nicht wieder her? Also doch kein ausgefuchster Beitrag über Spice.


Zwei Cheeseburger bitte...

04 12 2008

Heute ist mir der Gipfel der MCs-Fehler passiert: Ich bestelle zwei Cheeseburger, bezahle zwei Euro und bekomme meine Tüte zum Mitnehmen. An sich kann da nichts falsch laufen, hatte ich gedacht. Karin guckt also im Auto die Tüte und findet einen Cheeseburger und einen Hamburger vor. Unfassbar! Wie schafft man es, nicht mal die einfachsten Aufgaben fehlerfrei zu erledigen? Wenn solche Graupen schon an der Theke arbeiten, was ja eine gehobene Position ggü. den Burgerbratern ist, mache ich mir ernsthafte Sorgen um die Qualität der Produkte. Hoffentlich werden Leute nicht wegen herausragender Arbeitsleistung an die Theke befördert, sondern aus irgendeinem anderen, vielleicht zwischenmenschlichen Grund.

In der gleichen MCs-Filiale habe ich neulich zwei McMuffin Bacon & Egg bestellt und zwei McMuffin ohne Bacon bekommen, die übrigens keine Empfehlung von mir bekommen und zu Recht eine Sonderanfertigung sind. Apropos McMuffin: MCs hat das Frühstück überarbeitet und dafür einen Haufen neue Produkte eingeführt. Interessant. Allerdings werde ich in nächster Zeit wohl nicht dazu kommen, das auszuprobieren: Das Frühstück gibt es jetzt nur noch bis 10:30 Uhr. Dabei hatte ich schon lange auf eine Verlängerung der Frühstückszeiten gehofft, weil mir immer erst nach 11 Uhr einfällt, dass ich Bock auf MCs Frühstück habe. Immerhin ist die Zeit am Wochenende auf 11:30 verlängert worden.

Warum tut MCs eigentlich nichts gegen das schon legendäre Falsch-Einpacken-oder-Sachen-schlicht-weglassen? IKEA hatte ja irgendwann auch die Schnauze voll vom allgegenwärtigen IKEA, welche Schraube fehlt wohl diesmal? und hat seitdem die Bestückung der Schraubensätze voll im Griff. Ach scheiße, heute fehlt Dein Bic Mäc, sorry, hab mal nicht sofort die Tüte kontrolliert ist kein schmeichelhafter Marken-Fit. Ich habe allerdings auch kein Patentrezept parat, wie man hier eine geringere Fehlerrate erreichen kann.


Layer-Ads Wut im Besonderen

03 12 2008

Ich liege gerade im Bett und wollte schnell noch etwas mit dem Handy im Netz nachschlagen. Aber Pustekuchen! Die Seite mit der gesuchten Information nervt mit Layer-Ads (in dem Fall 1&1). soweit kein Problem, aber das Drecksteil kommt via JavaScript beim Scrollen einfach mit. Auch das wäre noch kein Hindernis (der Webstandards-Befütworter spricht hier von Barriere), wenn damit auf kleinen Bildschirmen der Schließen-Knopf nicht niemals sichtbar werden würde. So eine Scheiße, echt mal!

Das ist allemal noch nerviger als die Layer-Ads, deren Schließen-Knopf noch mal eben ein Popup öffnet, statt die Werbung zu schließen. Oder die Layer-Ads, deren Schließen-Knopf erst nach einigen Sekunden überhaupt mal erscheint. Eigentlich ist jeder Layer-Ad nicht nur ein bisschen störend, sondern ein guter Grund, andere Seiten zu nutzen. Ich hasse die Dinger.


Die deutschen Copycats

02 12 2008

Manchmal kann ich es echt nicht mehr hören das undifferenzierte Gejammer über die german copycats, die ja alle so ultra innovativen US Web 2.0 Dienste einfach 1:1 für den deutschen Markt übersetzen. Arme Amis… Wenn man es etwas differenzierter betrachtet, wird man allerdings mehrere Dinge feststellen:

Zum einen wird man tatsächlich etliche Dienste finden, die mehr oder weniger 1:1 von US-Vorbildern geklaut sind. Aber: Das ist keine besondere deutsche Spezialität, sondern passiert weltweit täglich im Netz (man denke nur an die bestimmt inzwischen dreistellige Anzahl von Twitter-Klonen). Dass das möglicherweise auf dem deutschen Markt häufiger vorkommt, also anderswo (ist das tatsächlich so?), hat für mich einen ganz simplen Grund: Der deutsche Markt ist ein vergleichsweise großer Markt und lokalisierte ausländische Inhalte haben hier Tradition (ich denke hier an Filme und Serien, die durchweg synchronisiert werden). Wenn ein erfolgreicher und innovativer englischsprachiger Dienst keine lokalisierte Fassung für diesen Markt anbietet, macht es eben jemand anderes. Bestes Beispiel: Facebook und StudiVZ. Für Facebook war der deutsche Markt erklärtermaßen mit eher geringer Priorität versehen, also musste zwangsläufig jemand kommen und die zweifelsohne sehr zeitgeistige Idee adaptieren. Das ist nicht fies, dreckig und gemein, sondern eine logische Konsequenz des links liegen lassens eines vielversprechenden Marktes. Wer auf die Mitarbeit seiner Nutzer angewiesen ist, sollte besser deren Sprache sprechen und deren Gepflogenheiten ernst nehmen, sonst macht es jemand anderes. Ob die Oberfläche und Funktionalität hingegen dertart platt abgeguckt werden muss, ist eine andere Frage und da verstehe ich jede Beschwerde. Wenn ich mir allerdings Facebook und StudiVZ jetzt so anschaue, kann ich so viel Ähnlichkeit gar nicht mehr erkennen. Bei den meisten (zumeist englischsprachigen) Twitter-Klonen ist die Ähnlichkeit jedenfalls viel größer.

Eine andere Gruppe sind sehr sehr naheliegende Dienste, bei denen schlicht mehrere Leute auf die gleiche Idee gekommen sind. Branchenverzeichnisse mit Lokalbezug und Bewertungen zum Beispiel drängen sich geradezu auf. Die Frage, ob Qype eine Yelp-Kopie ist oder nicht (Kommentare lesen!) stellt sich daher für mich nicht. Wie eingebildet und hochnäsig kann man sein, hier einen Ideenklau zu unterstellen: Als ob in Deutschland keine innovativen Köpfe im Web unterwegs wären und naheliegende Dienste entwickeln würden. Einer der Kommentare brachte es auf den Punkt: Die deutschen Gelben Seiten als Nachmache der amerikanischen Yellow Pages zu bezeichnen geht schlicht an der Realität vorbei.

Eine dritte Gruppe sind Dienste, die sich in einigen Funktionen überschneiden, sonst aber unterschiedliche Ausrichtungen haben. Ich sehe nichts kritisierbares darin, Funktionen von anderen Diensten zu übernehmen, die sich dort als funktionabel erwiesen haben. Der englische Begriff dafür nennt sich best practice und beschreibt genau das: Man übernimmt Funktionen und Arbeitsweisen, die sich bei anderen bewährt haben. Ein in der Informatik völlig übliches und positiv besetztes Vorgehen.

Ja, es gibt ein Copycat-Problem und ich verstehe, dass es frustrierend ist zu sehen, wie eigene gute Ideen zwei, drei Monate später bei anderen Diensten übernommen werden. Aber hier gilt ganz einfach das Gesetz des freien Marktes: Dass deutsche Copycats in Deutschland erfolgreicher sind als die US-Originale, kommt ja nicht von Ungefähr, sondern zeigt ganz klar Defizite bei der internationalen Expansionspolitik von US-Diensten auf. Wer Wal-Martesk versucht so ganz nebenbei europäische Märkte ohne die nötigen landesspezifischen Anpassungen in die Tasche zu stecken, braucht sich nicht wundern, dass er damit wenig erfolgreich bleibt. Europa und speziell Deutschland und Frankreich sind eben eigene Märkte mit einigen Spezifika die man selber beachten kann oder das eben anderen überlassen.

Letzter Aspekt für heute: Wenn man allzu schnell und leicht kopiert wird, sollte man selbstkritisch genug sein zu erkennen, dass der eigene Dienst offensichtlich nicht so genial und einzigartig ist, wie man denkt. Amazon, eBay und Google sind deswegen nie wirklich gut kopiert worden, weil dort einfach mehr Genius drin steckt, als etwa in Twitter, das jeder halbwegs begabte Webmensch in zwei Tagen nachprogrammiert hat. Zu einem tragfähigen USP gehört laut Marketing-Lehrbuch nun mal die Eigenschaft, nicht in einem Handstreich von der Konkirrenz imitiert werden zu können. Dass Webdienste (gerade in den USA) auch ohne einen solchen USP eine große Menge Venture Kapital ins Popöchen geblasen bekommen setzt diese Regel nur soweit außer Kraft, dass die Kapitalgeber hoffen, dass der Dienst seinen zwangsläufig aufpoppenden Kopien (eben durch dieses viele Geld) stets genau den Schrit voraus ist, der nötig ist.


No VNC Server selected

01 12 2008

Meine Herren… Ich setze zur Fernwartung bei Kunden und Familie die VNC-basierte Fernwartung von der c't ein (c't 5/2008), die ganz großartig funktioniert. Nur bei zwei Leuten klappte der Verbindungsaufbau nie. Die Fehlermeldung "No VNC server selected" half mir nicht weiter am Telefon und da es bei anderen Kunden wunderbar klappt, habe ich bisher damit gelebt und die beiden Leute klassisch gewartet. Jetzt hat mich das doch mal gewurmt und ich habe ein wenig gegoogelt, und siehe da, die Lösung ist simpel:

Screenshot c't Fernwartung

Wo würdet Ihr da hinklicken? Die meisten Leute klicken genau auf den Text "Hier doppelt klicken, um die Verbindung aufzubau..." und das klappt auch prima. Macht man den Doppelklick hingegen – warum auch immer – einfach irgendwo in das Fenster, bekommt man besagte Fehlermeldung zu sehen. Was soll ich sagen? Wenn das da steht und ich am Telefon sage, dass man da doppelt drauf klicken soll, kann ich doch wirklich nicht damit rechnen, dass der Hilfesuchende sich da schlicht nicht dran hält. Das geht nicht…