Wo bleiben die abschaltbaren Grafikkarten?

29 01 2009

Heise.de meldet gerade Weltweiter Absatz von Grafikchips bricht stark ein. Bei der Gelegenheit fällt mir wieder ein, dass ich seit etwa einem Jahr auf eine brauchbare Grafikkarte warte, die sich bei Nichtnutzung abschalten lässt. Sowohl nVidia, als auch AMD/ATI hatten solche schon lange angekündigt, haben aber nach ersten Versuchen wieder Abstand genommen von dieser attraktiven Idee. Das ist sehr schade, denn ich bin sicher nicht alleine mit meiner Entscheidung, aus Energiespargründen nur Onboardgrafik zu nutzen. Wenn eine Low-End Karte, die nicht wirklich viel schneller als Onboard-Grafik ist, schon 10W im Leerlauf verbraucht (und dafür von der c't schon gelobt wird) und eine High-End Karte hohe zweistellige Wattzahlen im Leerlauf erreicht, dann will ich keine Grafikkarte haben. Mein Rechner verbraucht zwischen 40 und 50W im Leerlauf, eine aktuelle gute Grafikkarte würde diesen Wert glatt verdoppeln. Muss das sein, nur um gelegentlich mal ein Spiel spielen zu können? Für mich kommt das allemal nicht in Frage. Also liebe Grafikkarten-Hersteller-Energieschweine, bitte macht mal etwas brauchbares in der Richtung, dann kaufe ich auch eine Grafikkarte, versprochen…

Nachtrag 02.02.2009: Oha! Gerade lese ich, dass die Radeon 4670 nur 8W im Leerlauf nuckelt und trotzdem genug Leistung für Spiele (bei ggf. reduzierten Details) bietet. Benchmarks sehen die Karten bei etwa 60% einer 4850er und je nach Qualitätseinstellungen auch sogar mal im Bereich einer 8800GT. Das klingt schon mal gut, vielleicht kommt mir so eine Karte sogar mal in den Rechner; 80€ halte ich nämlich nicht mal für zu viel Geld.

Nachtrag 05.02.2009: Habe jetzt eine passiv gekühlte Sapphire 4670 gekauft. Die schafft Vegas 2 sogar in 1920x1200 mit vollen Details. Sehr gut und mehr als ich erwartet hatte.


Dumm gucken: Phenom II auf Gigabyte GA-MA790GP-DS4H

29 01 2009

Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder einen Rechner gebaut, spannender Weise einen AMD Phenom II 920 auf einem Gigabyte GA-MA790GP-DS4H mit AMD 790GX Chipsatz. Dies ist ein oft empfohlenes Board für diesen Prozessor, also erwartete ich keine Schwierigkeiten. Doch weit gefehlt: Beim Druck auf den Einschalter passierte exakt nichts. Kein Piepsen, kein Lüfterzucken, nichts. Als würde das Netzteil keinen Strom liefern, was ich mit einem anderen Netzteil schnell ausschließen konnte. Was ist hier los? Schalter am Gehäuse defekt? Aber auch das direkte Kurzschließen der Power-Kontakte auf dem Board brachte nichts. Ratlosigkeit… Board defekt?

Gelegentlich brauchen Boards ja ein BIOS-Update, um einen neuen Prozessor erkennen zu können. Aber dass sich gar nichts tut, wenn man das passende BIOS nicht hat, hatte ich noch nicht gehört. Trotzdem habe ich mal versuchsweise einen älteren AM2-Prozessor auf das Board gesteckt – was übrigens wegen der unfassbar strammen Halteklammer des Aplenföhn Groß Clockner eine ernsthafte Aufgabe ist. Und siehe da: Das Board startet sofort, lässt sich ein aktuelles BIOS geben (F3H) und erkennt danach auch den Phenom II. Sowas nervt total. Was soll man denn machen, wenn man keinen anderen AM2-Prozessor zur Hand hat?

P.S. Der Kühler ist großartig: Leise, bombastisch, hervorragende Kühlleistung und mit 30 Euro nicht zu teuer.


Die vertikale Bewegungsrichtung ist eine dem Menschen nicht natürliche

29 01 2009

Ich weiß nicht wie es dabei anderen geht, aber ich empfinde Aufzugsschächten gegenüber eine gewisse ängstlich-respektvolle Faszination. Der Blick in einen Aufzugsschacht erzeigt bei mir ein etwas beklemmendes Angstgefühl: nicht nur, dass dort hinein zu fallen sicher sehr unangenehm wäre, auch der enge vertikale Schacht an sich ist irgendwie schauderhaft. Und trotzdem – oder gerade deswegen? – übt ein solcher Blick eine besondere Faszination auf mich aus. Ich musste also einfach folgendes Foto schießen, als Umbaumaßnahmen neulich einen Aufzugsschacht in der Uni etwa eine Hand breit entblößte: Die neue Aufzugstür war schon eingebaut, aber noch nicht mit dem Mauerwerk rundherum verbunden, dazwischen ein etwa zehn Zentimeter breiter Spalt.

Ein Aufzugsschacht in der Uni Düsseldorf

WTF? Sehr seltsamer Autoaufkleber

29 01 2009

Folgendes Foto habe ich heute im Vorbeigehen von einem Autoaufkleber gemacht. Bin ich der einzige, der da nicht den Namen einer Region in Österreich liest, sondern etwas ganz anderes?

Autoaufkleber: serfaus-fiss-ladis.at

Serfaust Fisst Ladies? WTF??


Jetzt mit Microblogging

27 01 2009

So, nun füttere ich schon seit etwa einer Woche mein identi.ca Microblog mit mehr oder weniger geistreichen Kurznachrichten. Ich empfinde das ganze bisher als gute Ergänzung meiner Blogger-Tätigkeit nach unten hin: Schneller, rougher, direkter, unüberlegter, spontaner. Mal schauen, ob ich das langfristig mache und ob ich langfristig bei identi.ca bleibe oder doch über kurz oder lang Twitter auch zum Schreiben benutze. Verdammte Netzwerk-Effekte…

So oder so: Ihr seid herzlich eingeladen, mir bei identi.ca zu folgen. Wem das zu weit geht, der findet zur Zeit rechts in der Seitenleiste meine letzten fünf Dents (so heißen die Nachrichten bei identi.ca) als Snack, wenn man eh gerade mal hier ist.

Ich bitte weiterhin um Feedback dazu. Soll ich erklären, was da geht? Ist das dumm oder schlau? Liest das überhaupt irgend jemand?

Ich bin übrigens noch nicht im Bett, weil ich das Twitter-PlugIn von Serendipity erst mal fit für identi.ca machen musste. Dabei muss ich in fünf Stunden wieder raus, ich Idiot. Mal schauen, ob meine Änderungen auch ins Repository übernommen werden und so anderen zugute kommen.


Dreisatz-Querelen

24 01 2009

Karin warf folgende Frage auf, die ich nicht zu beantworten im Stande bin: Wenn bei Oebel fünf Spitzbrötchen (das sind da die normalen Brötchen) während der stets verfügbaren Aktionswochen 1€ kosten, ein einzelnes Spitzbrötchen aber 27¢ kostet, wieviel kosten dann vier Spitzbrötchen? Ich vermute fast, die würden einem fünf Brötchen ans Herz legen, aber wenn man tatsächlich nur vier wollte, würden die einem 1,08€ berechnen. Das Kassensystem und die Verkaufsregeln in der Verkaufsstelle sehen bestimmt nicht vor, dass man vier Brötchen zum Preis von fünf bekommt. Ich frag aber lieber nicht nach, sonst entsteht noch ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum…

Nachtrag 23.02.2009: Ich habe neulich doch mal nachgefragt und tatsächlich lautete die Antwort völlig selbstverständlich, dass vier Brötchen natürlich 1,08€ kosten. Die Verkäuferin war ganz fasziniert, dass das trotzdem einige Leute machen: Man könnte die Brötchen doch auch am nächsten Tag noch gut essen.


Nicht immer gleich Zensur rufen

22 01 2009

In meinem Blog ist der Begriff Zensur in letzter Zeit häufiger vorgekommen. Eine gewisse lächerliche Tendenz lese ich inzwischen selber daraus ab, kann aber nichts dafür, dass staatliche Stellen vermehrt frei drehen. Aber in allen diesen Fällen habe ich den Begriff wohlüberlegt genutzt, weil ich ihn für zutreffend halte. Für nicht zutreffend hielt ich ihn heute Mittag, als ich von der Indizierung meines Pro-Ana Blogs durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien las und ich habe eine kurze Weile darüber nachgedacht, ob ich da zustimme oder das ablehne. Ich bin zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, weil ich nicht genug über diese Seite wusste, um mir ein Urteil zu bilden. Aber Zensur hielt ich sofort für den falschen Begriff. Johnny Haeusler vom Spreeblick wettert gut argumentiert gegen die Zensur-Rufer und da kann ich nur voll und ganz zustimmen (Lektüre empfohlen).

Aber warum bin ich denn hier dabei, nicht jedoch bei der Kinderporno-Sperre? Tja, wer meine Argumente dort verstanden hatte, sollte diese Frage nicht stellen. Für die anderen nochmal aufgedröselt: Die Indizierung der BPjM richtet sich gegen die Betreiber der Seite (und die sollen nicht entfernen sondern nur Jugendlichen den Zugang verwehren) und das halte ich für völlig legitim, wenn auch weitgehend aussichtslos (Stichwort Betrieb im Ausland). Immerhin setzt es ein Zeichen. Kinderporno-Sperren auf Providerseite richten sich hingegen gerade nicht gegen die Betreiber (im Ausland), sondern installieren Filtermethoden, die geeignet sind, auch alle anderen dem Staat oder indirekt der Wirtschaft missliebigen Inhalte zu überwachen und sperren. Das setzt zwar auch ein Zeichen, aber es geht eben dabei nicht um die Verfolgung von Kinderpornographie, sondern um die Installation flexibler staatlich kontrollierter Überwachungssysteme. Heute Kinderpornos filtern (was in meinen Augen zu 100% nutzlos ist, weil für Interessierte trivial umgehbar und das Problem nicht an der Wurzel packend), morgen Musikdownloads und Filme (Forderungen von Industrielobby und Politikern liegen bereits vor), übermorgen Andersdenkende. Ihr wisst, was ich meine: Der Begriff dafür nennt sich Zensur. Stoppt den Überwachungsstaat und investiert die kosten und Mühen lieber in die Suche nach den Tätern. Das meint auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter zum Thema: Man müsste das Internet schon ganz abschalten, um wirksame Zugangsbeschränkungen zu etablieren. Das liest sich im Anreißer so, als wäre das deren Wunschtraum, aber so ist es nicht gemeint.

Hier hatte ich einen polemischen Gegenvorschlag verfasst, aber dann doch nicht veröffentlicht, weil er die Message ins Lächerliche gezogen hätte.

P.S. Ich schreibe in letzter Zeit zu viel mit dem Tag Aktivismus, das gefällt mir nicht und ist ärgerlich und langweilig. Sorry, aber momentan tut sich an der Front viel, also schreibe ich auch dazu.

P.P.S. Dass ich den Internet-Jugendschutz in Deutschland für zu streng und vor allem weltfremd halte, hat sich nicht geändert. Die Anforderungen an Jugendschutzsysteme sind viel zu hoch, was zum Ergebnis hat, dass Erwachsenenangebote sich völlig aus dem deutschen Rechtsbereich zurückziehen und am Ende ganz ohne Jugendschutz bleiben. Na super, viel erreicht. Und die Idioten, die legal in Deutschland bleiben, müssen ihre Kunden mit komplizierten und teuren Verifikationssystemen abschrecken. Da gibt es auch einen passenden Kampfbegriff für: Inländerdiskriminierung.


100% Bio Software

22 01 2009

Mozilla bezeichnet seine Software als 100% Bio Software. Der Vergleich ist mir auch schon öfter gekommen, ab sofort werde ich ihn auch nutzen, um unbedarften Menschen das Prinzip von Open-Source klarer zu machen. Wer im Bio-Supermarkt kauft, denkt meist gesellschaftlich verantwortungsvoll – oder wie auch immer ich das nennen soll – und das passt prima auch zur Nutzung von Open-Source Software.


Wackelnde Brüste und Moralvorstellungen eines bekannten iPhone-Herstellers

22 01 2009

Apple zensiert ja scheinbar nach Belieben unliebsame iPhone-Programme in seinem AppStore. Programme, die das iPhone als Modem nutzbar machen zum Beispiel oder richtige Navigationsprogramme wie den TomTom Navigator. Aus Angst vor wem auch immer – und vordergründig zum Schutze der iPhone besitzenden Jugend – hat man ein Programm mit dem schönen namen iBoobs aus dem AppStore gekickt. Ratet mal, was der Zweck des Programms war… Richtig: Mit dem iPhone Beschleunigungssensor (wie bei der Wii) konnte man Möpse wackeln lassen. Nicht auszudenken, wenn ein Minderjähriger damit Spaß mit mehr oder weniger natürlichen Bewegungen von halbnackten Brustbildern hätte haben können. Das geht natürlich nicht, also wech damit. Weil ja Waffen niemanden umbringen, sondern nur die Leute, die sie benutzen, hat es nun ein abstrakteres Programm in den AppStore geschafft, das exakt das gleiche macht, nur eben nicht ausschließlich mit Brüsten, sondern mit jedem dort hineingeladenen Bild. Die Frage bleibt, was man sonst derart zum Wackeln bringen sollte außer angemessen großen Brüsten. Sowieso ist der eigentliche Grund bestimmt die Frauenbewegung gewesen, die sich bei Apple über die unfaire Ungleichbehandlung von Frauen mit unterschiedlichen Oberweiten beschwert hat. Schlimm genug, dass Männer – diese rohen Gestalten – aus unverständlichen Gründen die Bewegung der weiblichen Brust verehren vergöttern verherrlichen. Nein: Frauen mit kleinen Brüsten mit unauffälligem Busen – was mir im Sinne eines Teils Frauenbewegung irgendwie vorteilhaft zu sein scheint – werden zutiefst in Ihrer Weiblichkeit gekränkt und diskriminiert. Oder so, was weiß ich…

Nicht nur wegen der Zensur wackelnder Brüste steht Apple in der Kritik, es wird ja alles mögliche zensiert, anderes dafür nicht. Die Fragestellung muss also sein, ob ein Hersteller frei nach Schnauze – also nicht nach allgemein geltenden Gesetzen – Inhalte und Programme auf seiner Plattform zensieren sollte oder nicht. Und erweitert stellt sich wieder mal die Frage, ob es gut sein kann, wenn ein solcher Hersteller die Alleinherrschaft über eine ausgesprochen wichtige Inhalteplattform hat. Das ist eines der Geschmäckle, die mich so sehr vom Apple-Wunderland fernhalten.


Blog Redesign

22 01 2009

Schon eine halbe Ewigkeit habe ich Pläne für ein Redesign meines Blogs im Hinterkopf herumgeistern, jetzt werde ich mich mal da dran setzen. Die Vorlesung ist durch, ich habe sogar schon Klausurfragen gebastelt (brauchen noch einigen Schliff), das Buchprojekt ist fertig (hoffe ich zumindest, mehr dazu in den nächsten Tagen) und ich bin heiß auf Neues. Die beiden Phenom II Rechner, die ich nächste Woche baue sind leider nicht für mich, deswegen muss was andere neues her. HTML 5 kommt mir da ganz gelegen. Entgegen der bisher vorherrschenden Meinung, kann man Einiges daraus bereits jetzt – wenn auch unter Vorbehalt – nutzen und so wird mein erstes eigenes Blogdesign voraussichtlich intensiven Gebrauch der neuen Strukturtags von HTML 5 machen. Voll progressiv, ey! Ich bin gespannt, denn endlich wird es semantische Auszeichnungen für Dinge geben, die bereits zuvor hätten ausgezeichnet werden sollen. Dazu auch demnächst mehr. Wer nicht warten kann, kann ja schon mal in den aktuellen Stand der HTML 5 Entwicklung reinschnuppern und etwa etwa hier mal gucken, was man aktuell schon benutzen könnte.

Vielleicht nehme ich bei der Gelegenheit auch gleich eine neue Blogsoftware her, ich habe da schon eine im Blick. Der S9Y-Importer mag allerdings bisher keine Tags importieren, was ein ziemlicher Showstopper ist. Mal schauen, ob ich das einfach fixen kann. Irgendwelche Tipps, welche vielversprechende Blogsoftware ich meine?