Zwei Gründe, warum ich Twitter scheiße finde

22 01 2009

Ich sehe nach langer Beobachtung großes Potential im Microblogging als Ergänzung zu Blogs und Instant Messaging. Meiner Auffassung nach liegt es genau in der Mitte und das macht es gerade so spannend. Warum also twittere ich nicht schon lange vor mich hin? Machen doch jetzt alle und viele Informationen finden sich nur noch oder vorab bei Twitter. Ich hadere mit einer Anmeldung aus zwei Gründen:

Der wichtigere Grund ist, dass ich Twitter für eine proprietäre Einbahnstraße halte, solange es sich nicht einem offenen Protokoll wie OpenMicroBlogging öffnet. Ich habe keine Lust, mich bei mehreren Diensten anzumelden, die alle Kommunikationsinseln darstellen, nur weil die keine Lust haben, miteinander zu reden. Meine Forderung: Ich möchte als Twitter-Nutzer Nutzer anderer Dienste followen können (das heißt so viel wie abonnieren) und umgekehrt.

Der weniger wichtige Grund ist das unfassbare Phishing-Problem mit Twitter. Jeder Hinz und Kunz bietet an, irgendwas direkt auch in meinem Namen zu twittern (seit heute zum Beispiel auch Mister Wong bei neuen Bookmarks). Dazu muss man aber auch bei jedem Hinz und Kunz seine Twitter-Zugangsdaten hinterlegen. Hallo? Gehts noch? Ich gebe doch nicht an jeder Straßenecke meine Zugangsdaten zu einem wichtigen Kommunikationsmittel aus der Hand. Für dieses Problem gibt es längst eine Lösung, die Twitter aber bisher geflissentlich ignoriert hat: Mit OAuth kann man anderen Diensten bestimmte Funktionalitäten einmalig freischalten und fortan können die diese Funktionen in seinem Namen benutzen. Twitter hat immerhin angekündigt, OAuth zu implementieren. Aber die haben auch angekündigt irgendwann OpenMicroBlogging zu unterstützen und bisher ist da nichts passiert.

Also ich habe mich mal testhalber bei identi.ca angemeldet und poste da sporadisch ein paar Eingebungen. Erst mal nichts spannendes, denn ich weiß nicht, ob ich das dauerhaft benutze. Momentan fällt mir keine bessere Lösung ein und ich will den offenen Ansatz belohnen. Ich werde mich zudem trotz meiner Bedenken bei Twitter anmelden. Warum? Ganz einfach: Die Leute, deren Tweets ich folgen möchte (etwa udovetter, maltewelding oder gerritvanaaken), twittern nun mal und dank Twitters Weigerung, zu kooperieren, kann man von identi.ca aus keinen Tweets folgen. Das fratzt mich total an, aber meine Lösung heißt einfach: Twitter nur lesen, woanders schreiben.

Frage: Wollt ihr mehr über Twitter, identi.ca und OpenMicroblogging wissen oder langweile ich Euch zu Tode? Würdet ihr meine Microblogging-Inhalte lesen? Was müsste ich tun, damit ihr das lest? Bitte um Feedback, persönlich oder in den kommentaren. Aber ihr mögt ja alle nicht gerne kommentieren…


Vorratsdatenspeicherung "Directors Cut"

20 01 2009

Während die Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der Vorratsdatenspeicherung auf Europa- und nationaler Ebene noch offen ist, startet Schäuble schon den Nachbrenner: Über einen U-Boot-Paragraphen (geiles Wort!) im Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes vom 14.01.2009 will das für Internetfragen nicht zuständige Innenministerium Betreibern von Internetdiensten das Recht geben, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen. Die so aufgezeichneten detaillierten Surfprotokolle dürften an Polizei, Bundeskriminalamt, Geheimdienste sowie an die Unterhaltungsindustrie herausgegeben werden. Eine richterliche Anordnung ist nicht vorgeschrieben, eine Beschränkung auf schwere Straftaten nicht vorgesehen. Keine Lust, das alles hier abzuschreiben, lest halt selbst.

Meine Herren, es kommt momentan Schlag auf Schlag. Innerhalb der nächsten Dekade wird es eine ausgewachsene weltweite Revolution gegen die Einmischung der Staaten (und der Industrie) in das elektronische Privatleben ihrer Bürger geben, da bin ich mir sicher. Keine blutige Revolution, wie man das aus der Geschichte gewohnt ist (hoffe ich jedenfalls), aber es wird sich einiges ändern im Verhältnis Bürger-Staat und Bürger-Industrie, wenn die Staaten so weiter machen.

Schon jetzt mitprotestieren? Checkt das ab.

P.S. Nebenbei ein paar Worte zur Argumentation der Politiker, die Leute sollten sich mal nicht anstellen, die würden doch sowieso alles bei StudiVZ und Co. über sich preisgeben: Erstens soll die Staatssicherheit dann doch diese bereits bestehenden Quellen nutzen, wenn da angeblich alles öffentlich drin steht. Und zweitens verkennt diese Argumentation die informationelle Selbstbestimmung der Leute. Sprich: Sie verkennt die Freiwilligkeitsdimension dieser Angaben gegenüber der allumfassenden Vorratsdatenspeicherung, die eben gerade nicht auf das individuelle Bedürfnis nach Privatspäre Rücksicht nimmt. Es wird ja gerade das gespeichert, was die Leute nicht freiwillig von sich preisgeben, denn das kann man auch ohne Vorratsdatenspeicherung erfahren. Die Argumentation ist also einfach nur zynisch.


Jetzt reichts mit den Kinderpornos

17 01 2009

Vorab: Kinderpornographie ist abzulehnen, darüber brauchen wir nicht reden. Worauf ich aber hinaus will, ist der Missbrauch dieser Sache als Türöffner für allerlei unschöne Dinge, als ob Kinderpornographie alleine nicht schon unschön genug wäre…

Es geht hier gerade um die aktuell geplanten Internetfilter, die federführend vom Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit den Providern erarbeitet werden. Hier habe ich gleich zweierlei schwerwiegende Vorwürfe zu machen:

Zum einen halte ich solche Filter in der Kernsache für 100%ig nutzlos. Mit Kinderpornos im Netz verhält es sich nämlich bereits jetzt so, dass bekannt gewordene anbietende Seiten entweder sofort geschlossen werden, hier funktioniert eine internationale Zusammenarbeit nämlich dem Hörensagen nach ganz hervorragend. Alternativ werden die Zugriffe auf diese Quellen überwacht, um diejenigen zu erwischen, die versuchen, die durch harmlose Inhalte ersetzten Dateien abzurufen. So oder so kommt es nicht nennenswert vor, dass kinderpornographische Angebote der Strafverfolgung bekannt werden aber dennoch abrufbar bleiben. Bei meinen Streifzügen durch das Internet bin ich jedenfalls noch nie über Kinderpornographie gestolpert, wohl aber über eine ganze Menge anderer mitunter ziemlich kranker Sachen. Dass ich da nicht drüber gestolpert bin, sagt zugegeben noch nicht viel aus. Die Frage nach dem Nutzwert von Kinderporno-Filtermaßnahmen darf aber durchaus gestellt werden. Zum filtern braucht man Kenntnis der Angebote, die gefiltert werden sollen. Hat man aber Kenntnis von solchen Angeboten, wird man es besser nicht beim Filtern belassen. Täte man das, würde man das lästige Thema lediglich aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich herauskehren, unternähme damit aber nichts gegen die Kinderpornographie an sich. Tolle Wurst, das bringt die Welt nach vorne. Es gibt zudem genug technische Verfahren, diese Sperren auch von Deutschland aus zu umgehen, aber das nur am Rande.

Die Frage ist also, warum man den Aufwand für solche Filter betreiben möchte, wenn sie nutzlos sind. Die Antwort kann nur sein, dass hier das unschöne Thema Kinderpornographie missbraucht wird, um staatliche Zensurmaßnahmen für das Internet mit möglichst geringem Widerstand zu etablieren, nachdem das mit der Nazithematik vor ein paar Jahren nicht so recht geklappt hat. Das mit den Naziseiten war wohl nicht böse genug und außerdem sind Bürgerrechtler heutzutage eher unverdächtig, rechtes Gedankengut fördern zu wollen. Wer sich hingegen jetzt gegen diese Filter/Zensur ausspricht macht sich damit automatisch der Kinderpornographie-Billigung verdächtig. Insofern also gar kein schlechter Schachzug von der Regierung, hat das Innenministerium bei verschiedenen Vorhaben doch gerade mit einigem Gegenwind der Bürger zu kämpfen. Wenn man Kinderpornos vorschiebt, lässt man den Widerstand gegen die Zensur reichlich unsympathisch dastehen. Terrorismus ist auch irgendwie abgenutzt inzwischen. Wenn solche Filtermaßnahmen erst mal installiert sind, ist es nur ein winziger Schritt zur Zensur anderer unliebsamer Inhalte. Der Staat will das Internet kontrollieren und widerspricht damit dem Prinzip, das das Internet gerade zum Meilenstein der Freiheit der Menschheit macht; darüber kann man sich mit Blick auf China durchaus einig sein.

Ich finde es wirklich abstoßend, wie die wichtige Ächtung der Kinderpornographie hier für die Etablierung staatlicher Zensur missbraucht wird, ohne diese aber wirklich nach vorne zu bringen. Staatliche Medienzensur hat in der Geschichte noch nie zu etwas Gutem geführt und ist aus gutem Grund nicht mit einer freiheitlichen Verfassung vereinbar, so viel sollte man eigentlich gelernt haben. Also meine klare Position dazu: Wehret den Anfängen! Keine Internetzensur in Deutschland anfangen und die wirklich wirksamen Maßnahmen gegen Kinderpornographie weiterführen bzw. ausbauen, wo nötig. Filterung… alleine der Name schon.

Thomas Knüwer hat heute schon recht kluge Sachen zu dem Thema gesagt, unbedingt auch da weiter lesen! Schön finde ich seinen Kommentar zum Thema "Kinderpornographie als Einstiegsdroge":

Ihr hartes Vorgehen begründet von der Leyen mit der Behauptung, Pornos seien eine "Einstiegsdroge". Wenn dem so ist, müsste mit der Verbreitung des Internet die Zahl der Kindesmissbräuche gestiegen sein. Oder? Nur: Seit 1997 ist diese Zahl laut Bundeskriminalstatistik gesunken, so rund um ein Fünftel.

Anderes Thema, aber auch mit Kinderpronographie: Bei den Teenagern in den USA ist es angeblich gerade ein Massenphänomen, Nacktbilder von sich per SMS (wohl eher MMS) zu verschicken. Strange, aber nicht ansatzweise so seltsam, wie die Idee, diese Teenager wegen Verbreitung von Kinderpornographie zu bestrafen und sie in die Sexualstraftäter-Kartei, die in einigen Bundesstaaten der USA öffentlich zugänglich ist, einzutragen. Hallo? Gehts noch? Mit der gleichen Logik kann man Teenager auch als Sexualstraftäter (Kindesmissbrauch) verzeichnen, wenn sie nur masturbieren. Da wird ein Gesetz zum Schutze Minderjähriger für das genaue Gegenteil verwandt, schlimmer noch, werden Menschen für das Ausleben ihrer erwachenden Sexualität mit sich selbst und Gleichaltrigen bestraft. Aber in den USA hat sowas ja Tradition, man denke nur an Verbote beispielsweise von Analverkehr. In Deutschland hat sowas mal entartet geheißen, aber das ist glücklicherweise vorbei. Bevor wir uns falsch verstehen: Ich halte es für eine ganz beschissene Idee, wenn Teenager Nacktbilder von sich in Umlauf bringen und ich begrüße es, wenn versucht wird, sie davon abzuhalten. Aber warum zur Hölle bestraft man sie, auch noch derart heftig, statt sie darüber aufzuklären, dass solche Bilder nicht mehr verschwinden werden, sind sie erst einmal in Umlauf gelangt?

P.S. Sehr böse Idee: Als Teenager Nacktfotos von sich machen und an unliebsame Lehrer schicken. Was sollen die dann machen? Offensichtlich haben die sie Nacktfotos minderjähriger Schüler(innen) auf dem Handy/Computer und sind damit im Zweifel in Teufelsküche. Wer glaubt schon einem Lehrer, dass ihm diese Bilder unverlangt zugesendet wurden; selbst wenn er den Mut aufbringt, damit sofort zu einem Vorgesetzten oder zur Polizei zu gehen. Ihr wisst, was ich meine. Huiuiui, das ist ja noch gemeiner, als seinen Nachbarn eine Hausdurchsuchung mit vollem Programm wegen Kinderpornographie durch üble Nachrede zu verschaffen.

P.P.S. Zu meinem Beitrag über den Hausdurchsuchungwahn gibt es ein spannendes Update.

Nachtrag: Laut heise.de formiert sich breiter Widerstand aus verschiedenen Lagern.


Anzeige für eine Anzeige schalten?

13 01 2009

Gerade stolpere ich bei golem.de über eine ungebrandete Anzeige für ein Single-Portal. Das hat natürlich mein wissenschaftliches Interesse geweckt. Beim Klick darauf kommt man auf eine weitere ungebrandete Seite ohne weitere Informationen mit einem großen "hier registrieren" Button, der mit einem nicht aussagekräftigen Link verbunden ist. Ein Klick darauf bringt einem dann letztlich zu einem großen deutschen Singleportal. Was ist hier passiert? Wer macht sowas und warum? Ich habe nur eine Erklärung dafür: Die Google-Anzeige kostet offenbar weniger, als man für den Klick zum Registrierungsformular des SIngleportals bekommt. Man schaltet also Werbung, um dort noch mehr Werbeeinnahmen zu generieren. Paradox, aber durchaus möglich. Die Frage ist durchaus, ob das von der Singlebörse gewollt ist oder ob die Partnerbedingungen dies verbieten…


Energieverschwender Raumlüftung

09 01 2009

In unserer neuen Wohnung haben wir eine sogenannte Kölner Lüftung, das bedeutet, dass sich in jedem so belüfteten Raum eine Zuluftöffnung in Bodennähe und eine Abluftöffnung in Deckennähe befinden. Diese werden pro Wohnung mit einem eigenen Lüftungsschacht bedient, dessen Lufteinlass sich (wahrscheinlich) im Keller befindet und dessen Abluftöffnung auf dem Dach mündet. Im Sommer ist das eine Feine Sache, weil der satte Durchzug Gerüche aus Küche, Bad und Toilette ratz fatz rausgezogen hat und dank getrennter Schächte für alle Wohnungen weiß man auch nur durch das Spülgeräusch, dass der Nachbar von unten sein Geschäft verrichtet hat. In der Heizperiode, ganz besonders wenn es wie jetzt eisekalt ist, erweist sich diese Belüftungsform allerdings als krasser Energieverschwender: Unsere Toilette (ohne Heizung) erreicht bald Minusgrade und in der Küche bullert ein Heizkörper am Fenster machtlos gegen die Eiswinde der Lüftung an der Spüle an. Wenn man an der Spüle steht, weht einem tatsächlich kalter Zug um die Beine.

Heute hatten wir die Schnauze voll und haben die Zuluftöffnungen kurzerhand mit Tape abgeklebt, denn die Absperrmechanismen sind verklemmt bzw. nicht vorhanden, wären aber sowieso nicht allzu dicht. Ich bin gespannt, ob das etwas bringt. Vielleicht mal ohne Erfrierungen aufs Klo, der Lufteinlass bläst einem die kalte Luft nämlich genau von hinten an den nackten Po; oder mit normaler Hauskleidung länger in der (Wohn-)Küche aufhalten, das wär mal was. Vielleicht bekommt meine neue elektronische Heizungsregelung dann auch mal was zu tun, momentan hält sie das Ventil in der Küche immer voll geöffnet.

Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir die Sinnlosigkeit von Wärmedämmung der Außenwände ins Auge, wenn die Kälte von innen kommt. Wer also Heizkosten sparen möchte, sollte zu allererst mal seine Feuchtraumbelüftung begutachten und auch sonst mal mit einer Kerze prüfen, wo sich Zugluft bewegt. Ich habe mal eine Weile in einer Wohnung gewohnt, deren Fenster so undicht waren, dass man die dadurch entstehende kalte Zugluft an den Beinen spüren konnte. Da haben wir uns auch doof geheizt.

Lustige Anekdote am Rande: Neulich haben wir an zwei Abenden mit Wochenabstand mit Gästen geraucht. Am Morgen nach dem zweiten Abend sprach und die Nachbarin aus dem fünften Stock an, ob wir das auch gerochen hätten: Wie Stinkbomben hätte es aus der Lüftung gestunken, auch im dritten Stock und letzte Woche schon mal. Auf Nachfrage, wie denn Stinkbomben riechen, legte sie ein verschämtes wie Scheiße nach. Ich dachte schon, die krasse Lüftung hätte den Rauch durch die angelehnte Wohnzimmertür (andere Story) und durch alle Stockwerke gezogen. Aber zum einen riecht der definitiv nicht nach Scheiße, was die Dame als Gelegenheitsraucherin wissen müsste und zweitens ging ich bis dato davon aus, dass jede Wohnung ihren eigenen Lüftungsschacht hat. Trotzdem war ich verunsichert ob der zeitlichen Übereinstimmung. So häufig rauchen wir ja nicht. Ihr Mann beruhigte mich am Nachmittag dann sehr mit seiner Erklärung, dass gelegentlich ungünstige Winde die Lüftungsrichtung umkehren und Gerüche vom Dach in die Wohnung blasen würden. Puh, ich hatte echt gedacht, alle Leute über uns bekämen all unsere olfaktorischen Emissionen ab.


Die angezeigten Preise sind nur bei direktem Einstieg über diese Seite gültig.

09 01 2009

Ich bin ja intensiver Benutzer der Preissuchmaschine Geizhals.at, die auch hinter der Produktsuche auf heise.de steckt (wobei ich mich frage, warum man letztere nutzen sollte, sieht sie doch komisch aus und bietet weniger Funktionen). Ich benutze dabei die Bestpreis-Funktion eher zweitrangig, sondern schätze vor allem den Produktkatalog mit seinen feinen Filtermöglichkeiten, die Shopbewertungen und die Wunschzettel-Funktion, bei der man quasi einen Warenkorb anlegt und sich dann Läden nennen lassen kann, die alle diese Produkte führen. Dabei kann man sich unliebsame Läden ausfiltern lassen und kann sich so aus seinen Lieblingsläden diejenigen raussuchen lassen, die die gewünschte Produktauswahl vorrätig haben. Eine großartige Funktion, die sogar dann funktioniert, wenn man nicht angemeldet ist. Auch die Funktion, sich nur lieferbare Angebote inkl. Versandkosten per Vorkasse anzeigen zu lassen, ist sehr fein.

Die Händlerbewertungen sind zwar begrenzt verlässlich, aber wenn ein Händler trotz vierstelliger Bewertungszahlen eine Durchschnittsnote von 2,0 aufwärts hat, werde ich diesen Laden meiden. Auf jeden Fall aber meide ich diejenigen Läden, die den Vermerk Die angezeigten Preise sind nur bei direktem Einstieg über diese Seite gültig. tragen, sowas lässt meinen Seriositätsalarm aufschrillen. Wie kann man einem potenziellen Kunden deutlicher sagen, dass man kein verlässlicher Handelspartner ist, als mit einem solchen Vermerk? Einmal vor vielen Jahren bin ich auf so einen Laden reingefallen: Ich fahre extra nach Troisdorf, weil ich meinen damaligen neuen Monitor nicht bestellen wollte, sondern direkt kaufen. Ich will also den Monitor bezahlen, da kostet der plötzlich über 50 Euro mehr als im Webshop, den ich über die Preissuchmaschine auf der Suche nach einem physisch erreichbaren Laden besucht hatte. Die Erklärung dafür war, dass es zwei Webshops gäbe, die sich nur in einem Buchstaben der Subdomain und einem winzigen grauen Hinweis im Seitenfuß unterscheiden, und natürlich den Preisen. Der billigere gilt für Bestellungen, der andere als erweiterte Preisliste für das Ladengeschäft. Als Kompromiss haben wir uns auf einen Preis irgendwo in der Mitte geeinigt, der immer noch OK war. Die Verlängerung eines solchen fragwürdigen Verfahrens ist dann die Änderung der Preise je nach Herkunft des Besuchers. Als Kunde finde ich sowas sehr unseriös, als Marketing-Mensch kann ich das durchaus verstehen. Aber: Nicht alles, was man machen kann und was für einen von Vorteil ist, sollte man mit Blick auf die kommunikative Wirkung auch machen. Gut, dass der Geizhals einen davor warnt, dann weiß man sofort Bescheid.

Vielleicht finden sich mache Leute ja auch total smart, wenn sie ihr super Extraschnäppchen über Geizhals machen konnten. Der Witz ist aber, dass die betreffenden Angebote in den seltensten Fällen die günstigsten sind, im Gegenteil finden sie sich überraschend häufig irgendwo im Mittelfeld wieder. Die Schnäppchenjäger fischt man damit jedenfalls ganz sicher nicht ab.


Das neue Genion S ist ein Witz, oder?

09 01 2009

Gerade bekomme ich meine erste Rechnung nach der Umstellung des gesponsorten Genion XL Tarifs auf Genion S und mich trifft fast der Schlag! Ich bin nicht in meinen alten, schon nicht ganz billigen Genion S mit 19¢/min ohne Grundgebühr zurückgestuft worden, sondern in den zwischenzeitlich eingeführten neuen Genion S Tarif, bei dem plötzlich 25¢/min und 2,50€ Grundgebühr anfallen. Hallo? Was soll das denn? Wie kann man angesichts von 9¢/min-Prepaid-Tarifen einen sowieso schon teuren Tarif mal eben um weitere 31,5% anheben und auch noch völlig wider den Trend eine Grundgebühr einführen? Was fahren die für einen Film? Krank genug, dass der recht attraktive Genion L Aktionstarif mit "nur" sechs Monaten Mindestlaufzeit zu 15€/Monat nur für Neukunden gilt, alle anderen zahlen 20€/Monat und binden sich auch noch unzeitgemäße 24 Monate. In der Preisregion kann man sich ja langsam schon ein iPhone holen.

Also ich mag O2 wirklich gerne und ich würde wirklich gerne dabei bleiben, aber die Wahl zwischen einer recht teuren Flatrate mit satter Vertragslaufzeit auf der einen Seite und einem indiskutabel verteuerten Standardtarif (das sind fast drei mal so viel wie der aktuelle Marktpreis im Prepaid-Bereich und das zzgl. Grundgebühr!) auf der anderen Seite ist eine beschissene Auswahl. Hatte ich schon erwähnt, dass ich sogar für meine Mailbox 25¢/min bezahle?

Also liebe O2-Leute: Ich würde gerne Genion L ohne Handy nehmen, aber nur(!), wenn ich mich daran nicht zwei volle Jahre binden muss. Warum sollte ich mich überhaupt an einen Anbieter ketten, ohne, dass ich dafür einen für mich auch nur ansatzweise triftigen Grund sehe? Macht mal die Augen auf! Vertragszwang ist gegessen, wenn man von subventionierten Handys mal absieht, wo ein solcher auf der Hand liegt. Und bei diesem Genion S werde ich keinesfalls bleiben: Der Tarif ist eine Unverschämtheit, wie ich sie sonst nur Vodafone und Apple/T-Mobile zugetraut hätte. Ich bin sehr sehr sehr enttäuscht!

Also was passiert jetzt? Ich weiß es noch nicht, aber ich sehe mich morgen mal intensiv nach anderen Tarifen um. Mein Problem: Fonic bietet offenbar keine Rufnummernmitnahme an und auch deren Datentarif passt mir nicht. Beides hätte ich perfekt bei blau.de, aber ich mag das E-Plus Netz nicht (schlechteste Netzabdeckung und nicht mal T-Mobile-Roaming, teuer für meine Leute mit Genion L, vor allem aber kein HSDPA). Tchibo? 15¢/min und 24¢/MB im O2-Netz sind solala und außerdem will ich eigentlich wirklich nicht Tchibofonieren, allein das Wort schon. Und sonst? T-Mobile und Vodafone kommen eigentlich gar nicht in die Tüte. Mist. Vorschläge? Ich schlaf erst mal ne Nacht über den Ärger.

Nachtrag: Nach einer Intervention der Projektagentur (vom XDA-Projekt) habe ich jetzt doch noch den alten Genion S bekommen. Zwar entgegen meines ausdrücklichen Wunsches mit Online-Vorteil und damit kostenpflichtiger Hotline, aber immerhin… Dank des Projektes bin ich jetzt aber sowieso für ein Jahr O2 Premium Kunde mit kostenloser Premium Hotline, die mich allerdings bisher immer nach ein paar Minuten Wartezeit in die normale Hotline weitergeleitet hat. Damit muss ich dann doch nicht wechseln. Puh.


Neues aus dem Alice Wunderland

08 01 2009

Wie bereits erwähnt habe ich meinen Alice Fun Anschluss mit Telefonflat auf Alice Light ohne Telefonanschluss umgestellt. Die Gründe hatte ich schon genannt, also in aller Kürze: Miese und stark schwankende Sprachqualität, unfassbar träger Verbindungsaufbau, manche Anschlüsse (vorzugsweise NGN-Anschlüsse von Arcor) gar nicht erreichbar, Fax nicht möglich. Vor der Umstellung hatte ich für viel Geld (einige Euro dank der Warteschleife) die Alice-Kundenhotline angerufen und gefragt, ob so eine Umstellung ein neuer Anschluss ist (mit allen Risiken) oder ob einfach nur die Telefonie abgedreht wird. Die Antwort der freundlichen Dame war unmissverständlich: Der Anschluss wird so beibehalten, es wird nur die Telefonie abgeschaltet. Also habe ich den Tarif umgestellt und telefoniere seitdem mit Sipgate, was ganz formidabel für 1,79¢/min klappt. Also kann ich jeden Tag etwa zehn Minuten telefonieren, bis die monatlichen 5€ für die Alice-Flat aufgebraucht sind.

Gestern bekomme ich früh morgens eine SMS, dass mein Alice-DSL Paket nicht zugestellt werden konnte und ich im Kundencenter genaueres erfahren würde. Dort stand nichts, also habe ich die teure Kundenhotline angerufen und man erklärte mir sehr freundlich, dass mein Paket an meine alte Adresse gegangen wäre, entschuldigte sich und versprach das neue Modem bis voraussichtlich Freitag an meine neue Adresse zu schicken. Ich benutze zwar meine FritzBox, aber von mir aus stelle ich mir ein Notmodem in den Schrank, das ich im Störungsfall anschließe, bevor ich die Hotline belästige. Soweit so gut.

Heute morgen waren wir offline. Grr. Fuck. Ich wusste es. Was war passiert? Die Dame an der Hotline erklärte mir, dass eine solche Umstellung wie ein neuer Anschluss gehandhabt werde, die Umstellung könne bis 16:00 Uhr dauern, sei aber meistens vorher fertig. Auf meine Frage, ob ich die neuen Geräte bräuchte, die gestern an meine alte Adresse verschickt worden waren, bekam ich den entscheidenden Tipp: Nein, aber Sie haben neue Zugangsdaten Die konnte sie mir sogar direkt am Telefon nennen, immerhin. Das erklärt einiges, zack, war ich wieder online. Allein, warum weiß ich nichts davon? Offenbar sind auch die Briefe mit den neuen Zugangsdaten und allen anderen Informationen an meine alte Adresse gegangen. Irgendwer hat also bei meinem Umzugsauftrag gepennt und nicht alle Adresseinträge geändert. Vielen Dank. Tatsächlich kann ich im Kundencenter bei meinen Anschlussdaten einen Bereich mit weiteren Adressen ausklappen und dort stand als Rechnungsadresse und als Anschlussinhaberadresse meine alte Anschrift.

Immerhin ließ sich mein Anliegen mal wieder durch ein Gespräch mit der freundlichen Hotline einfach lösen, aber das ganze hätte nicht sein müssen, wenn man meine Adresse vollständig geändert hätte und die Gesprächspartnerin meines ersten Anrufs nicht behauptet hätte, es würde nur die Telefonie abgeschaltet werden (und man die Alice-Briefe mit der Post schicken würde, die einen Nachsendeauftrag von mir hat). Zwei kleine Schnitzer, wobei ich echt froh bin, dass sich das mal wieder so schnell und simpel lösen ließ. Man liest ja immer wieder von schlimmen Fällen der Fehlkommunikation zwischen DSL-Anbieter und Kunde. Die Telekom zum Beispiel schickt einem, wenn man aus irgendeinem Grund keine Zugangsdaten hat, diese per Brief, so dass man dann halt (auch als Businesskunde) ein bis zwei Tage offline ist – pech gehabt, da hilft auch kein Betteln und Schimpfen an der Hotline.

Die Alice-Warteschlangenmusik mit dem sich alle paar Sekunden wiederholenden "Wir verbinden Sie gleich mit einem unserer Mitarbeiter..." macht mich übrigens total kaputt, spätestens nach 5 Minuten mutiert sie zur Farce. Und fast zehn Minuten Warteschlange sind auch für eine kostenlose Störungshotline zu viel. Immerhin hat man meine Störung dort auch bearbeitet, obwohl ich streng genommen keine Telefonstörung habe, da ich ja gar keinen Telefonanschluss-Surrogat von Alice mehr habe. Überhaupt ist das eine von mir nicht bedachte Konsequenz meiner Umstellung auf Alice Light ohne Telefonanschluss, dass ich ja jetzt keine Telefonstörungen mehr habe und die kostenlose Störungshotline ausdrücklich nur für Telefonstörungen da ist. Aber ich wäre auch Amok gelaufen, wenn ich zur Klärung der von Alice verbockten Störung 69¢/min aus dem O2-Netz hätte bezahlen müssen. Ich werde also weiterhin diese Hotline anrufen, wenn ich eine Internetstörung habe. Mal schauen, ob die mir in Zukunft tatsächlich 69¢/min aus dem Mobilnetz abknöpfen wollen oder meine Internetstörungen auch weiterhin an der Telefonstörungshotline zur Kenntnis nehmen.

Überhaupt ist es ein absolutes Unding, einen für die dreist lange Warterei in einer Warteschlange auch noch finanziell zu ruinieren. Was soll das? Wieso muss man mehrere Euro investieren, um überhaupt erst jemanden an den Apparat zu bekommen? 1&1 macht das halbwegs gut, ist aber leider von vielen Anschlüssen aus nicht erreichbar: Die haben eine 0900er Nummer, die erst mal kostenlos ist. Erst wenn man in einen Bereich wechselt, der kostenpflichtig wäre (technischer Support abseits der Anschlüsse etwa), wird einem das mitgeteilt und von da an bezahlt man erst. Leider sind 0900er Nummern von vielen Anschlüssen aus (aus gutem Grund) gesperrt, Alice etwa sperrt diese Rufnummerngasse standardmäßig bei allen neuen Anschlüssen. Aber auch sonst ist es ein gefühlter finanzieller Bungee-Sprung eine 0900er Nummer anzurufen, auch wenn behauptet wird, das Gespräch koste erst mal nichts.

So oder so sehne ich mich zurück in die Zeit, als man bei Alice noch gänzlich kostenlos anrufen konnte. Da musste man zum Beispiel noch nicht dafür bezahlen, zu erfahren, ob und wann man die Alice Videothek benutzen kann. Die Kontanktseite im Kundencenter ist übrigens gut versteckt, gerade komme ich gar nicht dort hin: Ein Klick auf Kontakt bringt mich zu einer Seite mit kontextsensitiver Hilfe, die aber leer ist. Mit etwas Klickerei komme ich zu bebilderten Anleitungen, wie ich das Kundencenter bediene. Ein Kontaktformular finde ich hier nicht mehr. Wo ist das Kontaktformular hin? Wo meldet man Störungen online? Dank UMTS könnte ich das inzwischen sogar tun, wenn ich wüsste wo…

Ein Gutes hatte die Umstellung übrigens (vorerst): Ich habe plötzlich mehr Upload: 1.090kbit/s laut Speedtest von wieistmeineip.de. Wow, das ist deutlich mehr als die 800kbit/s, die ich vorher hatte. Waren die über 200kbit/s Differenz bisher für die Telefonie reserviert? Warum schreibt eigentlich kaum ein Anbieter die Upload-Geschwindigkeit in seine Werbung? Alle schreien einen an mit 16.000kbit/s oder 25 Megabit oder wieviel auch immer, nach dem Upload muss man hingegen mit der Lupe suchen. Dabei ist doch der Upload der eigentlich spannende Teil für viele Leute.


Lästig: Geplatze Flaschen auf dem Balkon

07 01 2009

Gestern Abend holte ich eine teilweise gefrorene Flasche Schwipp-Schwapp vom Balkon und dachte noch so bei mir: Vielleicht solltest Du mal die anderen Flaschen reinholen, bevor die platzen. Seit ich das nun eben machen wollte, weiß ich, dass auch PET-Flaschen platzen können… Der ganze Balkon in voll mit hellbraunen gefrorenen Spritzern, was für eine ekelhafte Sauerei. Hoffentlich bekomme ich den Balkon wieder sauber, wenn der Kram wieder geschmolzen ist.

Beim Reinholen der übrigen Flaschen fiel mir eine sehr seltsame Besonderheit auf: Innerhalb der zusammengeschweißten Sixpacks sind einige Flaschen komplett durchgefroren und bei anderen in der Inhalt vollständig flüssig geblieben. Woran mag das wohl liegen? Es sieht jedenfalls echt abgefahren aus:

Teilweise gefrorene Flaschen

Feuerwerks-Enttäuschung

03 01 2009

So, nach dem ganzen Weihnachts- und Zwischendentagen-Stress waren wir zu Sylvester beim Alex in Ihlow. Feine Feier, viel Alkohol, wenig Feuerwerk. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich mal nicht das Feuerweks-Batterie-Sortiment von Aldi aufgekauft und genossen, sondern nur eine einzige Batterie von Comet (bei Kaisers): Die 30 Euro Gigantus-Batterie, sehr vielversprechend, 500g Explosivmasse, riesig groß. Also um Zwölf raus und eine Partygesellschaft voller Vorfreude im Rücken das Dingen angefeuert. Was soll ich sagen? So eine armselige Batterie habe ich lange nicht gesehen. Jede durchschnittliche 7 Euro Batterie ist um Längen besser und spektakulärer. Wenn der Alex mir das Video schickt, stell ich das hier mal rein. Darauf wird man eine langwierige Fontäne sehen (Kinderkacke) und eine Hand voll unspektakulärer Schüsse. Wirklich kein Vergleich mit den Aldi-Batterien. Fuck. Dafür war die Party rauschend, die Ferienwohnung war prima und der Trip insgesamt sehr lohnend.

Vorschau für Video 20081231-mieses-feuerwerk.mp4