Wordpress macht jQuery-Code in Posts kaputt

29 04 2010

Heute musste ich in einem Wordpress-Eintrag ein kleines jQuery Script einbauen, wofür ich erst mal ein DIV an den BODY anhängen musste. Im Grunde macht man sowas in jQuery mit folgendem Code:

<script>
  jQuery('<div id="soundso" class="undsoso"></div>').appendTo('body');
</script>

Leider fährt einem Wordpress hier an die Karre, wenn man das in den Post-Editor einfügt (davon abgesehen, dass sowieso alles kaputt ist, wenn man den WYSIWTFWYSIWYG-Editor benutzt). Die Automatik, die Ps um die Absätze macht, grätscht hier rein und fummelt da irgendwie noch ein p mit rein, wo es einem einen JavaScript-Fehler einbringt. Eine andere Weise, dieses DIV zu erzeugen, scheiterte an anderen Randbedingungen oder wäre sehr unelegant gewesen, deswegen musste ich das irgendwie hinbekommen. Da Wordpress normalen JavaScript-Code in Frieden lässt, habe ich letztlich auf die Standard-JavaScript-Methode zurückgegriffen, wie man DOM-Elemente erzeugt. Das sieht dann so aus:

<script>
  var d = document.createElement('div');
  d.id = 'soundso';
  d.className = 'undsoso';
  document.body.appendChild(d);
</script>

Wenn man es so macht, lässt Wordpress den Code passieren, ohne daran wohlmeinend herumzufummeln. Eine andere Möglichkeit ist das PlugIn Text Control, das auf Pro-Post-Basis die Textformatierungen abschalten kann. Das Plugin scheint auf den ersten Blick trotz des Alters (es ist von 2005) mit einem aktuellen Wordpress zu funktionieren, aber leider bietet es seine Dienste nur für Posts an und nicht für statische Seiten.

Nachtrag 06.05.2010: Man kann auch einfach radikal wie wpautop-Funktion deaktivieren, etwa mit diesem PlugIn. Das automatische rein pfriemeln von Absätzen ist nett gemeint, aber es schadet in der Praxis mehr, als es nützt; zumindest in meiner Praxis.


Das 1&1 SmartDrive ist eher enttäuschend

10 04 2010

Ich bin jetzt bald sechs Monate 1&1-Kunde und wollte die famosen 1000GB Onlinespeicher immer mal ausprobieren. 1TB Onlinespeicher klingt erst mal attraktiv und war sicher auch mitverantwortlich für meine Entscheidung für VDSL von 1&1, obwohl ich von Anfang an skeptisch war: Wie sich das wohl in der Praxis ausnimmt? Um es vorweg zu nehmen: Es ist weitgehend unbrauchbar für den von mir anvisierten Zweck. Hier ein paar Gründe, die mir sofort aufgefallen sind:

  • Die maximale Dateigröße beträgt 512 MB. Eigentlich könnte ich jetzt mit dem Schreiben aufhören, denn diese Limitierung disqualifiziert das 1&1 SmartDrive für fast alle Datensicherungszwecke. Schlimmer noch: Über den 1&1 Upload-Manager, der einen Windows-Laufwerksbuchstaben mit dem Onlinespeicher verbindet, bekommt man keine Warnmeldung, wenn man größere Dateien hochladen möchte. Erst, wenn alles hochgeladen ist, bricht der Upload mit einer wenig sagenden Fehlermeldung ab.
  • Der Upload ist auf ca. 0,3MB/s limitiert, das macht den Zugang eher träge. Den Speicher vollzumachen dauert bei dieser Uploadrate über einen ganzen Monat. Mein VDSL-Anschluss würde locker mehr als 1MB/s hergeben, es fragt sich also, wieso die Uploadrate derart limitiert ist. Vielleicht liegt es an meiner Fritz!Box, wer weiß, aber die stammt immerhin auch von 1&1.
  • Neue Ordner dürfen im Webinterface nur mit maximal 30 Zeichen Länge angelegt werden, über den Upload-Manager werden aber auch längere Ordnernamen angenommen. Solche Inkonsistenzen erschüttern mein Vertrauen in das System zutiefst: Wo lauern weitere überraschende Limitierungen? Werden meine Daten zuverlässig gespeichert oder scheitert es an Späßen wie Umlauten im Dateinamen oder maximalen Ordnertiefen?
  • WebDAV ist als Netzwerk-Dateisystem nur mäßig geeignet, scheint aber neben dem Webinterface der einzige Zugang zum Onlinespeicher zu sein. WebDAV kann meines Wissens nach beispielsweise keine Änderungen in Dateien übertragen, so dass veränderte Dateien stets komplett neu hochgeladen werden müssen. In diesem Lichte erscheinen die 512MB Maximalgröße pro Datei noch recht groß.

Mit all diesen Limitierungen – und ich vermute noch mehr davon – stellt sich mir die Frage nach möglichen Einsatzszenarien. Backup fällt schon mal weg. 512MB maximale Dateigröße ist hierfür einfach zu klein, da passt schon ein CD-Image nicht rein. Hinzu kommt die Frage der Privatheit der Daten: Man muss 1&1 vertrauen, dass die Daten vor Zugriffen geschützt sind. Das gilt generell bei Cloud-Computing, aber bei anderen Diensten lassen sich verschlüsselte Containerdateien ablegen, bei denen man sich selbst um die Verschlüsselung kümmert. Legt man aber auf dem Netzlaufwerk des Upload-Managers eine solche Datei ab und bindet sie ein, sorgt jede kleine Änderung dafür, dass die Datei spätestens beim Herunterfahren des Rechners (das Programm speichert Änderungen zwischen) komplett neu hochgeladen werden muss. Das ist schlicht unpraktikabel, so dass die Dateigrößenlimitierung dann auch egal ist.

Und sonst? Man kann ein paar Tage darauf verwenden, seine MP3-Sammlung hochzuladen und diese seinen Bekannten freigeben. Das ist OK. Wenn man eine ausreichend große Festplatte an die Fritz!Box hängt, übernimmt diese den Upload und cached die Dateien solange auf der Platte zwischen; cool an sich, hebt aber die Einschränkungen nicht wirklich auf. Und 1000GB sind reine Augenwischerei angesichts der Einschränkungen. Bei Amazon kostet übrigens jedes GB pro Monat 15US¢, 1TB würde also 150US$ pro Monat kosten und Amazon ist nicht als wirklich teuer bekannt. 1&1 rechnet also scheinbar nicht damit, dass auch nur ein geringer Teil der Kunden den Onlinespeicher auch nur ansatzweise ausreizt.

Sehr enttäuschend das Ganze, ab in die Tonne damit.


Düsseldorf hat sein Feigenblatt verloren

10 04 2010

Das Feigenblatt ist eins der besseren Dessousfachgeschäfte in Düsseldorf, mithin das beste mit bekannte der Stadt. Ende Januar haben wir dort 60€ angezahlt und einige interessante Stücke aus der Sommerkollektion von Freya Lingerie zur Anprobe bestellt. Ein faires Angebot: Man sucht sich aus dem Katalog einige Modelle aus, die dann in der passenden Größe bestellt werden, wenn nichts davon gefällt oder passt, kann man die Anzahlung auch in beliebige andere Produkte fließen lassen. Da wir nichts vom Feigenblatt gehört haben, die Telefonnummer nicht funktioniert und die Website nurmehr Coming Soon vermeldet, sind wir heute schnell mal dort hin geradelt. Surprise, surprise: Der Laden ist weg. Leergeräumt, Papier in den Schaufenstern und sogar die Leuchtbuchstaben abmontiert. Bemerkenswert, dass das Haus überhaupt noch steht, so weg, wie der Laden ist. Sang und klanglos geschlossen, nicht mal ein Zettel in der Tür, was denn nun los ist. Dabei waren wir vor ein paar Wochen noch da und man vertröstete uns auf Anfang April.

Na sowas, ist das Feigenblatt insolvent? Umgezogen? Ein Umbau? Ein offenes Insolvenzverfahren konnte ich in nicht finden, was durchaus auch an meiner Unkenntnis der Materie liegen mag; vielleicht ist das Verfahren auch noch nicht eröffnet, aber der Laden schon geschlossen. An einen Umzug oder Umbau mag ich nicht glauben, in so einem Fall keinerlei Nachricht zu hinterlassen und Website und Telefon gleich mit abzuschalten, wäre dann doch etwas unkonventionell. Also wohl doch insolvent, na prima, das wäre dann meine erste Forderung an einen Insolvenzverwalter. Wenig erfreulich. Im Grunde sind mir die 60€ auch egal angesichts der Unschönheit einer Insolvenz für Mitarbeiter und Inhaber.

Worüber ich mich aber ärgere, ist die Nichtkommunikation. Hat man uns angerufen oder sonstwie mitgeteilt, dass es ein Problem gibt? Wieso müssen wir erst dorthin fahren, um zu sehen, was los ist? Wobei wir ja nicht mal wissen was los ist. Als wir kürzlich noch da waren, müssen die Probleme doch bekannt gewesen sein; hat man uns also im vollen Wissen über die Problematik vertröstet? Und wieso steht auf der Website Coming Soon, wenn am Laden sogar die Leuchtbuchstaben weg sind?

Wie auch immer, schade um den Laden. Wäsche abseits der Standardgrößen ist nämlich echt super schwer zu bekommen, selbst wenn man in Kauf nimmt, wirklich viel Geld in die Hand zu nehmen (sonst hat man im Grunde gar keine Chance auf schöne und gut sitzende Wäsche). Wenn ein Laden in solchen Sondergrößen mal zehn Modelle zur Wahl hat, ist das schon ein Grund zu jubeln. Wenn nicht neun von zehn Modellen nur mäßig bequem und/oder hübsch wären und/oder die Rücksendung nicht so lästig wäre, könnte man ja für unfassbar viel weniger Geld in England bestellen. Ja, wenn…

Nachtrag 26.07.2010: Inzwischen ist in dem Ladenlokal ein anderes Bekleidungsgeschäft und die Website ist immer noch offline. Sieht so aus, als wäre coming soon sehr weitschweifend ausgelegt. Ein Insolvenzverfahren konnte ich unter dem Begriff Feigenblatt beim Registergericht Düsseldorf noch immer nicht finden.

Nachtrag 11.04.2011: Ha, da habe ich noch darüber gewitzelt, dass es mich wundert, dass das Haus überhaupt noch steht. Was sehe ich also, als ich gestern daran vorbeifahre? Eine Baulücke, wo vorher das Haus mit dem Feigenblatt stand. Kein Scherz ist zu blöd, als dass er nicht Realität werden könnte.