T-Home Tarife und die "einfache Umstellung"

01 09 2007

In letzter Zeit häufen sich in meinem Bekanntenkreis die Umsteiger von irgendwelchen DSL-Tarifen auf die aktuellen und recht attraktiven Call&Surf Komplettpakete von T-Home/T-Com/Telekom; sicherlich nicht zuletzt, weil ich sie das ein oder andere mal empfohlen habe. Bemerkenswert daran ist aber, dass von der beworbenen Problemlosigkeit in keinem Fall etwas zu sehen war. Kurz ein paar Fälle zusammen gefasst:

Einer kämpft bis heute mit der Vielzahl an Zugangsdaten, die teilweise noch aus fünf Jahre alten Verträgen mit T-Online stammen. Momentan kann er sich bei "Mein T-Home" gar nicht mehr einloggen, nachdem er sich sein Passwort hat zuschicken lassen. Immerhin funktioniert die Einwahl. Die Hotline kann ihm nicht helfen. Nachtrag: Irgendwann stellte sich heraus, dass das selbst gewählte Passwort mit 20 Zeichen zu lang war und beim speichern einfach ohne Rückmeldung auf 12 Zeichen (oder etwas in der Größenordnung) gekürzt worden war.

Ein anderer hatte eine schnelle und funktionierende Umstellung (Business-Kunde), scheiterte aber anfangs daran, dass er keine Zugangsdaten geschickt bekommen hatte. Ein Anruf klärte die Lage: Vor etwa fünf Jahren hatten wir auf Empfehlung der Hotline den T-Online-Tarif nicht gekündigt, sondern auf einen grundgebührfreien by-call-Tarif umgestellt. Nun galten diese längst vergessenen Zugangsdaten also immer noch für den jetzt neu gebuchten Tarif. Am Telefon konnte man uns die Zugangsdaten nicht kurzfristig nennen, so dass wir zwei Tage auf den passenden Brief warten mussten. Dumm. Glück für uns, dass T-Home nicht automatisch den Congstar-Tarif gekündigt hatte, der noch so lange weiter genutzt werden konnte.

Ein dritter Fall ist ganz ähnlich: Die Dame hatte telefonisch bei T-Home bestellt und bei der Gelegenheit mehrmals gefragt, ob noch irgendetwas für die Umstellung zu tun wäre. Angeblich wäre nichts zu tun, sie müsse nur den Congstar-Tarif selber kündigen. Heute war sie nun offline und rief mich an. Nach einigem hin und her kamen wir darauf, dass sie vor zwei Monaten bereits ihren Tarif umgestellt hat und Congstar erst heute die Zugangsdaten abgeschaltet hat. So viel zur versprochenen simplen Umstellung ohne Eingreifen des Kunden. Es mussten also die T-Home Zugangsdaten in den Router, was die Dame alleine nicht hätte erledigen können, schon gar nicht ohne jegliche Anleitung oder Hinweis seitens von T-Home.

Gleich zwei Fälle sind mir bekannt, wo der Auftrag für Call&Surf bereitwillig entgegen genommen wurde, ohne Prüfung, ob der DSL-Port frei ist und ohne den Hinweis, dass der Port natürlich vom bisherigen Provider freigegeben werden muss. Da dort natürlich eine Vertragsbindung besteht, bezahlen die Kunden also im ungünstigsten Fall fast 24 Monate doppelt, in der Regel aber zwischen einem und zwölf Monaten. Beides mal ein böses Erwachen. Wenigstens die Nachfrage nach oder einen Hinweis auf eine eventuelle Vertragsbindung bei einem anderen Provider erwarte ich in solchen Fällen von T-Home. In meinen Augen ein absolut ätzendes Verhalten, einfach Verträge entgegen zu nehmen und dabei eine so wichtige Einschränkung zu verschweigen.

Alles in allem halte ich es für mehr als fraglich, wenn T-Home die Umstellung als "ganz einfach" verkauft, aber in keinem mir bekannten Fall ohne Probleme "ganz einfach" hin bekommt. Wo ist der Kündigungsservice, den andere Provider ganz selbstverständlich anbieten? Was ist mit einem Hinweis, das ein eventueller Vertrag mit einem anderen Provider erst gekündigt werden muss? Andere Provider weisen als allererstes auf sowas hin.

Trotzdem sind die aktuellen Tarife sehr attraktiv, da die Telefonflatrate tatsächlich für einen echten Telefonanschluss gilt und nicht für einen kastrierten NGN-Anschluss, wie bei Alice und vermehrt auch anderen Anbietern. Ich erinnere gerne daran, dass ich bei Alice nicht faxen kann und jedes mal exakt 13 Sekunden vor einem stummen Telefon warte (nach dem Wählen), wenn ich meinen Bruder anrufe (OK, etwa 5 davon gegen aufs Konto der Mobilfunkverbindung). Und was ist, wenn das DSL ausfällt? Bei uns kommt das wegen sehr schlechter Leitungen und regelmäßiger Aufschaltung von Neukunden auf einem benachbarten Leitungspaar (so sind beide Leitungen nicht störungsfrei nutzbar) gar nicht so selten vor. Andererseits gilt die Telefonflatrate von T-Home nur für Festnetzanschlüsse der Telekom, ist also gar keine echte Flatrate: In andere Netze zahlt man einen geringen Aufpreis.

Gleich schreibe ich mal einen kleinen Leitfaden zur Umstellung auf Call&Surf.



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