Piratenpartei - eine Alternative?
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 11:2721 09 2007
Erst einmal sorry für die blöde Überschrift, aber ich muss auch an Google denken.
Durch ein sehr interessantes Interview mit Jens Seipenbusch, dem Bundesvorsitzenden der Piratenpartei, beim elektrischen Reporter bin ich auf eben diese Partei noch einmal aufmerksam geworden.
Warum? Schaut Euch das Interview einmal an und lest zur Vertiefung das Grundsatzprogramm der Piratenpartei (übersichtliche 8 Seiten). Zitat aus der Präambel:
Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.
Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.
Es geht um die Frage nach Urheberrechten, Datenschutz i.w.S., Patentwesen, Open-Access in der Wissenschaft, staatliche Transparenz und ein paar damit verbundene Schauplätze. Alle diese Themen liegen mir besonders am Herzen und ich gehe in beinahe allen Punkten mit den Inhalten der Piratenpartei konform. Außer…
Ja, der Name ist scheiße. Scheiße in dem Sinne, dass man mit dem Namen Schwierigkeiten hat, ernst genommen zu werden. So gut und sinnvoll die Forderungen und Grundsätze auch sind, mit dem Namen kann ich mich nicht identifizieren. Ein lustiger und plakativer Name ist an sich immer gut, aber die Themen sind mir zu wichtig, als dass ich dabei Spaß verstehen würde.
Trotz des Namens bin ich der Überzeugung, dass diese Partei wenigstens einen Blick wert ist. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, Mitglied zu werden. Genau so wie ich mit dem Gedanken spiele, auf die morgige Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung zu gehen (ich bin grade zufällig in Berlin). Ich in einer Partei? Ich auf einer Demo? Was geht denn hier? Wer mich kennt, weiß eigentlich um meine tiefe Abneigung gegen Demonstrationen aller Art und im Umfeld von Parteien und Politik hat man mich bisher auch nicht gesehen. Wenn ihr aber mal unten auf das Tag "Stasi 2.0" klickt dürfte klar werden, dass mir diese Themen am Herzen liegen und warum nicht mal politisch aktiv werden?
Apropos politisch aktiv. Da muss ich mal wieder total kotzen. Irgendwann war ich mal mit ein paar Leuten einer Kommunisten-Sekte essen und wurde prompt gefragt, ob ich auch "aktiv" wäre. Aktiv meint hier nicht etwa liberal gedachte politisch aktiv in irgendeiner Richtung, sondern ausschließlich kommunistisch. Ganz entschieden: NEIN, im Gegenteil! Wobei es schon schlimm genug ist, dass wie in der aktuellen Frage weitgehend einer Meinung sind.
Kategorien : Zeitgeist
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