Auf gar keinen Fall CSU wählen, egal was kommt

05 09 2008

Die Art und Weise, wie verbittert sich prominente CSU-Politiker populistischst in die Kern- und Randprobleme unserer Zeit verbeißen, ist wirklich nur noch abstoßend, ja ekelhaft gar. Super Beispiel: Killerspiele. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann versteift sich derart blind in das Thema, dass er sogar den Joker Kinderpornographie spielt. Mir ist dabei völlig schleierhaft, wie man Killerspiele und Kinderpornographie in einen Atemzug bekommen kann, nicht zu vergessen auch die direkt nachgeschobene Nazikarte. Ist der Mann einfach nur ignorant gegenüber den zahlreichen anderslautenden Forschungsergebnissen, ist er gar zu blöd für diese Welt und glaubt deswegen noch an seine Aussagen oder meint er, damit ein paar Wähler um sich scharen zu können und dafür ist ihm jedes Mittel recht?

Wie sollte man nun auf solche Verbitterung reagieren? Für mich disqualifiziert sich eine Partei voll und ganz, wo solche populistischen Dummheiten Programm sind – und zwar vollständig unabhängig von dem, was sonst so gesagt wird. Die PC-Games startet aus diesem Grund auch die Kampagne "Ich wähle keine Spielekiller" zur kommenden Bayern-Wahl. Gegen fragwürdige Regierungsentscheidungen muss sich offener Widerstand zeigen, nicht nur, aber letztlich eben auch an der Wahlurne. Der Deutsche Kulturrat nennt die Killerspiel-Äußerungen "bayerischer Running Gag" und in den Kommentaren bei Golem zur PC-Games Aktion findet sich der arg polemische, aber sehr passende Threadtitel "Killerspiele fördern gleichgeschlechtliche Liebe!!!". Ja, so sieht das aus.

Neben dieser unfassbar am Zeitgeist vorbeigehenden Killerspiel-Generationenkonflikt-Sache muss ich aber auch auf die anderen bahnbrechenden Errungenschaften der CSU/CDU-Politik hinweisen: Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, Widerstand gegen die Homo-Ehe. Und um auch mal einen weitgehend aus der Luft gegriffenen Nazi-Vergleich zu bringen: Wer jetzt CDU/CSU wählt, macht sich die Finger genau so schmutzig, wie die Leute, die damals (meist ohne es zu realisieren) die NSDAP gewählt haben. Nachher rausreden wird da schwer.

Fazit: Benutzt den Wahl-o-maten, schließt die CSU aus, auch wenn der Wahl-o-mat diese als Ergebnis anzeigen sollte (hoffentlich nicht) und geht vor allem alle zur Wahl!

P.S. Kleiner Tipp an die vereinigten Populisten aller Länder: Aus dem Fenster lehnen sollte man sich nur bei Themen, über die man fundiert was zu sagen hat. Keineswegs fundiert ist es, etwas bei anderen zu verurteilen, was man selbst nicht erlebt hat und woran man nicht im geringsten beteiligt ist.

Nachtrag 29.09.2008: Hihi.



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