Urlaubsnotizen
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 01:4316 10 2008
Ich bin zurück aus dem Urlaub. Ein guter Freund antwortete neulich auf die obligatorische na, wie war der Urlaub?
Frage mit einem simplen aber kraftvollen Satz: Alltag anderswo
. Dazu sollte erwähnt werden, dass der Typ tatsächlich auch außerhalb von Urlaubszeiten nichts produktives – im Sinne von Geld einbringen – macht. Mir ist es anders ergangen, also das krasse Gegenteil von Alltag. Um den Rahmen nicht zu sprengen habe ich mich kurz gefasst (lol), musste aber trotzdem einen erweiterten Eintrag schreiben, weiter geht es also mit meinen ausgewählten Teneriffa-Notizen nach dem Klick.
Richtigstellung: Ich habe das kraftvolle Alltag anderswo
Zitat etwas ungenau dargestellt. Besagter guter Freund hatte tatsächlich einen eher alltäglichen Urlaub hinter sich und moniert jetzt meine aus dem Zusammenhang gerissene Zitierung: Wäre er auf Teneriffa gewesen, wär das nicht alltäglich gewesen. Wie schlimm wäre das auch, wenn ein Urlaub auf Teneriffa einem alltäglich vorkäme. Wie zynisch und abgefuckt wäre man und woran hätte man noch Freude?
Flug
Der Hinflug mit Iberia war eine Zumutung. Die Bestuhlung im recht alten Airbus A-320 war derart eng, dass einem die älteren Niederflurstraßenbahnen in Düsseldorf (die vor den Silberpfeilen) geradezu großzügig vorkommen. Sind die Spanier alle Zwerge? Haben die alle kurze Beine? Ich bin ja wirklich nicht übermäßig groß geraten, aber in diesem Flieger konnte ich nur zwischen verschiedenen Druckpunkten an den Knien wählen. Hätte die Frau vor mir ihren Recaro-Ledersitz auch noch zurückgelehnt, hätte sie mir sicher beide Beine gebrochen. Immerhin hatte ich auf dem Anschlussflug am Madrid den Sitz am Notausgang, so dass ich meine Beine ganz ausstrecken konnte. Gut das. Im ersten Flieger gab es übrigens nur zwei Notfenster, hier immerhin vier Notausgänge, das war aber auch der einzige Unterschied des A-321 zum A-320. Merke: Enger als bei Iberia kann man sicher nicht fliegen. Und Getränke muss man an Bord auch für unfassbares Geld erwerben, nicht mal ein Glas Wasser bekommt man hier während der drei Stunden Flug. Ist das bei Linienflügen von drei Stunden so üblich? Der Rückflug fand in den gleichen Fliegern statt, nur dass wir in Düsseldorf um 22:00 Uhr unwürdig auf dem Rollfeld geparkt haben und mit dem Bus zum Terminal gebracht wurden. Die Gates in Düsseldorf müssen nachts unbezahlbar sein, denn kaum eins war belegt.
Der Flughafen in Madrid (ja, da wo die Spanair-Maschine neulich abgestürzt ist, man sieht sogar den großen Brandfleck neben der Startbahn) ist wirklich groß. Das Haupt-Terminal für EU-Flüge ist gepflegte 1200m lang und wenn man zur Startbahn rollt, hat man das Gefühl, zu seinem Ziel zu rollen.
Auf Teneriffa gibt es eine Stunde Zeitverschiebung. Irgendwie wurde uns das erst am Flughafen klar, als wir bemerkten, dass unser Flieger nicht grundlos 50 Minuten zu spät war, sondern 10 Minuten zu früh. Das erklärte dann auch, warum der Rückflug satte zwei Stunden länger dauern sollte als der Hinflug. manchmal sollte man sich vorher erkundigen oder einfach mal das Hirn einschalten.
Ich habe ja eigentlich keine Flugangst, aber der Landeanflug auf Teneriffa war wirklich beunruhigend. Wegen des Notausgangs hatte ich kein Fenster in der Nähe, aber in gefühlten zehn Metern Flughöhe sollte man aus der Mitte des Flugzeugs meiner Auffassung nach nicht abwechselnd nur schroffes Gestein und Himmel sehen. Überhaupt rumpelte und pumpelte der Flieger im Landeanflug beunruhigend viel. Bei meine bisherigen Flügen war das alles angenehmer, aber immerhin hat sich der Pilot für die unruhige Landung entschuldigt. Später habe ich geträumt, die Landebahn bestünde aus drei Teilen mit Meer dazwischen und man müsste immer noch mal kurz abheben. Quasi ein Geschicklichkeitsspiel für den Piloten.
Mietwagen
Genug vom Flug, weiter geht es mit der Insel. Die Sache mit dem Mietwagen hat prima geklappt: Am (schnuckig kleinen) Flughafen steht ein Typ mit Schild und erledigt alles entspannt in der Ankunftshalle. Nur doof, dass der Sack keine MasterCard angenommen hat, die ich bei der Buchung angegeben hatte, sondern nur Visa oder Bargeld. Zack, schon muss man wieder zum Geldautomaten und das Limit meiner Karte habe ich mir völlig umsonst erhöhen lassen. Naja, der Wagen ist OK und die Abwicklung entspannt, was will man mehr? Autos Colon ist also durchaus zu empfehlen.
Liebe Schlatze, ich werde nie mehr was dazu sagen, dass Du Deinen Corsa immer so unglaublich hoch drehen lässt. Jetzt weiß ich, dass man einen Corsa einfach bei mindestens 3000 U/min drehen lassen muss, um vorwärts zu kommen. Wenn man im zweiten Gang schon Schwierigkeiten hat, einen steilen Berg hoch zu kommen und auf der Autobahn der vierte Gang der angemessene ist, ist das schon was besonderes. Gut, Teneriffa ist bergig, keine Frage, aber wenn man im dritten Gang bei Vollgas nicht schneller als 50km/h fährt, weil et etwas bergauf geht, ist das krass. Klimaanlage ausschalten brachte auch nichts außer Schwüle im Auto.
Warum zur Hölle werden hier auf Teneriffa Fahrzeuge ohne Klimaanlage angeboten? Damit man mit einem niedrigen Basispreis werben kann? Sowas bescheuertes. Und gut, dass wir die 20 Euro in die Hand und den Wagen mit Klima genommen haben. Nicht nur über den Wolken in der prallen Afrikasonne geht man kaputt, auch die alternativ heiße Sonne oder wolkige Schwüle unter der eigentlich immer vorhandenen Wolkendecke in Puerto de la Cruz sind kein Spaß ohne Klimaanlage.
Der Ersteindruck von Teneriffa ist erschreckend. Ein karge und steinige Landschaft mit kaum vorhandener Vegetation erwartet einen am Flughafen und die ersten 50 Kilometer der Autopista del Sur bis Santa Cruz. Dort wird es schon schön grün, aber leider standen wir da erst mal ne knappe Stunde im Stau. Bergauf. Das sind die Momente, in denen man froh ist, die Kupplung eines Mietwagens zu ruinieren und nicht die des eigenen Wagens.
Adressangaben scheinen auf Teneriffa übrigens nicht üblich zu sein, so dass ich das Hotel nicht als Ziel in mein Navi eingeben konnte. Immerhin hat uns am Flughafen jemand eine Karte von Teneriffa in die Hand gedrückt (kostenlos), wo auch ein Stadtplan von Puerto drauf war. So konnten wir wenigstens die Kreuzung am Hotel als Ziel eingeben. Hier war übrigens der Moment, wo sich die Mehrausgabe für die Europakarten im TomTom gelohnt haben. Aber auch eigentlich alle anderen Prospekte für Sehenswürdigkeiten und Restaurants lassen eine Adresse vermissen. Was soll das?
Urlaubsort
Puerto de la Cruz ist wirklich nett. Die stets über der Stadt schwebende Wolkendecke ist alleine schon sehenswert, weil sie zum einen nicht für ständigen Regen sorgt, also auch nicht weiter stört, sondern angenehmen Schatten spendet. Zum anderen verdeckt sie fast immer den Blick auf die Gipfel der steil aufsteigenden Berge und den Teide. Das sieht wirklich abgefahren aus, besonders, wenn man mit dem Auto da durch fährt und dann von oben drauf guckt. Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein… Unten herrschen Palmen vor, ab eine Höhe von etwa 1000 Meter gibt es abrupt dichten Nadelwald und über den Wolken, so ab geschätzten 1500-2000 Metern hört der Wald auf und lässt eine Wüstenvegetation zurück. Da oben sieht es aus wie auf dem Mond. Man bewegt sich in einem Krater von ca. 50km Durchmesser und durchfährt eine abgefahrene trockene Lavalandschaft. Wirklich sehenswert. Der Teide steht mitten in diesem Krater und erhebt sich von der Talstation in 2200 Metern auf über 3700 Meter. An den Seiten sind überall erkaltete Lavaströme zu sehen. Beeindruckend. Leider hätte die Fahrt mit der Seilbahn in die Nähe des Gipfels 25 Euro gekostet und wir hätten geschätzt eine Stunde anstehen müssen. Da hatten wir keinen Bock drauf, also sind wir unten geblieben. Mondlandschaft von so weit oben sieht bestimmt immer noch aus wie Mondlandschaft, hoffen wir zumindest.
Keine kaum Touri-Abzocke
25 Euro für eine Seilbahnfahrt klingt nach Touri-Abzocke. Das gute an Teneriffa ist aber, dass das weit und breit die einzige Touri-Abzocke ist, die wir finden konnten. Taxifahren kostet angeblich fast nichts, die Restaurants sind bezahlbar und die Supermärkte sind nicht teurer als in Deutschland, ganz im Gegensatz zu Frankreich, Belgien oder gar der Schweiz. Ich bin wirklich Tag für Tag beeindruckt gewesen, dass man nirgends abgezockt wird: Parken für lau oder fast für lau überall (am Flughafen bezahlt man irgendwie Centbeträge für den Parkplatz, sonst habe ich nur beim Siam Park und dem Loro Paque fürs Parken bezahlen müssen). Kurtaxe? Gibts nicht, trotzdem ist alles sauber und überall sind Mülleimer. Sogar der Eintritt für den sehenswerten Botanischen Garten kostet nur schlappe 3 Euro. Das freut natürlich den Sparfuchs in mir.
Mieses Inselessen
Ich hatte ja erwähnt, dass das Essen bezahlbar ist. Leider ist das Essen durch die Bank der letzte Scheiß gewesen. Maximal mittelmäßig, das meiste ist sehr enttäuschend. Verdammt: Wenn MCs das beste Essen des Urlaubs bringt, läuft etwas gewaltig falsch. Aber schlimmer als das Essen war unser Cocktailversuch: Zuerst habe ich mich über den günstigen Preis meines Mojito noch gefreut, doch als das Ding vor mir stand, wich diese Freude einer herben süßen Enttäuschung. Wie kann man es schaffen, einen Mojito derart ekelhaft zu bauen? Unfassbar winzig, offenbar nicht-alkoholisch, nur zwei welke Minzblätter drin und massig weißer Kristallzucker am Boden, den man lecker durch den Strohhalm zieht. Das Ding war eine nachgesüßte Zitronenlimo, in der sich der Zucker nicht mehr löst und deren Pseudo-Minzblätter nicht mal einen Hauch Minzgeschmack eingebracht haben. Schnell ausgetrunken, wobei das feingestückelte Eis immerzu den Strohhalm verstopft hat. Aber immer noch besser als Karins Sangria, die konnte man nicht mal austrinken: Man stelle sich kalten Billigst-Glühwein vor, aus dem aller Alkohol verdampft ist und durch irgendetwas widerliches ersetzt worden ist. Gruselig. Keine Empfehlung für die Touri-Bar auf dem ansonsten hübschen Plaza del Charco (oder so). Bloß weg hier.
Pro Nacht eine bis zwei Mücken im Zimmer, Fuck
Dann die zweite Nacht: Zwei Mücken hier im Zimmer, die uns mindestens anderthalb Stunden Schlaf gekostet haben. Diese Drecksviecher. Eine saß auf dem Boden, die muss man erst mal finden. Die andere hat sich erst gar nicht hingesetzt: Wir haben sie erst erwischt, als wir uns bei Licht zehn Minuten still hingelegt und auf das fiese Mückengeräusch gewartet haben. Grr. Gut, dass das Zimmermädchen nicht irgenwann nerven kommt, sondern bis maximal 14:30 wartet. Mit dem Hotel haben wir es eh gut getroffen: Sauber, direkt an der Fußgängerzone gelegen, quasi mitten im Leben. Eine kleine Küche ist drin und die Atmosphäre ist unaufdringlich. Auf dem Dach gibt es eine Dachterrasse mit Swimmingpool mit Meerblick. Yeah, trotzdem nur ein mal benutzt. Mücken gabs aber jede Nacht zu jagen.
Dachterrassen
Aber apropos Dachterrasse. Puerto besteht scheinbar nur aus Dachterrassen, offenbar werden Gebäude hier nur genau so hoch gebaut, dass man von der Dachterrasse das Meer sehen kann. Da die Insel recht zügig ansteigt, ist das kein großes Problem, hat aber den lustigen Effekt, dass man vom Meer aus nur Dachterrassen und von den größeren Hotels auch Balkone sieht. Komischer Anblick, aber ich liebe Dachterrassen!
Über Sprachen und wo machen eigentlich Franzosen Urlaub machen
Wenn man hier so rumläuft, hört man neben Spanisch sehr viel Deutsch und nicht wenig englisch. In den meisten Läden und Hotels sprechen die Angestellten stets ein paar Worte Englisch und oft auch Deutsch. Das macht den Urlaub angenehm. An der Südküste, also in der Gegend um Playa de las Americas und Costa Adeje, wo mehr Hotels, mehr Strand und mehr Sonne sind, hängen eine Menge Engländer rum, hab ich mir sagen lassen. Hier im örtlichen Supermarkt (Mercado Municipal) gibt es sogar eine große Auswahl an deutschen Produkten (Würstchen, Salz, alles mögliche halt). Schön irgendwie gruselig das ganze. Auch die Bausubstanz mit den Sichtbetondecken wirkte wenig vertrauenserweckend. Irgendwie musste ich da immer an die Bilder von eingestürzten Einkaufszentren in irgendwelchen Ländern aus den Nachrichten denken.
Worauf ich aber hinaus will, ist die Frage, wo eigentlich Franzosen Urlaub machen. Wann immer ich irgendwo im Ausland Urlaub gemacht habe, waren Franzosen in der klaren Minderheit. Frankreich natürlich ausgenommen. Also an der schieren Anzahl der Franzosen kann das nicht liegen, Engländer und Holländer trifft man allenthalben, Deutsche sowieso. Mich würde nebenbei mal interessieren, wieviel Geld aus Deutschland via Urlaubsausgaben ins Ausland fließt und ob das die Großkotzigkeit, mit der Deutsche gelegentlich im Urlaub auftreten, zumindest ein bisschen rechtfertigt. Aber zurück zu den Vranzosen Franzosen. Frankreich ist ja ein ganz formidables Urlaubsland an sich, aber reicht das, um die Franzosen so stark vom Ausland fern zu halten? Oder findet eine Mehrheit der Franzosen Sonnenurlaub doof und so verteilen sie sich gleichmäßig und gehen als Gesamtheit unter? Fahren Franzosen nach Deutschland, England, Skandinavien oder in die USA? Böse Zungen würden behaupten, Franzosen mieden Auslandsaufenthalte (Ausnahme: Kolonien und Nordafrika), weil sie nur Französisch können, was wiederum in den meisten anderen Ländern eine eher viertrangige (oder noch schlechter) Sprache darstellt. Wenn das so wäre, hätten die Franzosen das wirklich verdient, so unfreundlich wie man dort mit Ausländern umgeht, die kein Französisch sprechen. Hier auf Teneriffa sind die Speisekarten mindestens auf drei Sprachen, oft sogar auf sechs Sprachen ausgehängt, aber selten auf Französisch. Trifft man hier tatsächlich jemanden an, der weder Deutsch noch Englisch irgendwie radebrechen kann, kommt man trotzdem irgendwie klar. Mit einem Lächeln versteht sich und nicht mit dem unguten Gefühl, den Stinkefinger gezeigt zu bekommen, sobald man sich umdreht. Großes Lob hier an die Menschen auf Teneriffa.
Hass dem Straßenverkehr
Dafür bringt mich Teneriffa mit seinem Autoverkehr zur Weißglut. Nicht, weil man hier, wie in Frankreich oder Italien immense Angst um Leib und Leben haben muss, sobald man daran teilnimmt. Im Gegenteil: So zuvorkommend und gesittet, wie man hier fährt, ist es mir eine reine Freude. Nein, es sind die Beschilderungen und unübersichtlichen Straßenverläufe, die mich so rasend machen. Hier in Puerto de la Cruz sind die Straßen unübersichtlich, was normal für eine so alte Stadt am Hang ist. Auch sind hier die Sehenswürdigkeiten prima ausgeschildert, etwa der Loro Parque (den man gesehen haben muss) oder die Straße zum Teide. Leider gibt es immer wieder entscheidende Stellen, an denen sich die Straße ohne jede aussagekräftige Beschilderung aufteilt. Wohlgemekt zwei mal geradeaus oder schräg oder wie auch immer und nicht sofort ersichtlich in verschiedene Richtungen. Man will später nach links, wählt also bei so einer Straßenteilung das linke unbeschilderte Geradeaus. Genatzt! Dieser Weg entpuppt sich als Unterführung ohne Abbiegemöglichkeit. Hass. Schlimmer aber ist Adeje bzw. Costa Adeje. Das sind zwei verschiedene Orte, aber mein Navi kennt nur ersteres. In diesen Städten ist quasi nichts ausgeschildert, was uns eine halbe Stunde auf der Suche nach dem Siam-Park (ebenfalls lohnend,w enn auch etwas teuer) gekostet hat. Der ist zwar direkt an der Autobahn und an sich nicht zu verfehlen, aber mangels Adresse oder Anfahrtsskizze im Flyer und ohne Ausschilderung in der Stadt sind wir wirklich eine halbe Stunde durch irgendwelche Einbahnstraßen girrt. Erst, wenn man den Park nicht mehr übersehen kann, taucht er auch auf den Schildern auf. Vielen Dank. Übrigens hätte auch eine Adresse nicht geholfen, da das Navi Costa Adeje ja gar nicht kennt (Karten von 2008 übrigens) und sowieso an vielen entscheidenen Stellen massiv von der Realität abweicht. Was soll das, liebe TeleAtlas-Kartenfritzen? Könnt ihr mal einen Karographen-Trupp nach Teneriffa schicken und Eure offenbar uralten Karten überdenken? In La Laguna hat mich das Navi nach einer Schnellstraßenabfahrt auf schmale Gegenspur geschickt und so oft wünscht sich das Ding Straßen herbei, wo ganz sicher noch nie eine Straße gewesen ist, sondern ältere Bebauung oder noch besser eine alt aussehende Fußgängertreppe. Naja, ohne Navi wäre ich aber erst recht aufgeschmissen, also lieber fragwürdiges Kartenmaterial als auf die Schilder verlassen müssen. Das ist nämlich hier eine noch schlechtere Idee, als in Köln.
Dosenpfand
Ein Punkt ist mir noch wichtig: Es lebe das Dosenpfand! Auf Teneriffa verbraucht man zwangsläufig eine Menge Dosen und PET-Flaschen und füllt damit seinen Mülleimer total krass auf. Wirklich erschreckend, wenn man an einem Abend drei bis fünf Dosen in den Müll wirft. Auch dass man beim Einkauf völlig selbstverständlich alles in etliche Plastiktüten verpackt bekommt, ist eine Qual für mein Ökogewissen (fast so schlimm wie die Flugreise). Da lobe ich mir den Umstand, dass in Deutschland Plastiktüten Geld kosten und es eigentlich kaum noch Dosen gibt. Auch finde ich es ungemein praktisch, sein Müllvolumen nicht völlig irre mit Getränkebehältern aufzupusten, sondern diese bequem zum Laden zurück zu bringen und sie dort sauber getrennt fürs Recycling (in welcher Form auch immer) klar zu machen. Großartig. Vor ein paar Wochen bin ich in Belgien eine Landstraße entlang gegangen, an der ungelogen alle fünf Meter eine Bierdose lag. Es lebe das Dosenpfand.
So genug jetzt. ich bin zurück und könnte noch etliche Seiten füllen mit dem erlebten, aber das würde noch mehr langweilen, als der bisherige text das schon tut.
Kategorien : Persoenlichkeit-und-Ich
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