IE6 erledigt sich von alleine

11 03 2009

Momentan liest man viel zur IE6-Problematik. Die einen radikalisieren sich, andere finden das wiederum unprofessionell, es werden gute Argumente ausgetauscht für den richtigen Umgang mit der Sache. Ein wirklich gutes Argument habe ich zuletzt bei Dirk Jesse gesehen: Es gibt seit Jahren für die meisten IE6-Probleme gut dokumentierte Lösungswege und wer die nicht kennt und nutzt, handelt wenig professionell. Ein gutes Argument, keine Frage. Ich selber stehe aber trotzdem auf der mehr oder weniger radikalen Seite und nehme sogar absichtlich IE6-Nutzern Styles und Funktionen weg. Ich bestrafe die IE6-User also wo ich kann mit einer gewissen Hässlichkeit, ohne die Inhalte unzugänglich zu machen. Ich halte das für einen durchaus gangbaren Kompromiss für Seiten, die nichts an IE6-Nutzer verkaufen müssen. Alle anderen sollten unbedingt Frameworks nutzen. Aber vor allem halte ich es für politisch wichtig, dass es einen gewissen Anteil von Websites gibt, die IE6-Nutzern die Beschissenheit des von ihnen genutzten Webzugangsprogramms vor Augen führt. Ich denke, dass nur durch solchen Druck der IE6-Anteil nennenswert sinken wird.

Ich sage damit nicht, dass das eine allgemeingültige Lösung sein soll und wer keine Lust hat, seine IE6-Nutzer zu nerven, soll das auch bleiben lassen. Aber wenn genug Websites sich die Hände schmutzig machen und ihre IE6-Nutzer etwas nerven, werden diese irgendwann die Schnauze voll haben und den Browser doch wechseln oder ihre Admins nerven. Autos ohne Kat zahlen auch mehr Steuern, wieder so ein aufgeschnapptes Argument.

Gestern in der Bahn fiel mir aber eine ganz subtile Lösung ein, die das IE6-Problem demnächst von ganz alleine lösen wird: Die verdammt miese JavaScript Performance sorgt ganz besonders auf Seiten, wo Sachen wie die JavaScript-Canvas-Emulation am Werk sind, für eine merkliche Langsamkeit des Browsers. Dass der IE6 dazu auch noch zumeist auf älteren Rechnern am Start ist, verschärft das nur noch weiter. Die Bedienung moderner Websites wird also trotz voller Funktionsfähigkeit zunehmend träger und quälender mit dem IE6. Und ich denke so ziemlich jeder IE6-Nutzer wird die gefühlte Geschwindigkeit mit modernen Browsern früher oder später bei anderen sehen oder davon berichtet bekommen. Und zack, ist es seine Idee, den Browser zu wechseln und kein von allen Seiten angeratener Akt mehr. Also liebe Webmenschen, macht kräftig Gebrauch von Sachen wie Canvas und dessen IE6-Emulation. Alles, worauf Ihr achten müsst, ist die Zugänglichkeit der Inhalte auch ohne JavaScript zu gewährleisten und bei guten Browsern nicht zu viel Performance zu fressen. typeface.js für Überschriften bietet sich da zum Beispiel an, da es nur mit aktiviertem JavaScript ins Spiel kommt und dann Schriften mit Canvas rendert, recht träge im IE6 natürlich. Ihr findet schon einen Weg, das gemeinsame Ziel ist klar: Der IE6 muss weg und der IE7 am besten gleich mit. Microsoft muss echten Druck spüren, die kommenden IEs auf die Höhe der Zeit zu bringen.



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