Ha, na sowas. Da kommt jemand mit einer relativ eleganten Möglichkeit um die Ecke, dem IE die neuen HTML5-Elemente auch ohne JavaScript bekannt zu machen. Er benutzt dafür einen XML-Namespace und benutzt dann so Sachen wie html5:section statt section. Das ist geradezu genial und funktioniert angeblich sogar zuverlässig, validiert aber in erster Linie nicht, wenn man sich nicht mit XHTML5 ganz anderen Ärger ins Haus holen will. Daneben ist es auch komisch, wenn der Autor so ein HTML schreiben muss, nur um auf den IE Rücksicht zu nehmen. Wie ließe sich das also noch verbessern?

Mir kam sofort die naheliegende Idee, das mit einem serverseitigen Ausgabefilter nur an die IEs auszuliefern. Die Voraussetzung wird nicht jedes CMS einfach so mitmachen, aber falls doch, ermöglicht einem das, die HTML5-Elemente jetzt zu benutzen. Wie genau soll das funktionieren? Wenn man einen serverseitigen DOM/HTML-Parser benutzt, ist es relativ leicht, aber das sollte in der CMS-Landschaft die große Ausnahme sein. Also braucht man ein paar simple RegExes:

  • <html muss im HTML-Output durch <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xmlns:html5="http://www.w3.org/1999/xhtml" ersetzt werden. Wenn man gründlich arbeitet, prüft man vorher, ob das HTML-Element nicht schon die passenden Namespaces trägt.
  • <(/?)(abbr|article|aside|audio|canvas|details|figcaption|figure|footer|header|hgroup|mark|meter|nav|output|progress|section|summary|time|video) muss im HTML-Code durch <$1html5:$2 ersetzt werden, das sind die öffnenden und schließenden Tags.
  • (abbr|article|aside|audio|canvas|details|figcaption|figure|footer|header|hgroup|mark|meter|nav|output|progress|section|summary|time|video) muss im CSS durch html5\:$1 ersetzt werden.

Das schöne an dieser Lösung ist, dass man Serverseitig recht einfach einen IE erkennen kann und ihm die gefilterten Quellen anbietet. Dass der Code für den IE nicht validiert, halte ich für verschmerzbar. Falls man versehentlich einen Browser erwischt, der sich nur als IE ausgibt, klappt zudem trotzdem alles. Und das wichtigste in meinen Augen ist, dass man die CSS Spezifität nicht verändert und sich auf diesem Weg keine Seiteneffekte ins Boot holt. Gut so.

Der einzige Nachteil, den ich momentan sehe, ist die Voraussetzung eines finalen Output-Filters. Viele CMSe buffern den HTML-Output sowieso und bieten einen Hook an, an den man sich einfach dranhängt, in dem Fall hat man natürlich leichtes Spiel. Etwas schwieriger ist das bei CMSen, die sowas nicht haben und vor allem bei statischen CSS-Dateien, in dem Fall muss man irgendwie einen Filter in den Workflow frickeln, was stark von der eingesetzen Serverumgebung abhängt und nicht einfach generalisiert lösbar sein wird. Wenn man aber sowieso schon ein CSS-Framework wie Turbine einsetzt, lässt sich das prima dort lösen, vielleicht gar mit einem HTML5-Enabler Plugin. Ansonsten wäre das mal ein guter Anlass, so ein Framework einzusetzen.

Damit löst man aber noch immer nicht das Cache-Problem: Man muss externe Proxy-Caches aushebeln und benötigt zudem plötzlich zwei lokale Caches, die von der Cache-Logik unterschieden werden müssen. Da wird es dann diffizil und man verzichtet vielleicht lieber auf eine Browser-Unterscheidung, macht den Output-Filter immer an und scheißt auf den Validator. Ist ja auch eine Lösung und man muss weiterhin nicht selbst mit den Namespaces hantieren.

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