Ich bin großer Fan von #Hashtags zur Verknüpfung von Stichworten innerhalb und außerhalb eines gegebenen Kontextes, auch und gerade in Blogs und auf anderen textlich ausufernden Websites1. Seit einiger Zeit befülle ich meine Blogeinträge bereits mit Hashtags, die ich aber noch gar nicht auswerte.2

Nun haben Hashtags ein großes Problem und das sind Begriffe, die aus mehreren Wörtern bestehen. Ein einzelnes Wort mit einem Hash davor ist ja einfach als Hashtag zu identifizieren. Aber wie gehen wir mit komplexeren Sachverhalten um? Hört ein Hashtag an einem Bindestreich auf oder nicht? Wie bekommt man zwei Wörter, die einen Begriff bilden, in ein gemeinsames Hashtag? Was ist mit den lästigen Fällen oder Mehrzahlen von Begriffen? Die Lösung kann ja nicht sein, dass man immer so schreibt, dass sich ein sauberes Hashtag ergibt. Das geht bei Twitter, aber anderswo nervt das total, wenn das Genitiv-s mit einem Leerzeichen abgetrennt ist oder wegfällt. Meines Wissens nach gibt es da keine klare Regelung.

Beim Usecase #Twitter ist die Sache einfach, weil der Kontext da ein anderer ist und wegen der Abkürzerei sowieso ständig grammatikalisch fragwürdige Konstruktionen entstehen. In HTML selber ist das auch weniger ein Problem, weil man das Hashtag da entweder einfach verlinkt, wie man will oder einfach keine Hashtags benutzt. Aber in einem Blog? Oder sonstwo, wo Markdown geschrieben wird?

Ich schlage da einfach vor, folgende Syntax zu verwenden:

Die Würde des #Hashtags ist unantastbar

#BitTorrent Sync ist was anderes als #BitTorrent

Twitter-konform (ein - beendet normalerweise das Hashtag):
  #YouTube-Videos, aber #do-not-track
oder beim Leerzeichen ist Schluss (sehe ich auch gelegentlich):
  #YouTube-Videos, aber #do-not-track
deswegen besser ohne Interpretationsspielraum:
  #YouTube-Videos, aber #do-not-track

Das liest sich auf den ersten Blick irritierend und setzt noch mehr Voraus, dass der Leser mit dem Konzept von Hashtags vertraut ist, um zu verstehen, was das soll. Aber: Das wird ja noch gerendert und im resultierenden HTML fallen die Klammern weg und stattdessen ist der darin befindliche Text verlinkt, etwa auf eine Suche nach diesem Hashtag. Das ist dann zwar irgendwie mehr oder weniger merkwürdig hervorgehoben, aber eben ohne nervige Klammern und eben genau das Hashtag, nach dem gesucht werden kann. Vielleicht schmeißt das Rendering die sogar samt # weg und macht eine Reihe von Links unter den Text oder was auch immer man sich ausdenkt, der Content ist jedenfalls recht klar abstrahiert und die Hashtags können ihrer Funktion nachkommen. Das muss ich demnächst mal ausprobieren, wenn ich mein Blog auf eine neue technische Basis stelle.

Kommentare dazu bitte auf den üblichen Kanälen.


  1. Ich hatte das Hashtag-Konzept in Kombination mit einer gepflegten Taxonomie für den Relaunch der Website meiner Hochschule vorgeschlagen, das wäre in meinen Augen wegen der schon für Redakteure kaum noch überschaubaren Contentmassen ein äußerst pragmatischer Ansatz. Hier kommt es wegen unzähliger voneinander unabhängiger Autoren häufiger dazu, dass sich Inhalte in unterschiedlichen Ausprägungen um das gleiche Problem kümmern und nichts voneinander wissen (und deswegen auch nicht verlinkt werden). Zumindest würde ich das gerne mal in so einem Ausmaß testen. Das Hashtag würde dann einfach eine Suche nach dem Begriff auslösen und thematisch verwandte Fundstellen aufzeigen. Etwa wenn man etwas zu den Themen Bewerbung oder Thesis sucht. Mein Vorschlag traf im zuständigen Gremium auf keine Unterstützer, wenn ich mich recht erinnere. 

  2. Also nicht wundern, wenn momentan (Juni 2014) hier im Blog funktionslose Hashtags auftauchen: Ist schon mal für später. 

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