Tischtelefon gesucht

05 03 2010

Ich bin seit 20 Jahren latent auf der Suche nach einem guten Tischtelefon. Alles fing mit dem neuen Diensttelefon in meinem Elternhaus gegen Ende der 80er an: Das Ding war schick und konnte quasi alles, was man sich vorstellen konnte und noch mehr, bediente sich aber derart kryptisch, dass ich mir die Bedienung auch nach mehrmaligem Durchlesen des Handbuchs absolut nicht einprägen konnte. Ja, ich war ein Geek-Kind, das alle Anleitungen gelesen und alles ausprobiert hat, um zu verstehen, wie Geräte funktionieren. Das Ding war angesichts unseres privaten Wählscheibentelefons zwar faszinierend, aber irgendwann verlor ich das Interesse, vor allem, weil es im Arbeitszimmer stand und zudem nicht am Familienanschluss angeschlossen war.

So erging es mir in des folgenden 20 Jahren leider mit jedem Telefon, das ich in die Finger bekam, anfangs auch mit Handys. Handys haben es mittlerweile geschafft, dass man Grundfunktionen wie Makeln und Konferenzen halbwegs verlässlich über die Bühne bringt und Adressbuchsynchronisation klappte dann auch irgendwann durchaus praxistauglich. Das iPhone schafft im T-Mobile-Netz sogar das Kunststück, die ätzenden Voice-Menüs von Mailboxen mit seiner Visual-Voicemail richtig erfreulich bedienbar zu ersetzen, großartig.

Und was ist mit Tischtelefonen im Jahre 2010? Immerhin hat sich SIP als VoIP-Protokoll auf breiter Front durchgesetzt und es gibt eine erkleckliche Auswahl an hübschen und ausgereiften Telefonen, mit Asterisk steht eine hervorragende VoIP-Telefonanlagensoftware aus dem Open-Source-Lager zur Verfügung, gute Heimrouter wie die Fritz!Box haben für den Hausgebrauch völlig ausreichende und gut bedienbare Telefonanlagenfunktionen. Und die Telefone dazu? Immer noch so kompliziert, dass der eigens dafür bestehende Beruf Telefonanlagenbauer noch lange nicht überflüssig wird. Wieso gibt es auch gegen viel Geld kein Killer-Telefon für den Hausgebrauch? Wieso wird der SOHO-Bereich mit funktional beschnittenen Scheißtelefonen abgespeist? Ist da so wenig Geld zu verdienen? Ich weiß es nicht, aber ich skizziere jetzt einfach mal ein für mich perfektes Tischtelefon für den Einsatz im Kleinbüro- und Heimbereich, wo üblicherweise eine kleine (etwa eine Fritz!Box) oder gar keine Telefonanlage zur Verfügung steht:

  • Gute SIP-Kompatibilität mindestens mit Fritz!Box und Asterisk, inkl. solcher Stolpersteinchen wie dem Blindtransfer mit der Fritz!Box, wo Siemens teure und in meinen Augen extrem nervigen, weil nur an Siemens HiPath-Anlagen wirklich gut funktionierenden OpenStage-Telefone schon scheitern (wobei mir immer noch nicht klar ist, wer da die Schuld trägt).
  • Wählen vom PC aus, vorzugsweise ohne Umweg über den SIP-Server (den Fritz!Box TAPI-Treiber gibt es zum Beispiel nicht für 64Bit Windows, immerhin gibt es den überhaupt) und auch am Mac bzw. Linux. Und zwar ohne Fummelei, das kann ja so schwierig nicht sein.
  • HD-Telefonie, in welcher Form auch immer. AVM nennt das HD-Telefonie und mit deren Mobilteil MT-D klingt das wirklich bezaubernd, kein Vergleich zu Standard-Telefonie oder gar einem Handy-Telefonat. Immerhin scheinen alle Hersteller sowas im Angebot zu haben, aber funktioniert das auch?
  • Irgendeine Adressbuchsynchronisation, vorzugsweise möglichst offen, damit man das irgendwie an seine Landschaft anpassen kann. Ich benutze Thunderbird und wäre durchaus bereit, ein paar Euro für einen Connector dafür zu bezahlen. SyncML würde es auch tun oder irgendetwas ähnliches. Nur Outlook reicht nicht.
  • Bluetooth-Headsets direkt nutzbar. Wie kann es sein, das selbst Topmodelle für etliche hundert Euro kein Bluetooth beherrschen? Jedes dumme Mittelklassehandy kann Bluetooth-Headsets anbinden, wieso bloß können Tischtelefone das nur in sehr seltenen Ausnahmefällen?
  • Gigabit-Ethernet. Fast alle SIP-Telefone können einen Netzwerkport durchreichen, wieso aber können die wenigstens auch Gigabit-Ethernet durchreichen? So braucht man doch einen extra Port für das Telefon, um den PC nicht seiner schnellen Anbindung zu berauben. Alles eine Preisfrage? Wenn man mehrere hundert Euro verlangt, kann man den Aufpreis für einen Gigabit-Port doch wohl noch unterbringen.
  • Einfache Aufzeichnung von laufenden Telefonaten wäre auch toll. Ich zumindest muss gelegentlich Anrufe mitschneiden und nutze dazu immer Skype, wenn ich vorher davon weiß, etwa wenn ich die 1&1-Hotline anrufe, um mir deren unfassbare Dreistigkeiten anzuhören.

Schon an diesen eigentlich naheliegenden Forderungen scheitern meines Wissens nach alle Tischtelefone. Dass die Telefone alle mehr oder weniger ausgefuchste Adressbuchzugriffe über LDAP oder ähnliches unterstützen, bringt einen im Kleinbüro leider nicht weiter.

Aber der entscheidende Part ist für mich die Bedienung: Was nützt es einem die fettesten Funktionen, wenn man sie im Alltag wegen Kompliziertheit nicht benutzt? Snom geht beim 870 mit dem relativ großen Touchscreen schon in die richtige Richtung, deswegen hätte ich das heute beinahe kurzentschlossen bestellt, verspricht es doch fast alle genannten Punkte abzudecken. Doch dann habe ich gesehen, dass es kein Bluetooth kann. Warum? Das Telefon kostet über 300€, anfangs sogar fast 500€, aber es kann kein Bluetooth? Immerhin signalisiert Snom im hauseigenen Forum Interesse an dem Vorschlag, wenigstens Bluetooth-Dongles am USB-Port des Telefons zu unterstützen. Bis dahin muss ich wohl weitersuchen.

Wenn man 300€ für ein Telefon bezahlt, bewegt man sich doch eigentlich schon im Bereich von Android-Tabletts. Ich frage mich schon lange, wieso nicht jemand auf die Idee kommt, ein großes Android-Tablett mit einem Netzwerkanschluss, einem Telefonhörer und einem einfach zu bedienenden Telefonieprogramm auszustatten. Das wäre für mich ein Traum, bei dem die proprietäre Flexibilität per XML-Browser der Snom-Telefone im Leben nicht mithalten könnte. Mit Android liegt ein fertiges und leistungsfähiges Betriebssystem für Telefone auf der Straße, dessen Bedienkonzept sehr modern ist, das nichts kostet und durch Apps auch noch beliebig erweiterbar ist. Im Grunde ist doch alles schon da. Ein Hersteller hat im letzten Jahr genau sowas angekündigt, verkauft das Konzept aber nur kundenspezifisch im Projektgeschäft oder als Lizenz für andere Hersteller. Aber exakt so stelle ich mir das vor, man schaue sich mal das Demovideo dazu an, großartig. Wenn sowas gut gemacht und halbwegs bezahlbar wäre, würde ich das sofort kaufen, für ein gutes Smartphone oder ein iPad gibt man ja auch gerne 500€ aus.


Warum der Pornomodus von Opera momentan nichts taugt

03 03 2010

Opera 10.50 wurde gestern veröffentlicht und bringt neben einem echten Geschwindigkeitsschub und endlich einer Windows 7 angemessenen modernen Optik auch den von mir schon lange vermissten Pornomodus mit. Nur leider ist der derart blöd eingebunden, dass er quasi wertlos ist.

Es fängt damit an, dass man den Modus dank fehlenden Tastenkürzels umständlich aus der zweiten Menüebene oder dem Kontextmenü der Tableiste hervorkramen muss. Was zur Hölle soll das? Nun gut, sicher kann man den Privatmodus an bestimmte Bookmarks binden… Kram, such, kann man nicht. Dreck. Dann hat Opera ja auch die super geniale Funktion der Seitenspezifischen Einstellungen, da kann man sicher den Privatmodus für einzelne Seiten aktivieren… Nope, auch hier nichts vom Privatmodus zu sehen. Nun gut, dann mache ich eben so einen privaten Tab auf und rufe dann die entsprechenden Bookmarks auf. Hab ich gedacht, ganz bauernschlau. Doch weit gefehlt: Das Aufrufen von Bookmarks öffnet einen neuen Tab im Standardmodus. Nicht mal das Kontextmenü von Lesezeichen im Panel bietet das Öffnen im Privatmodus an.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass der Privatmodus wirklich denkbar schlecht implementiert wurde: Es ist unter keinen simplen Umständen möglich, Bookmarks im Privatmodus auszurufen und wenn der Privatmodus in der zweiten Menüebene ohne Tastenkürzel dahinschimmelt, wird ihn auch niemand regelmäßig aktivieren. Als einzige Möglichkeit bleibt, ein zweites Opera-Fenster im Privatmodus zu öffnen, in dem man dann auch Bookmarks aufrufen kann. Das geht sogar mit einem Tastenkürzel, immerhin.

Warum nur, Opera? Es ist ja nicht so, als hätten nicht alle anderen Browser bessere Implementierungen dieser Idee parat. Seid ihr zu stolz, von anderen abzugucken? Warum so halbherzig? Schaut euch mal den Firefox an, dessen Privatsphäreeinstellungen sind bestechend simpel, sogar rückwirkend kann man hier gezielt einzelne Seiten oder Zeiträume aus der History kicken. Eure Seitenspezifischen Einstellungen sind so ein großartiger und von mir oft genutzter Ansatz, warum taucht der Pornomodus hier nicht auf?

Randbemerkung: Es ist für mich kein Widerspruch, Bookmarks und Privatmodus gleichzeitig nutzen zu wollen. Ob eine detaillierte Porno-History angelegt wird, die zudem auch noch andere Seiten aus der Autovervollständigung verdrängt und vor allem auch dort auftaucht, wenn einem Leute über die Schulter sehen, oder ob man nur ein Bookmark in den Lesezeichen liegen hat, ist für mich ein zentraler Unterschied. Vor mir selber habe ich nichts zu verbergen, der Pornomodus ist also für mich lediglich eine Komfortfunktion zur History- und Cookie-Hygiene. Ich würde also erwarten, dass bei den Seitenspezifischen Einstellungen (oder im Bookmark) der Pornomodus wählbar ist, dieser in den Tabs klar gekennzeichnet ist und sich vor allem auch auf die darin verlinkten Seiten auswirkt.

Und wo wir gerade beim Thema Opera und Lästigkeiten sind:

  • Warum kann ich die Mausgeste für einen neuen Tab nicht mehr benutzen, wenn alle Tabs minimiert sind und ich den grauen Hintergrund sehe? Bisher ging das immer, jetzt muss ich hier einen Doppelklick machen. Kleine Umgewöhnung, halb so wild, aber überflüssig und inkonsistent. Ein Doppelklick in einen bestehenden öffnet ja auch keinen neuen Tab, dafür gibt es ja die Geste.
  • Lästiger ist, dass man noch immer nicht die Reihenfolge der Symbolleisten ändern kann: Ich habe die Tableiste und die Persönliche Leiste oben positioniert; das sorgt leider dafür, dass der coole neue O-Button nicht im Fensterrand hängt, sondern links von den Tabs. Ich hätte also gerne die Persönliche Leiste (Bookmarks) unter den Tabs oder wenigstens den coolen O-Button trotzdem im Fensterrand. Warum geht das nicht?
  • Warum gibt es beim neuen und an sich sehr gelungenen Standard-Skin allerlei unfassbare Farben als Farbschema, aber keine neutrale dunkle Farbe? Das System-Farbschema ist schon OK, aber grau und ein weißer Hintergrund im Schnellstarter sind keine wirklich erfreulichen Gesellen.
  • Warum gibt es keinen Feeds-Button für die Symbolleiste? Einen Lesezeichen-Button gibt es ja auch und ohne Menüleiste braucht man irgendwie einen direkten Zugang zu den Feeds. Klar, man kann sich im Netz benutzerdefinierte Buttons besorgen, so einen habe ich ja auch, aber der ist kleiner als der Lesezeichen-Button und fällt total aus dem Rahmen.
  • Der eingebaute Torrent-Client schnappt sich bei ein paar aktiven Torrents gerne mal die gesamte zur Verfügung stehende Bandbreite, so dass man parallel nicht mal mehr normale Websites aufrufen kann. Das muss man bei 50/10MBit VDSL erst mal schaffen.

So, genug gemeckert. Opera ist nämlich für mich immer noch der beste Browser von allen. Chrome gefällt mir auch sehr gut und in Zukunft will Google auch auf die eindeutige ID verzichten, wie ich gehört habe. Mit der neu hinzugekommenen Extension-Schnittstelle und seiner Smoothness ist er ein heißer Kandidat für den besten Browser. Firefox ist nachwievor (unter Windows und Linux) großartig und ich benutze ihn ebenfalls intensiv, wenn ich auch aus Gründen der Smoothness und aus Gewohnheit für das alltägliche Surfen seit nunmehr etwa 11 Jahren ununterbrochen Opera nutze. Safari ist inzwischen auch ein prima Browser, aber unter Windows eher überflüssig und vor allem gibt es ihn nicht als portable Version, was für mich als Webentwickler ziemlich bitter ist.

Nachtrag 09.03.2010: Wenn man in der Adresszeile opera:config eingibt, kommt man in einen erweiterten Config-Dialog, ähnlich wie bei Thunderbird und Firefox. Dort kann man so einige Nervigkeiten von Opera loswerden, etwa den Bandbreitenhunger für Torrents oder die Tab-Integration in der Windows 7 Taskleiste. Immerhin.


Tschüss Alice, hallo 1&1

04 11 2009

Hier und hier hatte ich schon über das VDSL-Angebot von 1&1 im Vergleich zu T-Home geschrieben. Ich hätte damals bereits fast kurzerhand bestellt, aber 24 Monate Vertragsbindung hasse ich einfach zu sehr, so dass ich noch abwarten wollte, was Alice zum Thema VDSL zu sagen hat. Nun hat Alice seine eigenen VDSl-Tarife gestartet und sie sind leider nicht wirklich attraktiv:

Für sich genommen sind 45€ im Monat für VDSL 50 und Telefonflat kein schlechter Tarif, 10€ Aufpreis für eine Premium-Hotline und einen echten ISDN-Anschluss sind auch fair. Wer keine Vertragsbindung wünscht, zahlt 100€ Einrichtung. Ein VDSL-WLAN-Router ungenannten Typs wird gestellt. Ich könnte mit wenigen Klicks umstellen und ich habe Alice als Provider in den letzten zweieinhalb Jahren zu schätzen gelernt. Es gab Höhen und Tiefen, aber insgesamt gehe ich im Guten aus der Sache raus.

1&1 auf der anderen Seite mochte ich noch nie so wirklich leiden. Aber VDSL 50 (über die volle Mindestvertragslaufzeit) mit Telefonflat für 40€ im Monat, dazu eine Fritz!Box 7390 für lau und keine Einrichtungsgebühr sind über zwei Jahre gerechnet einfach mal etwa 400€ Abstand zu Alice. Dazu kommen gutes Zubehör für günstig (Fritz!Fon MT-D 40€, Fritz!Stick WLAN N 30€, ein HSDPA-Stick für quasi lau mit 3 Monaten UMTS-Flat), 1TB Online-Speicher zum rumprobieren und eine kostenlose Hotline. Die kostenlose Handyflat ins Festnetz interessiert mich nicht und die Maxdome-Online-Videothek werde ich mir mal ansehen, erwarte aber nichts tolles. Für machen mögen die beiden Features aber ebenfalls praktisch sein. Insgesamt hat 1&1 zur Zeit das mit Abstand attraktivste VDSL-Angebot am Markt.

Ich bin also käuflich, mein Preis ist nicht ganz billig, aber das sind um die 400€: 45€*24 plus 100€ Einrichtung sind bei Alice in zwei Jahren 1180€, 40€*24 abzüglich geschätzter 200€ für die Fritz!Box 7390 ergeben bei 1&1 760€, die ganzen anderen Zugaben nicht mal mit eingerechnet. Von der Telekom rede ich lieber mal gar nicht, hier ist der Grundpreis schon für VDSL 25 teurer, es fällt eine Einrichtungsgebühr trotz 24-Monats-Bindung an, VDSL 50 wird (ohne Fernsehen aka Entertain) gar nicht mal mehr beworben und seine Hardware muss man gar selber kaufen oder ab 3€ im Monat mieten. Hatte ich schon die Drosselung nach 100GB (bzw. 200GB bei VDSL 50) im Monat erwähnt? Hier braucht man keinen allzu spitzen Bleistift und auch keine der einschlägigen negativen Erfahrungen mit dem berühmten Telekom-Kundenumgang, um das Angebot doch lieber zu ignorieren. Hoffen wir nur mal, dass ich mit 1&1 nicht in der Vorsicht-Kunde-Rubrik in der c't lande.

Das beruhigende übrigens ist folgendes: Es sieht momentan so aus, als würde 1&1 mir einen Techniker ins Haus schicken, der eine zweite TAE-Dose installiert, über die dann das VDSL geschaltet wird, bevor ich Alice kündige. Wenn das stimmt – und der Mann an der Hotline hat mir das noch mal bestätigt, worauf man zwar nichts geben sollte, aber immerhin – dann muss ich nicht mal Angst haben, ohne DSL dazustehen. Das wäre schlicht großartig, denn beim Wechsel des Anschlusses passieren die meisten gravierenden Fehler. Und maximal zwei Monate die 25€ für den bisherigen Alice-Anschluss zu viel zu bezahlen, geht schon klar.

P.S. In einem mir bekannten Fall (ein Einfamilienhaus in Eller, also mitten im Stadtgebiet) gibt es kein Vodafone UMTS-Netz und das GSM/EDGE-Netz ist dort auch derart langsam, dass die tolle UMTS-Überbrückungsflat von 1&1 leider nicht nutzbar ist. So viel zum Thema, Vodafone hätte so ein tolles Netz. Immerhin bekommt man einen UMTS-Stick faktisch für lau, in den man seine O2-Multicard stecken kann, deren HSDPA-Empfang auch besser sein könne, aber der wenigstens eine halbwegs würdige Nutzung erlaubt. Die Wohnung meiner Eltern befindet sich übrigens Luftlinie etwa 5 Meter (etwa auf gleicher Höhe) von einer O2-UMTS-Basisstation entfernt, was die paradoxe Situation erlaubt, dass man hier mit UMTS wesentlich stabiler und schneller unterwegs ist, als mit dem einen unter 25-30 weiteren (auffindbaren) WLAN-Netzen im 2,4GHz Band. Wir sind hier ja im P.S., da wollte ich das nur mal erwähnen.

Nachtrag 27.11.2009: Vorab schon mal ganz wichtige Neuerungen an der Front, bevor ich mich irgendwann mal zu einem eigenen Beitrag durchringe: Eine zweite TAE-Dose bekommt man von 1&1 nicht, das ist trotz anderslautender Aussage der Bestellhotline und so zu verstehender Option im Bestellprozess ganz und gar nicht vorgesehen, wir mir in mehreren Stunden Hotline-Gesprächen klipp und klar gesagt wurde. Stattdessen kommt scheinbar systematisch gar kein Techniker zum vereinbarten Schaltungstermin und man steht in den meisten Fällen wohl einfach ohne Anschluss da, bis man die Hotline überredet hat, doch mal (wie versprochen) einen dringend benötigten Techniker zu schicken. In der Zwischenzeit schlug man mir allerlei dreiste Dinge vor, mein Liebling war aber, dass ich selbst einen Techniker besorgen soll (oder es gar selbst mache), der illegaler Weise am Hausanschluss der Telekom rumfummeln sollte. Insgesamt kann ich von 1&1 nach diesen Erfahrungen nur allerdingendst abraten, wenn man nicht Lust auf ein sehr ermüdendes und ernüchterndes Spiel beim Anschluss hat. Auf jeden Fall verzichten sollte man auf die vorausgewählte Option, dass sich der 1&1-Anschluss mit dem bestehenden Anschluss überschneidet, denn hier scheint die Wurzel allen Übels zu liegen. Die problemlose und freundlich und sofort bearbeitete telefonische Kündigung bei Alice hat mir dann den Service-Unterschied der beiden Firmen noch mal drastisch in Erinnerung gerufen. Ich hätte bei Alice bleiben sollen.


Tretminen für Computerforensiker auslegen

22 09 2009

Ich habe hier ein paar alte Festplatten herumliegen, teilweise von Kunden, teilweise eigene, einige mit defekten Sektoren, andere einfach alt. Neulich dachte ich mir, dass die bei einer Hausdurchsuchung sicher sofort ins Auge fallen würden, sind doch Festplatten bei Vollstreckungsbeamten immer gern gesehene Mitnahmeartikel. Was also tun mit den Dingern? Wenn nicht zufällig ein Backup irgendeines alten Systems darauf schlummert, sind sie eigentlich alle leer, sprich mit Nullen überschrieben und bereit für den Recyclinghof oder erneuten Einsatz. Das wäre ja irgendwie langweilig für die Computer-Forensiker, die die Dinger untersuchen, die sollen ja auch ihren Spaß haben.

Mein erster Gedanke war, hier freundliche Botschaften unterzubringen und sonst nichts. Vielleicht solche, die man nur beim Zugriff mit dem Diskeditor findet, so als ein nettes Versteckspiel unter Kollegen. Aber das ist ja nur halb so lustig. Eine andere Idee wären langwierige TV-Mitschnitte von irgendeinem quälendem Dumm-TV, so dass sich ein armes Schwein die ganze Scheiße reinziehen muss. Schon lustigere Vorstellung.

Schlussendlich entschied ich mich aber für die geheimnisvolle Variante: Die komplette Platte wird mit Truecrypt verschlüsselt, so dass auf den ersten Blick nur Zufallszahlen drauf sind. Wenn man nun das nett formulierte Passwort kennt und auf den Trichter mit der Truecrypt Verschlüsselung kommt, kann man die Platte öffnen und, das ist der ganze Witz, findet einen leeren Datenträger vor. Das ist deswegen witzig, weil man in dem Fall nicht wissen kann, ob innerhalb der Verschlüsselung nicht vielleicht noch ein weiterer – versteckter und ohne Kenntnis des Passwortes nicht nachweisbarer – verschlüsselter Container lauert. Quälende Ungewissheit. Ja ich weiß, blöder Geek-Humor und auch nichts wirklich innovatives. Aber die Vorstellung der blöden Gesichter erfreut mein Herz und nimmt einer Hausdurchsuchung einiges an Schrecken. Wenn schon jemand derart tief in meine Intimsphäre eindringt (und das ist meine Computeranlage für mich), will ich wenigstens auch was davon haben.

Eine leere Growbox mit Webcam drin aufzustellen ist auch so eine mich sehr belustigende Idee, die ich schon mal hatte. Boah muss das nerven, Hausdurchsuchungen bei solchen Spackos machen zu müssen.

P.S. Vielleicht fragt sich mancher, wieso ich eigentlich immer mit einer Hausdurchsuchung rechne, warum ich so paranoid bin, was das angeht. Nun, Hausdurchsuchungen werden heutzutage (war das eigentlich schon immer so?) aus den nichtigsten Gründen angeordnet und das kann jeden treffen, der sich aktiv im Netz bewegt.


Telekom VDSL ohne Fernsehen mehr als unattraktiv

08 09 2009

Gerade lese ich die News zu den neuen Telekom VDSL-Tarifen ohne Fernsehen. Was soll man dazu sagen? Gestern habe ich den immens verführerischen 1&1 VDSL Tarif vorgestellt und heute kommt die Telekom mit einem im Vergleich derart unattraktiven Tarif daher, dass man sich nur wundern kann. Also im Detail:

25/5Mbit/s kosten 55€ und 50/10Mbit/s 60€ pro Monat, ISDN kostet 4€ Aufpreis. Wer noch im September bucht, zahlt 10€ weniger und kommt damit immerhin in die Liga von 1&1. Hinzu kommen 60€ Einrichtungsgebühr für den Telefonanschluss und ab 01.10.2009 nochmal 100€ für den DSL-Anschluss, wenn man die nicht vorher schon hatte. Geräte gibt es keine dazu, die muss man entweder teuer kaufen oder ab 3€ im Monat mieten. Aber das ist noch nicht alles, denn die Leistungsbeschreibung, also das ausgelagerte Kleingedrukte zaubert noch eine weitere Überraschung für den geneigten Interessenten aus dem Hut: Ab 100 bzw. 200GB Traffic im Monat wird auf 6/0,6Mbit/s gedrosselt. Selbstverstädlich bindet man sich auch hier 2 volle Jahre.

Also vergleichen wir mal: 1&1 kostet 50€ im Monat für 50/10Mbit/s, bietet einiges an Zusatzfeatures, 10 Rufnummern (allerdings nur als VoIP Anschluss) und man bekommt ohne Einrichtungsgebühr 220€ Gutschrift und eine fette Fritz!Box 7390 für lediglich Versandkosten und verschiedene andere Geräte für wenig Geld in die Hand gedrückt. Das vergleichbare Telekom Produkt kostet ab Oktober im Monat ab 64€ zuzüglich Hardware und bis zu 160€ Einrichtungsgebühr und bringt eine versteckte Datendrosselung mit. Einziger echter Vorteil ist der richtige ISDN-Telefonanschluss. Krasser Unterschied.

Trotzdem habe ich gerade einen Kunden (Telekom Business Bestandskunde) überredet, auf VDSL umgestellt. Er bezahlt das gleiche, wie zuvor (Call and Surf Comfort VDSL Universal mit 50MBit statt zuvor Call and Surf Comfort Plus Universal mit 16MBit), verzichtet auf die Hotspot-Flatrate und günstige Mobilgespräche (nun 19ct/min statt 12,9ct/min), bekommt aber ultra schnelles VDSL. Keine Einrichtungsgebühr, Umstellung laut Hotline binnen sechs Tagen und ein Speedport W920V für 50, 60 oder 70€ (wusste die Hotline-Frau gerade nicht genau zu sagen) dazu. Für kurzentschlossene Bestandskunden ist das Telekom-Paket also gar nicht soo schlecht, vor allem, wenn man dem VoIP Anschluss nicht traut oder sonstwie unbedingt bei der Telekom bleiben will und wenn man an die 200GB im Monat garantiert nicht dran kommt. Übrigens ist der Speedport W920V im Grunde eine Fritz!Box 7270 plus VDSL-Modem im Telekom Kleid und kann sogar mit AVM Firmware ausgestattet werden. Keine 7390, aber immerhin.

So, wie 1&1 und Telekom auf die Tube drücken, müssen sich Alice und Vodafone jetzt mal schleunigst konkret zum Thema VDSL äußern. Die Sonderaktion der Telekom, dass man nur jetzt im September konkurrenzfähige Preise bezahlt, bewirkt eine schnelle Bindung so einiger Kunden an die Telekom für zwei Jahre, also müssen die beiden noch im September mit attraktiven Angeboten kommen. 1&1 hat ja schon mal ordentlich vorgelegt.


VDSL kommt so langsam in Fahrt

06 09 2009

VDSL mit 50Mbit/s Downstram und vor allem viel wichtiger 10Mbit/s Upstream gibt es hier in Düsseldorf schon eine ganze Weile, aber bisher waren die Konditionen vom alleinigen Anbieter T-Home erstens extrem unübersichtlich und zweitens mit mindestens 60€/Monat dank Zwangsbindung an den Fernsehempfang reichlich teuer. Zudem muss man sich 24 Monate binden, muss 60€ Einrichtung für den Telefonanschluss bezahlen, bekommt keinerlei Geräte gestellt (die kann man für sattes Geld mieten oder selber kaufen) und kann als Konkurrenzkunde nicht mal vorab prüfen, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Man muss bestellen, um das herauszufinden und wenn nicht, bekommt man nur maximal 16Mbit/s ADSL, ist aber trotzdem 24 Monate gefangen. Alles in allem kein wirklich attraktives Angebot für jemanden, der zur Zeit 25€/Monat für eine 16Mbit/s ADSL-Leitung ohne Schnickschnack und vor allem ohne Zwangsbindung bezahlt.

Nun kommt Bewegung in die Sache: T-Home hat angekündigt, VDSL auch irgendwann mal ohne Fernsehen für etwas weniger Geld anzubieten, aber bisher ist daraus nichts konkretes erwachsen. Konkret geworden ist nur die IFA-Ankündigung, DSL-Fernsehen auch ohne Internetzugang, dafür nur mit Telefonanschluss ab 30€/Monat anzubieten. Verschiedene Anbieter bauen in verschiedenen Städten an einem Glasfaser bis ins Haus Netz und bieten damit 100Mbit/s (angeblich sogar symmetrisch) an, etwa Netcologne in Köln. Schön, beneidenswert, aber nur mit Pilotcharakter.

Nun bietet die T-Home ihren Konkurrenten aber auch Zugang zum VDSL-Netz an und Vodafone und 1&1 springen bereits auf, 1&1 hat die Pakete sogar schon buchbar am Start. Und was ich da an Konditionen sehe ist wahrlich nicht unattraktiv: 50Mbit/s VDSL mit (VoIP) Telefonflat, 1TB Online-Speicher und verschiedene mehr oder weniger nützliche Zusatzleistungen, dazu eine nigelnagelneue Fritz!Box 7390 für 9,60€ Versand, optional ein UMTS-Stick für 9,60€ und drei Monaten kostenlosem UMTS-Datenzugang und als Hammer noch 220€ Gutschrift oben drauf. Das ganze Paket gibt es dann für 50€/Monat. Meine Herren, da kann man schon schwach werden und sowohl seine Aversion gegen 1&1 überwinden, als auch sich die 24 monatige Vertragsbindung schönsaufen schönrechnen: Wenn man für die Fritz!Box 200€ Straßenpreis annimmt (sie ist noch gar nicht gelistet) und den Bonus von 220€ dazu addiert, drückt einem 1&1 420€ in die Hand, den Gegenwert des vergünstigten UMTS-Sticks noch nicht eingerechnet. Gegenüber unseren jetzigen Ausgaben von 25€/Monat schrumpfen die 600€ Mehrkosten über 24 Monate dann plötzlich auf effektive 180€ zusammen, das sind 7,50€/Monat mehr für VDSL mit 50/10Mbit/s statt 16/1Mbit/s und eine Telefonflat ins deutsche Festnetz statt gar keinem Telefonanschluss. Uff. Da muss ich noch mal in mich gehen.

Die Fragen sind folgende: Was passiert nach 24 Monaten? Ist ein Wechsel von 1&1 zu einem anderen Anbieter dann reibungslos machbar oder steht man wochenlang ohne Internet da? Bietet 1&1 dann attraktive Nachfolgekonditionen für Nichtwechsler an? OK, das war eine rhetorische Frage. Wie sehen die Angebote der Konkurrenz in der näheren Zukunft aus? Bietet gar Alice schnelleres Internet an? Ich würde immerhin gerne bei Alice bleiben und den 1&1 Schnickschnak brauche und mag ich eigentlich nicht wirklich. Zudem: Wie sieht der Service bei 1&1 aus? Wird mir da geholfen oder muss ich zwei Jahre meines Lebens mit latenter Service-Wut im Bauch verbringen? Kann ich eine unserer Festznetz-Nummern reibungslos von Sipgate nach 1&1 portieren? Und zuletzt: Fühle ich mich wohl als 1&1 Kunde? Steht mir dieser Anbieter? Bitte Feedback, Freunde.

Ich schlafe noch mal eine Nacht und rufe da morgen mal an. Vielleicht kann mir die Verkaufshotline einige meiner Fragen schon beantworten und das vor allem auch verbindlich zusichern.

Nachtrag 07.09.2009: Ich habe mich gerade von 1&1 zurückrufen lassen und die Dame konnte mir einige Fragen beantworten, also der Reihe nach. Nach 24 Monaten verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, nach Sonderkonditionen für Nichtwechsler habe ich gar nicht erst gefragt. Der VDSL-Anschluss ist ein komplett neuer Anschluss, mit etwas Glück kann man eine Überlappung von Alice und 1&1 hinbekommen, auf jeden Fall muss ich Alice selber kündigen. Ein ordentliches Vabanque-Spiel, da die Schaltungszeiten für VDSL aktuell bei etwa acht Wochen liegen, vielleicht auch mehr. Damit man nicht ohne Internet dasteht, bekommt man von 1&1 einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte fürs D2-Netz, mit dem man 3 Monate kostenlos über UMTS ins Netz kommt. Das wäre OK, ein garantiert reibungsloser Wechsel oder sogar eine zugesicherte Überlappung wäre mir aber lieber. Die Störungshotline ist eine 0800er Nummer, also auch vom Handy aus ohne Kosten erreichbar, das ist gut und war durchaus auch mal anders. Bis hierher ein überlegenswertes Angebot. Allein der letzte Punkt macht mir Sorgen und hat mich von einer sofortigen Bestellung abgehalten: 1&1 portiert Rufnummern nur von der Telekom zu sich herüber, unsere Sipgate-Nummer(n) werden also nicht übernommen. Das schmerzt, denn ich möchte wirklich nicht alle Freunde mit noch einer Absendernummer nerven. Leider habe ich nicht gefragt, ob man bei 1&1 eine beliebige Absendernummer eintragen kann, so wie das bei Sipgate möglich ist. Fazit also: Die fehlende Rufnummernportierung von allen Anbietern außer den Telekom ist momentan der Showstopper für mich und in Anbetracht der langen Wartezeiten von momentan acht Wochen habe ich genug Zeit, mir die Marktentwicklung noch mal genauer anzusehen.

Nachtrag 2 07.09.2009: Gerade habe ich mal nachgelesen, Alice führt aktuell Gespräche mit der Telekom und will in den nächsten Wochen auch mit einem VDSL um die Ecke kommen.


Ein gutes Beispiel, warum die Zeit von Windows Mobile vorbei ist

21 08 2009

Screenshot Wecker Windows Mobile 6.1 Vor ein paar Wochen habe ich schonmal einen Beitrag geschrieben, warum die Zeit von Windows Mobile und Symbian OS abgelaufen ist, heute liefere ich einen Screenshot nach, der das sehr schön bildlich unterstreicht: Es handelt sich um das Wecker-Einstellungsmenü von Windows Mobile 6.1 auf meinem HTC Touch HD, der einen riesigen Bildschirm mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln besitzt. Eigentlich also genug Platz für hübsche Bedienelemente, die man mit dem Finger nutzen kann. HTC hat viele eigene Menüs, auf die das zutrifft, hat aber eben nicht alle Funktionen durch eigene Menüs ergänzt. Die Zeiger der Uhr kann man übrigens mit dem Stift oder mit viel Geduld und Geschick auf mit dem Finger verdrehen, was an sich cool wäre, mäße die Uhr nicht lediglich 2cm im Durchmesser (und sogar nur 1,7cm bei meinem XDA Orbit 2). Aber das I-Tüpfelchen ist für mich, dass die Zeiger nicht mal geglättet dargestellt werden, sondern sich in unfassbarer Pixeligkeit präsentieren. Das Ding scheint seit der ersten Version von Windows Mobile vor etwa 10 Jahren nicht angefasst worden zu sein.

Ach ja, bevor Missverständnisse aufkommen: Der HTC Touch HD erschien Ende 2008 und hat die zur Zeit aktuelle Windows Mobile Version 6.1 installiert. Microsoft hat also eine Menge Arbeit vor sich, bevor Windows Mobile auch nur ansatzweise zum Wettbewerb aufschließen kann.


Toolbar Wut

20 08 2009

Ich bin genervt, weil immer mehr Programme einem irgendwelche Toolbars oder andere Browser Extensions aufdrängen. Aktueller Höhepunkt: Das zur Zeit verteilte Java Update (JRE 6 Update 15) bringt voreingestellt die Yahoo! Toolbar für den Firefox mit. Ich sitze ständig an fremden Rechnern und werfe den Mist überall wieder runter, das nervt total. Auch Skype macht mich krank, weil es bei jedem verfickten Update seine unfassbar bremsende Firefox Extension wieder installiert, sogar ohne Nachfrage. Eine Kundin rief mich mal völlig genervt an, dass ihr Internet seit ein paar Tagen so unglaublich träge geworden wäre. Was war los? Ich wäre schon fast hin gefahren (50km), habe aber vorher noch mal per Fernwartung auf ihren Rechner geguckt. Und siehe da, die Skype Extension hat für das Suchen von Telefonnummern auf Websites so unglaublich lange gebraucht, dass es sich merklich langsamer surfte. Schnell deaktiviert und schon fluffte es wieder.

Um mir meine Wut mal von der Seele zu schreiben, hier mal eine unvollständige Liste der von mir eingesetzten lästigen Programme:

  • Java Runtime Environment 6 Update 15: Vor einigen Versionen hat einem das Java Update einen Link zum Download von OpenOffice.org auf den Desktop gelegt. Das ist nervig, aber ohne echte Folgen. Die aktuelle Version bringt aber voreingestellt die Yahoo! Toolbar für Firefox mit. Das geht gar nicht: Wenn kostenlose Software wie IrfanView sich ein paar Euro mit Toolbars dazu verdient, ist ist das eine Sache. Wenn aber eine Runtime sowas mitbringt, ist das eine schlichte Unverschämtheit. Als ob Sun kein Interesse daran hätte, ihre Java Runtime auf möglichst vielen Systemen in aktueller Version installiert zu haben.
  • Skype installiert bei jedem Update (das sowieso praktisch eine Neuinstallation ist) eine Firefox Extension, die den Browser total ausbremst. Unfassbar. Dabei geht es nicht um Werbung, sondern um Absatzsteigertung: Die Extension macht Telefonnummern auf Websites anklickbar, so dass man diese direkt über Skype anrufen kann, was natürlich kostenpflichtig (und nicht mal wirklich billig) ist. Auch hier: Lästig und unverschämt, zumal die Installation ungefragt geschieht und sehr störende Nebeneffekte (angezogene Firefox Handbremse) mit sich bringt.
  • Die Daemon Tools binden CD-Images bequem als virtuelles Laufwerk ins System ein und tun das sehr zuverlässig seit vielen Jahren. Früher war der Hauptzweck, den Kopierschutz von Spielen zu emulieren, heute muss man (ich zumindest) alle Nase lang auf CD Images zugreifen, vor allem auf Netbooks. Die aktuelle Version bringt eine unfassbare Konfigurationsorgie mit, damit man weder Suchseiten noch Toolbars mitinstalliert. Das kann man alles abstellen, aber es ist extrem nervig. So nervig, dass ich seit vielen zufriedenen Jahren nun auf der Suche nach einem Open-Source Image-Mounter bin. Zudem sind die Daemon Tools nur noch für die private Nutzung kostenlos und kosten sonst richtig Geld. Warum kann eigentlich nicht mal Windows 7 ISO-Images mounten? Immerhin kann Windows 7 ISO-Images schon mal brennen.
  • Der Adobe Reader haut bei jedem (dringend nötigen!) Update immer wieder ungefragt sein Symbol auf den Desktop. Das wäre nur halb so bescheuert, wenn dieses Icon irgendeinen nennenswerten praktischen Nutzen hätte. Hat es aber nicht, oder kennt ihr jemanden, der einfach so den nackten Adobe Reader startet? Wozu auch? Seine einzige Funktion ist das Anzeigen von PDF-Dateien und die öffnet man mit einem Doppelklick. Wir sind ja nicht auf dem Mac, wo man alles per drag and drop öffnet und die Voschau des Systems PDF-Dateien anzeigt.
  • IrfanView ist ein großartiges Programm, aber leider seit einiger Zeit eine stete Quelle des bei der Installation vorausgewählten Google Desktops. Bei der Installation lässt dieser sich zwar leicht abschalten und ich habe hier vollstes Verständnis für das Ansinnen, ein paar zusätzliche Einnahmen zu generieren. Aber der Google Desktop ist aus Datenschutzsicht ein sehr spezieller Fall und deswegen sehr fragwürdig.
  • Winamp bringt, wenn man nicht aufpasst, auch eine Menge Zeugs mit. Das ist einer der Gründe, wieso ich Winamp seit einigen Jahren nicht mehr benutze.
  • Apple ist der König unter den nervigen Mitbringselschnürern. Installiert man notgedrungen iTunes, weil man dem iPhone oder einem iPod anheim gefallen ist, landet automatisch das verhasste Quicktime samt unglaublich überflüssigem Tray-Icon auf dem Rechner. Will man Quicktime alleine installieren, muss man gut aufpassen, um nicht iTunes gleich mitinstalliert zu bekommen. Das alleine wäre schon lästig, aber wenn man nicht aufpasst, hat man bald auch noch Safari auf dem Rechner, denn bei den regelmäßigen Updates von iTunes und Quicktime ist Safari immer wieder aufs neue vorausgewählt. Das geht wirklich gar nicht! Apple ist derart dreist, was das angeht, dass man echt nur den Kopf schütteln muss: Apple ist das neue Microsoft, nur viel schlimmer.
  • HP hat es sich bei mir ebenfalls verscherzt: Die den Multifunktionsgeräten beiliegende Softwareunverschämtheit belegt nicht nur einige hundert Megabyte Platz auf dem Rechner, indem sie ein ganzes Bündel an zusätzlicher und überflüssiger Software mitbringt. Das wäre alleine schon zum kotzen. Dass der Mist dann leider häufig nicht funktioniert und ich das Zeug über ein Jahr verteilt sage und schreibe 10 mal auf Anweisung des (durchaus guten) Hotline-Chats jeweils eine geschlagene Stunde lang neu installiert habe, weil wieder irgendetwas nicht mehr lief, war für mich Grund genug, auf absehbare kein HP Gerät mehr zu kaufen oder zu empfehlen.

Diese Liste ist alles andere als vollständig und spiegelt nur die Software wieder, die ich selber benutze oder bei Kunden sehe. Teenager-Rechner kann man übrigens gar nicht betreten vor lauter ICQ-, MSN- und Skype-Messengern, die beim Start online gehen und alle ihre eigenen Toolbars und was auch sonst immer mitbringen.


AVM hat einen super Service

09 07 2009

Seit ein paar Jahren bin ich sehr treuer AVM-Kunde. Die Fritz!Box war der erste Router, der mich wirklich langfristig zufriedengestellt hat. Ich habe sie nur einmal durch einen anderen Router ersetzt, nämlich ihren Nachfolger. Auch bei meinen Kunden und sonstigen Leuten, denen ich eine Fritz!Box empfohlen habe, war das stets die Endstation der Router-Odyssee. Und ich musste schon viele Router austauschen in meinem Leben, nicht nur bei mir. Einer der schlimmsten war ein Zyxel-Gerät, das nur zwei oder drei WLAN-Geräte gleichzeitig versorgen konnte und das Gerät mit der jeweils längsten Verbindungszeit bei einem vierten hinzukommenden Gerät einfach gekickt hat. Darüber wollte ich aber gar nicht reden, sondern über den AVM-Support.

Einen Defekt an einer Fritz!Box musste ich bisher gottlob noch nie reklamieren, aber ich habe schon die ein oder andere Supportfrage gestellt, die mir stets freundlich und kompetent beantwortet wurde. Vor einer Woche ging dann mein ziemlich neues Fritz!Fon MT-D kaputt, das ich übrigens für das Geld für ein wirklich tolles Gerät halte. Es gab keinen Mucks von sich und ließ sich auch nicht einschalten. Also habe ich eine Supportanfrage via Webformular gestartet. Am nächsten Tag kam eine Antwort mit einem kurzen Hilfevorschlag (der aufgrund meiner vorher gegebenen Informationen reichlich überflüssig war) und der Ansage, dass ich das Gerät ansonsten werde einschicken müssen. Auf meine Antwort, dass das nichts helfe, bekam ich zügig eine Adresse und eine RMA-Nummer mitgeteilt. Flugs das Gerät eingepackt und zum Hermes-Paketshop gebracht (Hermes hat übrigens mal wieder wirklich von seiner langsamsten Seite gezeigt) und ab mit dem Telefon nach Berlin. Es folgte eine Eingangsbestätigung per E-Mail (sehr gut!) und schon am nächsten Tag habe ich ein nagelneues Austauschgerät per DHL bekommen. So muss eine Garantieabwicklung funktionieren, da habe ich nicht mal Grund, mich über die vier Euro Versandkosten zu beschweren: Die zahle ich gerne als meinen Beitrag zum wirklich zufriedenstellenden Support.

Zum Fritz!Fon MT-D: Ich habe das Gerät gekauft, obwohl es bei Geizhals.at nur von 11% der Besucher empfohlen wurde. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert, den ich dort je gesehen habe. Auch in anderen Foren gab es massive Beschwerden über das Gerät, vor allem wäre die Sprachqualität oft extrem schlecht. Ich habe es trotzdem gekauft und direkt die aktuelle Firmware aufgespielt. Was soll ich sagen? Keins der genannten Probleme konnte ich nachvollziehen. Vielleicht habe ich eine neue Baureihe erwischt? Vielleicht habe ich einfach Glück? Vielleicht hat erst die neueste Firmware die groben Probleme behoben. Wie auch immer, für unter 40€ bekommt man meiner Meinung nach kein besseres Telefon und dass es sich so formidabel mit der Fritz!Box verträgt ist ebenfalls fein. Schade, dass ich keine Gegenstellen für die wirklich toll klingende HD-Telefonie habe. Nur die Tarifansage von Sipgate klingt immer voluminös und kraftvoll, da sieht man, was gehen könnte. Insgesamt ein guter Kauf und auch der Defekt trübt meine positive Meinung nicht. Sowas kommt vor und erst da zeigt sich die wahre Qualität eines Anbieters.

Und weil AVM so eine anständige Firma ist, die sicherlich ein brauchbares Blog-Monitoring macht, auf diesem Wege noch mal mein dringendes Feature-Request: Einer meiner Kunden braucht dringendst eine zeitlich fein steuerbare Anrufbeantwortersteuerung, also AB nur außerhalb der Bürozeiten und in der Mittagspause an, Mittwochs und Freitags Nachmittags aber auch. Kann doch nicht so schwer sein. Meine Notlösung wäre ein Script, was auf das Frontend über einen emulierten Browser zugreift. Vielleicht sollte ich mir mal die Reconnect-Funktion vom jDownloader genauer ansehen. Wie wäre es überhaupt mal mit einer allgemeinen dokumentierten API zu den Fritz!Box Funktionen? Da könnte man auch ohne Freetz- und anderes Gebastel sicher viel spannendes bauen.


SSL und wenigstens halbwegs gute Passwörter

04 05 2009

Jemand hatte für 24 Stunden den Twitter-Account cdu_news gekapert und dort eine politische Kehrtwende lanciert. Dem Hörensagen nach geschah das entweder durch ein in einem offenen WLAN gesnifftes Passwort oder durch schlichtes Raten, was bei Identität von Benutzername und Kennwort schnell gegangen sein mag. So oder so, die CDU hat sich das aus verschiedenen Gründen redlich verdient, in erster Linie aber zeigt es recht schön, wie es um die Medienkompetenz dieser Partei bestellt ist. Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus, die Häme ist schon woanders ausgeschüttet worden.

An diesem Beispiel sieht man wieder, dass viel zu wenige Leute sich zumindest im Ansatz für die Sicherheit ihrer Online-Identität interessieren. Da werden trivialste und leicht zu erratende Passwörter genutzt und wahrscheinlich für alle Dienste das gleiche, weil man sich das ja auch merken muss. Und es wird ohne Hirneinsatz in offenen WLANs fröhlich alles ohne Verschlüsselung übertragen. Dass da jeder Anwesende mit ein wenig technischem Verständnis und einem Notebook oder PDA in Reichweite alles, mit der Betonung auf alles, mitlesen kann, hat man auch schon mal gehört irgendwann. Punkt. Ich habe keinerlei Mitleid mit Menschen, denen aus diesen beiden Gründen unschöne Dinge passieren, denn sie haben es verdient. Sie haben mutwillig alle Regeln der Umsicht missachtet und müssen die Konsequenzen tragen. Jemand, der aus Bequemlichkeit vor dem Überqueren einer großen Straße und mit MP3-Player auf den Ohren weder rechts noch links guckt, wird in der Regel früher oder später in Kontakt mit fahrenden Fahrzeugen kommen. Same here.

Also noch mal ein paar simple Regeln für den sicheren Umgang mit Passwörtern:

  1. Wenigstens halbwegs sichere Passwörter wählen. Admin und Admin sind kein gutes Paar, idiot@gmx.de und idiot auch nicht. idiot12345 ist schon besser, aber immer noch leicht zu erraten. Im Prinzip führt kein Weg an sowas wie 2i5j28dQ vorbei. Wer sich sein Passwort merken muss kann auch die ersten Buchstaben jedes Wortes in einem bescheuerten Merksatz nehmen. Nach ein paar Mal eintippen braucht man den Satz eh nicht mehr. Wie auch immer, ein Passwort darf nicht nach ein paar Tausend Versuchen erraten werden, also mit geeignetem Werkzeug nach ein paar Millisekunden bis Minuten. Der Name von Kindern und Haustieren oder der Hochzeitstag fallen also auch flach, ebenso wie Begriffe, die im Wörterbuch stehen.
  2. Nicht überall das gleiche Passwort nehmen. Klingt besonders lästig, aber eine Anekdote beschreibt das Problem ganz gut: Ich hatte mal meinen Benutzernamen vom FH-WLAN vergessen und habe diesen in der DVZ (unser Rechenzentrum) per E-Mail nachgefragt. Der freundliche Mitarbeiter nannte mir ohne weitere Überprüfung meiner Identität meinen Benutzernamen und das erste Zeichen meines Passworts (nach dem ich nicht gefragt hatte, denn das wusste ich noch). Fuck, dieses Passwort hatte ich zu dem Zeitpunkt bei etlichen Diensten genutzt und jeder Honk konnte offenbar durch geschicktes Nachfragen bei der DVZ dieses Passwort herausfinden, das dort im Klartext abgelegt war. Fuck, fuck, fuck! Merke: Man kann nie wissen, was mit den Passwörtern bei den Betreibern passiert, also führt tatsächlich kein Weg daran vorbei, für jeden Dienst ein gesondertes Passwort zu benutzen oder zumindest für die wichtigen Dienste.
  3. Kein Mensch kann sich alle Passwörter merken, wenn man für jeden Dienst ein eigenes definiert. Also führt kein Weg an einem Passwort-Manager vorbei. Ich benutze Keepass, das ein kostenloses (Open-Source) Programm ist, das auf etlichen Plattformen läuft: Neben Windows (auch vom USB Stick), Linux, Mac OSX auch auf den meisten besseren Handys und demnächst irgendwann auch mal auf dem iPhone, wenn Apple es mal im AppStore freischaltet. Aber Vorsicht: Das Master-Passwort muss besonders stark sein, denn wer eine schlecht geschützte Schlüsseldatei in die Finger bekommt, hat den Generalschlüssel.
  4. Fast einen Generalschlüssel hat auch jeder, der das Passwort zum E-Mail Postfach kennt oder sonstigen Zugriff darauf hat: Eigentlich jeder Webdienst bietet die Möglichkeit, sich ein neues Passwort per E-Mail zusenden zu lassen. Und schwupps ist alles geritzt. Immerhin bemerkt man hier den Angriff meistens im Nachhinein, wenn das alte Passwort nicht mehr funktioniert. Merksatz: E-Mail und Passwort-Manager sind die wichtigsten Passwörter von allen. Hüte sie wie Deinen Augapfel.
  5. Das E-Mail Postfach kommt aber gerne in falsche Hände, wenn man unverschlüsselt auf seine E-Mails zugreift. Also immer und ganz besonders in offenen WLANs Passwörter nur über verschlüsselte Verbindungen übertragen. Im E-Mail Programm muss man meist nur zwei Häkchen setzen (SSL oder TLS), je nach Provider muss man aber auch mehr Umstellen: Ein freundlicher Helfer oder die Online-Hilfe des Providers hilft auch Anfängern zuverlässig bei der Einrichtung. Auch der Webmailer sollte nur mit einem https:// vor der Adresse genutzt werden. Nochmal: In offenen WLANs, also allen öffentlichen und hoffentlich nicht dem eigenen, kann jeder in Reichweite des Netzes alle Daten mitlesen, wenn sie nicht verschlüsselt werden.
  6. Und zuletzt der simple Tipp: Nicht jedem das Passwort in die Hand drücken. Ein Passwort geht niemanden etwas an. Ganz besonders gilt das für die vielen Dienste, die eine direkte Twitter-Anbindung anbieten, für die Benutzername und Kennwort eingegeben werden müssen. Das ist scheiße, liebe Betreiber. Bitte erzieht die Nutzer nicht zu solch sorglosem Umgang mit ihren Zugangsdaten.

Ja, Passwörter sind ein unbequemes Thema. Aber spätestens, wenn es um handfesten Identitätsdiebstahl oder finanziellen Schaden geht (PayPal, eBay etc. schicken einem gerne ein neues Passwort per E-Mail zu), sollte etwas Umsicht walten.


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