Zu fahrende Autos

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Eine lose Sammlung von Autos, die ich bei Gelegenheit mal fahren möchte – und warum. Wer mir einen Gefallen tun möchte, vermittelt mir mal eine Fahrt mit einem dieser Autos. Einen milden Betrag bezahle ich dafür auch gerne. Klassische Probefahrten mache ich aus Prinzip nur, wenn ich ein Auto kaufen will und nicht, um meine Fahrzeug-Promiskuität auszuleben. Natürlich schreibe ich danach auch einen Bericht über das gefahrene Fahrzeug, allerdings nicht aus purer Dankbarkeit besonders wohlwollend. Natürlich kann ich mich von Schmeicheleien nicht frei machen, aber meine Integrität ist mir ausgesprochen wichtig. Also liebe Autohändler und -hersteller, wer eine offene Meinung hören will, kann mich ja gerne kontaktieren.

Über die genannten Fahrzeuge hinaus bin ich grundsätzlich immer an Fahrten mit anderen Fahrzeugen interessiert. Jeder möchte gerne mal Porsche fahren oder was auch immer. Wenn sich da was ergibt, gerne. Aber mein Kerninteresse gilt, bei Autos wie bei Frauen, der Normalität (genauer: realistischen Erreichbarkeit, aber auch Authetizität). Wer mir die Schlüssel für einen Jaguar F-Type in die Hand drückt, macht mich natürlich glücklich, aber über solche Autos wird ja schon immer so viel lesenswertes geschrieben.

Opel

Mit Opel verbindet mich traditionell vor allem eine tiefe Abneigung. Da wo ich herkomme standen überall diese Kadetts mit den Plastik-Lüftungsschlitzen in der C-Säule rum. Hässlich, rostig, klapprig, kultig. Aber auch Astra und Corsa waren für mich nie erstrebenswerte Autos. Gelegentlich muss man einen spartanischen untermotorisierten Corsa als Mietwagen ertragen, das macht die Sache nicht besser. In letzter Zeit allerdings gefallen mir fast alle neuen Opels, der Zafira Tourer ist für mich sogar die hübscheste Inkarnation des Themas Familienvan, die man zur Zeit bekommen kann. Der Knick in der Seitenlinie vom Meriva ist ein tolles Detail, aber die eigentliche Großartigkeit wird erst deutlich, wenn man sich den Vorgänger anschaut: was für ein Fortschritt! Inzwischen Ist man bei Opel sogar vom Holzweg der tausend Knöpfe in der Mittelkonsole abgekommen. Gut so, die waren wirklich abschreckend und haben dazu geführt, dass ich mir den Zafira Tourer nicht näher angesehen habe, als ich einen Kompaktvan kaufen wollte.

Opel Adam

Der Adam hat keinen hässlichen direkten Vorgänger und in meinen Augen ist er optisch eine hochinteressante Alternative zu Mini, Fiat 500 und Konsorten. Den muss ich also mal fahren, allerdings unbedingt in einer spritzig motorisierten Variante, die Motoren, die zum Start zur Verfügung standen, sollen ja eher mau sein und ich will mein fragiles Zuneigungspflänzchen nicht gleich wieder platt trampeln lassen. Wie fühlt sich die Karre an? Wie sitzt es sich? Wie fährt es sich? Wie nutzbar ist der Inneraum? Wie gut funktioniert dieses günstige Multimediadingsbums? Möchte ich Opel fahren?

Meriva und Zafira Tourer

Weniger spannend finde ich den Meriva und den Zafira Tourer, aber auch die beiden würde ich ganz gerne mal fahren. Warum? Gute Frage, einfach so.

Fiat

Ähnlich wie bei Opel ist meine Zuneigung zu Fiat traditionell sehr begrenzt. Das erste Auto, mit dem ich viel gefahren bin, war ein Fiat Tipo. Der war Baujahr 1994, fühlte sich aber krass nach 80ern an. Krass, wie klapprig der war, ganz besonders im Vergleich zum kaum jüngeren Polo meiner Eltern. Ständig war irgendwas kaputt, vor allem die Abgasanlage war ein steter Quell von Freude. Die Kommilitonen damals haben immer Witze gemacht, wenn sie mich mit dem "Ferrari" in der Tiefgarage gehört haben. Der 90er-Jahre-Punto war auch kein besonderer haptischer oder fahrerischer Genuss. Irgendwann bin ich auch mal kurz einen Fiat Panda gefahren. Was soll ich dazu sagen? Ich kann nicht nachvollziehen, warum man den bei TopGear so mag. Ne, Fiat ist mehr was für andere.

Fiat 500

Der Fiat 500, der quasi ein Panda in hübsch ist, interessiert mich dagegen sehr. Schafft er es meinen Schwur "nie wieder Fiat!" zu besiegen? Vor allem der TwinAir hat mein Interesse geweckt, man erzählt sich ja großartiges über dieses flotten und geil klingenden Zweizylinder. Keinesfalls zu tun haben will ich aber mit den Fiat 500 Varianten. Was hat sich Fiat bloß bei 500L Living und Co. gedacht? Andererseits, vielleicht komme ich den Gedankengängen der Fiat-Entscheider ja auf die Spur, wenn ich eines dieser schlimmen Gefährte näher kennenlerne. Vielleicht wird ja sogar eine Entschuldigung fällig. Das führt mich direkt zum Multipla.

Fiat Multipla

Der Fiat Multipla, vor allem das erste Modell, gehört zu den hässlichsten Autos überhaupt. Ich frage mich bis heute, was Fiat da geritten hat. Andererseits ist der Wagen dadurch auch sehr interessant, einige Leute dichten ihm auch einen ausgeprägten Charakter an. So oder so, die Form polarisiert und das ist Grund genug für mich, gerne mal ein paar Kilometer hinter seinem Steuer verbringen zu würden. Noch brennender wird die Frage beim zweiten Multipla, der den Spagat schafft, viele schlimme Eigenschaften vom Ur-Multipla zu übernehmen und den Rest durch Langeweile zu ersetzen. Am Ende ist er immer noch hässlich, hat aber keinen Charakter mehr. Ein schlechter Tausch? Wer weiß?

Renault

Auch Renault hat bei mir – wie alle Franzosen – traditionell keinen guten Stand. Die meisten Renault waren mir egal, einige aber sind weit oben in meiner Topliste der Autos, die man besser vergisst. Klickt Euch bei der Wikipedia mal durch die Liste ehemaliger Renault-Modelle, da werden unschöne Erinnerungen wach. Neulich fuhr ich einen Renault Clio vorletzter Generation kaputt, der war von der egalen Sorte. So egal, dass ich noch immer auf eine Erklärung warte, warum jemand für so viel Geld dieses Auto kauft. Als gäbe es keine anderen Kleinwagen. Der erste Twingo war damals eine Revolution, fuhr sich aber im direkten Vergleich mit meinem Honda Jazz derart beschissen, dass ich froh war, den nach zwei Tagen wieder bei der Werkstatt abgeben zu dürfen. WTF?

Renault Captur

Der Renault Captur hat allerdings mein Interesse geweckt. Eine Crossover-Variante vom egalen Clio, der in seiner aktuellen Version eigentlich gar nicht mal so egal ist. Eine interessante Crossover-Variante allemal. Den muss ich auf jeden Fall mal fahren. Ich glaube, ich werde mich da die Tage mal beim Händler reinsetzen. Der hat jedenfalls die Chance, meine Meinung zum Thema Renault deutlich aufzubessern.

Renault Twingo

Der neue Twingo, der Ende des Jahres kommt und ein enger Bruder vom neuen Smart fourfour ist, ist auch höchst interessant. Der letzte Twingo war mal wieder eins dieser völlig egalen Autos, die niemand braucht. Der neue Twingo verspricht mal wieder, eine Bereicherung für die Autowelt zu werden. Ich bin gespannt.

Kia

Bis vor etwas über einem Jahr war Kia für mich völlig fremd und deren Autos wollte ich nicht sehen: Hässlich, billig, altbacken. Mein besonderer Hass galt dem Kia Carens, der sich zu Recht 2012 nur 157 mal oder so verkauft hat. Kia war ganz unten bei mir. Dann aber brachte Kia ein hübsch überarbeitetes Auto nach dem anderen auf den Markt, glänzt plötzlich mit tollen Materialien, toller Verarbeitung und verspricht höchste Zuverlässigkeit inkl. 7 Jahren Garantie. Was ist denn da los? Kia hat für mich, noch vor Opel, in den letzten Jahren den größten Sprung auf dem Automarkt hingelegt, Hut ab! Dann stand ich im Mai 2013 in Showroom eines Kia-Händlers und befummelte den nagelneuen (an dem Tag erschienenen) Carens. Ich bin bei Autos ein haptischer und visueller Typ und da konnte der Carens überzeugen. Vom Hassauto zum Auto, das ich kurz später gekauft habe. In nur fünf Minuten.

Kia Piccanto

Ich mag eigentlich keine so kleinen Autos, was man angesichts dieser Liste nicht vermuten würde. Aber der Piccanto gefällt mir, er hat Charme. Also muss ich den unbedingt mal fahren.

Kia cee'd GT

Der aktuelle cee'd gefällt mir als Kombi und in normal sehr gut, was wenig wundert, ähnelt er als Kombi dem Carens doch so sehr, dass ich die von oben kaum auseinander halten kann. Da stand mal einer vor der Tür und ich musste runter gehen, um zu sehen, dass das kein Carens ist (OK, es war Nacht). Die Ausstattungsliste ist leider nicht so charmant wie beim Carens gelöst. Naja. Neulich stand hier jedenfalls ein schwarzer cee'd GT (nicht der dreitürige pro_cee'd, der ist mir zu prollig) herum. Wow, ausgesprochen sexy, die eine Spur sexyer als der normale cee'd, dass ich mich nach ihm umdrehe. Den würde ich in der Tat auch ganz gerne mal fahren. Drin steckt übrigens ein 204PS Turbobenziner mit ordentlich Dampf. Nicht so viel Dampf wie ein Golf GTI und auch ohne DSG und Trick-17-Differenzial, aber angeblich geil genug, um Spaß zu machen. Das würde ich gerne mal selber in Erfahrung bringen.

Die Liste wird ständig aktuell gehalten, das reicht jetzt aber erst mal.