Urlaub machen

28 12 2009

Ich mache Urlaub, ich weiß, es ist kaum zu glauben. Denn ich fahre nicht gerne in den Urlaub, erst recht nicht, wenn ich knapp bei Kasse bin. Und schon gar nicht eine ganze Woche. Nun haben wir aber schon seit Jahren vor, zu Sylvester ein Haus am Meer mit Sauna klar zu machen. Und weil über Sylvester alle Häuser eine Mindestmietzeit von einer Woche haben, oder wenn sie weniger zulassen, das gleiche kosten, wie andere Häuser eine ganze Woche, sind wir jetzt gleich eine ganze Woche am Start. Naja und knapp bei Kasse bin ich zur Zeit glücklicher Weise (zumindest theoretisch) auch nicht so wirklich. Da wir nicht irgendwo hin fliegen, ist das Ganze sogar umwelt- und geldbeutelmäßig vertretbar.

Bleibt die dritte Einschränkung: Online sein im Urlaub. Bisher hieß Urlaub für mich, weitgehend auf Internetzugriff zu verzichten. Erst fiel diese Grenze durch sowieso gebuchte Datenflatrates bei Deutschland-Kurztrips, jetzt sind wir auch im Haus in Holland für 20€ Aufpreis online. Ich bin gespannt, wie das da realisiert wird; dabei hoffe ich auf einen WLAN-Router im Haus, rechne aber irgendwie mit einer Telefondose, an der man ein Modem anschließen kann und für 9¢/min online gehen kann. So habe ich das nämlich in Krankenhäusern und Reha-Buden in den letzten Jahren immer wieder gesehen. Wie auch immer, ich nehme vorsichtshalber eine Fritz!Box mit. Wär doch gelacht. Eine Woche ohne Online-Zugriff geht für mich nun mal nicht, zumindest nicht freiwillig. Ich weiß, dass andere das als befreiend empfinden; ich tue das nicht. Ich finde auch barfuß in der Stadt laufen nicht befreiend oder auf papierdünnen Strohmatten auf Steinböden in irgendwelchen abgeschiedenen Klöstern zu nächtigen. Weil man da so zu sich findet und so. Fuck Leute: Man kann sich seinen Alltag auch so einrichten, dass man genug Möglichkeiten zum in sich kehren hat. Stress vermeiden und vielleicht gelegentlich mal ein Joint sind da schon sehr hilfreich. Oder man macht zweimal die Woche Yoga oder was auch immer. Für mich ist Urlaub jedenfalls selten befreiend gewesen, sonder eher eine stressige Angelegenheit. Wenn man nach Hause kommt und vor Anstrengung erst mal pennen muss, um danach ein paar Tage damit zu verbringen, wieder auf den aktuellen Stand zu kommen, dann kann ich da keine echte Entspannung erkennen. Um es mit Deichkind zu sagen: Urlaub vom Urlaub". Andere lassen sich die Zeitung in den Urlaub nachschicken, ich brauche eben Internetzugang. So einfach ist das. Keine Ahnung, wieso ich mich da immer rechtfertigen muss.

Es gibt noch eine vierte Einschränkung: Nach Weihnachten ist bei mir seit 10 Jahren traditionell Weihnachts-Netz angesagt, die ich jetzt schweren Herzens sausen lassen muss. Sehr schade. Aus diesem Grund kam bisher auch für mich nie ernsthaft ein Besuch beim Chaos Communication Camp in Frage. Jetzt ist es so weit: Ich kaufe mir einen langärmligen und langbeinigen Spießer-Pyjama und fahre statt mit den Jungs (und Mädels) die Nächte mit Killerspielen und so zu durchzechen in den Sylvester-Urlaub. Ja, ich gehe ganz offensichtlich auf die 30 zu. Und was soll ich sagen? Ist gar nicht so doof, wie das immer dargestellt wird.

Jetzt muss ich mich aber schnell fertig machen und packen, denn gleich geht es schon los. Zu viert in meinem Jazz, das wird kuschelig.


Windows Mobile ist durchunddurch durch, Symbian auch

12 08 2009

Ich hatte früher einen Palm. Den hatte ich meiner damaligen Freundin für 400DM aufgeschwatzt, als sie mit der Schule fertig war und irgendwie Termine hatte. Sie hat ihn nicht benutzt, also bekam ich das Dingen als Dauerleihgabe (oder habe ich es ihr abgekauft?). Es war ein Palm m100 mit 160x160 Pixel großem Monochrombildschirm, der mit zwei AAA-Batterien etliche Wochen/Monate (je nach Nutzung) lief. Für den Palm gab es, im Rahmen der arg beschränkten Möglichkeiten, eine Menge Apps. 99,5% dieser Apps waren entweder scheiße oder nutzlos oder wissenschaftlichen Spezialzwecken vorbehalten. Die Vorlesung zum Bürgerlichen Recht meines ersten Uni-Semesters im Jahr 2001 habe ich zu großem Anteil mit einem echt brauchbaren Mahjongg auf diesem Palm verbracht. Meine Termine habe ich die folgenden Jahre mit diesem Palm organisiert und sie mit dem dürftigen Palm Desktop über die serielle Schnittstelle synchronisiert. Das funktionierte hervorragend. Die Kontakte allerdings habe ich immer schon im Handy organisiert, denn da brauche ich sie nunmal. Was sollte ich auf dem Palm damit? Und an Synchronisation unter verschiedenen Geräten war damals nicht zu denken.

Parallel gab es irgendwann Windows Mobile, was auch irgendwie Windows CE und PocketPC hier. Wie auch immer es hieß, es war grauenerregend. Sowohl die ersten damit ausgestatteten Geräte waren schlimm (miese Akkulaufzeit, schwer, hässlich), als auch das System selber. Es synchronisierte nur mit Outlook, sah unfassbar scheiße aus, war langsam, lästig zu bedienen und zu allem Überfluss auch noch von Microsoft. Aber alle Geräte hatten eine halbwegs brauchbares Display von mindestens 320x240 Pixeln in Farbe und es war offensichtlich nicht allzu zickig gegenüber selbstgeschriebenen Programmen. Jedenfalls gab es schnell einen großen Haufen Programme für das System, die leider fast alle so hässlich und blöd zu bedienen waren, wie das System selber. Zudem kosteten viele von denen Geld und waren schwer aufzutreiben.

Als 2005 eine undichte Flasche Bionade meinem altgedienten Palm m100 den Gar aus machte, habe ich eine Weile gesucht und einen gebrauchten Palm von Sony gekauft. Der hatte auch einen recht hoch aufgelösten Farbbildschirn, sah wirklich gut aus und hatte ein Navigationsprogramm installiert und eine externe serielle GPS-Maus. Mein erstes Navi, freilich ohne Autohalter, aber immerhin. Die GPS-Maus ging relativ bald kaputt und ich wollte auch kein Palm mehr. Neue Programme wurden nicht entwickelt und alles war so altbacken. Also habe ich ein Windows Mobile Gerät mit integriertem GPS-Empfänger gekauft. Das tat seinen Dienst als Kontakt- und Terminverwalter, sowie als Navi sehr gut. Bis es einmal zwischen mich (ungeschickt) und einen Straßenpoller (aus Stahl) geriet und dabei sein Display einbüßte.

Das war im Frühling 2008 und brachte mich dazu, ein TomTom Standalone-Navi fürs Auto zu kaufen und die Entscheidung über den Neukauf eines Smartphones auf irgendwann zu verschieben, wenn es mal bessere Geräte gäbe. Das iPhone kam aus schon häufiger in diesem Blog erwähnten Gründen nicht in Frage, aber weder mit Palm OS noch mit Windows Mobile war ich je wirklich warm geworden. Symbian kam für mich nie in die Tüte, hier stimmte einfach ganz und gar nichts: Ich mochte Nokia-Telefone noch nie, aber die Bedienung der Symbian Smartphones ohne Touchscreen ist einfach eine Zumutung. Mein Bruder besitzt so ein Gerät und ich kann wirklich nur den Kopf schütteln darüber.

Dann kam O2 auf mich zu und schenkte mir einen XDA Orbit 2 zusammen mit einem satten Flatrate-Vertrag für sechs Monate. Ich muss zugeben, dass ich ernsthaft überrascht war, denn das Gerät gefiel mir auf Anhieb. HTC hatte sich wirklich Mühe gegeben, die Hässlichkeit und miese Bedienbarkeit von Windows Mobile zu übertünchen und wenn das Gerät nicht auf eine fürs Surfen ungeeignete Auflösung von 320x240 beschränkt gewesen wäre, wäre ich fast rundum zufrieden gewesen.

Im Frühling 2009 stand eine Vertragsverlängerung bei O2 an und das damalige Tarifportfolio war für Verlängerungen ohne subventioniertes Gerät leider gänzlich unbrauchbar. Also kündigte ich zähneknirschend und suchte lange nach einem besseren Tarif ohne Handy, denn der XDA war noch kein Jahr alt und ich grundsätzlich zufrieden damit. Kurz vor der Kündigungsdurchführung habe ich dann noch mal mit der Hotline telefoniert, die mir ein attraktives Angebot für einen HTC Touch HD machten. Den habe ich jetzt und bin sehr zufrieden damit.

Lange Vorrede, ich wollte auch etwas ganz anderes hinaus: Nokia hat sich unlängst zu Symbian OS als primärem Betriebssystem für seine Smartphones bekannt, nachdem Gerüchte über einen Wechsel zum Linux-basierten Maemo (auf dem Nokias Internet Tablets basieren) aufkamen. Man liest, Analysten sähen das als Fehler. Ich tue das auch: Meiner Meinung nach betoniert sich Nokia im Smartphone-Markt damit gerade seine Füße vor dem beherzten Sprung ins Hafenbecken. Warum? Blöde Frage. Wer sich Symbian OS mal angeguckt und mit Palm WebOS, iPhone OS und Android verglichen hat, stellt diese Frage nicht. Symbian OS war schon von Anfang an ein unbedienbares Monster und – noch schlimmer – ein Entwicklern gegenüber unglaublich zickiges System. Wo Apple, Palm und Google Entwicklern den Arsch (in Form von reichhaltigen SDKs und einfach zu nutzenden APIs) hinterhertragen, nervt Symbian seit jeher mit dem genauen Gegenteil. Fast scheint es, als wolle Nokia keine Fremdprogramme auf seinen Geräten sehen. Das ist genau der kapitale Fehler, weswegen Symbian OS untergehen wird.

Ähnliches gilt für Windows Mobile. Ich weiß nicht, wie schwer es ist, coole Programme für Windows Mobile zu schreiben, aber die reale Anzahl guter Programme ist derart gering, dass man sich wundert. Windows Mobile Geräte sind seit zehn Jahren auf dem Markt, aber die Softwareauswahl ist einfach nur gruselig. Es gibt eine Hand voll brauchbarer Apps, aber insgesamt hat man es mit gequirlter Scheiße zu tun. Wenn ich mobile Apps schreiben würde, wären Windows Mobile und Symbian wirklich die letzten in meiner Auswahl der zu unterstützenden Plattformen. Da ändert auch der AppStore für Windows Mobile nichts dran. Die beiden Systeme sind (in der jetzigen Form) tot für den Massenmarkt, weil neuere und um längen angenehmere Systeme sie im Vorbeigehen verdrängen. Frage: Warum geht das so einfach? Antwort: Weil sie schon immer faule Kompromisse waren und jeder bisherige Nutzer froh über die neuen Möglichkeiten ist.

Es gab einfach nichts besseres. Die Geschichte mobiler Geräte ist eine Geschichte voller halbgarer Scheißlösungen. Momentan ändert sich das massiv und weder um Windows Mobile noch um Nokia tut es mir leid, wenn sie mit ihren miesen Systemen untergehen. Helfen würde beiden nur ein Neuanfang.


TeLMI, Quix, Scall und Skyper - voll 90er ey!

30 07 2009

Irgendwann in den 90ern gab es für normalsterbliche noch kein Internet und allgegenwärtige Erreichbarkeit per Handy war ein undenkbarer Luxus, zumindest für 13 jährige Schüler wie mich. Aber das mit der Erreichbarkeit leuchtete mir total ein, das wollte ich auch am Start haben. Dieses Gefühl gab es wohl auch bei anderen Leuten, denn um 1995 rum kamen gleich vier konkurrierende Pager-Systeme auf den Markt, die ein revolutionäres und für Jugendliche erstmals finanzierbares Geschäftsmodell nutzten: Der Pager-Träger bezahlt außer dem Gerät nichts, nur wer ihn anpagen will, bezahlt. Und da sind wir schon beim zentralen Problem, denn eine einzige Textnachricht kostete den Sender mehrere D-Mark. Völlig kranke Scheiße, die wirklich fast niemand gemacht hat.

Ich hatte mir damals einen grünen TeLMI gekauft, denn obwohl Quix im Grunde cooler war und mit dem Mehrwert verschiedener kostenloser Nachrichtenticker mitbrachte (u.a. die BRAVO-News), war TeLMI das technisch überlegene System. Wenn ich mich recht erinnere, konnte es weit mehr Zeichen pro Nachricht übertragen und hatte eine garantierte Laufzeit von unter einer Minute, während in den anderen Netzen durchaus auch mal zwei bis drei Minuten üblich waren. Für die Umsetzung der Textnachrichten gab es eine Hotline mit menschlichen Operatoren, die sich die Nachricht anhörten und abtippten. Kann man sich heute kaum noch vorstellen, aber so war das System angelegt. Leider schienen die Operatoren bei den paar Nachrichten, die ich insgesamt bekommen habe, nicht allzu sorgfältig zugehört zu haben. Aus der kultigen Nachricht Karl Ranseier ist tot… wurde so etwas unleserliches wie Kairan seier ist tot… oder so ähnlich, nur noch unverständlicher. Ich habe also mindestens sechs Monate lang stets meinen TeLMI dabei gehabt, um insgesamt weniger als 10 Nachrichten zu empfangen, alle davon Test- und Witznachrichten. Ich weiß nicht, was sich die Betreiber damals erhofft hatten bei diesen irrwitzigen Mondpreisen. Gerade Jugendliche können sich eine regelmäßige Nutzung dieses Dienstes schlicht nicht leisten, zudem war der Nutzen ohne Rückkanal sowieso sehr beschränkt. Mehr als Hab Dich lieb und Ruf mich mal schnell bei xy an, hab meinen Schlüssel vergessen. ließ sich einfach nicht sinnvoll übertragen. Von Unterwegs konnte man sich ja auch nicht melden, denn selber hatte man ja auch kein Mobiltelefon. Ein Ich komme später, hab die Bahn verpasst war also auch nicht drin, ganz davon abgesehen, dass diese Nachricht einem in der Praxis dann doch nicht mehrere D-Mark wert gewesen sein dürfte.

Alles in allem eine unerträgliche Totgeburt das ganze und nur wenige Jahre später kamen die Prepaid-Handys mit SMS. Damit konnte man für vergleichsweise günstige, im Grunde aber immer noch lächerlich teure 39 Pfennig pro SMS in zwei Richtungen und wirklich mobil arbeiten. Und sogar telefonieren, wenn man sich das leisten konnte. Großartig. Und Internet zu Hause hatte man auch.

Scall und Skyper waren übrigens irgendwie doof, ich weiß gar nicht mehr, wieso eigentlich. Scall hatte sogar die großartige Idee, einen Pager in der "Swatch the Beep" mit einer Uhr zu kreuzen. Voll future-mäßig, aber fast noch bescheuerter also ein grüner Pager mit Holster am Gürtel. Ich schäme mich auch angemessen, ehrlich. Wobei mir dieses Gürtel-Holster, das ich stets etwas verschämt hinten am Arsch trug, mal eine Faust beschert hat. Als Ronnie mit der Dicken Backe mir den TeLMI abziehen wollte und mich deswegen abgecheckt hat, hat er das da hinten nicht gefunden und mir dann stattdessen vorgeworfen, dass ich seine Schwester angebaggert hätte. Wenn man aufs Maul bekommt ist der aus der Luft gegriffene Grund ja total egal, aber das mit der Schwester ist doch so klischeehaft und dumm. Als ob man sich nicht irgendetwas weniger armseliges ausdenken oder die Faust einfach mal grundlos sprechen lassen könnte.

P.S. In meiner CB-Funk Zeit hatte ich übrigens auch mal einen CB-Funk Pager zusammen mit einem Funkgerät in Autotelefon-Optik von Conrad (die hab ich sogar noch irgendwo). Bei dem Ding konnte man auf der Tastatur eine vierstellige Zahl eingeben und der dazugehörige Pager piepste und schaltete für eine Weile auf Empfang, sofern er denn in Reichweite war. So wir Polizeifunk inkl. des komischen Piepsens, nur eben im 27MHz Band, was dem Pager eine recht lange Wurfantenne bescherte, die einem am bein runter hing. Auch hier war ich der einzige weit und breit mit sowas und konnte mich nur selber anpiepsen. Wow. Oder eben andere mit polizeimäßigem Rumgepiepse nerven, wenig Nutzwert insgesamt, aber immerhin technisch spannend.


Rivva läuft aus

05 05 2009

Schade eigentlich, Frank Westphal lässt Rivva auslaufen bzw. genauer: Er entwickelt es nicht mehr weiter. Ich mag Rivva, habe es gar neben heise.de, golem.de und drei anderen Seiten als Schnellwahl-Bookmark in Opera drin. Rivva bietet einen guten Blick über die aktuelle Diskussion in den deutschen Blogs, dass es dort mitunter arg inzestös vorgeht ist nicht Rivva geschuldet. Wie auch immer: Mein Dank gilt Frank Westphal für die zwei Jahre Einsatz und ein gutes Produkt.

Was kommt als nächstes? Mal Gerüchte streuen: Frank wird wieder von Qype gebucht, um die misslungene Relaunch-Karre aus dem Dreck zu ziehen. Das wär doch mal was.


O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


Wo bleiben die abschaltbaren Grafikkarten?

29 01 2009

Heise.de meldet gerade Weltweiter Absatz von Grafikchips bricht stark ein. Bei der Gelegenheit fällt mir wieder ein, dass ich seit etwa einem Jahr auf eine brauchbare Grafikkarte warte, die sich bei Nichtnutzung abschalten lässt. Sowohl nVidia, als auch AMD/ATI hatten solche schon lange angekündigt, haben aber nach ersten Versuchen wieder Abstand genommen von dieser attraktiven Idee. Das ist sehr schade, denn ich bin sicher nicht alleine mit meiner Entscheidung, aus Energiespargründen nur Onboardgrafik zu nutzen. Wenn eine Low-End Karte, die nicht wirklich viel schneller als Onboard-Grafik ist, schon 10W im Leerlauf verbraucht (und dafür von der c't schon gelobt wird) und eine High-End Karte hohe zweistellige Wattzahlen im Leerlauf erreicht, dann will ich keine Grafikkarte haben. Mein Rechner verbraucht zwischen 40 und 50W im Leerlauf, eine aktuelle gute Grafikkarte würde diesen Wert glatt verdoppeln. Muss das sein, nur um gelegentlich mal ein Spiel spielen zu können? Für mich kommt das allemal nicht in Frage. Also liebe Grafikkarten-Hersteller-Energieschweine, bitte macht mal etwas brauchbares in der Richtung, dann kaufe ich auch eine Grafikkarte, versprochen…

Nachtrag 02.02.2009: Oha! Gerade lese ich, dass die Radeon 4670 nur 8W im Leerlauf nuckelt und trotzdem genug Leistung für Spiele (bei ggf. reduzierten Details) bietet. Benchmarks sehen die Karten bei etwa 60% einer 4850er und je nach Qualitätseinstellungen auch sogar mal im Bereich einer 8800GT. Das klingt schon mal gut, vielleicht kommt mir so eine Karte sogar mal in den Rechner; 80€ halte ich nämlich nicht mal für zu viel Geld.

Nachtrag 05.02.2009: Habe jetzt eine passiv gekühlte Sapphire 4670 gekauft. Die schafft Vegas 2 sogar in 1920x1200 mit vollen Details. Sehr gut und mehr als ich erwartet hatte.


Das neue Genion S ist ein Witz, oder?

09 01 2009

Gerade bekomme ich meine erste Rechnung nach der Umstellung des gesponsorten Genion XL Tarifs auf Genion S und mich trifft fast der Schlag! Ich bin nicht in meinen alten, schon nicht ganz billigen Genion S mit 19¢/min ohne Grundgebühr zurückgestuft worden, sondern in den zwischenzeitlich eingeführten neuen Genion S Tarif, bei dem plötzlich 25¢/min und 2,50€ Grundgebühr anfallen. Hallo? Was soll das denn? Wie kann man angesichts von 9¢/min-Prepaid-Tarifen einen sowieso schon teuren Tarif mal eben um weitere 31,5% anheben und auch noch völlig wider den Trend eine Grundgebühr einführen? Was fahren die für einen Film? Krank genug, dass der recht attraktive Genion L Aktionstarif mit "nur" sechs Monaten Mindestlaufzeit zu 15€/Monat nur für Neukunden gilt, alle anderen zahlen 20€/Monat und binden sich auch noch unzeitgemäße 24 Monate. In der Preisregion kann man sich ja langsam schon ein iPhone holen.

Also ich mag O2 wirklich gerne und ich würde wirklich gerne dabei bleiben, aber die Wahl zwischen einer recht teuren Flatrate mit satter Vertragslaufzeit auf der einen Seite und einem indiskutabel verteuerten Standardtarif (das sind fast drei mal so viel wie der aktuelle Marktpreis im Prepaid-Bereich und das zzgl. Grundgebühr!) auf der anderen Seite ist eine beschissene Auswahl. Hatte ich schon erwähnt, dass ich sogar für meine Mailbox 25¢/min bezahle?

Also liebe O2-Leute: Ich würde gerne Genion L ohne Handy nehmen, aber nur(!), wenn ich mich daran nicht zwei volle Jahre binden muss. Warum sollte ich mich überhaupt an einen Anbieter ketten, ohne, dass ich dafür einen für mich auch nur ansatzweise triftigen Grund sehe? Macht mal die Augen auf! Vertragszwang ist gegessen, wenn man von subventionierten Handys mal absieht, wo ein solcher auf der Hand liegt. Und bei diesem Genion S werde ich keinesfalls bleiben: Der Tarif ist eine Unverschämtheit, wie ich sie sonst nur Vodafone und Apple/T-Mobile zugetraut hätte. Ich bin sehr sehr sehr enttäuscht!

Also was passiert jetzt? Ich weiß es noch nicht, aber ich sehe mich morgen mal intensiv nach anderen Tarifen um. Mein Problem: Fonic bietet offenbar keine Rufnummernmitnahme an und auch deren Datentarif passt mir nicht. Beides hätte ich perfekt bei blau.de, aber ich mag das E-Plus Netz nicht (schlechteste Netzabdeckung und nicht mal T-Mobile-Roaming, teuer für meine Leute mit Genion L, vor allem aber kein HSDPA). Tchibo? 15¢/min und 24¢/MB im O2-Netz sind solala und außerdem will ich eigentlich wirklich nicht Tchibofonieren, allein das Wort schon. Und sonst? T-Mobile und Vodafone kommen eigentlich gar nicht in die Tüte. Mist. Vorschläge? Ich schlaf erst mal ne Nacht über den Ärger.

Nachtrag: Nach einer Intervention der Projektagentur (vom XDA-Projekt) habe ich jetzt doch noch den alten Genion S bekommen. Zwar entgegen meines ausdrücklichen Wunsches mit Online-Vorteil und damit kostenpflichtiger Hotline, aber immerhin… Dank des Projektes bin ich jetzt aber sowieso für ein Jahr O2 Premium Kunde mit kostenloser Premium Hotline, die mich allerdings bisher immer nach ein paar Minuten Wartezeit in die normale Hotline weitergeleitet hat. Damit muss ich dann doch nicht wechseln. Puh.


XDA-Projekt: Resümee

27 11 2008

So, ab übermorgen habe ich keine Handy-Flatrate mehr, das XDA-Projekt ist vorbei. Ich schreibe einen abschließenden Artikel und erfreue mich an meinem XDA, den ich behalten darf.

Das Gerät

Zum Gerät habe ich bereits eine Menge geschrieben also nur noch eine Kurzfassung:

  • Windows Mobile ist und bleibt doof.
  • Eine Auflösung von 320x240 reicht zum Surfen nicht aus.
  • Opera Mobile 9.5 ist der brauchbarste Browser für Windows Mobile, aber Kilometer weit entfernt vom Safari auf dem iPhone. Der IrisBrowser ist noch nicht weit genug. Fennec (der mobile Firefox) gibt es noch nicht. Leider klappt auch mit Opera Mobile das Surfen nicht mehr auch nur ansatzweise flüssig, seit ich ein Update auf Windows Mobile 6.1 und die aktuelle Opera Mobile Beta gemacht habe: Häufig passiert einfach eine Minute lang gar nichts und ich habe das Gefühl, schon mal flüssiger gesurft zu haben. Kein Spaß, nur noch Notnagel das ganze.
  • Die Synchronisation mit Thunderbird/Lightning unter Vista funktioniert mit BirdieSync prima, gut angelegte 20€.
  • Das Gerät ist recht träge und hängt gelegentlich für ein paar Sekunden. Im Vergleich zum iPhone liegen Welten dazwischen, was flüssige Bedienung angeht.
  • Trotz alledem mag ich das Gerät und halte es für das beste Handy, was ich je besessen habe. Traurig, oder? Windows Mobile ist nämlich allemal besser als alle proprietären Handy-Betriebssysteme, die ich bisher gesehen habe. Und es ist auch allemal besser als Symbian S60. Kein Wunder, dass das iPhone so eingeschlagen ist.
  • Die Internetfreigabe via Bluetooth-PAN und USB-Kabel klappt prima. Während des Umzugs hatte ich gut zwei Wochen, das ausgiebig zu testen. Leider bricht die Verbindung ab, wenn Anrufe eingehen.
  • Gute Software für Windows Mobile ist leider Mangelware. Wann immer ich nach einer Softwarelösung gesucht habe, habe ich höchstens fragwürdige Bezahlsoftware im Bereich ab 10€ gefunden. Open Source? Gegen Null. Wirklich gute Software? Gegen Null. Geht man hingegen in den AppStore von Apple, wird man überschüttet mit brauchbaren kleinen Programmen für jeden Zweck. Na gut, außer denjenigen Zwecken, die Apple für doof hält wie iPhone als Modem nutzen und so.

O2

Man gewöhnt sich schnell an eine Flatrate ins Internet und in alle Netze, aber 100€ im Monat bei zweijähriger Vertragsbindung auch ohne suventioniertes Handy ist ne happige Ansage. Beim Handy-Discounter bekommt man 1 Gigabyte (innerhalb eines Monats zu verbrauchen) für 10€ und die Gesprächsminute für 9¢. Schnell gerechnet: 1000 Gesprächsminuten und 1000MB bekommt man dort für 100€ und zwar sehr flexibel pro Minute und ohne irre lange Vertragsbindung abgerechnet. 1000 Minuten pro Monat sind etwas mehr als eine halbe Stunde Gespräch pro Tag, da kann sich jeder selber ausmalen, ob Genion XL auf die zwei Jahre gesehen für ihn lohnt.

Das Netz von O2 wird gerade massiv ausgebaut und hat das auch dringend nötig: Hier in Düsseldorf ist die Netzabdeckung sehr gut, aber auf meinem Trip nach Leipzig im Sommer konnte ich ausprobieren, wie schlecht die Abdeckung außerhalb der Ballungsgebiete ist: Surfen auf der Autobahn war eine Quälerei, selbst wenn man nicht ständig zwischen T-Mobile und O2 hin und her wechselt. Die Datenraten mit HSDPA sind aber prima, wenn man denn HSDPA bekommt. E-Plus ohne HSDPA ist da wahrlich keine Alternative.

Die Hotline von O2 konnte mir bisher immer helfen und ist vor kurzem verbessert worden: Es gibt kein komisches Telefonmenü mehr, sondern man bekommt jetzt direkt und ohne große Warterei einen Berater dran, der einen im Zweifel an die richtige Stelle weiterleitet. Sehr schön. Weniger schön ist, dass ich gestern nach so einer Weiterleitung fast 20 Minuten in der Warteschleife hing. Immerhin kostenlos, weil ich ja keinen Online-Vertrag habe, der mir 15% Rabatt auf meine gesamte Rechnung geben, aber eine sauteure Hotline bescheren würde. Da sind 20 Minuten unhaltbar, weil man da bequem mehr als 10€ für auf den Tisch blättert.

Ich habe jetzt also wieder Genion S ohne Handy und das Internet Pack M (200MB für 10€ pro Monat, erträglich). Ich hätte ja Genion L genommen, aber da lockt wieder eine Zweijahresbindung, die ich keinesfalls akzeptieren werde. Was soll das? Wieso versucht ein Handy-Provider mich ohne subventioniertes Handy für zwei Jahre zu binden? Weil das schon immer so war? Auch Genion S mag ich für Neukunden nicht mehr empfehlen, weil es inzwischen 2,50€ Monatsgebühr kostet und einem pro Minute 19¢ abnimmt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Fonic und Konsorten nehmen. Indiskutabel eigentlich. Ich bleibe nur dabei, weil ich zu faul bin, meine beiden Nummern zu portieren und auch diesem VoIP-Scheiß (für meine Festnetz-Nummer) nicht über den Weg traue.

Insgesamt bin ich mit O2 aber trotzdem zufrieden. Die anderen Provider machen nämlich auch keine besseren Tarife (im Gegenteil, man schaue sich mal Vodafone an) und bei T-Mobile herrscht ein dreckiges Chaos, wie ich neulich live miterleben konnte (mein Bruder ist dort Kunde und war es auch schon vor dem iPhone): Es ging um eine für schlimme Dinge, die passiert waren, versprochene Gutschrift, die für die nächste oder übernächste Rechnung versprochen war. Die waren beide inzwischen gekommen und von der Gutschrift war nichts zu sehen. Der Kerl an der Hotline (Business-Kunden-Hotline übrigens) konnte dazu nichts sagen und meinte, wir sollten uns doch per Fax direkt an Bonn wenden für eine Statusauskunft zur Gutschrift, er könne uns die Faxnummer nennen. Ob er denn dieses Fax nicht senden könne, wir hätten keine Lust, die Hürden der internen T-Mobile-Arbeitsabläufe zu kompensieren… Wir faxen nicht war seine lapidare Antwort. So einen Provider kann ich nicht gebrauchen. Mein Bruder auch nicht, deswegen ist seine ganze Familie inzwischen bei blau.de. Nur er klebt am iPhone-Vertrag.

Das Projekt

Im Nachhinein bin ich sehr positiv überrscht von dem ganzen XDA-Projekt. O2 hat erkannt, dass moderne Marketing-Formen eine gute Sache sind und die betreuuende Agentur und vor allem unser Ansprechpartner dort sind weit vorne damit. Es gibt wirklich Leute, die Blogs und Foren verstanden haben und natürlich schmeichelt es mir, in deren Blogmonitoring als relevant eingestuft zu sein. Die Einladung zum Gespräch nach Berlin ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen, weil die Ansprechpartnerin von o2 krank war und das Alicia-Keys-Konzert in meinen Ohren unerträglich war. Aber das Hotel (nh Hotels sind sehr angenehm) war dafür super ausgesucht und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern und dem Projekt-Betreuer waren sehr spannend. Danke also für die Einladung. Wenn es wieder so ein Projekt gibt, bin ich auf jeden Fall liebend gerne dabei.


MP3-Player sind so ne Sache

27 05 2008

Mein inzwischen altgedienter MSI-Mega-Player (mit OLED-Display und sagenhaften 256MB für seinerzeit 140€) stürzt in letzter Zeit ständig ab und manchmal lässt er sich danach auch nicht mehr einschalten, sondern spielt (sehr laut) alles ab, was sein Mikrofon so aufnimmt. Da hilft nur Akku leer laufen lassen und am nächsten Tag noch mal versuchen. Also weg damit. Aber Ersatz?

Gleichzeitig habe ich mal wieder meine Ohrhörer kaputt bekommen. Das wundert mich weniger, da ich die Dinger (und den Player) immer zum Einschlafen trage und sie oft die ganze Nacht im Ohr bleiben. Da das so Silikon-Dinger sind, bin ich über den Ohropax-Effekt auch nicht gerade traurig. Wie auch immer, unter der Belastung hält kein Ohrhörer lange durch. Wohlweislich hatte ich also beim letzten mal nur so 13€ Dinger gekauft, die tatsächlich gar nicht sooo schlecht klangen. Für 30-40€ bekommt man zwar deutlich besser klingende Teile, aber die sind mir zu schade zum verheizen.

Heute bin ich also in die Stadt gefahren, um einen neuen MP3-Player zu kaufen und auch neue Ohrhörer. Was soll ich sagen? Alle etwas besseren Player haben Touch- oder sonstwie empfindliche oder fummelige Tasten, eine unnötig komplizierte Medienbibliothek, einige lassen sich nur mit spezieller Software befüllen, und andere sind schlicht zu groß oder filigran dafür, dass ich im Zweifel drauf liegen kann. Bei Conrad habe ich dann einen 15€-Player gefunden, der SD-Karten liest und sich brauchbar (robust) anfühlt. Leider ist das Ding der allerletzte Dreck: Dass der keine Liednamen anzeigen kann wäre ja noch verschmerzbar, aber die Lautstärkeregelung funktioniert nur total hakelig (unglaubliche Doppelbelegung: Halten für Laustärke regeln, drücken zum Ändern von Klang- und Repeatmodus) und das weiterdrücken von Liedern überspringt gerne mal den ein oder anderen Track. Bitter.

Viel bitterer aber sind die 8€-Vivanco-Ohrhörer, die trotz Silikonpolster keinerlei Außengeräuschdämmung zeigen und noch deutlich schlechter klingen, als jeder Kirmes-Losbuden-Trostpreis-Gewinn. Bässe sind schlicht gar nicht vorhanden, stattdessen kommt schon bei normaler Laustärke nur Krächzen oder auch mal gar nichts mehr heraus. Naja, die 8€ schreibe ich dann einfach mal in den Wind. War ein Versuch.


Hoffentlich ein letztes mal DRM

27 04 2008

Ich hab schon lange keine Lust mehr. Meine aufklärerische Arbeit (sichselbstwichtigmach) und die Arbeit vieler anderer zum Thema DRM hat ja offensichtlich gefruchtet: Das Thema DRM für Musikdownloads ist weitgehend durch. Spätestens wenn demnächst Amazon auch auf dem deutschen Markt am Start ist, wird DRM-Fesselmusik wie Steine in den virtuellen Regalen liegen. Gut so. Lasst Euch nicht verarschen!

Also kleiner Digest zu aktueller Presse: Die Musikindustrie hat einen offenen Brief an die Kanzlerin veröffentlicht, in dem sie rumheult und fordert, dass die Bundesregierung etwas tut. Ich frage mich, was sie denn noch tun sollen? Reicht Euch die aktuelle für die Konsumenten sehr unangenehme Lage noch nicht? René von Nerdcore hat alles, was dazu zu sagen ist, in eine offene Antwort verpackt. Ja genau. Was können die Konsumenten und die Regierung (die diese irgendwie schon noch vertritt) dafür, dass Euch Euer Geschäftsmodell wegbricht? Wollt ihr noch analog zum Kohlepfennig einen Musikpfennig haben? Das wär ja ne geile Idee! Da löst sich die Grundlage einer ganzen Industrie auf (was bei der Musik so einfach nicht stimmt), und der Staat muss Arbeitsplätze mit hohen Subventionen sichern. Kennt man ja.

Allein: Eure Probleme sind Hausgemacht. Die Kunden haben plötzlich das Zepter in der Hand. Und die Kunden wollen durchaus Musik und sie wollen auch durchaus dafür bezahlen, ehrlich! Die Welt ändert sich. Heult der Lebensmittel-Einzelhandel rum, dass der Trend zu Convenience-Produkten geht und kaum noch jemand einfach nur Mehl kauft oder die Brauereibranche, dass der Bierabsatz ins Bodenlose fällt? Nein, denn man kann sich auch als Industrie durchaus an veränderte Situationen anpassen: Kommt man bei Rewe rein, empfängt einen eine Convenience-Kühltruhe und im Bierregal stapeln sich zig verschiedene Biermixgetränke, denn die sind tierisch en vogue und verkaufen sich blendend.

Und was macht ihr? Statt den Konsumenten schon seit zehn Jahren Musik im bevorzugten MP3-Format zu verkaufen zu Preisen, die nicht über denen von CDs liegen (aus denen man sich übrigens ganz einfach und noch immer legal eigene MP3s machen kann), und zu Konditionen, die denen von Tauschbörsenmusik mindestens ebenbürtig sind. Sprich: Ein Album für 10 Euro ohne Fußfesseln. Im Spiegel-Online steht übrigens dieser Tage ein gut zusammengefasster Abgesang auf DRM: Microsoft lässt Playsforsure-Musik, die Kunden im msn Musicstore gekauft haben, einfach auslaufen. Ab Mitte des Jahres kann man diese Musik nicht mehr auf andere Rechner (etwa seinen eigenen neuen PC) umlizenzieren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht nur, dass man seine bezahlte Musik überhaupt umlizenzieren muss, wenn man sie auf seinen neuen Rechner kopiert. Nein, das reicht noch nicht: Man stellt diese Möglichkeit einfach ab und nimmt seinen Kunden die bezahlte Musik damit praktisch wieder weg. Nach maximal drei Jahren.

Zur Erinnerung: Selbstgerippte Musik zum gleichen Preis (inkl. CD) und kostenlos aus dem Netz kopierte Musik läuft ohne jedes Haltbarkeitsdatum einfach weiter, man ist also der Gefickte, weil man für Download-Musik bezahlt hat, obwohl man die gleiche Musik auch für lau aus dem Netz hätte ziehen können. Verkerhte Welt. Und dann heulen diese Leute unserer Bundesregierung die Ohren voll.

Mir ist das inzwischen gleichgültig: Ich habe schon lange meine Musikkäufe auf ein Minimum reduziert. Einer Branche, die so scheiße ist, gebe ich echt nur ungern irgendwelche Kohle. Gibt genug bessere Alternativen für mein beschränktes Medienbudget. Überhaupt: Wie vermessen ist das ganze eigentlich? Die Leute versenken ihr Medienbudget inzwischen schlicht woanders und die Musikindustrie will Schutz davor? Wie? Meinen die im ernst, die Leute kaufen wieder mehr Musik, wenn man rechtlich gegen sie vorgeht und das mit harten Bandagen? Ganz offensichtlich schmecken den Leuten die aktuellen Konditionen oder die Inhalte nicht mehr. Was macht man als Geschäftsmann: Man dreht genau daran. Naja, ist ja gut jetzt. Schönen Sonntag noch.


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: