Apple Software Update drängt einem Software auf

22 03 2008

Für meine Arbeit muss ich Safari auf meinem Windows-Rechner installieren. Grundsätzlich mag ich Webkit ja, aber Safari ist unter Windows, genau wie iTunes und Quicktime, ein Fremdkörper, der sich weder an Konventionen zur Fenstergestaltung hält, noch an übliche Menüaufteilungen unter Windows. Wirklich unschön. Was mich aber zur Weißglut treibt ist das Apple Software Update, das Apple-Software auf dem neuesten Stand halten soll. Grundsätzlich halte ich das für absolut wichtig, aber nicht in der Form, wie Apple das macht: Man bekommt nämlich nicht nur Updates für die installierte Software vorgeschlagen, sondern auf wirklich aufdringliche Weise auch iTunes und Quicktime, die ich beide nicht haben will. Beide sind aber standardmäßig zur Installation ausgewählt und wenn man sie abwählt, erscheinen sie nach dem Safari-Update direkt wieder ausgewählt als noch ausstehende Updates. Eine absolute Unverschämtheit!

Das ganze funktioniert auch andersherum, wie man sich bei computerbase.de heute beschwert. Was soll das? Dieser Missbrauch der eigentlich wichtigen Update-Funktion bringt diese nur unnötig in Verruf, nicht nur die von Apple, sondern von jeder Software. Ich kenne genug Leute, die aus irgendeiner Paranoia oder aus Genervtheit heraus Updatefunktionen abschalten oder ignorieren. Ist ja auch sooooo lästig, seinem Firefox alle paar Wochen ein Update abzunicken und ihn dann irgendwann mal neu zu starten. Honks.

Andere Update-Funktionen sind nicht so klug wie die von Mozilla. Bei Skype zum Beispiel muss man immer das komplette (über 20MB große) Installationspaket saugen und installieren, ebenso bei Opera und vielen anderen Programmen. Unschön, aber in dem Fall nicht völlig unkomfortabel. Den Vogel schießt aber OpenOffice.org ab, das einen auf die ganz normale Download-Seite verweist, das über 70MB große Paket laden und komplett neu installieren lässt; inkl. Lizenzvertrag abnicken und neuem Programmordner bei Versionssprüngen. Das ist wirklich die denkbar unkomfortabelste Update-Funktion überhaupt.


iPhone Wunschliste

17 03 2008

Heute habe ich meinen PDA geschrottet. Ganz ausnahmsweise hatte ich ihn in der Jackentasche, als ich im Vorbeigehen einen Poller gerammt habe. Kurz habe ich mich über den ausbleibenden Schmerz gewundert, als mir einfiel, dass sich der PDA in meiner Jackentasche zwischen mich und den Poller gedrängt hatte. Heldenhaft, aber leider mit einem gebrochenen Display als Folge. Mist. Ersatzdisplay mit Einbau liegt bei 160€, lohnt also nicht. Da mich das fehlende WLAN soweiso schon lange nervt und das willkürliche ein- und ausschalten ebenso, ist die Sache aber halb so traurig. Auch trauere ich Windows Mobile keine Träne nach.

Allein: Was ist die Alternative? Ich habe mich den ganzen Abend umgesehen und habe nun die Wahl zwischen einem Windows Mobile Smartphone von HTC für 500-600€, meinem alten PDA mit WLAN und höherer Auflösung (die 320x240 sind ein Witz) für 300€ und einem – ich muss kotzen – iPod touch plus einem TomTom GO für zusammen über 500-600€. Ja, ihr habt richtig gehört! Windows Mobile finde ich so scheiße, dass ich sogar ein Apple-Produkt in die engere Wahl ziehe. Dem iPod touch fehlt leider momentan die To-Do-Liste, aber da hoffe ich einfach mal auf schnellen Nachschub nach dem Start der offiziellen Fremd-Software. Ich würde sogar ein entsperrtes iPhone kaufen, wenn es folgende Wunschliste erfüllen würde:

  • UMTS! Ich kaufe kein Daten-Telefon ohne UMTS. Und erst recht keins, das ich nicht als Modem für mein Notebook benutzen kann. Das ist so unglaublich bescheuert, dass ich es noch immer nicht fassen kann.
  • Bluetooth, aber richtig. Warum beschränkt sich das Teil auf Bluetooth-Headsets? Hallo? Nicht mal Bluetooth-Stereo-Kopfhörer sind drin.
  • Keine dämliche SIM-Lock-Gängelung. Klar kann man jailbreaken, aber ein Gerät, das seinen Nutzer so unangenehm zu etwas zwingt, darf keinen Erfolg haben. Ich kenne echt niemanden, der ein iPhone mit T-Mobile-Vertrag hat, wohl aber etliche Leute, die ihr iPhone auf dunklen Kanälen aus den USA bezogen haben, geknackt natürlich. Warum hört Apple nicht auf den Markt? Der schreit nach einem freien UMTS-iPhone.
  • GPS! Jedes mobile Gerät hat heutzutage ein GPS am Start oder wenigstens vollwertiges Bluetooth zur Anbindung einer GPS-Maus. Das iPhone stemmt sich gegen den Trend und bastelt komische Positionierungs-Krücken, wie dieses WLAN-Positionierung-Dingsbums. Was soll das? Das Ding ist teuer genug, da kann man auch noch einen GPS-Chip einbauen oder wenigstens das Bluetooth freischalten. Die Karten sind ja schon drin.
  • Zwischenablage! Fuck! Schon mal 63 Stellen WPA-Key auf der iPhone-Tastatur eingetippt? Nein? Lasst es bleiben, ihr macht Fehler und da die Zeichen gleich gesternt werden, habt ihr auch keine Chance, Eure Fehler zu korrigieren. Das macht sogar auf der Wii mehr Spaß (und hat vor allem auf Anhieb geklappt).

Also hätte ich jetzt beinahe kein geknacktes iPhone, sondern einen iPod touch gekauft. Dem fehlt zwar auch einiges, aber Hauptsache ich habe erst mal nen gut bedienbaren Kalender plus Synchronisation und ein WLAN-Surftablett. Und was zu basteln, denn es wär doch gelacht, wenn man nicht in absehbarer Zeit auch eine synchronisierbare Aufgabenliste für das Zweitliga-iPhone bekäme und ganz allgemein eine Synchronisation, die mit Thunderbird/Lightning zusammen arbeitet. Ich hoffe einfach mal auf die Macht des SDK. Denn: Sexy, wertig und bedienbar ist das Ding ja. Vor allem der beste mobile Browser wo gibt. Aber: Der iPod touch ist ein iPhone zweiter Klasse, für die Updates verlangt Apple Geld und man hat nicht alle Features. Also bestenfalls eine Zwischenlösung und dafür ist mir das Ding zu teuer und die Überwindung, ein Apple Produkt zu kaufen, zu groß. Mal schauen.


Gamer-Mäuse als Ergonomiebringer

11 02 2008

In der aktuellen c't (8/2008) steht ein interessanter Artikel über alternative Eingabegeräte zu Standardmäusen mit Zielrichtung Ergonomie bzw. Schmerzvermeidung. Dazu musste ich einen ergänzenden Leserbrief verfassen, um eine Lanze für Gamermäuse in diesem Zusammenhang zu brechen:

Lieber Herr Röbke-Doerr,

danke für den aufschlussreichen Artikel zur Mausergonomie. Ergänzend möchte ich noch eine Lanze für die Gattung der Gamer-Mäuse brechen und insbesondere für meine Logitech G5. Auch wenn diese Mäuse mit albern anmutenden Features beworben werden, sind sie doch für präzises und ermüdungsarmes "Arbeiten" designt und daher sicher einen Blick wert. Der Unterschied zu Standardmäusen ist für manchen wirklich eine Offenbarung. Auch ein gut gleitendes Mauspad aus der Gaming-Ecke ist einen Versuch wert: Für mich war vor bald 10 Jahren das kleine Everglide im Hochkantformat genau das, was ich immer gesucht hatte. Inzwischen auch meistens ohne Silikonspray.

Ganz besonders interessant im Zusammenhang mit der Ergonomie sind die Trimmgewichte der Logitech G5/G7/G9-Mäuse: Kling völlig esoterisch, hat mich aber im täglichen Einsatz über mehrere Jahre hinweg sehr überzeugt. Meine G5 führe ich als "kräftige" Person relativ schwer, andere in meinem Bekanntenkreis haben eine möglichst leichte Maus lieber. Auch die über dedizierte Tasten an der Maus verstellbare Empfindlichkeit stellte sich im Praxiseinsatz für mich als sehr angenehm heraus.

Für manchen Schmerzgeplagten ist ein Griff zu einer wirklich guten Maus sicher bereits völlig ausreichend, wenn ich an die vielen unangenehmen (zu kleinen, zu leichten, zu fummeligen) Mäuse denke, die ich an fremden Rechnern immer wieder vorfinde, von der Mighty-Maus am Mac ganz zu schweigen, die genau da Sensortasten hat, wo ich sie mit meinem Daumen und meinen kleinen Finger festhalte. Vielleicht ist auch die auf den ersten Blick sehr seltsam anmutende Form des Gamer-Spitzenmodells Logitech G9 genau das richtige für manchen.

Mit freundlichen Grüßen,
Gregor Nathanael Meyer, Düsseldorf

P.S.: Vielleicht ist das ganze eine schöne Anregung für einen Folgeartikel über Gamer-Eingabegeräte oberhalb des "PC-Games Hardware"-Niveaus.

Was sich Apple bei der Mighty-Mouse gedacht hat ist mir immer noch ein Rätsel. Warum hat eine Maus links und rechts fast mittig Anfasser, in denen Sensortasten untergebracht sind? Wo zur Hölle soll ich diese Maus denn festhalten, ohne die darauf belegten Funktionen auszulösen? Klar kann man die Tasten auch abschalten, aber an fremden Rechnern macht man sich sehr unbeliebt mit solcherlei Umkonfiguration. Davon abgesehen ist die Form der Apple-Mäuse sowieso das Gegenteil von ergonomisch, empfinde zumindest ich so. Aussehen ist eben nicht alles.


iPhone offen wie ein Scheunentor

10 01 2008

Das iPhone ist super sexy, keine Frage. Aber der erste "Schadsoftware"-Fall zeigt (etwas spät in meinen Augen) eine wichtige Einschränkung, die man wissen muss: Das iPhone hat kein nennenswertes Sicherheitsmodell. Wenn man eine gehackte Firmware durch den Besuch einer Website installieren kann, sollten einem trotz blinder Begeisterung alle Alarmlichter anspringen. Ron vom CCC hat das sehr schön aus Hackersicht ausgedrückt (Zitat: heise.de):

Im Bereich "Mobile Malware" bedankte sich der Hacker zudem bei Apple für das iPhone: "Das ist der Traum." Tolle Hardware, jede Applikation dürfe alles, alle Programme würden dieselben Dienste nutzen und alle Anwender sofort blind jedes Software-Gadget installieren, das ihnen ein Kumpel gezeigt habe.

Bevor jetzt alle Apple Jünger und frenetischen iPhone Beklatscher mir meine Kommentarfunktion volljammern, dass ich doof und das iPhone so toll ist: Weiß ich doch. Das iPhone ist revolutionär, aber der Spaß hat nun mal das ein oder andere Loch. Andere Softwarehersteller geben sich seit zehn Jahren immense Mühe, ihre Systeme abzusichern. Und Apple taucht im Jahr 2007 mit einem Ding auf, dessen Betriebssystem sich durch den Besuch einer Website verändern lässt. Gruselig. Und die anderen Nachteile sind immer noch nicht von der Hand zu weisen. Also bitte Hirn einschalten; und wer trotzdem ein iPhone haben will, kann sich ja als Early Adopter die Hörner für andere abstoßen. So Leute muss es ja auch geben.


Warum (noch) kein iPhone kaufen?

09 11 2007

Heute ist es so weit, das iPhone ist in Deutschland erhältlich. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es den ein oder anderen grundsätzlichen Interessenten, dem ich dringend vom Kauf des iPhone abgeraten habe. Folgende Gründe sind dabei handfest und nicht weg zu diskutieren:

  • Kein UMTS. Ich habe keine Ahnung welcher Teufel Apple geritten hat, als sie sich gegen UMTS zumindest für den Europastart entschieden haben.
  • Kein GPS, aber eine tolle Kartenanwendung. Jetzt kann man mit Google-Maps navigieren (und die Karten – juhu – ohne UMTS im Schneckentempo laden), aber nicht anhand der aktuellen Position. Eine interaktive Karte ist zwar auch schon nicht schlecht, aber das wirkt irgendwie halbfertig.
  • Kein Bluetooth-A2DP-Profil, mit dem man kabellose Kopfhörer anbinden könnte. Sowas ist cool und das kann eigentlich jedes bessere Handy. Stattdessen muss man wegen der engen Kopfhörerbuchse die Apple-Kopfhörer (die mit der abgenutzten Coolness) anschließen oder spezielle kompatible Kopfhörer kaufen.
  • Man bindet sich zwangsweise vertraglich und technisch zwei Jahre lang an einen recht teuren und unflexiblen Tarif, bei dem man Inklusivminuten und Inklusiv-SMS mitkaufen muss und wenn die verbraucht sind, wird es auch noch mal richtig teuer. Und das Ding ist SIM-gelockt. Wo sind wir denn gelandet?

Das alles mag den ein oder anderen nicht abschrecken und vielleicht saugt es auch neue Leute ins Apple-Biotop. Und diese Leute werden glücklich sein, weil sie vom Apfel gekostet haben, der sie leider nicht wieder loslässt. Ein Apfel, mit dem sie sich aus der Welt der Kompatibilität hinein in eine geschlossene Welt der Zwänge gebissen haben. Man muss dies, man muss jenes, man muss alles mögliche in der schönen verführerischen Apple-Welt, wenn man mitspielen will: Man muss seine Musik mit iTunes verwalten und auch dort kaufen, man muss den teuren Tarif (zur Erinnerung: mit SIM-Lock!) buchen, man muss kompatible Kopfhörer und anderes Zubehör benutzen, man muss sich der Bedienphilosophie unterwerfen, man muss sich einfach darauf einlassen. Dafür bekommt man aber auch unerträglich stylische und coole und gut bedienbare (Geschmackssache) Gerätschaften. Apple ist das, was Microsoft früher vorgeworfen wurde: Proprietäre Scheiße mit noch proprietäreren Bestrebungen, nur in verführerisch schön und gut. Irgendwie hat Apple auch einige Charakteristika von Drogen, wenn ich so recht drüber nachdenke: Verführerisch, macht häufig abhängig, ist teuer.

Leute, widersteht dem Reiz des Schönen oder wisst wenigstens um die Schattenseiten. Apple (oder Steve Jobs) ist nicht der Messias, also lasst Eure kritiklose Anhängerschaft bleiben und macht mal die Augen auf. Vielleicht könnt ihr sogar das Apple-Biotop zu einem zwangloseren Ort machen, wenn ihr kritische Kunden werdet und kein Fanclub bleibt. Beim iPhone haben die erwachten unter Euch ja schon einen Teilsieg errungen: Apple öffnet das Ding irgendwann mal für Software von Drittanbietern. Eigentlich schon schlimm genug, dass Apple das erst auf massiven Kundendruck macht. Aber mit einem Fanclub im Rücken kann man ja mal auslooten, was alles möglich ist.

Ach ja: Schaut Euch auch meine anderen Beiträge mit dem Tag Apple an.


iPhone Tarife eine Unverschämtheit

29 10 2007

Jetzt sind sie offiziell, die iPhone Tarife bei T-Mobile. heise.de fasst das ganz gut zusammen: Los geht es bei 424€ für die Hardware plus Einrichtungsgebühr und 49€ pro Monat für lächerliche 100 Freiminuten (und sagenhafte 40SMS) und die "Datenflatrate" im Mobilnetz und an Hotspots. Die "Flatrate" bezieht sich neben den T-Mobile Hotspots (immerhin) dabei allerdings mangels UMTS im iPhone (sic!) auf den Zugang per GPRS/EDGE mit maximal 220 kBit/s und wird außerdem bei intensiver Nutzung auf sagenhafte 64 kBit/s (Download) und 16 kBit/s (Upload) gedrosselt. Intensive Nutzung bedeutet hier übrigens 200MB im kleinen bis 5GB pro Monat im großen Tarif.

Das halte ich für unglaublich teuer, zumindest für die Telefonie. Wer tatsächlich genau die am Monatsende verfallenden Inklusivminuten und Inklusiv-SMS verbraucht und auch die "Datenflatrate" sinnvoll ausnutzt, der kommt halbwegs erträglich weg bzw. bezahlt beispielsweise bei O2 inkl. Handysubventionierung (im ungünstigsten Fall) in etwa das gleiche, da allerdings mit UMTS und in einem modularen Tarif mit Optionen auf Flatrates, Homezone und allem Pipapo und vor allem mit nur 20€ Fixkostenanteil. Alle anderen dürften reichlich draufzahlen für ein zweifelsohne cooles Gerät mit SIM-Lock und ohne UMTS und ohne GPS und Zwangsbindung an iTunes. Will man das? Ich nicht, vielleicht ja mit UMTS irgendwann…


Apple hat den Po auf

18 09 2007

Dass ich kein Freund von Apple bin sollte inzwischen bekannt sein. Ein Grund, der ganz oben auf meine Ich-mag-Apple-nicht-aus-folgenden-Gründen-Liste steht ist mal wieder bestätigt worden: Apple ist proprietäre Scheiße. Ich wunder mich zutiefst, warum ausgerechnet die freiheitsliebenden Open-Source-Junkies so auf Apple abfahren, wo ihnen Apples proprietäre Bestrebungen doch eigentlich zuwider sein müssten. Aktuelles Beispiel: Neue iPods sprechen nur noch mit iTunes. Es gibt auch dafür bereits Abhilfe unter Linux (den golem.de Beitrag dazu verlinke ich lieber nicht, um mir deren Trolle nicht via Trackback ins Haus zu holen), aber wer solche Klimmzüge veranstaltet muss sich fragen lassen, warum er denn dann unbedingt einen iPod haben muss.

Liebe Geeks, Open-Source-Vordenker und Style-Leitwölfe, akzeptiert doch einfach Apples Bestrebungen zu geschlossenen Systemen und zieht die bei Euch üblichen Konsequenzen daraus: Scheiße finden und nicht kaufen. Trotzdem iPods zu kaufen untergräbt Eure Argumentation gegen proprietäre Systeme und Closed-Source-Software.

Warum also kaufen gerade die Leute, die es aus Ideologie oder welchen Gründen auch immer eigentlich ablehnen müssten, iPods in rauhen Mengen? Weil er so schön ist? Keine Frage, das ist Ding sexy. Weil er so toll ist? Klar, es gibt leider noch immer keinen auch nur im Ansatz so coolen Player. Aber es wird auch keinen geben, wenn niemand den iPod und das geschlossene System dahinter in Frage stellt und Alternativen nachfragt. Denkt mal darüber nach Leute. Der iPod Connector für das ganze Zubehör ist so eine gute und erfolgreiche Idee, warum öffnet sich Apple nicht auch softwareseitig? Weil man damit die satten Pfründe aus dem iTunes Music Store gefährden würde? Ist das im Sinne der Kunden? Finde ich nicht.

Euch Apple-Jünger meine ich übrigens gar nicht. Ihr denkt offenbar nicht mehr weiter als bis an den Bildschirmrand, wo das Exposé aktiviert wird (ja, das war völlig übertrieben und rein provokativ). Das geht schon klar. Ihr habt Euch auf diese Welt eingelassen und lebt gut darin. Herzlichen Glückwunsch zu Eurer persönlichen Findung des heiligen Grals.
Ich meine eher die Leute, die Linux auf ihrem MacBook Pro laufen haben und ihren iPod mit Amarok abgleichen. Das passt in meinen Augen nicht (mehr) zusammen. Apples Statement dazu ist nicht misszuverstehen.

Was will ich also? Was sind meine Alternativvorschläge? Ich möchte, dass Apple seine geschlossene Politik aufgibt (unwahrscheinlich) oder wenigstens einen Player (mehr oder weniger egal von wem), der es in Style, Wertigkeit, Verarbeitung und Bedienung mit den iPod aufnehmen kann und der ohne geschlossenes System arbeitet. Und der neben MP3, WMA und AAC(+) vielleicht auch noch OGG, FLAC und Co. abspielt. Und auf Videoseite neben AVI und M4V vielleicht auch noch Matroska und OGM. Ach ja, eine Erweiterbarkeit für neue Formate wär auch toll. Sowas würde ich kaufen, versprochen.


Grau-Silberne-Party-Safari

13 06 2007

Sehnsüchtig warte ich bekanntlich Tag für Tag auf jede sich mir bietende Gelegenheit, den Mac-Jüngern unter die Nase reiben zu können, dass ihr Paradies nicht der Weisheit hinterletzter Schluss ist und sie mich bitte mit ihrem Ich-binDer-Mac-ist-so-geil-Du-bist-voll-out-Scheiß in Ruhe lassen sollen. Und jetzt? Apple bringt eine Beta von Safari 3 für Windows heraus und die rendert nicht mal die Überschriften (heise.de berichtet). Alleine der Anblick von spiegel.de, heise.de und golem.de ohne Überschriften ist übrigens die Installation wert. Ganz davon abgesehen, dass das Ding bei mir so ruckelig scrollt, wie mein Firefox im Büro. Nur dass ich hier nicht mit 2x700MHz und ner Matrox G400 darbe. Hatte ich erwähnt, dass Apple auch hier die ganze Zeit versucht, einem doch irgendwie noch Quicktime unter zu schieben?

Alles in allem eine Vorstellung, über die es nicht mal Spaß macht ordentlich zu lästern: Zu einfach! Liebe Apple Jungs: So macht das keinen Spaß. Hätte das Ding nicht einfach Buggy sein können oder langsam oder nichts neues? Da hätte man angemessen Hohn und Spott ausschütten können und wir wären alle glücklich geworden. Aber das Ding da ist so offensichtlich scheiße, dass man eigentlich nichts mehr dazu zu sagen braucht. Man könnte Apple höchstens beglückwünschen für diese senkrechtstarter-Legende: Von null auf eins in den Charts der peinlichen Software-Desaster. Aber weil das Apple ist, ist natürlich sogar das schon wieder irgendwie total cool.

Noch was. Lustiger Spaß am Rande für alle iTunes-Unfreunde und alle, die es werden wollen: Importiert mal die Mercedes-Benz Mixed-Tapes in iTunes und spielt das dann ab. Viel Spaß…

P.S.: Irgendjemand nannte Apple eine Firma, die sich statt echter Kunden einen Fanclub hält. Sehr treffend.

P.P.S.: Ich will keinen Mac, ich komm damit nicht klar. Ich will auch kein Quicktime und keinen iPod, kein iTunes und allgemein eigentlich gar nichts von diesem proprietären Mist. Dass es teuflisch gut aussieht und die eine (einzige) Möglichkeit der Bedienung sooooooooooo einfach ist (leider nicht für Leute wie mich) macht noch lange keinen neuen Heiland daraus. Wobei ich jedem seine Freude am Mac an sich gönne. Mir geht nur diese Mac-Sekte auf den Sack: "Cool sein geht eben nur mit nem Mac".


Get a PC

09 04 2007

Hehe. Kennt ihr die Get a Mac Kampagne? Zugegeben, echt witzige Spots, die die speziellen Eigenschaften der Macs gut hervorheben und Spaß machen.

Jetzt hat einer sich die Mühe gemacht und nicht minder witzige Get a PC Spots gebastelt. Vor allem der Spot zum Thema Music trifft es auf den Kopf. Bescheuert ist allerdings, dass die Spots ausgerechnet im Mac Haus und Hof Format (und nach dem Niedergang von Real meinem persönlichen Hassformat) Quicktime angeboten werden. Konsequent wäre WMV gewesen, aber das wär genau so blöde. Was spricht hier gegen Flash? Dann können es alle sehen.

Aber natürlich gibt es auch nette Leute, die das erledigen:


Sag ich doch: DRM schadet dem Verkauf

12 12 2006

Ha! Ich hab es ja bereits das ganze Jahr prophezeit, jetzt sehe ich mich bestärkt: Der Musikverkauf im iTunes Music Store stagniert. Als Ursache wird die DRM Einschränkung ausgemacht (TheRegister berichtet).

Was passiert da? Nach einem ersten Hype bemerken die ersten Leute, dass sie ihre gekaufte Musik nur auf ihrem iPod abspielen können. Kaufen sie sich ein anderes Gerät oder einen anderen Rechner, fangen die Probleme an. Alles Apple easy – so lange man sich im Apple-Kosmos bewegt. Die Konsumenten bemerken also, dass sie durch die DRM-Maßnahmen nur Nachteile haben.

Aber das trifft nicht nur auf iTunes zu. Die Konkurrenz lässt ja bereits fleißig Testballons steigen, bei denen auf DRM verzichtet wird. Sogar Musicload testet mit MP3 herum.

Ich bin echt gespannt und rufe weiterhin dazu auf, keinesfalls DRM-geschützte Musik zu kaufen. Mieten ist immer noch was anderes.