Doch bei O2 geblieben

16 02 2009

Die vor einiger Zeit genannten Gründe, warum ich O2 gekündigt hatte, sind weiterhin gültig. Trotzdem habe ich soeben einen Genion L mit 24 Monaten Vertragsbindung abgeschlossen. Warum?

  • Ich habe die Premium-Hotline angerufen und nach mehrmaligem Weiterverbinden bin ich der Hotline für Selbstständige gelandet. Der Typ dort schien mein Problem zu verstehen und bot mir einen Genion-L-Selbstständigen-Tarif für 25,50€/Monat und dazu einen HTC Touch HD für 169€ an. Wenn man das gegenrechnet (ab ca. 580€ für den Touch HD im freien Handel), bekomme ich ca. 17€/Monat Subvention auf das Handy, bezahle für das Genion-L ohne Handy also letztlich 8,50€/Monat. Klar ist das ne Milchmädchenrechnung, wenn man bedenkt, dass ich den Touch HD eigentlich nicht brauche. Aber derart schöngerechnet ist der Tarif echt attraktiv. Der Genion-L-Spezial-Tarif ohne Handy für selbstständige Neukunden würde mich 12,75€/Monat kosten und mich "nur" sechs Monate binden.
  • Ich bin noch bis Ende des Jahres Premium-Kunde, das ist sicherlich vorteilhaft. Bin ich nicht mehr Premium-Kunde, habe ich als Selbstständiger trotzdem eine kostenlose Hotline und gleichzeitig 15% Rabatt auf die Rechnung.
  • Als Selbstständiger bekommt man ferner einen 48-Stunden-Handy-Austauschdienst, falls mal was am Gerät ist.
  • Ich bin schon immer und gerne O2-Kunde, auch wenn die Tarife manchmal schlicht eine Unverschämtheit sind; wie der neue Genion S, der übrigens inzwischen doch nicht mehr 2,50€ Grundgebühr kostet, wenn man ihn online bucht. Das war ja wirklich unhaltbar.
  • Ich glaube nicht ansatzweise, dass ich bei einem anderen Anbieter auch nur einen Tick zufriedener wäre. Irgendwas ist ja immer.
  • Ich kenne ne Menge Leute, die (nicht zuletzt wegen mir) bei O2 sind und Genion L haben. Da können wir uns alle wunderschön inzestös für lau anrufen. Würde ich zu blau.de wechseln, wär Essig damit. Einzige Alternative wäre Alice im O2-Netz für 15¢/min, das bringt mich allerdings nicht wirklich nach vorne, zumal es da keine guten Datentarife gibt, wenn man von den netten 30MB inkl. absieht. Fonic übernimmt leider keine Rufnummern.
  • Der Touch HD ist schon fein und bis es nennenswert bessere iPhone Konkurrenten wie den Palm Pre oder brauchbare(!) Android-Geräte gibt, ist das sicher eine gute Zwischenlösung. Mein XDA Orbit 2 ist ja wirklich nett, aber die 320x240 Mini-Auflösung steht einer echten Nutzbarkeit doch sehr im Weg. Und iPhone-Besitzer lachen einen hoffentlich mit dem Touch HD nicht mehr gar so sehr aus.

O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


Wackelnde Brüste und Moralvorstellungen eines bekannten iPhone-Herstellers

22 01 2009

Apple zensiert ja scheinbar nach Belieben unliebsame iPhone-Programme in seinem AppStore. Programme, die das iPhone als Modem nutzbar machen zum Beispiel oder richtige Navigationsprogramme wie den TomTom Navigator. Aus Angst vor wem auch immer – und vordergründig zum Schutze der iPhone besitzenden Jugend – hat man ein Programm mit dem schönen namen iBoobs aus dem AppStore gekickt. Ratet mal, was der Zweck des Programms war… Richtig: Mit dem iPhone Beschleunigungssensor (wie bei der Wii) konnte man Möpse wackeln lassen. Nicht auszudenken, wenn ein Minderjähriger damit Spaß mit mehr oder weniger natürlichen Bewegungen von halbnackten Brustbildern hätte haben können. Das geht natürlich nicht, also wech damit. Weil ja Waffen niemanden umbringen, sondern nur die Leute, die sie benutzen, hat es nun ein abstrakteres Programm in den AppStore geschafft, das exakt das gleiche macht, nur eben nicht ausschließlich mit Brüsten, sondern mit jedem dort hineingeladenen Bild. Die Frage bleibt, was man sonst derart zum Wackeln bringen sollte außer angemessen großen Brüsten. Sowieso ist der eigentliche Grund bestimmt die Frauenbewegung gewesen, die sich bei Apple über die unfaire Ungleichbehandlung von Frauen mit unterschiedlichen Oberweiten beschwert hat. Schlimm genug, dass Männer – diese rohen Gestalten – aus unverständlichen Gründen die Bewegung der weiblichen Brust verehren vergöttern verherrlichen. Nein: Frauen mit kleinen Brüsten mit unauffälligem Busen – was mir im Sinne eines Teils Frauenbewegung irgendwie vorteilhaft zu sein scheint – werden zutiefst in Ihrer Weiblichkeit gekränkt und diskriminiert. Oder so, was weiß ich…

Nicht nur wegen der Zensur wackelnder Brüste steht Apple in der Kritik, es wird ja alles mögliche zensiert, anderes dafür nicht. Die Fragestellung muss also sein, ob ein Hersteller frei nach Schnauze – also nicht nach allgemein geltenden Gesetzen – Inhalte und Programme auf seiner Plattform zensieren sollte oder nicht. Und erweitert stellt sich wieder mal die Frage, ob es gut sein kann, wenn ein solcher Hersteller die Alleinherrschaft über eine ausgesprochen wichtige Inhalteplattform hat. Das ist eines der Geschmäckle, die mich so sehr vom Apple-Wunderland fernhalten.


Das neue Genion S ist ein Witz, oder?

09 01 2009

Gerade bekomme ich meine erste Rechnung nach der Umstellung des gesponsorten Genion XL Tarifs auf Genion S und mich trifft fast der Schlag! Ich bin nicht in meinen alten, schon nicht ganz billigen Genion S mit 19¢/min ohne Grundgebühr zurückgestuft worden, sondern in den zwischenzeitlich eingeführten neuen Genion S Tarif, bei dem plötzlich 25¢/min und 2,50€ Grundgebühr anfallen. Hallo? Was soll das denn? Wie kann man angesichts von 9¢/min-Prepaid-Tarifen einen sowieso schon teuren Tarif mal eben um weitere 31,5% anheben und auch noch völlig wider den Trend eine Grundgebühr einführen? Was fahren die für einen Film? Krank genug, dass der recht attraktive Genion L Aktionstarif mit "nur" sechs Monaten Mindestlaufzeit zu 15€/Monat nur für Neukunden gilt, alle anderen zahlen 20€/Monat und binden sich auch noch unzeitgemäße 24 Monate. In der Preisregion kann man sich ja langsam schon ein iPhone holen.

Also ich mag O2 wirklich gerne und ich würde wirklich gerne dabei bleiben, aber die Wahl zwischen einer recht teuren Flatrate mit satter Vertragslaufzeit auf der einen Seite und einem indiskutabel verteuerten Standardtarif (das sind fast drei mal so viel wie der aktuelle Marktpreis im Prepaid-Bereich und das zzgl. Grundgebühr!) auf der anderen Seite ist eine beschissene Auswahl. Hatte ich schon erwähnt, dass ich sogar für meine Mailbox 25¢/min bezahle?

Also liebe O2-Leute: Ich würde gerne Genion L ohne Handy nehmen, aber nur(!), wenn ich mich daran nicht zwei volle Jahre binden muss. Warum sollte ich mich überhaupt an einen Anbieter ketten, ohne, dass ich dafür einen für mich auch nur ansatzweise triftigen Grund sehe? Macht mal die Augen auf! Vertragszwang ist gegessen, wenn man von subventionierten Handys mal absieht, wo ein solcher auf der Hand liegt. Und bei diesem Genion S werde ich keinesfalls bleiben: Der Tarif ist eine Unverschämtheit, wie ich sie sonst nur Vodafone und Apple/T-Mobile zugetraut hätte. Ich bin sehr sehr sehr enttäuscht!

Also was passiert jetzt? Ich weiß es noch nicht, aber ich sehe mich morgen mal intensiv nach anderen Tarifen um. Mein Problem: Fonic bietet offenbar keine Rufnummernmitnahme an und auch deren Datentarif passt mir nicht. Beides hätte ich perfekt bei blau.de, aber ich mag das E-Plus Netz nicht (schlechteste Netzabdeckung und nicht mal T-Mobile-Roaming, teuer für meine Leute mit Genion L, vor allem aber kein HSDPA). Tchibo? 15¢/min und 24¢/MB im O2-Netz sind solala und außerdem will ich eigentlich wirklich nicht Tchibofonieren, allein das Wort schon. Und sonst? T-Mobile und Vodafone kommen eigentlich gar nicht in die Tüte. Mist. Vorschläge? Ich schlaf erst mal ne Nacht über den Ärger.

Nachtrag: Nach einer Intervention der Projektagentur (vom XDA-Projekt) habe ich jetzt doch noch den alten Genion S bekommen. Zwar entgegen meines ausdrücklichen Wunsches mit Online-Vorteil und damit kostenpflichtiger Hotline, aber immerhin… Dank des Projektes bin ich jetzt aber sowieso für ein Jahr O2 Premium Kunde mit kostenloser Premium Hotline, die mich allerdings bisher immer nach ein paar Minuten Wartezeit in die normale Hotline weitergeleitet hat. Damit muss ich dann doch nicht wechseln. Puh.


XDA-Projekt: Resümee

27 11 2008

So, ab übermorgen habe ich keine Handy-Flatrate mehr, das XDA-Projekt ist vorbei. Ich schreibe einen abschließenden Artikel und erfreue mich an meinem XDA, den ich behalten darf.

Das Gerät

Zum Gerät habe ich bereits eine Menge geschrieben also nur noch eine Kurzfassung:

  • Windows Mobile ist und bleibt doof.
  • Eine Auflösung von 320x240 reicht zum Surfen nicht aus.
  • Opera Mobile 9.5 ist der brauchbarste Browser für Windows Mobile, aber Kilometer weit entfernt vom Safari auf dem iPhone. Der IrisBrowser ist noch nicht weit genug. Fennec (der mobile Firefox) gibt es noch nicht. Leider klappt auch mit Opera Mobile das Surfen nicht mehr auch nur ansatzweise flüssig, seit ich ein Update auf Windows Mobile 6.1 und die aktuelle Opera Mobile Beta gemacht habe: Häufig passiert einfach eine Minute lang gar nichts und ich habe das Gefühl, schon mal flüssiger gesurft zu haben. Kein Spaß, nur noch Notnagel das ganze.
  • Die Synchronisation mit Thunderbird/Lightning unter Vista funktioniert mit BirdieSync prima, gut angelegte 20€.
  • Das Gerät ist recht träge und hängt gelegentlich für ein paar Sekunden. Im Vergleich zum iPhone liegen Welten dazwischen, was flüssige Bedienung angeht.
  • Trotz alledem mag ich das Gerät und halte es für das beste Handy, was ich je besessen habe. Traurig, oder? Windows Mobile ist nämlich allemal besser als alle proprietären Handy-Betriebssysteme, die ich bisher gesehen habe. Und es ist auch allemal besser als Symbian S60. Kein Wunder, dass das iPhone so eingeschlagen ist.
  • Die Internetfreigabe via Bluetooth-PAN und USB-Kabel klappt prima. Während des Umzugs hatte ich gut zwei Wochen, das ausgiebig zu testen. Leider bricht die Verbindung ab, wenn Anrufe eingehen.
  • Gute Software für Windows Mobile ist leider Mangelware. Wann immer ich nach einer Softwarelösung gesucht habe, habe ich höchstens fragwürdige Bezahlsoftware im Bereich ab 10€ gefunden. Open Source? Gegen Null. Wirklich gute Software? Gegen Null. Geht man hingegen in den AppStore von Apple, wird man überschüttet mit brauchbaren kleinen Programmen für jeden Zweck. Na gut, außer denjenigen Zwecken, die Apple für doof hält wie iPhone als Modem nutzen und so.

O2

Man gewöhnt sich schnell an eine Flatrate ins Internet und in alle Netze, aber 100€ im Monat bei zweijähriger Vertragsbindung auch ohne suventioniertes Handy ist ne happige Ansage. Beim Handy-Discounter bekommt man 1 Gigabyte (innerhalb eines Monats zu verbrauchen) für 10€ und die Gesprächsminute für 9¢. Schnell gerechnet: 1000 Gesprächsminuten und 1000MB bekommt man dort für 100€ und zwar sehr flexibel pro Minute und ohne irre lange Vertragsbindung abgerechnet. 1000 Minuten pro Monat sind etwas mehr als eine halbe Stunde Gespräch pro Tag, da kann sich jeder selber ausmalen, ob Genion XL auf die zwei Jahre gesehen für ihn lohnt.

Das Netz von O2 wird gerade massiv ausgebaut und hat das auch dringend nötig: Hier in Düsseldorf ist die Netzabdeckung sehr gut, aber auf meinem Trip nach Leipzig im Sommer konnte ich ausprobieren, wie schlecht die Abdeckung außerhalb der Ballungsgebiete ist: Surfen auf der Autobahn war eine Quälerei, selbst wenn man nicht ständig zwischen T-Mobile und O2 hin und her wechselt. Die Datenraten mit HSDPA sind aber prima, wenn man denn HSDPA bekommt. E-Plus ohne HSDPA ist da wahrlich keine Alternative.

Die Hotline von O2 konnte mir bisher immer helfen und ist vor kurzem verbessert worden: Es gibt kein komisches Telefonmenü mehr, sondern man bekommt jetzt direkt und ohne große Warterei einen Berater dran, der einen im Zweifel an die richtige Stelle weiterleitet. Sehr schön. Weniger schön ist, dass ich gestern nach so einer Weiterleitung fast 20 Minuten in der Warteschleife hing. Immerhin kostenlos, weil ich ja keinen Online-Vertrag habe, der mir 15% Rabatt auf meine gesamte Rechnung geben, aber eine sauteure Hotline bescheren würde. Da sind 20 Minuten unhaltbar, weil man da bequem mehr als 10€ für auf den Tisch blättert.

Ich habe jetzt also wieder Genion S ohne Handy und das Internet Pack M (200MB für 10€ pro Monat, erträglich). Ich hätte ja Genion L genommen, aber da lockt wieder eine Zweijahresbindung, die ich keinesfalls akzeptieren werde. Was soll das? Wieso versucht ein Handy-Provider mich ohne subventioniertes Handy für zwei Jahre zu binden? Weil das schon immer so war? Auch Genion S mag ich für Neukunden nicht mehr empfehlen, weil es inzwischen 2,50€ Monatsgebühr kostet und einem pro Minute 19¢ abnimmt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Fonic und Konsorten nehmen. Indiskutabel eigentlich. Ich bleibe nur dabei, weil ich zu faul bin, meine beiden Nummern zu portieren und auch diesem VoIP-Scheiß (für meine Festnetz-Nummer) nicht über den Weg traue.

Insgesamt bin ich mit O2 aber trotzdem zufrieden. Die anderen Provider machen nämlich auch keine besseren Tarife (im Gegenteil, man schaue sich mal Vodafone an) und bei T-Mobile herrscht ein dreckiges Chaos, wie ich neulich live miterleben konnte (mein Bruder ist dort Kunde und war es auch schon vor dem iPhone): Es ging um eine für schlimme Dinge, die passiert waren, versprochene Gutschrift, die für die nächste oder übernächste Rechnung versprochen war. Die waren beide inzwischen gekommen und von der Gutschrift war nichts zu sehen. Der Kerl an der Hotline (Business-Kunden-Hotline übrigens) konnte dazu nichts sagen und meinte, wir sollten uns doch per Fax direkt an Bonn wenden für eine Statusauskunft zur Gutschrift, er könne uns die Faxnummer nennen. Ob er denn dieses Fax nicht senden könne, wir hätten keine Lust, die Hürden der internen T-Mobile-Arbeitsabläufe zu kompensieren… Wir faxen nicht war seine lapidare Antwort. So einen Provider kann ich nicht gebrauchen. Mein Bruder auch nicht, deswegen ist seine ganze Familie inzwischen bei blau.de. Nur er klebt am iPhone-Vertrag.

Das Projekt

Im Nachhinein bin ich sehr positiv überrscht von dem ganzen XDA-Projekt. O2 hat erkannt, dass moderne Marketing-Formen eine gute Sache sind und die betreuuende Agentur und vor allem unser Ansprechpartner dort sind weit vorne damit. Es gibt wirklich Leute, die Blogs und Foren verstanden haben und natürlich schmeichelt es mir, in deren Blogmonitoring als relevant eingestuft zu sein. Die Einladung zum Gespräch nach Berlin ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen, weil die Ansprechpartnerin von o2 krank war und das Alicia-Keys-Konzert in meinen Ohren unerträglich war. Aber das Hotel (nh Hotels sind sehr angenehm) war dafür super ausgesucht und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern und dem Projekt-Betreuer waren sehr spannend. Danke also für die Einladung. Wenn es wieder so ein Projekt gibt, bin ich auf jeden Fall liebend gerne dabei.


Das Spionage iPhone

12 08 2008

Wenn morgen bekannt würde, dass die Kamera im iPhone von außen aktiviert werden kann und Apple gelegentlich davon Gebrauch macht und Bilder der Umgebung seiner Nutzer überträgt – nur zur Verbesserung der User Experience natürlich – würde es irgendetwas ändern? Würde die Hirnerektionen der vor Geilheit sabbernden iPhone-Zielgruppe abschwellen?

Wahrscheinlich nicht, beobachtet man das Schulterzucken, mit dem den Neuigkeiten begegnet wird, dass Apple eine Löschmöglichkeit für unliebsame Programme vorgesehen hat. Als Link dazu habe ich den Law-Blog für das folgende Zitat gewählt:

Als Einsatzgrund für die Apple-Attacke nennt Jobs dann ausgerechnet Programme, die heimlich Nutzerdaten ausspähen und verschicken. Schön zynisch, denn mehr als seeeehr viel Vertrauen in die Redlichkeit Apples bleibt dem iPhone-Nutzer ohnehin nicht.

Tatsächlich kontaktiert das iPhone gelegentlich einen Apple-Server, um sich eine Todesliste abzuholen, nach der das iPhone selbstständig für Apple unliebsame Programme löscht. Yeah, sowas wollen wir doch alle haben. Quasi als Steigerung des Ablehnens oder auch mal kommentarlosen Entfernens unliebsamer Software aus dem AppStore. Aber welcher Nutzer möchte sein iPhone auch als UMTS-Modem fürs Notebook benutzen?

Was muss Apple denn noch tun, um die unglaubliche iPhone-Euphorie zu brechen? Wieviele bittere Pillen müssen die iPhone-Kunden noch schlucken, bis sich echter Widerstand bildet? Damit meine ich nicht ein paar Blogger hier und da, sondern Widerstand bei den Kunden. Wie wärs mit explodierenden Akkus? Oder stets aktiver akustischer Raumüberwachung mit direktem Draht zu Apple und dem Staatsschutz? Schon mal darüber nachgedacht, warum der Akku nur so kurz hält? ;) Nutzergängelung reicht jedenfalls offensichtlich nicht. Würde Microsoft… ihr wisst schon. Aber das iPhone ist einfach zu geil, keine Frage. So smooth, wie man damit hantiert ist es jedem anderen Mobiltelefon so unfassbar weit überlegen. Ein echter Paradiesapfel.


XDA-Projekt: Was sagen andere dazu

11 08 2008

Auch andere Leute sind mit ihrem XDA überraschend zufrieden. Dieser Beitrag wird gelegentlich um weitere Quellen erweitert.


XDA-Projekt: Zufrieden, aber nicht wunschlos

05 08 2008

Ich hab schon das ein oder andere mal darüber geschrieben, was mich an meinem XDA Orbit 2 stört. Ganz oben auf der Liste steht die geringe Auflösung des Displays und dass man auch bei alltäglichen Aufgaben besser den Stift zur Hand nimmt, um nicht die falsche Funktion auszulösen. Auch bedienen sich die PIM-Programme von Windows Mobile sehr unkomfortabel und nicht zuletzt sind sie auch nicht schön anzusehen. Ich benutze sie daher nur selten und ungern. Bezeichnend hierfür ist, dass ich lieber den nicht für die mobile Nutzung gedachten Webmailer meines Providers nutze, als mich mit Pocket Outlook herumzuschlagen. Hier nerven mich besonders zwei Eigenschaften: Das Programm lädt nur die Header der Mails, was an sich OK ist. Aber wenn ich die Mail anklicke, will ich sie wahrscheinlich lesen, oder sieht das jemand anders? Aber statt des Mailtextes bekomme ich eine Meldung, dass der Text noch nicht geladen wurde und ich diese Meldung anklicken kann, um diese Mail für den Download vorzumerken. Danach muss ich nur noch mal Mails senden und empfangen. Hallo? Ich bin mit meinem IMAP-Server verbunden und habe eine Datenflatrate und/oder WLAN-Zugang, ich brauche solchen Schutz vor Traffic also nicht und habe bisher keine Möglichkeit gefunden, das zu deaktivieren. Wenn man die Mail dann endlich hat, ist sie auch nicht wirklich angenehm zu lesen auf 320x240px. Auch kann man nicht in der Übersicht mehrere Mails markieren und gemeinsam entsorgen. Schlecht wenn man seinen Spam nur markieren lässt, wie ich das tue. In Windows Mobile 6.1 ist wenigstens dieser komische Umstand gefixt (der übrigens auch beim iPhone erst seit Version 2.0 behoben wurde). Also lieber mein Webmailer, bei dem ich zwar wie die Hölle rumschieben muss, aber immerhin flüssig arbeiten kann.

Apropos Windows Mobile 6.1: Angeblich soll es für den XDA Orbit 2 alias HTC Touch Cruise ein Update auf Windows Mobile 6.1 geben, aber bisher habe ich dazu nichts (offizielles) gefunden, das würde übrigens auf dieser Supportseite von O2 stehen. Gerüchteweise soll bei dem Update auch Opera Mobile 9.5 mitgeliefert werden, das wär mal was!

Aber auch mit Windows Mobile 7, 8 oder 10 oder Android oder wasauchimmer würde ein zentrales Problem beim XDA Orbit 2 bleiben: Die winzige Auflösung von 320x240px. Der Nachfolger XDA Diamond hat satte 640x480px auf einem 2,8"-Touchscreen, was einer Pixeldichte von unfassbaren 285ppi entspricht. Zum Vergleich: Das iPhone gilt mit 165ppi auf einem 3,5" Display und halb so vielen Pixeln (480x320) schon als knackig scharf und durchaus alltagstauglich. Einerseits ist eine derart hohe Auflösung natürlich geil, weil knackescharf. Andererseits bleibt der Bildschirm aber 2,8" klein und wird damit schon für mich kaum noch lesbar sein, ganz zu schweigen von fehlsichtigen Personen. An einem größeren Bildschirm führt also kein Weg vorbei, auch wenn eine hohe Auflösung sicher ein Schritt in die richtige Richtung darstellt.

Fazit: Ich will einen XDA Diamond haben und hätte auch wahrscheinlich einen gekauft (vor allem beim aktuellen Angebot, dass quer durch die Stadt auf großen Plakaten beworben wird), wenn mir O2 mit ihrem freundlichen Angebot nicht zuvor gekommen wären. Aber bevor wir uns falsch verstehen: Der XDA Orbit 2 ist ein klasse Smartphone und ich ziehe ihn fast allen anderen Telefonen dieser Welt eindeutig vor. Das Problem ist halt: Bisher ist kein Telefon aufgetaucht, das meine Anforderung wirklich gut erfüllen würde. Der XDA Diamond ist da wieder ein großer Schritt, auch wenn er diese Touchtasten hat, die ich so hasse: Entweder ganz Touchscreen oder ein paar ordentliche Tasten mit Druckpunkt, alles dazwischen nervt mich total.


XDA-Projekt: Instant Messaging

25 07 2008

Es gibt einen Punkt, den ich bisher nicht mit meinem XDA nicht befriedigend lösen konnte: Instant Messaging auf dem XDA. Ich habe bisher keinen brauchbaren Jabber-Client für Windows Mobile gefunden, der nicht an einen speziellen Dienst gebunden wäre und kostenlos. Der Agile Messenger kostet satte 45$, reichlich teuer. Skype ist sehr gut in das System integriert, aber Skype ist Skype und nur Skype. Ich brauche aber einen Messenger, der nicht ausschließlich ein proprietäres und fragwürdiges Protokoll einsetzt. Ebenfalls brauche ich keinen IM-Client, der alle Verbindungen von einem zentralen Server aus aufbaut und die Verbindung vom Handy dorthin über ein fragwürdiges und proprietäres Protokoll abwickelt und dem ich dazu alle meine Zugangsdaten zu den benutzten Diensten geben muss, wie das bei Fring offenbar der Fall ist.

Wo bleibt der Open-Source-IM-Client für Windows Mobile? Wo bleibt Pidgin Mobile oder etwas ähnliches? Obwohl, eigentlich ist das völlig überflüssig. Windows Mobile ist ja sowieso todgeweiht und mein Lieblingsjoker Android hat eine weitgehende XMPP-Integration, wie man hört. Wozu also noch Mühe in einen guten Open-Source-IM-Client für Windows Mobile stecken?

Und das iPhone? Keine Ahnung, ob es Jabber-Clients im AppStore gibt. Aber selbst wenn, verbietet T-Mobile ja die IM-Nutzung in den Vertragsbedingungen. Oder ist IM-Traffic nur nicht im Inklusiv-Datenvolumen enthalten? Egal, ein Unding ist es so oder so.


FSF fasst gute Gründe gegen das iPhone zusammen

14 07 2008

Vorbemerkung: Kauft Euch so viele iPhones wie ihr wollt. Macht von mir aus 10 mal einen Vertrag mit der Telekom oder hackt Euch durch die Welt. Werdet glücklich und lasst Euch dieses Glück nicht ausreden.

Ich habe kein iPhone, das hat verschiedene Gründe. Ich will auch kein iPhone, denn die Firmenpolitik dahinter macht mich krank, was ich aber nie wirklich prägnant in Worte fassen konnte. Das hat die FSF jetzt übernommen. 5 reasons to avoid iPhone 3G:

  • iPhone completely blocks free software. Developers must pay a tax to Apple, who becomes the sole authority over what can and can't be on everyone's phones.
  • iPhone endorses and supports Digital Restrictions Management (DRM) technology.
  • iPhone exposes your whereabouts and provides ways for others to track you without your knowledge.
  • iPhone won't play patent- and DRM-free formats like Ogg Vorbis and Theora.
  • iPhone is not the only option. There are better alternatives on the horizon that respect your freedom, don't spy on you, play free media formats, and let you use free software -- like the FreeRunner.

Ja, da sind (vielleicht) bessere Alternativen am Horizont. Aber momentan ist das iPhone immer noch ziemlich alleine auf der slick-bedienen-Bühne. Was für ein Licht wirft das auf die Handyhersteller, dass erst ein branchenfremder Hersteller kommen muss, um im Vorbeigehen fast alles zu beheben, was an Handys bisher genervt hat? Dass Apple im Gegenzug neue Nervigkeiten mitgebracht hat, die vorher ganz selbstverständlich nicht integraler Bestandteil von Handys waren, ist natürlich schade. Aber dennoch sieht man, dass es noch ein Jahr nach Veröffentlichung des ersten iPhones kein etablierter Handyhersteller geschafft hat, etwas auch nur im Ansatz ebenso gut bedienbares an den Start zu bekommen. Dass Handys schlechter waren als nötig hat einem ja schon lange gedämmert, aber dass die Hersteller offenbar durchweg derart in die falsche Richtung gedacht haben, ist ein Armutszeugnis. Ganz besonders Nokia mit ihrem S60-Mist ist hier zu nennen. Beispiel: Schnappt Euch mal ein aktuelles Nokia-Telefon und surft mit dem eingebauten Browser (ohne Touchscreen natürlich, denn Touchscreens findet Nokia doof). Und dann nehmt ein iPhone zur Hand und macht das gleiche noch mal. Beide Browser nutzen WebKit als Rendering Engine, arbeiten also weitgehend korrekt. Nur ist der eine träge, ruckelig und eine Bedienungs-Zumutung und der andere hangelt sich so leichtfüßig, weich und selbstverständlich durch das Web, dass man sich nur freuen kann. Davon abgesehen, dass die WLAN-Verwaltung bei Nokia ständig und immer mit Fragen präsent ist, statt einfach im Hintergrund zu funktionieren. Was soll das?

Zurück zum Thema. Dass Apple so sehr seine Finger auf dem iPhone hält hat zwei Effekte: Zum einen könnte es sein, dass die Programmqualität dadurch auf einem durchschnittlich höheren Niveau liegt. Möglich, aber nicht zwingend. Zum anderen aber kann Apple so missliebige Programme einfach verbieten, so wie das mit TomTom gerade passiert. TomTom hat angeblich eine Portierung seiner Software für das iPhone bereits in der Schublade, kann diese aber gegen Apples Willen nicht an den Markt bringen. Wenn ich sowas höre, kann ich der FSF nur zustimmen: Finger weg von so einem Sektensystem.

Als Ausnahme kann ein gehacktes iPhone gelten, aber ich für meinen Teil möchte meine Geräte erhobenen Hauptes nutzen können und nicht in die Halblegalität gedrängt werden, um sie so zu nutzen, wie ich das will. Von Garantiefragen mal ganz abgesehen und von der ewigen Bastelei bei Firmwareupdates und dem Damoklesschwert, dass Apple einen Weg findet (und finden möchte!), die Jailbreaks zu verhindern. Irgendwie ist ein gehacktes iPhone so wie verschämt irgendwo Gras kaufen müssen.

Und zum Schluss gebetsmühlenartig ein paar mehr Gründe, warum ich kein iPhone will: Kein Bluetooth-Stereo-Audio-Profil, keine Nutzungsmöglichkeit als UMTS-Modem (warum nur?), weltfremde Tarife und die Zwangsehe mit iTunes. Bitte fragt mich also nicht ständig, warum ich kein iPhone habe, wo ich doch der Typ dafür bin.

P.S. Es ist übrigens bemerkenswert wie Tiermama-gleich einige iPhone Besitzer ihr Baby verteidigen. Damit meine ich nicht ihr konkretes Gerät, sondern das Phänomen iPhone an sich. Schön, wenn die Einschränkungen für jemanden nicht relevant oder relevant genug sind. Aber das ist nun mal kein belastbarer Grund, die Einschränkungen allgemein wegdiskutieren zu können.