Hoffentlich ein letztes mal DRM

27 04 2008

Ich hab schon lange keine Lust mehr. Meine aufklärerische Arbeit (sichselbstwichtigmach) und die Arbeit vieler anderer zum Thema DRM hat ja offensichtlich gefruchtet: Das Thema DRM für Musikdownloads ist weitgehend durch. Spätestens wenn demnächst Amazon auch auf dem deutschen Markt am Start ist, wird DRM-Fesselmusik wie Steine in den virtuellen Regalen liegen. Gut so. Lasst Euch nicht verarschen!

Also kleiner Digest zu aktueller Presse: Die Musikindustrie hat einen offenen Brief an die Kanzlerin veröffentlicht, in dem sie rumheult und fordert, dass die Bundesregierung etwas tut. Ich frage mich, was sie denn noch tun sollen? Reicht Euch die aktuelle für die Konsumenten sehr unangenehme Lage noch nicht? René von Nerdcore hat alles, was dazu zu sagen ist, in eine offene Antwort verpackt. Ja genau. Was können die Konsumenten und die Regierung (die diese irgendwie schon noch vertritt) dafür, dass Euch Euer Geschäftsmodell wegbricht? Wollt ihr noch analog zum Kohlepfennig einen Musikpfennig haben? Das wär ja ne geile Idee! Da löst sich die Grundlage einer ganzen Industrie auf (was bei der Musik so einfach nicht stimmt), und der Staat muss Arbeitsplätze mit hohen Subventionen sichern. Kennt man ja.

Allein: Eure Probleme sind Hausgemacht. Die Kunden haben plötzlich das Zepter in der Hand. Und die Kunden wollen durchaus Musik und sie wollen auch durchaus dafür bezahlen, ehrlich! Die Welt ändert sich. Heult der Lebensmittel-Einzelhandel rum, dass der Trend zu Convenience-Produkten geht und kaum noch jemand einfach nur Mehl kauft oder die Brauereibranche, dass der Bierabsatz ins Bodenlose fällt? Nein, denn man kann sich auch als Industrie durchaus an veränderte Situationen anpassen: Kommt man bei Rewe rein, empfängt einen eine Convenience-Kühltruhe und im Bierregal stapeln sich zig verschiedene Biermixgetränke, denn die sind tierisch en vogue und verkaufen sich blendend.

Und was macht ihr? Statt den Konsumenten schon seit zehn Jahren Musik im bevorzugten MP3-Format zu verkaufen zu Preisen, die nicht über denen von CDs liegen (aus denen man sich übrigens ganz einfach und noch immer legal eigene MP3s machen kann), und zu Konditionen, die denen von Tauschbörsenmusik mindestens ebenbürtig sind. Sprich: Ein Album für 10 Euro ohne Fußfesseln. Im Spiegel-Online steht übrigens dieser Tage ein gut zusammengefasster Abgesang auf DRM: Microsoft lässt Playsforsure-Musik, die Kunden im msn Musicstore gekauft haben, einfach auslaufen. Ab Mitte des Jahres kann man diese Musik nicht mehr auf andere Rechner (etwa seinen eigenen neuen PC) umlizenzieren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht nur, dass man seine bezahlte Musik überhaupt umlizenzieren muss, wenn man sie auf seinen neuen Rechner kopiert. Nein, das reicht noch nicht: Man stellt diese Möglichkeit einfach ab und nimmt seinen Kunden die bezahlte Musik damit praktisch wieder weg. Nach maximal drei Jahren.

Zur Erinnerung: Selbstgerippte Musik zum gleichen Preis (inkl. CD) und kostenlos aus dem Netz kopierte Musik läuft ohne jedes Haltbarkeitsdatum einfach weiter, man ist also der Gefickte, weil man für Download-Musik bezahlt hat, obwohl man die gleiche Musik auch für lau aus dem Netz hätte ziehen können. Verkerhte Welt. Und dann heulen diese Leute unserer Bundesregierung die Ohren voll.

Mir ist das inzwischen gleichgültig: Ich habe schon lange meine Musikkäufe auf ein Minimum reduziert. Einer Branche, die so scheiße ist, gebe ich echt nur ungern irgendwelche Kohle. Gibt genug bessere Alternativen für mein beschränktes Medienbudget. Überhaupt: Wie vermessen ist das ganze eigentlich? Die Leute versenken ihr Medienbudget inzwischen schlicht woanders und die Musikindustrie will Schutz davor? Wie? Meinen die im ernst, die Leute kaufen wieder mehr Musik, wenn man rechtlich gegen sie vorgeht und das mit harten Bandagen? Ganz offensichtlich schmecken den Leuten die aktuellen Konditionen oder die Inhalte nicht mehr. Was macht man als Geschäftsmann: Man dreht genau daran. Naja, ist ja gut jetzt. Schönen Sonntag noch.


3-2-1 Ignition in der Tonhalle

17 04 2008

Am Dienstag war ich bei der 3-2-1 Ignition in der Tonhalle. Das ist ein jugendkompatibles Konzert der Düsseldorfer Symphoniker mit visueller Unterstützung des IMM (Institut für Musik und Medien) der FH Düsseldorf und der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf. Um etwas geheimnisvoll zu bleiben: Es lohnt sich! Recht junges, aber gemischtes Publikum (Schüler, Studenten, andere übliche Tonhallen-Besucher), gute Stimmung, gute Musik, alles stimmt. Und nicht zuletzt der quasi geschenkte Eintritt von 5€ und die Garderobe ist umsonst in der Tonhalle. Der Intendant der Tonhalle – der den Abend moderiert – kann zu Recht stolz auf das volle Haus sein. Wir kommen gerne wieder.

Die nächste Ignition findet am 03.06.2008 statt. Hingehen.

Ich frage mich, wer das ganze wie stark suventioniert? 5€ sind verdammt wenig für die (2005 renovierte) Tonhalle mit vollem Personaleinsatz an Platzeinweisern und Garderobenleuten, die kompletten Symphoniker und etliche Studenten für den Videoteil.


Kann man Hip-Hop-Texte zitieren?

17 02 2008

Im letzten Beitrag habe ich Texte von der neuen Dynamite Deluxe Platte zitiert. Als ich sie eben wieder gelesen habe, musste ich über die grundsätzliche Frage nachdenken, ob man Hip-Hop-Texte von ihrem Flow und dem Beat losgelöst zitieren kann oder darf? Wenn man das so liest, ergibt es keinen Sinn und es stellt sich auch kein Fluss ein, wie das bei Gedichten üblich ist (fünffüßiger Jambus und so, ihr wisst schon). Es kommt einfach nichts rüber von dem, was die Liedstelle ausmacht. Die Kunst bei Hip-Hop besteht ja gerade darin, seinen eigenen (mehr oder weniger ausgeprägten) Style über Beats zu flowen. Je unverwechselbarer, desto besser, aber auch desto weniger nachvollziehbarer aus der reinen Transkription.

Also komme ich zu dem Schluss, dass es verboten gehört, Hip-Hop-Texte losgelöst von Flow und Beat zu betrachten bzw. zu zitieren. Problem: Ohne Urheberrechte zu missachten bzw. sich auf ein rechtliches Minenfeld zu begeben, kann man so leider gar keinen Hip-Hop zitieren. Wird sicher einige meiner Leser hoch erfreuen, ich finds schade.


Ist Dynamite Deluxe die Erlösung?

17 02 2008

Freunde des gepflegten Hip-Hop-Konsums hatten es schwer in den letzten Jahren, nachdem die ganze Berlin-Style Aggro-Scheiße den Markt überschwemmt hat und seitdem die deutsche Hip-Hop-Kultur dominiert. Wo sind all die guten Leute hin? Nur ab und an tröpfelt mal ein brauchbares Album aus Hamburg (oder von wo auch immer) in mein Ohr. 2006, als alles schon verloren schien, kam Dendemann mit seiner Rettungsplatte, danach war wieder weitgehend Funkstille mit gutem deutschem Hip-Hop (Studentenrap). Selbst was Samy Deluxe in den letzten Jahren rausgehauen hat, hatte nichts mehr mit dem zu tun, was noch 2001 alles gerockt hat. Umso erfreuter war ich über die neue Dynamite Deluxe Platte mit dem schönen Namen TNT. Die Rettung 2008? Ein neuer Lichtblick?

Ja. Einige Tracks sind phänomenal! Krasseste Beats und fetter Flow am Start. Ja, so kann Hip-Hop aussehen. Klar, dass nicht alle Tracks die Offenbarung sein können; aber die Platte ist im Ganzen gut hörbar mit etlichen Highlights und ohne Totalausfälle, natürlich nur mit viel Bass und laut. Sehr schön im Song "Komma Klar":

dachte gerade heute wird noch son gemütlicher Abend
dann fängst du plötzlich an mich nach all diesen Typen zu fragen
und du fragst mich nach Azad oder Bushido
oder nach Savas oder nach Sido
sagst all die Rapper hier sind dir zu Gangsta
was soll ich sagen hol doch die Kripo

Lesen kann man das gar nicht, den Flow muss man einfach hören. Also hört mal rein, wenn ihr so fühlt wie ich und euch dieser Gangsta-Arschficker-Shit ebenso Tränen in die Augen treibt. Der Sound auf der TNT ist jedenfalls definitiv der Lichtblick des Jahres und lässt mich wieder Hoffnung auf mehr guten Hip-Hop schöpfen.

P.S.: Ich hab gehört, bei Youtube kann man echt ne ganze Menge Lieder schon mal anhören ("Newcomer des Jahres" hören!), bevor man das Album gekauft hat. Aus dem Track "Dynamit":

tu mir den gefallen und kauft die LP
oder klaut die LP
rippt oder brennt oder downloaded sie!

Sehr schön. Gute Musik muss natürlich gekauft sein. Die Dendemann-Platte war übrigens damals meine erste gekaufte Download-Platte. Doof eigentlich, denn solche Ausnahmeplatten muss man im Regal stehen haben, genau wie die "Neo Now", das "Deluxe Soundsystem", die "4 gewinnt" und ein paar andere Schätzchen.


Dämliche Ideen: Im Plattenladen einen Gutschein für den Erwerb von Downloadmusik kaufen

09 01 2008

Vor ein paar Tagen haben ich ja Sony BMGs Entscheidung pro DRM-freie Musikdownloads gut geheißen. Dabei bleibe ich auch, aber was mir via Rivva.de gerade um die Ohren fliegt stimmt doch nachdenklich: DRM-freie Musik bei Sony BMG: Neuer Dummheitsrekord in der Musikbranche. So ein schöner Titel muss zitiert werden! Der Witz daran ist folgender:

Die Konsumenten werden nämlich die DRM-freie Musik nicht einfach so herunterladen können. Nein, vielmehr müssen sich die Musikfreunde in einen physischen Musikladen begeben und dort einen “Platinum Musicpass” zum Album ihrer Wahl erwerben (Einzelsongs gibt es nicht), und zwar etwa für den Preis einer CD ($12.99 in den USA). Diesen Code gibt man zu Hause am Computer auf der Website musicpass.com dann ein und schon kann man sich die Songs herunterladen, ganz bequem, mit nur wenigen Stunden Verzögerung. Und zum Start nächste Woche wird bereits eine sensationelle Auswahl von 37 Alben zur Verfügung stehen!

Wow! Wenn das mal keine geniale Idee ist… Offensichtlich frisch aus dem HowTo "Wie biete ich etwas an, das wirklich absolut niemand haben will?" Ich bezweifle ja zutiefst, dass das wirklich die einzige Möglichkeit sein soll, an DRM-freie Downloadmusik von Sony BMG zu kommen. Dazu ist das einfach zu bescheuert. Aber alleine davon auszugehen, dass überhaupt jemand auf diese weise Downloadmusik kaufen möchte, zeugt schon von von einer ausgeprägten Fähigkeit zu absurdem Denken.

Die Idee dahinter soll übrigens sein, dass Kunden bekanntlich etwas physisches in die Hand bekommen wollen, wenn sie schon Geld rausrücken. Allein: Wenn man im Plattenladen den vollen Preis einer CD hinlegt, dann würde ich zumindest erwarten, als physischen Gegenstand die CD zu bekommen. Und wenn die Plattenfirma nett ist, erlaubt mir ein Code in der CD den Download der Musik ohne DRM aus dem Netz, weil mir das das Rippen erspart (wenn ich das will). Warum sollte ich also in einen Plattenladen gehen, für volles Geld keine CD mitnehmen und am Ende nur MP3s bekommen, die ich mir von der CD genau so gut hätte rippen können? Ich zahle das gleiche, muss trotzdem in den Laden gehen und bekomme viel weniger (nämlich keine CD und kein Cover). Und jetzt kommt nicht mit dem Argument, dass es so unbequem wäre, eine CD zu rippen. iTunes und Konsorten machen das inzwischen so einfach und komfortabel, dass die Eingabe eines Codes auf einer Website und der Download der Dateien wesentlich komplizierter ist.

Das Jahr hat zwar gerade erst angefangen, aber diese Idee ist ein heißer Kandidat für die dämlichste professionelle Idee des Jahres. Der Monatspreis ist Sony BMG in meinen Augen damit schon ziemlich sicher. Aber mal schauen, vielleicht toppt das ja noch jemand.

Nachtrag 11.01.2008: Also doch: Ich konnte es ja schon von Anfang an nicht glauben und so wundert es mich auch nicht, dass Amazon demnächst auch DRM-freie Musik von Sony BMG (und damit von allen Majors) verkauft, ohne Rubbelkarte wohlgemerkt. Mutig von Sony BMG, so ein abgezocktes PR-Vabanque-Spiel zu spielen. Meinen vollen Respekt dafür, sich freiwillig für ein paar Tage der Lächerlichkeit Preis zu geben, um dem eigentlichen Deal den roten PR-Teppich auszurollen; und herzlich willkommen im man-kann-damit-auch-Geld-verdienen-Internet.


Das Thema DRM ist endlich durch

05 01 2008

Heute habe ich feierlich die Seite Wir haben bezahlt aus meiner Blogroll geworfen. Denn, mit Sony BMG hat sich nun das letzte der vier Major Label zum Verzicht auf DRM entschlossen, was die Verlinkung dieser Seite für mich überflüssig macht. Ausschlaggebend ist wohl Amazons Vorstoß gewesen, in den digitalen Musikmarkt einzugreifen, aber eben nur ohne DRM oder gar nicht. Gut so, auch als Gegengewicht zu iTunes. Ich bin gespannt, wann auch andere Shops davon profitieren werden. Endlich ist Schluss mit diesem DRM-Scheiß. Die Musikindustrie (repräsentiert durch die vier Majors) hat im Übrigen auch keine andere Wahl. Keine Industrie kann gegen seine Kunden etwas durchsetzen, was diese nicht wollen; abgesehen von Monopolen, aber die Musik der Majors hat sich gerade nicht als Monopolgut herausgestellt, zu umkämpft ist das Medien(zeit)budget der Leute.

Jetzt fehlt mir nur noch ein Feature: Wenn ich eine CD bei Amazon kaufe, wäre es der Hammer, wenn ich die Musik im Voraus schon als MP3 herunterladen könnte. Sofort loslegen können, nicht selber rippen müssen und trotzdem die CD bekommen ist ein Killerfeature, liebe Amazon-Strategen, aber nur zum gleichen Preis. Denn der Vorteil zieht nur die zwei Tage, bis die CD da ist, denn dann kann ich sie ja auch selber rippen.

Ohne zu sehr auf meiner mit 3,3 bewerteten Hausarbeit zum Thema DRM vom Sommer 2006 rumreiten zu wollen, muss ich doch noch mal kurz erwähnen, dass da genau das drin stand: DRM lässt sich nicht dauerhaft gegen die Kunden durchsetzen und in spätestens 2 Jahren ist Schluss damit. Dieser Umstand zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Die 3,3 kam übrigens dadurch zustande, dass ich meine durchaus schlüssig dargelegte Argumentation nicht beweisen bzw. belegen konnte, zumindest nicht mit gedrucktem Material (Blogs zwitscherten das ja schon von allen Dächern, aber Blogs gelten nicht als Quelle); ergo mangelnde Wissenschaftlichkeit – schlechte Note. Die These "DRM ist nötig, deswegen verkaufen wir nur mit DRM" war allerdings ebenso wenig belegt. Ein Diskurs konnte also meines Erachtens nur auf rein theoretischen Gedankengängen beruhen. Genau dieser (pseudo-)wissenschaftliche Wahnsinn ist übrigens schuld an meinem Entschluss, nicht noch einen Master an meinen Bachelor dran hängen zu wollen. Wie auch immer: Ich hatte recht, was mich im Nachhinein sehr befriedigt.

Nachtrag 05.01.2008 19:14: Eben kam ein Einwand zum Amazon-Bundle-Modell, dass das 14-tägige Rückgaberecht ein Problem sein könnte: Man kauft ne CD, zieht sich die MP3s und schickt die versiegelte CD zurück. Guter Einwand, aber rechtlich sehe ich kein Problem darin, das Rückgaberecht in dem Fall einzuschränken, solange Amazon deutlich genug darauf hinweist. Die DSL-Provider machen das auch so mit dem Haken "Auftrag schnellstmöglich ausführen". Hakt man das an, hat man kein 14-tägiges Widerrufsrecht für den DSL-Vertrag und der Provider legt sofort los. Unschön ist dabei nur, dass die Provider nicht deutlich genug auf die Konsequenzen hingewiesen haben (ist das noch so?).

Wenn der Hinweis bei Amazon also deutlich genug ist(!) und der Haken nicht standardmäßig gesetzt ist(!), wird es zwar trotzdem Kunden geben, die das verpeilen; aber das werden nicht viele sein und die haben halt Pech gehabt, finde ich.


Lustiges für zwischendurch

28 11 2007

So, im Vorbeigehen mal zwei lustige Einwürfe:

Die Musikindustrie mit dem Stinkefinger. Das ist wenigstens mal ehrlich.

Aufgepasst Pornofreunde: Die mit dem roten Halsband. Geistert gerade durchs Netz und die Electro/House-Musik-Szene. Siehe auch bei Youtube.


Apple hat den Po auf

18 09 2007

Dass ich kein Freund von Apple bin sollte inzwischen bekannt sein. Ein Grund, der ganz oben auf meine Ich-mag-Apple-nicht-aus-folgenden-Gründen-Liste steht ist mal wieder bestätigt worden: Apple ist proprietäre Scheiße. Ich wunder mich zutiefst, warum ausgerechnet die freiheitsliebenden Open-Source-Junkies so auf Apple abfahren, wo ihnen Apples proprietäre Bestrebungen doch eigentlich zuwider sein müssten. Aktuelles Beispiel: Neue iPods sprechen nur noch mit iTunes. Es gibt auch dafür bereits Abhilfe unter Linux (den golem.de Beitrag dazu verlinke ich lieber nicht, um mir deren Trolle nicht via Trackback ins Haus zu holen), aber wer solche Klimmzüge veranstaltet muss sich fragen lassen, warum er denn dann unbedingt einen iPod haben muss.

Liebe Geeks, Open-Source-Vordenker und Style-Leitwölfe, akzeptiert doch einfach Apples Bestrebungen zu geschlossenen Systemen und zieht die bei Euch üblichen Konsequenzen daraus: Scheiße finden und nicht kaufen. Trotzdem iPods zu kaufen untergräbt Eure Argumentation gegen proprietäre Systeme und Closed-Source-Software.

Warum also kaufen gerade die Leute, die es aus Ideologie oder welchen Gründen auch immer eigentlich ablehnen müssten, iPods in rauhen Mengen? Weil er so schön ist? Keine Frage, das ist Ding sexy. Weil er so toll ist? Klar, es gibt leider noch immer keinen auch nur im Ansatz so coolen Player. Aber es wird auch keinen geben, wenn niemand den iPod und das geschlossene System dahinter in Frage stellt und Alternativen nachfragt. Denkt mal darüber nach Leute. Der iPod Connector für das ganze Zubehör ist so eine gute und erfolgreiche Idee, warum öffnet sich Apple nicht auch softwareseitig? Weil man damit die satten Pfründe aus dem iTunes Music Store gefährden würde? Ist das im Sinne der Kunden? Finde ich nicht.

Euch Apple-Jünger meine ich übrigens gar nicht. Ihr denkt offenbar nicht mehr weiter als bis an den Bildschirmrand, wo das Exposé aktiviert wird (ja, das war völlig übertrieben und rein provokativ). Das geht schon klar. Ihr habt Euch auf diese Welt eingelassen und lebt gut darin. Herzlichen Glückwunsch zu Eurer persönlichen Findung des heiligen Grals.
Ich meine eher die Leute, die Linux auf ihrem MacBook Pro laufen haben und ihren iPod mit Amarok abgleichen. Das passt in meinen Augen nicht (mehr) zusammen. Apples Statement dazu ist nicht misszuverstehen.

Was will ich also? Was sind meine Alternativvorschläge? Ich möchte, dass Apple seine geschlossene Politik aufgibt (unwahrscheinlich) oder wenigstens einen Player (mehr oder weniger egal von wem), der es in Style, Wertigkeit, Verarbeitung und Bedienung mit den iPod aufnehmen kann und der ohne geschlossenes System arbeitet. Und der neben MP3, WMA und AAC(+) vielleicht auch noch OGG, FLAC und Co. abspielt. Und auf Videoseite neben AVI und M4V vielleicht auch noch Matroska und OGM. Ach ja, eine Erweiterbarkeit für neue Formate wär auch toll. Sowas würde ich kaufen, versprochen.


Beatbox-Shit

11 07 2007

Gerade hat mich die gute Maike auf ein Youtube-Video aufmerksam gemacht. Wirklich total abgefahren:

Auch gut ist ein weiteres Video von dem Typen, der Lasse Gjertsen heißt:

Und dazu fällt mir noch gleich dieses absolut geile Beatbox-Video vom französischen Superstar ein:

Und wo wir gerade dabei sind, passt noch der Querflöten-Beatbox-Typ ins Bild, der Mario spielt:

Und noch die obligatorische Youtube-Warnung: Folgt den "related"-Links nur, wenn ihr ne Menge Zeit habt!


DRM fällt

02 04 2007

Die Spatzen pfeifen es allenthalben von den Dächern: EMI gibt als erster Major den DRM-Scheiß auf und erlaubt dem Handel, Musik in einem frei wählbaren Format zu verkaufen.

Wird sich das lohnen? Ganz sicher! Werden die anderen drei nachziehen? Sie müssen, weil EMI ein riesen Geschäft damit machen wird. Fragt sich nur wann. Endlich kann man Musik legal online beziehen, darauf haben wir alle gewartet. Klingt jetzt etwas ironisch, oder? Solls aber nicht sein. Nur etwas bissig.

Begrenzt nett ist, dass man für diesen Vorteil 30% Aufschlag pro Titel einsacken möchte. Erst kastrierte Scheiße anbieten für einen nicht ganz billigen Preis und dann die Kastration bleiben lassen und dafür die Hand aufhalten? Ein etwas fader Beigeschmack, auch wenn die Freude überwiegt. Die Alben werden ja auch nicht teurer, immerhin.

Was ist also zu tun: Ab in die Shops und kräftig MP3s kaufen und den DRM-Mist liegen lassen. Eiskalt! Der Sommer kann kommen.