Ich lass mich nicht gerne verarschen, liebe O2-Hotline

17 03 2009

Ich war am Wochenende nicht zu Hause, habe also erst am Sonntag Abend bemerkt, dass ich zu Hause nicht telefonieren kann. Also weder Gespräche annehmen noch Gespräche aufbauen, weder mit meinem Haupthandy noch mit dem Zweithandy (Multicard). In Benrath bei meinen Eltern konnte ich telefonieren, also dachte ich mir nichts weiter. Heute konnte ich dann ganz und gar nicht mehr telefonieren, was schon lästig ist, wenn man mit Kunden kommunizieren will. Datendienste gingen aber. Also rief ich von meinem Sipgate Anschluss für fast 17ct/min die O2-Premium Hotline an. Wie in 80% der Fälle ging da keiner dran und ich landete in der Standardhotline. Jetzt kommts.

Die Dame an der Hotline sagte, es wären keine netzseitigen Fehler bekannt und unterstellte mir, ich habe an beiden Telefonen irgendwas verstellt. Mein Einwand, dass ich keineswegs irgendwas verstellt habe, an meinem Zweittelefon schon mal gar nicht, das hatte ich nicht mal angefasst, ignorierte sie zielstrebig und wollte meinen Fall nicht mal als Störung aufnehmen. Noch am Telefon für besagte fast 17ct/min ließ sie mich ein drittes Telefon auftreiben und ein munteres SIM-Karten Wechselspiel veranstalten. Nach einigem hin und her stand fest, dass es definitiv nicht an den Telefonen oder deren Einstellungen lag, da beide prima mit der FONIC-Karte funktionierten. Aber auch das dritte Telefon funktionierte mit meiner Zweitkarte und danach auch wieder mein XDA, was sich nach dem Telefonat leider als Zufall herausstellte.

Also rief ich noch mal an und hatte dieses Mal tatsächlich mal einen Premium-Supporter dran. Ich schilderte kurz mein Anliegen und bekam lediglich die Frage gestellt, ob ich von Düsseldorf aus anrufe. Dort gäbe es seit dem Wochenende eine schwere Netzstörung, mein Problem sei also ganz normal und man arbeite an einer Lösung. Kurz und bündig, angenehm und korrekt. Warum mich die erste Dame derart dreist belogen (Es gibt keine Störung im Netz) und mir SIM-Karten-Sand in die Augen gestreut hat ist mir ebenso schleierhaft geblieben wie ihm. Die Netzstörung betraf tatsächlich nicht nur mich, sondern auch andere Leute und bestand schon das ganze Wochenende, am Samstag zuerst sporadisch, dann am Sonntag fast vollständig nicht erreichbar.

Die ganze Sache ist wirklich unerfreulich. Dass O2 ein ganzes Wochenende und einen Werktag eine großflächige Störung in Düsseldorf hat ist ja schon ärgerlich, passiert aber mal. Dass die Kunden aber nirgendwo darüber informiert und sogar an der Hotline diesbezüglich direkt angelogen werden, ist wirklich ein Unding. Und dafür habe ich auch noch 3,72 Euro vom Festnetz zur Premium-Hotline bezahlt. Wenn ich da so drüber nachdenke bin ich wirklich stinkesauer auf O2. Falls das hier jemand von O2 liest – und davon gehe ich durchaus aus – würde ich mich über eine Erstattung zumindest der unnötig angefallenen Hotline-Kosten freuen, als symbolischen Akt. Die halbe Stunde vertane Arbeitszeit, die Nichterreichbarkeit für meine Kunden und die Kosten für Anrufe mit Sipgate statt der Handy-Flatrate kann ich schlecht beziffern. Ach ja, bei der Gelegenheit wäre auch eine Erstattung der überflüssigen 2x25 Euro Vertragsänderungsgebühr zum neuen Genion S und wieder zurück nach Beendigung des XDA-Projektes, das war anders vereinbart gewesen. Fehler von O2 passieren mal, da habe ich kein größeres Problem mit; nur, wenn ich dafür zur Kasse gebeten werden, ist mir das nicht so recht.


Doch bei O2 geblieben

16 02 2009

Die vor einiger Zeit genannten Gründe, warum ich O2 gekündigt hatte, sind weiterhin gültig. Trotzdem habe ich soeben einen Genion L mit 24 Monaten Vertragsbindung abgeschlossen. Warum?

  • Ich habe die Premium-Hotline angerufen und nach mehrmaligem Weiterverbinden bin ich der Hotline für Selbstständige gelandet. Der Typ dort schien mein Problem zu verstehen und bot mir einen Genion-L-Selbstständigen-Tarif für 25,50€/Monat und dazu einen HTC Touch HD für 169€ an. Wenn man das gegenrechnet (ab ca. 580€ für den Touch HD im freien Handel), bekomme ich ca. 17€/Monat Subvention auf das Handy, bezahle für das Genion-L ohne Handy also letztlich 8,50€/Monat. Klar ist das ne Milchmädchenrechnung, wenn man bedenkt, dass ich den Touch HD eigentlich nicht brauche. Aber derart schöngerechnet ist der Tarif echt attraktiv. Der Genion-L-Spezial-Tarif ohne Handy für selbstständige Neukunden würde mich 12,75€/Monat kosten und mich "nur" sechs Monate binden.
  • Ich bin noch bis Ende des Jahres Premium-Kunde, das ist sicherlich vorteilhaft. Bin ich nicht mehr Premium-Kunde, habe ich als Selbstständiger trotzdem eine kostenlose Hotline und gleichzeitig 15% Rabatt auf die Rechnung.
  • Als Selbstständiger bekommt man ferner einen 48-Stunden-Handy-Austauschdienst, falls mal was am Gerät ist.
  • Ich bin schon immer und gerne O2-Kunde, auch wenn die Tarife manchmal schlicht eine Unverschämtheit sind; wie der neue Genion S, der übrigens inzwischen doch nicht mehr 2,50€ Grundgebühr kostet, wenn man ihn online bucht. Das war ja wirklich unhaltbar.
  • Ich glaube nicht ansatzweise, dass ich bei einem anderen Anbieter auch nur einen Tick zufriedener wäre. Irgendwas ist ja immer.
  • Ich kenne ne Menge Leute, die (nicht zuletzt wegen mir) bei O2 sind und Genion L haben. Da können wir uns alle wunderschön inzestös für lau anrufen. Würde ich zu blau.de wechseln, wär Essig damit. Einzige Alternative wäre Alice im O2-Netz für 15¢/min, das bringt mich allerdings nicht wirklich nach vorne, zumal es da keine guten Datentarife gibt, wenn man von den netten 30MB inkl. absieht. Fonic übernimmt leider keine Rufnummern.
  • Der Touch HD ist schon fein und bis es nennenswert bessere iPhone Konkurrenten wie den Palm Pre oder brauchbare(!) Android-Geräte gibt, ist das sicher eine gute Zwischenlösung. Mein XDA Orbit 2 ist ja wirklich nett, aber die 320x240 Mini-Auflösung steht einer echten Nutzbarkeit doch sehr im Weg. Und iPhone-Besitzer lachen einen hoffentlich mit dem Touch HD nicht mehr gar so sehr aus.

O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


XDA-Projekt: Resümee

27 11 2008

So, ab übermorgen habe ich keine Handy-Flatrate mehr, das XDA-Projekt ist vorbei. Ich schreibe einen abschließenden Artikel und erfreue mich an meinem XDA, den ich behalten darf.

Das Gerät

Zum Gerät habe ich bereits eine Menge geschrieben also nur noch eine Kurzfassung:

  • Windows Mobile ist und bleibt doof.
  • Eine Auflösung von 320x240 reicht zum Surfen nicht aus.
  • Opera Mobile 9.5 ist der brauchbarste Browser für Windows Mobile, aber Kilometer weit entfernt vom Safari auf dem iPhone. Der IrisBrowser ist noch nicht weit genug. Fennec (der mobile Firefox) gibt es noch nicht. Leider klappt auch mit Opera Mobile das Surfen nicht mehr auch nur ansatzweise flüssig, seit ich ein Update auf Windows Mobile 6.1 und die aktuelle Opera Mobile Beta gemacht habe: Häufig passiert einfach eine Minute lang gar nichts und ich habe das Gefühl, schon mal flüssiger gesurft zu haben. Kein Spaß, nur noch Notnagel das ganze.
  • Die Synchronisation mit Thunderbird/Lightning unter Vista funktioniert mit BirdieSync prima, gut angelegte 20€.
  • Das Gerät ist recht träge und hängt gelegentlich für ein paar Sekunden. Im Vergleich zum iPhone liegen Welten dazwischen, was flüssige Bedienung angeht.
  • Trotz alledem mag ich das Gerät und halte es für das beste Handy, was ich je besessen habe. Traurig, oder? Windows Mobile ist nämlich allemal besser als alle proprietären Handy-Betriebssysteme, die ich bisher gesehen habe. Und es ist auch allemal besser als Symbian S60. Kein Wunder, dass das iPhone so eingeschlagen ist.
  • Die Internetfreigabe via Bluetooth-PAN und USB-Kabel klappt prima. Während des Umzugs hatte ich gut zwei Wochen, das ausgiebig zu testen. Leider bricht die Verbindung ab, wenn Anrufe eingehen.
  • Gute Software für Windows Mobile ist leider Mangelware. Wann immer ich nach einer Softwarelösung gesucht habe, habe ich höchstens fragwürdige Bezahlsoftware im Bereich ab 10€ gefunden. Open Source? Gegen Null. Wirklich gute Software? Gegen Null. Geht man hingegen in den AppStore von Apple, wird man überschüttet mit brauchbaren kleinen Programmen für jeden Zweck. Na gut, außer denjenigen Zwecken, die Apple für doof hält wie iPhone als Modem nutzen und so.

O2

Man gewöhnt sich schnell an eine Flatrate ins Internet und in alle Netze, aber 100€ im Monat bei zweijähriger Vertragsbindung auch ohne suventioniertes Handy ist ne happige Ansage. Beim Handy-Discounter bekommt man 1 Gigabyte (innerhalb eines Monats zu verbrauchen) für 10€ und die Gesprächsminute für 9¢. Schnell gerechnet: 1000 Gesprächsminuten und 1000MB bekommt man dort für 100€ und zwar sehr flexibel pro Minute und ohne irre lange Vertragsbindung abgerechnet. 1000 Minuten pro Monat sind etwas mehr als eine halbe Stunde Gespräch pro Tag, da kann sich jeder selber ausmalen, ob Genion XL auf die zwei Jahre gesehen für ihn lohnt.

Das Netz von O2 wird gerade massiv ausgebaut und hat das auch dringend nötig: Hier in Düsseldorf ist die Netzabdeckung sehr gut, aber auf meinem Trip nach Leipzig im Sommer konnte ich ausprobieren, wie schlecht die Abdeckung außerhalb der Ballungsgebiete ist: Surfen auf der Autobahn war eine Quälerei, selbst wenn man nicht ständig zwischen T-Mobile und O2 hin und her wechselt. Die Datenraten mit HSDPA sind aber prima, wenn man denn HSDPA bekommt. E-Plus ohne HSDPA ist da wahrlich keine Alternative.

Die Hotline von O2 konnte mir bisher immer helfen und ist vor kurzem verbessert worden: Es gibt kein komisches Telefonmenü mehr, sondern man bekommt jetzt direkt und ohne große Warterei einen Berater dran, der einen im Zweifel an die richtige Stelle weiterleitet. Sehr schön. Weniger schön ist, dass ich gestern nach so einer Weiterleitung fast 20 Minuten in der Warteschleife hing. Immerhin kostenlos, weil ich ja keinen Online-Vertrag habe, der mir 15% Rabatt auf meine gesamte Rechnung geben, aber eine sauteure Hotline bescheren würde. Da sind 20 Minuten unhaltbar, weil man da bequem mehr als 10€ für auf den Tisch blättert.

Ich habe jetzt also wieder Genion S ohne Handy und das Internet Pack M (200MB für 10€ pro Monat, erträglich). Ich hätte ja Genion L genommen, aber da lockt wieder eine Zweijahresbindung, die ich keinesfalls akzeptieren werde. Was soll das? Wieso versucht ein Handy-Provider mich ohne subventioniertes Handy für zwei Jahre zu binden? Weil das schon immer so war? Auch Genion S mag ich für Neukunden nicht mehr empfehlen, weil es inzwischen 2,50€ Monatsgebühr kostet und einem pro Minute 19¢ abnimmt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Fonic und Konsorten nehmen. Indiskutabel eigentlich. Ich bleibe nur dabei, weil ich zu faul bin, meine beiden Nummern zu portieren und auch diesem VoIP-Scheiß (für meine Festnetz-Nummer) nicht über den Weg traue.

Insgesamt bin ich mit O2 aber trotzdem zufrieden. Die anderen Provider machen nämlich auch keine besseren Tarife (im Gegenteil, man schaue sich mal Vodafone an) und bei T-Mobile herrscht ein dreckiges Chaos, wie ich neulich live miterleben konnte (mein Bruder ist dort Kunde und war es auch schon vor dem iPhone): Es ging um eine für schlimme Dinge, die passiert waren, versprochene Gutschrift, die für die nächste oder übernächste Rechnung versprochen war. Die waren beide inzwischen gekommen und von der Gutschrift war nichts zu sehen. Der Kerl an der Hotline (Business-Kunden-Hotline übrigens) konnte dazu nichts sagen und meinte, wir sollten uns doch per Fax direkt an Bonn wenden für eine Statusauskunft zur Gutschrift, er könne uns die Faxnummer nennen. Ob er denn dieses Fax nicht senden könne, wir hätten keine Lust, die Hürden der internen T-Mobile-Arbeitsabläufe zu kompensieren… Wir faxen nicht war seine lapidare Antwort. So einen Provider kann ich nicht gebrauchen. Mein Bruder auch nicht, deswegen ist seine ganze Familie inzwischen bei blau.de. Nur er klebt am iPhone-Vertrag.

Das Projekt

Im Nachhinein bin ich sehr positiv überrscht von dem ganzen XDA-Projekt. O2 hat erkannt, dass moderne Marketing-Formen eine gute Sache sind und die betreuuende Agentur und vor allem unser Ansprechpartner dort sind weit vorne damit. Es gibt wirklich Leute, die Blogs und Foren verstanden haben und natürlich schmeichelt es mir, in deren Blogmonitoring als relevant eingestuft zu sein. Die Einladung zum Gespräch nach Berlin ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen, weil die Ansprechpartnerin von o2 krank war und das Alicia-Keys-Konzert in meinen Ohren unerträglich war. Aber das Hotel (nh Hotels sind sehr angenehm) war dafür super ausgesucht und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern und dem Projekt-Betreuer waren sehr spannend. Danke also für die Einladung. Wenn es wieder so ein Projekt gibt, bin ich auf jeden Fall liebend gerne dabei.


XDA-Projekt: Zufrieden, aber nicht wunschlos

05 08 2008

Ich hab schon das ein oder andere mal darüber geschrieben, was mich an meinem XDA Orbit 2 stört. Ganz oben auf der Liste steht die geringe Auflösung des Displays und dass man auch bei alltäglichen Aufgaben besser den Stift zur Hand nimmt, um nicht die falsche Funktion auszulösen. Auch bedienen sich die PIM-Programme von Windows Mobile sehr unkomfortabel und nicht zuletzt sind sie auch nicht schön anzusehen. Ich benutze sie daher nur selten und ungern. Bezeichnend hierfür ist, dass ich lieber den nicht für die mobile Nutzung gedachten Webmailer meines Providers nutze, als mich mit Pocket Outlook herumzuschlagen. Hier nerven mich besonders zwei Eigenschaften: Das Programm lädt nur die Header der Mails, was an sich OK ist. Aber wenn ich die Mail anklicke, will ich sie wahrscheinlich lesen, oder sieht das jemand anders? Aber statt des Mailtextes bekomme ich eine Meldung, dass der Text noch nicht geladen wurde und ich diese Meldung anklicken kann, um diese Mail für den Download vorzumerken. Danach muss ich nur noch mal Mails senden und empfangen. Hallo? Ich bin mit meinem IMAP-Server verbunden und habe eine Datenflatrate und/oder WLAN-Zugang, ich brauche solchen Schutz vor Traffic also nicht und habe bisher keine Möglichkeit gefunden, das zu deaktivieren. Wenn man die Mail dann endlich hat, ist sie auch nicht wirklich angenehm zu lesen auf 320x240px. Auch kann man nicht in der Übersicht mehrere Mails markieren und gemeinsam entsorgen. Schlecht wenn man seinen Spam nur markieren lässt, wie ich das tue. In Windows Mobile 6.1 ist wenigstens dieser komische Umstand gefixt (der übrigens auch beim iPhone erst seit Version 2.0 behoben wurde). Also lieber mein Webmailer, bei dem ich zwar wie die Hölle rumschieben muss, aber immerhin flüssig arbeiten kann.

Apropos Windows Mobile 6.1: Angeblich soll es für den XDA Orbit 2 alias HTC Touch Cruise ein Update auf Windows Mobile 6.1 geben, aber bisher habe ich dazu nichts (offizielles) gefunden, das würde übrigens auf dieser Supportseite von O2 stehen. Gerüchteweise soll bei dem Update auch Opera Mobile 9.5 mitgeliefert werden, das wär mal was!

Aber auch mit Windows Mobile 7, 8 oder 10 oder Android oder wasauchimmer würde ein zentrales Problem beim XDA Orbit 2 bleiben: Die winzige Auflösung von 320x240px. Der Nachfolger XDA Diamond hat satte 640x480px auf einem 2,8"-Touchscreen, was einer Pixeldichte von unfassbaren 285ppi entspricht. Zum Vergleich: Das iPhone gilt mit 165ppi auf einem 3,5" Display und halb so vielen Pixeln (480x320) schon als knackig scharf und durchaus alltagstauglich. Einerseits ist eine derart hohe Auflösung natürlich geil, weil knackescharf. Andererseits bleibt der Bildschirm aber 2,8" klein und wird damit schon für mich kaum noch lesbar sein, ganz zu schweigen von fehlsichtigen Personen. An einem größeren Bildschirm führt also kein Weg vorbei, auch wenn eine hohe Auflösung sicher ein Schritt in die richtige Richtung darstellt.

Fazit: Ich will einen XDA Diamond haben und hätte auch wahrscheinlich einen gekauft (vor allem beim aktuellen Angebot, dass quer durch die Stadt auf großen Plakaten beworben wird), wenn mir O2 mit ihrem freundlichen Angebot nicht zuvor gekommen wären. Aber bevor wir uns falsch verstehen: Der XDA Orbit 2 ist ein klasse Smartphone und ich ziehe ihn fast allen anderen Telefonen dieser Welt eindeutig vor. Das Problem ist halt: Bisher ist kein Telefon aufgetaucht, das meine Anforderung wirklich gut erfüllen würde. Der XDA Diamond ist da wieder ein großer Schritt, auch wenn er diese Touchtasten hat, die ich so hasse: Entweder ganz Touchscreen oder ein paar ordentliche Tasten mit Druckpunkt, alles dazwischen nervt mich total.


XDA-Projekt: Synchronisation

09 07 2008

Nach einiger Zeit mal wieder ein Update zum XDA. Ich hatte ja vor dem XDA lange Jahre zwei Palms und ein FSC Pocket Loox N500. Bei letzterem wurde eine Outlook 2002-Lizenz mitgeliefert, so dass ich zähneknirschend das hässliche und nervige Outlook als Termin- und Aufgabenplaner genutzt habe. Auch führt irgendwie kaum ein Weg an Outlook vorbei, wenn man die Adressbücher verschiedener Handymodelle abgleichen will. Ein wenig enttäuscht war ich, als ich meinen XDA ausgepackt habe und nur eine 60-Tage Testversion von Outlook vorfand. Irgendwie knauserig von O2, ist doch Outlook der einzige von Microsoft für Windows Mobile vorgesehene Synchronisierungspartner und ein Grund für mich, Windows Mobile doof zu finden. Aber wenn man sich gegen ein mitgeliefertes volles und teures Outlook entscheidet, kann man es auch gleich ganz weglassen.

Als Ausgleich hat O2 aber das Comm-Center auf das Gerät gespielt, mit dem man via SyncML seine PIM-Daten mit einem O2-Server abgleichen kann und von dort aus auch auf andere Handy und PIM-Programme. Eigentlich eine durchaus gute Lösung, hat man so doch deutlich mehr Freiheiten als mit dem blöden Outlook. Allerdings möchte ich meine PIM-Daten nicht über den Umweg eines von einem Dritten betriebenen Servers leiten. Zum einen steht das P in PIM steht ja immerhin für "personal" und außerdem ist mir das ein unnötiger Schritt zu viel: Ich möchte die Synchronisation direkt lokal vornehmen und gleichzeitig das Gerät aufladen. Also musste eine andere Lösung her.

Vorerst tat es ja das bereits auf meinem Rechner laufende Outlook in Verbindung mit ActiveSync ganz brauchbar, ich wollte aber Thunderbird mit Lightning als Kalender benutzen. Dafür gibt es einige Möglichkeiten, die alle suboptimal sind:

Zum einen kann man auch hierfür SyncML benutzen, das geht mit Funambol sogar kostenlos und lokal. Aber auch das war mir zu fummelig.

Dann gibt es FinchSync, das kostenlos ist und direkt Synchronisiert, allerdings nur ICS-Kalenderdateien und nicht die seit Lightning 0.3 standardmäßig verwendeten SQLite Datenbank. Auch finde ich die Website wenig vertrauenerweckend. Zudem finde ich eine automatisch anlaufende Synchronisation via ActiveSync ganz schick.

Man findet noch die ein oder andere Lösung, ganz zufriedenstellend finde ich keine davon. Windows Mobile möchte eben nur mit Outlook/Exchange arbeiten. Letztendlich habe ich 20€ in die Hand genommen und habe mir BirdieSync gekauft, das Thunderbird und Lightning/Sunbird bequem und zuvertlässig via ActiveSync synchronisiert. Funktioniert prima. Dennoch wünsche ich mir von einem Smartphone eine offene und gut implementierte Schnittstelle zur Synchronisation der PIM-Daten.

P.S. O2 und HTC geben sich überall redlich Mühe, die Nervigkeiten von Windows Mobile auszugleichen, aber letztlich ist und bleibt es ein überholtes und nerviges System. Ein aussichtsloser Kampf, es muss eine frische saubere Basis her mit Grafikbeschleunigung für die fluffige Bedienung. Wieder mal bleibt nur Warten auf Android und Konsorten…


O2 macht aus der FairFlat eine Flatrate

23 06 2008

O2 wirft das 5GB-FairFlat-Modell über Bord und bietet ab dem 1. Juli für weiterhin 25€ im Monat eine richtige Datenflatrate an, die allerdings wie bei den maßlos überteuerten iPhone-Tarifen von T-Mobile ab einem festgelegten Volumen gedrosselt wird (bei O2 ab 10GB auf 53 KBit/s). Ein fairer Deal in meinen Augen, besonders, weil die Mindestlaufzeit der Flatrate nur drei Monate beträgt. Wer schon das Internet-Pack-L gebucht hat, kann sich ab dem 01. Juli 2008 auf die neuen Konditionen umstellen lassen.

via golem.de.

Noch ein kurzer Linktipp zu den weltfremden iPhone-Tarifen von T-Mobile: Gerrit van Aaken hat die Sache mal wieder prägnant zusammengefasst (und stellt dann auch gleich seinen iPhone Wunschtarif zusammen):

Ich binde mich also auch mit dem neuen Gerät wieder für volle zwei Jahre an einen Anbieter, den niemand mag, der beschissene Tarife anbietet und so wenig zum Apple-Lifestyle passt wie Java-Applets zum Web.

[…]

Aber selbst wenn man akzeptiert, dass man einen Vertrag abschließen muss und sich eine bestimmte Zeit bindet: Müssen die Konditionen so scheiße sein? Die iPhone-Complete-Tarife der Telekom sind ein Witz! Obwohl ich eine fette Grundgebühr mit Mindestumsatz zahle, sind die zusätzlichen Minutenpreise mehr als doppelt so hoch wie beim Prepaid-Anbieter. Da läuft doch etwas falsch! Und dann die zweijährige Zwangsehe, die ich mit der Telekom eingehen muss. Ich kann gar nicht verstehen, dass das so viele Leute mit sich machen lassen! Warum gibt es nicht zumindest eine Alternative in Form von O2 oder e-plus?

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich bin gespannt, ob es wieder so elegante Möglichkeiten geben wird, auch ohne doofen Vertrag an ein iPhone zu kommen, das übrigens nicht mehr SIM-gelockt ist, sondern (fast genau so blöd) Net-gelockt. Ansonsten gilt: Erste Android-Geräte kommen Ende des Jahres, wie man hört, dann ist da ja noch das ominöse Nüvi-Phone und vielleicht kommt ja Nokia auch mal irgendwann von seinem Touchscreen-ist-doof-S60-Holzweg ab. Die aktuellen Videos zu den Android-Prototypen lassen ja schon mal viel hoffen.


XDA-Projekt: Ich bin nicht allein

16 06 2008

Wusst ichs Doch! Der lesenswerte Text über den XDA Orbit 2 mit dem zutreffenden Titel "der o2 XDA orbit 2 ist vieles, aber kein iphone" im 01blog stammt ja von Felix Schwenzel (der Typ hinter wirres.net). Und O2 wäre reichlich doof, nur mir so ein hübsches Testpaket in die Hand zu drücken, wo es doch Blogger mit viel größerer Reichweite gibt. Gerade stoße ich auf Umwegen auf die Bestätigung. Warum ich das erzähle? Natürlich, um mich in der Sonne großer Namen (naja, größer als mein Name allemal) zu aalen. Und natürlich weil ich hier so Tagebuch-Mäßig autobiografisches niederschreibe und auch nebenbei auf den thematisch wie die Faust aufs Auge passenden Artikel im hoch geschätzten 01blog hinweisen wollte, dem ich übrigens fast vollständig zustimme.

P.S. in einem Schreiben stand übrigens in einem Nebensatz, wieviele Blogger (und Forentypen?) insgesamt an dem Projekt teilnehmen. Das sage ich Euch aber nicht, ätsch. (Ich weiß auch gar nicht, ob diese Information für die Öffentlichkeit bestimmt ist.) Man könnte aber einen Action-Film daraus drehen: Spüre die anderen Teilnehmer des Geheimprojektes auf… Naja, vielleicht doch lieber nicht.


XDA-Projekt: Mobile Browser

13 06 2008

Mobiler Internetzugang kann an drei Faktoren scheitern: Zum einen kann der Mobilfunkzugang nicht vorhanden, zu langsam oder zu teuer sein, klar. Dann kann einem eine zu schwachbrüstige oder gänzlich ungeeignete Hardware das Leben schwer machen. Ich denke da an die ersten WAP-Telefon mit 128x96 Monochrom-Displays, das ist ohne angepasste und ganz stark beschnittene Inhalte nicht sinnvoll benutzbar. Aber auch die heute gebräuchlichen 320x240 Pixel in Farbe sind noch nicht wirklich viel. Da kommen wir zum dritten Punkt: Der Browser muss sehr ausgefuchst mit dieser niedrigen Auflösung und der schwachen Hardware umgehen können. Daran scheitert nämlich mein XDA Orbit 2 im Auslieferungszustand. Immerhin ermöglicht der Touchscreen inzwischen einen natürlichen und nicht total umständlichen Umgang mit dem mobilen Internet.

Der Pocket Internet Explorer von Windows Mobile 6 ist absolut ungeeignet, um normale Webseiten anzuzeigen. Manchmal erkennt ein Server dieses Meisterstück an unfähiger Rendering-Engine und bietet speziell angepasste Inhalte oder notfalls eine WAP-ähnliche Version an (etwa spiegel.de). Aber selbst dann ist es eine absolute Zumutung, das Ding zu bedienen: Den winzigen und nicht zoombaren(!) Viewport verschieben? Nur mit den winzigen Scrollbalken, ein Ziehen mit Stift oder Finger markiert nämlich lieber Text (wozu!?). Ich will die durch und durch grausige Bedienung gar nicht weiter beschreiben, das ganze Ding ist einfach ein schlechter Witz und wird zukünftig von mir ignoriert.

Das iPhone macht es vor: Webkit funktioniert grundsätzlich hervorragend auf mobilen Geräten und mit kleinen Bildschirmen. Auch Nokia benutzt die Webkit-Engine, allerdings in einer mangels Touchscreen ebenfalls kaum bedienbaren Implementierung. Das kann da nur besser werden. Also habe ich Safari auf dem iPhone gesehen und will etwas auch nur ansatzweise so flüssig bedienbares auch für Windows Mobile haben… Eine Kurze Recherche brachte zwei Webkit basierte Browser ans Tageslicht: Der Iris Browser von Torch Mobile und Wake3. Der Iris Browser hat eine grafisch schicke Website und klingt vielversprechend, für den Privateinsatz ist er kostenlos. Die Beta-Version, die ich vor zwei Wochen ausprobiert habe, war allerdings fast so unbenutzbar, wie der Pocket Internet Explorer. Zwar kann man den Viewport verschieben und (über das Menü) zoomen, allerdings ging das derart langsam vonstatten, dass an eine flüssige Bedienung nicht zu denken war. Verschiebt man den Viewport, zieht ruckelt man sich erst mal ein kariertes Hintergrundmuster ins Bild, das innerhalb von ein bis drei Sekunden mit dem eigentlichen Inhalt gefüllt wird. Alles passiert träge und macht keinen Spaß. Immerhin ist das Rendering-Ergebnis erwartungsgemäß korrekt. Windows Mobile fehlt ganz offensichtlich die tolle Grafikbeschleunigung und das Multitouch des iPhone. Wake3 habe ich nicht ausprobiert (ist der überhaupt schon verfügbar?), wenn ich mich recht erinnere, arbeitet dieser Browser wie Opera Mini mit einem Zwangsproxy, der die Webseiten vorher aufbereitet und komprimiert. Da sehe ich große Datenschutzprobleme, immerhin jagt man ständig irgendwelche Zugangsdaten durchs Netz.

Firefox Mobile macht Fortschritte und zeigt spannende GUI Konzepte (Video dazu). Vielleicht wird das was im nächsten Jahr, es bleibt spannend.

Tja und dann ist da Opera. Geliebter Opera! Opera Mini funktioniert wirklich sehr gut, ist aber ein Java-Programm und braucht daher mindestens vier Klicks zum starten und die Texteingabe ist anders, als man es gewohnt ist. Außerdem auch hier das Datenschutzproblem wegen des zwangsweise mitlesenden Proxys. Dafür ist das Ding kostenlos, schnell, zoomt korrekt, bedient sich gut und flüssig und macht sowieso vor, wie es laufen kann. Opera Mobile hingegen ist aktuell nur in einer älteren Version zu haben, die brauchbar funktioniert, aber 19€ kostet und die schöne neue Bedienwelt noch nicht mitbringt. Ich warte also sehnsüchtig auf die vielversprechende Version 9.5 (Promo-Video dazu), die demnächst irgendwann fertig sein wird, der Nachfolger vom XDA Orbit 2 (HTC Touch Diamond) bringt diesen feinen Browser sogar vorinstalliert mit. Gute Sache, vor allem in Kombination mit einer erhöhten Auflösung von 640x480). Momentan arbeite ich mit der 30-Tage-Trial von Opera Mobile 8.65 und komme durchaus klar, am meisten vermisse ich aber den Doppelklick-Zoom, hier muss man noch über das Menü gehen zum Zoomen. Hoffentlich kommt Opera Mobile 9.5 heraus, bevor meine 30 Tage abgelaufen sind.

In der c't 7/08 war ein Artikel über mobile Browser drin, falls jemand das Thema vertiefen möchte.

Fazit: An Opera Mobile 9.5 führt auf der Windows Mobile Plattform derzeit kein Weg vorbei, bitte bringt die neue Version schnell heraus. Das iPhone hat die Hersteller wachgerüttelt, endlich tut sich was auf dem Markt für mobile Browser. Ein großes Dankeschön an Apple dafür. Ich frage mich nur, warum Microsoft weiter an diesem völlig verkorksten Pocket Internet Explorer festhält? Warum nur? Man muss hier ja keine/kaum Altlasten bedienen und der Nachholbedarf ist so unfassbar groß. Los jetzt. Der Android-Browser (mit Webkit natürlich) steht auch schon in den Startlöchern und macht Spaß.


XDA-Projekt: Erste Praxiserfahrungen nach zwei Wochen

10 06 2008

So, inzwischen habe ich den XDA Orbit 2 schon zwei Wochen und konnte erste Erfahrungen sammeln.

Erst mal eine Kleinigkeit: Wenn man seine Mailbox anruft, geht nach ca. 15 Sekunden das Display aus. Durchaus gewollt. Leider hat man jetzt keine Wähltasten mehr (sind ja auf dem Touchscreen) und man muss erst herausfinden, dass man das Display durch einen beherzten Druck auf den Einschalter wieder aktivieren kann, ohne damit das Gespräch zu beenden. Dann kann man sich die virtuelle Wähltastatur wieder einblenden. Etwas lästig und ein Witz gegen die lässige Visual-Voicemail des iPhones. Gibts die eigentlich auch in Deutschland?

Apropos iPhone, gestern wurde ja das soooo laaaaaaaaaaaaang!!!11 ersehnte brauchbare iPhone vorgestellt. Wow, jetzt mit GPS und sogar, ganz heiß und brandaktuell, UMTS und vor allem der bahnbrechendsten Neuerung auf dem Smartphone-Sektor: Installierbare Software von Drittanbietern. Also eigentlich bringt das Ding jetzt alles mit, was man schon vom Vorgänger erwartet hatte und was andere Smartphones schon lange haben. Mit dem Unterschied, dass das ganze hier total fluffig bedienbar in einer Oberfläche passiert, die einfach schön ist und Spaß macht. Eine gefährliche Kombination: Alles können, sexy sein und vor allem super bedienbar. Bleiben zwei offene Fragen: Kann man das Ding endlich als Mobilfunk-Modem nutzen und gibt es eine Zwischenablage oder eine andere Möglichkeit, ellenlange WPA-Schlüssel fehlerfrei einzugeben? 63 gemischte alphanumerische Zeichen geben sich auf einer fragwürdigen Softkey-Tastatur nur selten fehlerfrei ein, ganz besonders dann nicht, wenn die Zeichen sofort nach Eingabe mit einem Sternchen maskiert werden. Große Freude.

[Update]Das iPhone kann bald alles, was jedes beliebige andere Telefon auch kann.[/Update]

Letztere beiden Punkte beherrscht der XDA Orbit 2 übrigens ganz hervorragend. Man kopiert sich den WLAN-Schlüssel aus dem (flugs auf dem Gerät installierten) Keepass direkt in den Verbindungsdialog und hat Ruhe. Sobald man jetzt das WLAN einschaltet, wird die Verbindung hergestellt. Super. Leider ist das Gerät allzu häufig der Meinung, dass es trotz unmittelbarer Nachbarschaft zum WLAN-Router lieber mit einem Klingeln drei andere scheinbar zufällig ausgewählte WLANs anbieten soll. Den Dialog schaltet man besser schnellstmöglich ab, denn das Geklingel nervt total. WLANs sind ja heute allgegenwärtig und so klingelt es ständig, wenn man das WLAN anlässt und auch wenn man das Gerät gar nicht bewegt.

Bei meinen Eltern bekomme ich leider keine stabile WLAN-Verbindung mit dem Gerät hin, aber das mag an den 24 anderen Funknetzen liegen, die ich letzten Sonntag dort vorgefunden habe und von denen neun eine höhere Signalstärke haben, als das Netz meiner Eltern. Gut, dass die UMTS-Basisstation direkt 10 Meter Luftlinie entfernt auf dem Dach des Nachbarhauses residiert (siehe Karte der Basisstationen in Düsseldorf). Denn das Gerät schaltet im Zweifel einfach auf UMTS mit HSDPA um und das ist dann in der Tat ebenfalls keine langsame Veranstaltung. Die Vision vom beinahe-überall-Internet trifft da voll zu. Sehr gut.

Aber auch sonst ist der mobile Zugriff auf das Netz ohne Probleme möglich. Übrigens auch mit dem Notebook, wie ich heute ausprobieren konnte: Auf dem Handy das Programm "Internetfreigabe" starten, Notebook per Bluetooth koppeln und schon ist man im Netz. Wow, das ist einfach. Leider gibt es keine Übersicht, wieviel Traffic man in diesem Monat schon verbraucht hat. Ein nächtlicher Anruf bei der gewohnt kompetenten Hotline brachte immerhin die Erkenntnis, dass man das mit dem Connection Manager auf dem Notebook einsehen könnte. Den benutze ich nicht, wozu auch? Naja, mal auf die nächste Rechnung schielen. An O2: Macht das doch bitte irgendwie im Kundenmenü einsehbar. Hätte ich nur das Internet-Pack M würde ich mir nämlich ernsthafte Sorgen über meinen Trafficverbrauch machen. Ein unschönes Gefühl, das man da mit sich herumschleppt.

Zwischenfazit O2: UMTS-Internet ist genial, nach den sechs Monaten bleibe ich dabei, mindestens mit dem Internet-Pack M. Also O2: Weiter so mit dem UMTS/HSDPA-Ausbau.

Was gabs sonst? Ich habe direkt nach zwei Wochen einen tiefen Kratzer im Touchscreen und weiß nicht mal, woher. Doof. Das mitgelieferte Stoffsäckchen sitzt leider nur unzureichend und wird daher von mir geflissentlich ignoriert. Gut, dass fast alle meine Hosen genug Taschen haben, so dass das Handy meistens eine für sich alleine hat. Für den Winter muss ich mir dann was überlegen.

Die Bluetooth-Verbindung zu meinem TomTom klappt nach einem Software-Update endlich, zumindest fürs Freisprechen.

Die O2/HTC-spezifische Software versteckt das Windows Mobile für viele Alltagsanforderungen ganz passabel, ist aber weit von der flüssigen und konsistenten Multitouch-Bedienungs-Offenbarung des iPhones entfernt. Für jeden zweiten Mist muss man nämlich leider doch wieder den Stift zur Hand nehmen, weil die Programme eben Windows-Mobile-Programme sind. Das ganze wirkt einfach stelzig und halbgar, auch wenn das ganze immer noch um Längen besser ist, als das pure Windows Mobile 5, das auf meinem Loox drauf war. HTC ist also auf dem richtigen Weg, ich bin wirklich gespannt auf den ersten Android-XDA. Windows Mobile ist und bleibt einfach in der jetzigen Form keine wirklich runde Sache. Naja, vielleicht bringt ja das angekündigte Update auf Windows Mobile 6.1 schon etwas, wer weiß. Wann das wohl kommt?

Zwischenfazit Gerät: Ich mag das Ding trotz Windows Mobile echt gerne und das ist eine reife Leistung von HTC und O2 (ich weiß nie genau, welche Anpassung von wem ist). Solange also noch keine Android-Geräte am Markt sind, sind der XDA Orbit 2 und sein Nachfolger HTC Touch Diamond wirklich brauchbare Smartphones. Den unerträglichen Symbian S60 Teilen (meistens von Nokia) sind sie meines Erachtens weit überlegen, gegen das iPhone kommen sie aber nicht an. Wäre das iPhone nicht so eine proprietäre Goldener-Apple-Käfig-Scheiße und wäre nicht an diese geisteskranken (und teuren) Exklusivverträge gebunden, wär es nämlich wirklich das absolute Master-Smartphone am Markt. So bleibt eine geräumige Nische für die XDAs dieser Welt, die aktuell eine sehr brauchbare Lösung abgeben.

Demnächst schreibe ich auch was über die mobile Browserlandschaft, da gibt es wirklich viel zu erzählen. Es lebe der 320x240 Pixel große Bildschirm!