XDA-Projekt: Erste Praxiserfahrungen nach zwei Wochen

10 06 2008

So, inzwischen habe ich den XDA Orbit 2 schon zwei Wochen und konnte erste Erfahrungen sammeln.

Erst mal eine Kleinigkeit: Wenn man seine Mailbox anruft, geht nach ca. 15 Sekunden das Display aus. Durchaus gewollt. Leider hat man jetzt keine Wähltasten mehr (sind ja auf dem Touchscreen) und man muss erst herausfinden, dass man das Display durch einen beherzten Druck auf den Einschalter wieder aktivieren kann, ohne damit das Gespräch zu beenden. Dann kann man sich die virtuelle Wähltastatur wieder einblenden. Etwas lästig und ein Witz gegen die lässige Visual-Voicemail des iPhones. Gibts die eigentlich auch in Deutschland?

Apropos iPhone, gestern wurde ja das soooo laaaaaaaaaaaaang!!!11 ersehnte brauchbare iPhone vorgestellt. Wow, jetzt mit GPS und sogar, ganz heiß und brandaktuell, UMTS und vor allem der bahnbrechendsten Neuerung auf dem Smartphone-Sektor: Installierbare Software von Drittanbietern. Also eigentlich bringt das Ding jetzt alles mit, was man schon vom Vorgänger erwartet hatte und was andere Smartphones schon lange haben. Mit dem Unterschied, dass das ganze hier total fluffig bedienbar in einer Oberfläche passiert, die einfach schön ist und Spaß macht. Eine gefährliche Kombination: Alles können, sexy sein und vor allem super bedienbar. Bleiben zwei offene Fragen: Kann man das Ding endlich als Mobilfunk-Modem nutzen und gibt es eine Zwischenablage oder eine andere Möglichkeit, ellenlange WPA-Schlüssel fehlerfrei einzugeben? 63 gemischte alphanumerische Zeichen geben sich auf einer fragwürdigen Softkey-Tastatur nur selten fehlerfrei ein, ganz besonders dann nicht, wenn die Zeichen sofort nach Eingabe mit einem Sternchen maskiert werden. Große Freude.

[Update]Das iPhone kann bald alles, was jedes beliebige andere Telefon auch kann.[/Update]

Letztere beiden Punkte beherrscht der XDA Orbit 2 übrigens ganz hervorragend. Man kopiert sich den WLAN-Schlüssel aus dem (flugs auf dem Gerät installierten) Keepass direkt in den Verbindungsdialog und hat Ruhe. Sobald man jetzt das WLAN einschaltet, wird die Verbindung hergestellt. Super. Leider ist das Gerät allzu häufig der Meinung, dass es trotz unmittelbarer Nachbarschaft zum WLAN-Router lieber mit einem Klingeln drei andere scheinbar zufällig ausgewählte WLANs anbieten soll. Den Dialog schaltet man besser schnellstmöglich ab, denn das Geklingel nervt total. WLANs sind ja heute allgegenwärtig und so klingelt es ständig, wenn man das WLAN anlässt und auch wenn man das Gerät gar nicht bewegt.

Bei meinen Eltern bekomme ich leider keine stabile WLAN-Verbindung mit dem Gerät hin, aber das mag an den 24 anderen Funknetzen liegen, die ich letzten Sonntag dort vorgefunden habe und von denen neun eine höhere Signalstärke haben, als das Netz meiner Eltern. Gut, dass die UMTS-Basisstation direkt 10 Meter Luftlinie entfernt auf dem Dach des Nachbarhauses residiert (siehe Karte der Basisstationen in Düsseldorf). Denn das Gerät schaltet im Zweifel einfach auf UMTS mit HSDPA um und das ist dann in der Tat ebenfalls keine langsame Veranstaltung. Die Vision vom beinahe-überall-Internet trifft da voll zu. Sehr gut.

Aber auch sonst ist der mobile Zugriff auf das Netz ohne Probleme möglich. Übrigens auch mit dem Notebook, wie ich heute ausprobieren konnte: Auf dem Handy das Programm "Internetfreigabe" starten, Notebook per Bluetooth koppeln und schon ist man im Netz. Wow, das ist einfach. Leider gibt es keine Übersicht, wieviel Traffic man in diesem Monat schon verbraucht hat. Ein nächtlicher Anruf bei der gewohnt kompetenten Hotline brachte immerhin die Erkenntnis, dass man das mit dem Connection Manager auf dem Notebook einsehen könnte. Den benutze ich nicht, wozu auch? Naja, mal auf die nächste Rechnung schielen. An O2: Macht das doch bitte irgendwie im Kundenmenü einsehbar. Hätte ich nur das Internet-Pack M würde ich mir nämlich ernsthafte Sorgen über meinen Trafficverbrauch machen. Ein unschönes Gefühl, das man da mit sich herumschleppt.

Zwischenfazit O2: UMTS-Internet ist genial, nach den sechs Monaten bleibe ich dabei, mindestens mit dem Internet-Pack M. Also O2: Weiter so mit dem UMTS/HSDPA-Ausbau.

Was gabs sonst? Ich habe direkt nach zwei Wochen einen tiefen Kratzer im Touchscreen und weiß nicht mal, woher. Doof. Das mitgelieferte Stoffsäckchen sitzt leider nur unzureichend und wird daher von mir geflissentlich ignoriert. Gut, dass fast alle meine Hosen genug Taschen haben, so dass das Handy meistens eine für sich alleine hat. Für den Winter muss ich mir dann was überlegen.

Die Bluetooth-Verbindung zu meinem TomTom klappt nach einem Software-Update endlich, zumindest fürs Freisprechen.

Die O2/HTC-spezifische Software versteckt das Windows Mobile für viele Alltagsanforderungen ganz passabel, ist aber weit von der flüssigen und konsistenten Multitouch-Bedienungs-Offenbarung des iPhones entfernt. Für jeden zweiten Mist muss man nämlich leider doch wieder den Stift zur Hand nehmen, weil die Programme eben Windows-Mobile-Programme sind. Das ganze wirkt einfach stelzig und halbgar, auch wenn das ganze immer noch um Längen besser ist, als das pure Windows Mobile 5, das auf meinem Loox drauf war. HTC ist also auf dem richtigen Weg, ich bin wirklich gespannt auf den ersten Android-XDA. Windows Mobile ist und bleibt einfach in der jetzigen Form keine wirklich runde Sache. Naja, vielleicht bringt ja das angekündigte Update auf Windows Mobile 6.1 schon etwas, wer weiß. Wann das wohl kommt?

Zwischenfazit Gerät: Ich mag das Ding trotz Windows Mobile echt gerne und das ist eine reife Leistung von HTC und O2 (ich weiß nie genau, welche Anpassung von wem ist). Solange also noch keine Android-Geräte am Markt sind, sind der XDA Orbit 2 und sein Nachfolger HTC Touch Diamond wirklich brauchbare Smartphones. Den unerträglichen Symbian S60 Teilen (meistens von Nokia) sind sie meines Erachtens weit überlegen, gegen das iPhone kommen sie aber nicht an. Wäre das iPhone nicht so eine proprietäre Goldener-Apple-Käfig-Scheiße und wäre nicht an diese geisteskranken (und teuren) Exklusivverträge gebunden, wär es nämlich wirklich das absolute Master-Smartphone am Markt. So bleibt eine geräumige Nische für die XDAs dieser Welt, die aktuell eine sehr brauchbare Lösung abgeben.

Demnächst schreibe ich auch was über die mobile Browserlandschaft, da gibt es wirklich viel zu erzählen. Es lebe der 320x240 Pixel große Bildschirm!


XDA-Projekt: Blog-Marketing hält auch bei mir Einzug

29 05 2008

Wie kam es dazu?

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail einer auf Blogmonitoring spezialisierten Firma. Man fragte mich, ob ich Interesse an einem Programm hätte, bei dem ein hochwertiges technisches Produkt unverbindlich getestet wird. Als einzige Gegenleistung solle ich Feedback dazu geben. Die Firma klang zwar nach einer kurzen Webrecherche seriös, aber mir schossen natürlich sofort so unschöne Begrifflichkeiten wie "Trigami-Huren" und "Linkstricher" in den Kopf. Positive Meinungsäußerungen einzukaufen halte ich für sehr fragwürdig, daher schrieb ich eine skeptische Mail mit meinen Bedenken zurück:

1. Das Produkt sollte in meine Lebenswelt passen, zu Damenepilierern und Rasenmähern kann ich nun mal nicht viel handfestes sagen.

2. Meine Unabhängigkeit müsste gewahrt bleiben. Ich lebe eine gewissen Authentizität und wenn ein Produkt nervt, dann will ich das auch schreiben dürfen.

Hin und her, ich will Euch jetzt nicht langweilen: Meine Bedingungen sind voll erfüllt, die Leute von dieser Firma haben offenbar verstanden, wie das so funktioniert im Netz mit den Blogs und so. Bei sowas bin ich natürlich sofort dabei! Dieser ganze Mist aus den Marketing-Vorlesungen kommt ja viel zu selten in den Unternehmen an: Das Prinzip "Kenne und nutze Deine Meinungsführer" traut sich kaum ein Unternehmen konsequent durchzuziehen. Und oftmals wird das wegen fehlender Eier dann halbherzig oder ganz falsch umgesetzt. Dieses Prinzip bedeutet nun mal, eine gewisse Kontrolle abzugeben und natürlich kann das gewaltig nach hinten los gehen. Aber aus Angst vor negativen Aussagen werden dann die Meinungsführer auf Kosten der Glaubwürdigkeit bestochen oder gar frei erfunden: Hier ein fingierter Eintrag in Forum X, da ein Blogkommentar unter falschem Namen. Und die Königsdisziplin ist das möglichst unauffällige Bestechen von bekannten Bloggern. Fiese indirekte Beeinflussung und ich möchte gar nicht wissen, wie viele Firmen sich mit sowas die Finger schmutzig machen.

Umso erfreulicher ist die transparente Herangehensweise von O2. Man stellt keine Bedingungen und gibt einer Hand voll Konsumenten einfach mal Geräte und Tarife an die Hand, damit diese ausprobiert werden können und darüber berichtet wird. Ich bin hingerissen. Mal schnell gegengerechnet: Die Geräte kosten ein paar hundert Euro im Einkauf, die Flatrate-Tarife kann O2 schon irgendwie schmerzfrei unterbringen, die Kosten bewegen sich also höchstens im Rahmen einer ganzseitigen Anzeige in einem Publikumsmagazin mittlerer Auflage. Das kann man schon mal riskieren für hoffentlich hohe Google-Positionierungen von hoffentlich positiven und vor allem authentischen Berichten zum Gerät und den Tarifen und der Marke. Also ran, im Feedback-geben bin ich gut.

Bin ich also bestechlich? Ich würde sagen, nein. Natürlich habe ich schon aus reiner Dankbarkeit heraus ein gesenktes Interesse daran, O2 mit schlechtem öffentlichen Feedback zu beschießen. Aber wer mein Blog regelmäßig liest weiß sowieso, dass ich nicht grundlos irgendwen abziehe. Alice ist ein gutes Beispiel: Mein erboster Eintrag zur (inzwischen aufgehobenen) Einstellung der kostenlosen Störungshotline ist immer noch Platz 1 bei Google zur Anfrage "Alice kündigen". In der Zwischenzeit hat Alice auf den Unmut vieler Kunden reagiert und so habe auch ich einige versöhnliche Folgebeiträge geschrieben. Meiner Meinung nach gehört sich das auch so: Blindlings rummeckernde Kunden bringen niemanden weiter, Kritik (und auch Lob) muss angemessen sein, sonst ist es doch nur doof. Wer sagt denn, dass nur Beschwerden und negative Meinungen interessant sind? Ich verspreche also an dieser Stelle eine faire, ehrliche und ausgewogene (subjektive) Berichterstattung zum mir zur Verfügung gestellten Produkt.


Neue Serie "XDA-Projekt": O2 stellt mir einen XDA Orbit 2 zur Verfügung

29 05 2008

Nun ist er also da: Mein von O2 gesponsorter XDA Orbit 2 mit Genion XL und Internet-Pack L für 6 Monate. Wie es dazu kam, erkläre ich in einem anderen Beitrag. Ich werde das Gerät also nach Herz und Nieren testen, indem ich es im täglichen Einsatz benutze und meine Erfahrungen damit hier veröffentliche.

Die Packung: Gestern kam ein Paket bei mir an, drin war der versprochene XDA Orbit 2. Schon oft hatte ich mich gefragt, ob tatsächlich nur Apple in der Lage ist, die Wertigkeit seiner Produkte durch hochwertige Verpackungen zu unterstreichen (Tipp zur gesteigerten Selbsterfahrung: packt mal ein neues Apple-Produkt aus). O2 bzw. HTC sind der Beweis, dass das auch anderswo funktioniert. Die Packung wirkt hochwertig und der XDA liegt attraktiv präsentiert in einem Schaumstoffkissen. Zwar noch immer von der Packungs-Perfektion von Apple entfernt, aber mein Ersteindruck war sehr positiv (überrascht). Leider geben meine Bilder das vor allem haptische Erlebnis nicht wieder, deswegen lasse ich sie weg. Übrigens hat O2 auch beim Lieferumfang nicht gespart: Alle möglichen USB-Lade- und Datenkabel, Software-CDs, ein KFZ-Saugnapf-Halter (!) und ein Ersatzstylus. Letzteres finde ich persönlich sehr erfreulich, denn diese Ersatzstifte kosten ein Vermögen. Sogar an eine Displayschutzfolie hat man gedacht. Ich hasse die Dinger und werde sie nicht anbringen, vor allem, weil die (unglaublich stark spiegelnde) Frontscheibe des Geräts bündig mit dem Gehäuse abschließt.

Die Hardware: Das Gerät fühlt sich absolut super an, es sieht super aus und lässt nicht einen Gedanken aufkommen, man hätte es mit einem fragwürdigen Billigprodukt zu tun. Das unterscheidet den Orbit 2 von den mit bisher bekannten XDA-Geräten, die allesamt weniger hochwertig verarbeitet, manchmal sogar klapprig, wirkten. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und ist weder zu dick noch zu breit (für meine recht großen Hände), auch die Tasten fühlen sich gut an. Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht von der Hardware. Alleine der auch von heise mobil bemängelte Taschenspiegel-Effekt schockierte mich beim ersten Außeneinsatz. Mit gedimmter Hintergrundbeleuchtung (also nach ein paar Sekunden Inaktivität) sieht man exakt nichts, wenn man bei normalem Tageslicht auf der Straße unterwegs ist. Mit Beleuchtung ist es OK, dafür wird die spiegelnde Oberfläche sehr hochwertig. Das Fingerabdruck-Problem ist wie auch beim iPhone eklatant auffällig, man wischt also ständig an dem Gerät herum. Gibt schlimmeres, man gewöhnt sich auch sicher mit der dran (an das Wischen oder die Abdrücke ist die Frage).

So, das waren meine ersten Eindrücke. Sehr positiv überrascht bin ich von der Wertigkeit. Mal schauen, was ich nach ein paar Tagen Benutzung sagen kann.


Voll krass UMTS

05 08 2007

Sieh an sieh an: Mein "neues" Telefon hat gar keinen kaputten UMTS-Teil, wie ich gedacht hatte. Viel mehr musste zu einen das UMTS seitens O2 freigeschaltet werden, zum anderen musste aber auch die SIM-Karte erneut getauscht werden, obwohl meine vorherige erst vor etwa einem Jahr wegen Problemen mit der Homezone getauscht wurde. So oder so, die immer noch kostenlose O2 Hotline für Datenprodukte hat mich quasi ohne Wartezeit(!) sehr gut beraten, hat mich ernst genommen, hat alle meine Probleme gelöst, war immens freundlich und kompetent und hat mich absolut zufrieden hinterlassen. Auch die Dame heute an der ebenfalls kostenfreien Multicard-Freischalt-Hotline war super.

Nun habe ich also doch UMTS mit meinem SXG75, das muss in nächster Zeit ausgiebig zu 9ct pro 10kB getestet werden. die (nicht WAP) VRR Homepage, die ich aus Versehen neulich aufgerufen habe, hat schon fast 500kB verbraten. Ohne einen richtigen Datentarif gehts also mittelfristig nicht. Immerhin kann ich jetzt auch wieder die VRR-WAP-Fahrplanauskunft nutzen, die hatte ich wirklich vermisst.


Bezahlbare Datentarife bei O2

14 03 2007

Cool. Gerade lese ich die Meldung, dass O2 Ende März neue Datentarife bereit stellt. Und zwar – wie sollte es anders sein – als S, M, und L. S hat dabei jeder Genion-Kunde automatisch und bezahlt 9ct Pro Minute. Eine immense Kostenfalle, wenn das Handy für was auch immer online bleibt. Viel besser ist aber der Tarif M für 10€, bei dem man entweder in der Homezone 1GB oder unterwegs 200MB zur Verfügung hat. Zwar noch immer nicht geschenkt, aber mit umgerechnet 5ct pro MB ganz OK. Die L-Variante bringt für 25€ 5GB mobil mit (das sind 0,5ct pro MB oder 5€ pro GB). Doof an allen drei Tarifen ist die zeitbasierte Abrechnung nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens. So werden Volumen- und Zeittarif äußerst lästig und zu Ungunsten des Kunden vermischt. Was wäre mit einem Tarif von 19ct pro MB für S und bei Überschreitung des Inklusivvolumens bei M und L (da vielleicht sogar 1,9ct/MB)? Irgendwie näher am Bedarf der Kunden und passend zu den Gesprächstarifen.

Wie auch immer, ich werde wohl bei Zeiten mein WAP-Flatpack zu 5€ im Monat gegen die M-Variante zu 10€ im Monat tauschen. Dann wird ICQ/Jabber/Mail vom Handy aus sinnvoll nutzbar. Nur: Welches Handy soll ich dafür kaufen? Ich will eines mit HSDPA, aber alle schönen Sony-Ericsson Modelle bringen höchstens normales UMTS mit. Mal schauen.


Mobiles Internet

02 02 2007

So. Da wurden allein in Deutschland locker flockig 100 Mrd. € in UMTS-Lizenzen investiert und danach kam das große Jammern: Niemand nutzt die Technik! Wir kriegen die Kohle nie wieder rein. Die User wollen offenbar keine mobilen Datentransfers. Zu kompliziert. UMTS ist eine Totgeburt. Es gibt keine Killerapplikation.

Ich kann es nicht mehr hören. Die E-Plus Discounter offenbar auch nicht und so haben das in meinen Augen einzige Hindernis aus dem Weg geräumt: Die unbezahlbar hohen Kosten für den Endnutzer. Um auch nur eine Startseite von Spiegel.de oder wem auch immer aufzurufen hatte man bisher die Wahl einer recht hohen Grundgebühr mit Vertragsbindung und geringem Inklusivvolumen. Danach wurde es trotzdem teuer. Oder man nahm die Tarife ohne Grundgebühr zu Kosten, über die wir gar nicht erst reden brauchen. Tun wir es trotzdem mal. Bei O2 zahle ich glaube ich für 10kB locker 10ct. Das lässt sich leicht rechnen und sagt mir, dass ein Megabyte 10€ kostet. Zu diesen Kosten konnte man nicht mal übers Handy Chatten, ohne arm zu werden. Eine mobile Flatrate wird von E-Plus nicht mehr beworben und hat 50€ im Monat gekostet, ohne HSDPA versteht sich. Base hat sowas noch im Angebot, aber da ist man auch insgesamt 50€ los und hat noch lange keine UMTS-Karte. Bei den anderen sieht es mit Flatrates ganz und mit bezahlbaren Volumenpaketen ziemlich düster aus. Warum? Wollen die Mobilfunkbetreiber nicht, dass man ihre UMTS-Netze benutzt?

Aber jetzt kommt Bewegung in die Sache: Simyo, blau.de und Aldi (allesamt im E-Plus Netz) nehmen pro Megabyte nur noch 24ct bei einer Taktung von 10kB und einem Mindestbetrag von 1ct pro Verbindungsaufbau. Das nähert sich doch langsam Regionen, wo man mobil ins Netz gehen kann, ohne arm zu werden. Zwar noch nicht zu Surfen mit dem Notebook (bei Seitengrößen von 250kB wird das trotzdem sehr schnell teuer), aber immerhin so Sachen wie ICQ oder Jabber/XMPP auf dem Handy oder WAP-Seiten.

Wenn die anderen Anbieter da nicht schnellstmöglich nachziehen, habe ich demnächst eine UMTS-Karte mit Aldi-Tarif in meinem Notebook stecken (Simyo und blau.de verweigern den UMTS-Zugang, warum auch immer). Also liebe Leute von O2: Denkt darüber nach. Wie wär es mit einem Tarif von 19ct pro Megabyte. Das würde prima zu den 19ct pro Minute passen und mich ganz sicher zum Intensivnutzer machen. Da verdient ihr mehr an mir, wirklich! Meine alberne 5€ WAP-Flatrate käme dann zwar weg, aber ich würde mit dem Handy ständig online sein und am Ende mehr als die 5€ bezahlen.

Die Killerapplikation ist da: Mobiles Internet. Bisher hapert es nur an den drei- bis fünfstelligen Beträgen, die man bei den aktuellen Tarifen bei normaler Benutzung in meiner Größenordnung monatlich los würde. Sorry, so viel verdiene ich nicht mal.

Nachtrag: Wirklich seltsam, dass blau.de und Simyo momentan den Datenzugang nur via GPRS anbieten. Keine Ahnung, was das soll.


Mehr über die neuen O2 Tarife

16 11 2006

Soso, da hab ich ja endlich etwas mehr Infos über die neuen O2-Tarife entdeckt: Eine Pressemitteilung von O2.

Daraus gehen einige wirklich interessante Dinge hervor: Die Tarife starten offiziell am 28.11.2006 und es können auch Bestandskunden auf den neuen Tarif umstellen. Und es gibt tatsächlich keine albernen Zwangs-"Optionen" mehr. Gut so.

Einzige Kritik: Die Mailboxabfrage von Unterwegs ist noch immer nicht kostenlos, wie es bei vielen anderen Tarifen üblich ist. Und noch mal ein Lob für die transparente Handy-Subvention. Wirklich eine gute Lösung für das leidige Subventionierungs-Problem.

Jetzt fehlt mir nur noch ein brauchbares Handy und zur Abwechslung mal ne bezahlbare UMTS-Daten-Flatrate.


Neue O2-Tarife

14 11 2006

Ein großes Oh! und ein fast noch größeres Ah! kommen heute über meine Lippen. In einem Newsschnipsel auf heise.de über O2 habe ich die neuen Genion-Tarife entdeckt. Exakt so, wie ich mir das gewünscht hatte. Also faszinierender Weise wirklich genau so hatte ich mir das erhofft. Von mir ein dickes Lob erst mal dafür. Fragt sich nur, wann der Tarif an den Start geht.

Ich lehne mich zurück und warte erst noch mal bis Ende Dezember. Erstens starten die dann bestimmt den neuen Tarif und zweitens rufen die mich bestimmt eh noch an, um mich doch noch zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen, so wie sie es bei meiner Mutter gemacht haben: Die hat sich weitere 2 Jahre Genion mit 5€ Grundgebühr und ohne Handy anlabern lassen.

Die neuen Tarife sind echt fett. Vor allem, weil man zwischen subventioniertem Handy und mit 2 Jahres-Vertrag wählen kann oder man spart sich nen Zehner im Monat und verzichtet auf Handy und Mindestlaufzeit. Und wenn man will, kommt man auch ganz ohne Grundgebühr aus. Und 19ct in alle Netze sind voll OK. Für 25€ bekommt man ne Flatrate á la Base für O2. Keine albernen Zwangs-"Optionen" mehr, keine hanebüchenen Minutenpreise von bis zu 69¢ in fremde Netze, keine Zeiten. Back to the roots, als Genion noch für simple Tarifstruktur stand.

Und besonders fair wärs, wenn die Bestandskunden in den neuen Tarif ließen, aber das wag ich gar nicht nachzufragen.


Was geht mit O2?

15 10 2006

Erst mal kurz lamentieren: Da das SL92 wohl in der BenQ Mobile Pleite untergehen wird, schwimmt mir gerade meine letzte Handyhoffnung davon. Meine zwei Jahre sind rum und mein S65 ist entsprechend lädiert. Also ein neues Handy. Nur: Welches? Die aktuellen Modelle gefallen mir durch die Bank nicht. Mal schauen, vielleicht behalte ich erst mal mein S65. Denn was mit meinem Handyvertrag läuft weiß ich auch noch nicht.

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass O2 seine Tarife senken und vereinfachen will und dass ich das für bitter nötig halte. Ich halte das inzwischen – nach einem nächtlichen Gespräch mit einer bemerkenswert unverschämten O2-Hotline-Tante – sogar für so nötig, dass ich meine Kündigung rechtzeitig zu Ende Oktober raus geschickt habe. Ich bin wirklich mal gespannt, ob die neuen Tarife Linderung bewirken. 69¢ pro Minute tagsüber in fremde Netze bei der Inside O2-Option sind heute genau so indiskutabel, wie netzinterne 39¢ pro Minute tagsüber in der Mobile Option. Und eine der beiden "Optionen" muss (!) man wählen, denn die City-Option ist inzwischen abgeschafft und wird einem ungefragt in die Mobile Option gewandelt, wenn man an seinem Genion-Vertrag etwas ändert.

Was soll die Scheiße? Als ich damals meinen Vertrag bei Viag Interkom gemacht habe, war das mit Abstand die simpelste Preisstruktur. 15, 29 und 99 Pfennig pro Minute zu drei Zeiten (Hauptzeit, Nebenzeit und Wochenende) und dazu eine von drei Optionen, die nicht irgendwas teurer gemacht haben. Die Homezone war preislich halbwegs an die üblichen Tarife im Festnetz angepasst. Und heute? Komplizierte Tarife, Optionen, die massive Nachteile und kaum Vorteile bringen, Teilweise die vierfachen Minutenpreise von anderen Tarifen. Was soll das? 16¢ pro Minute in alle deutschen Netze, rund um die Uhr und 11¢ pro SMS sind aktuell die Tarife, an denen sich O2 messen muss. Mit der Grundgebühr bezahlte ich mein Handy ab, das geht also OK. Aber fetteste Aufpreise bei den Minutentarifen sind mir unverständlich.

Und dann dieses seltsame O2 DSL, das schon beim Marktstart teurer als andere Angebote ist und die 5€ Lücke zum Wettbewerb als superduper Preisnachlass für die eigenen Bestandskunden feiert. Also 16€ für einen Telefonanschluss plus 20€ für DSL 2000 inkl. Flat halte ich für deutlich günstiger, als den 45€ Einstiegstarif von O2, bei dem man auch noch zwingend den O2-Router benutzen muss. Da stellt sich mir die Frage, warum? Weil die etwa fremde SIP-Dienste sperren wollen? Da hilft auch der glaubhaft versprochene Super-Service nicht weiter. Vor sechs Monaten wär das noch ein gutes Paket gewesen, heute ist der Markt schon viel weiter. Freenet bietet DSL 2000 mit Internetflat und ohne nötigen Telefonanschluss für 30€ an. Tiscali kommt auch demnächst mit entbündelten Tarifen. Ich glaube O2 muss vor dem Start noch mal nachlegen.


O2 mit einfacheren Tarifen und billiger

07 09 2006

Das wurde aber auch mal Zeit. Golem.de berichtet: O2 will Ende 2006 Preise senken und Tarife vereinfachen.

Ich habe damals bei Viag Interkom meinen Genion Vertrag gemacht, weil die Tarifstruktur die simpelste weit und breit war und weil sie die für mich günstigsten weit und breit waren. Inzwischen zahle ich tagsüber ins Festnetz und in fremde Netze immer noch irgendwas um die 49 Cent pro Minute. Ins eigene Netz immerhin noch 19 Cent. Und zu verschiedenen Uhrzeiten und Tagen und Netzen zahle ich verschieden viel. Ich weiß nicht mal mehr wie viel genau. Zum Vergleich: Das ist trotz Grundgebühr mehr als das dreifache von dem, was die Handy-Discounter nehmen – rund um die Uhr und in alle Netze. Sogar netzinterne Gespräche sind teurer als beim Discounter der Tarif für alles. Das ist weder vertretbar teuer noch simpel. Selbst wenn man fair ist und die Grundgebühr für die Subventionierung des Handys rausnimmt.

Jetzt bin ich wirklich gespannt, wohin die Tarifreise geht. Gut, dass ich mit meiner Vertragsverlängerung noch warten kann. Die aktuellen Handys gefallen mir sowieso alle nicht so recht.