Linux lernen

11 12 2009

Zu meinem Job gehört auch die Administration von Linux-Servern, wenn man nicht immer auf den guten Willen seines Hosters angewiesen sein möchte. Dazu braucht man Linux-Kenntnisse, die man irgendwie erwerben muss, bevor man öffentliche Server betreut. Grundsätzlich sollte man das zwar Profis überlassen, die wissen, was sie tun, aber manchmal muss man eben auch selber ran. Doch wie fängt man an, ohne jemanden zu gefährden? Linux-Kenntnisse hat man ja nicht einfach so gottgegeben, sondern muss sie sich erarbeiten. Ich schreibe also mal ein paar meiner Erfahrungen aus Sicht ein es Webentwicklers nieder, der ein Arbeitswerkzeug bedienen können muss.

Ich beginne mit meinen ersten (dummen) Gehversuchen, also so, wie man es nicht machen sollte. Anfang 2003 hatte ich das Shared-Hosting bei Hosteurope satt, weil ich wiederholt mit meiner Shared-IP auf SPAM-Blacklists gelandet war, es musste also eine Lösung her. Zu der Zeit kamen die ersten bezahlbaren Rootserver auf den Markt und ich war übermütig genug, ohne jegliche Linux-Kenntnisse einen solchen zu bestellen und auch noch Kunden da mit drauf zu nehmen. Ahnungslos hatte ich mich damals für Suse mit Webmin entschieden und habe das mit viel Schmerz und Tränen irgendwie zum Laufen bekommen. Also alles selbst kompiliert und eingerichtet, und danach nie wieder Updates gemacht. Von Paketmanagern wusste ich damals nicht viel und ich hatte immer Angst, dass irgendwas passiert. Nach etwa zwei Jahren habe ich alle Kunden umgezogen und den Server gekündigt. Eine gute Entscheidung, denn jetzt konnte ich wieder ruhig schlafen. Fazit: Ich hatte im Grunde nichts verstanden und mit Suse kam ich ganz und gar nicht klar.

Da ich das ganze mit der Webentwicklung dann später ernster genommen habe, kam ich irgendwann wieder in Kontakt mit Linux. Diesmal in Form einer virtuellen Maschine mit Ubuntu Server drauf. Ich war das hantieren mit XAMPP leid und wollte endlich mal lernen, mit dem Scheiß umzugehen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Ubuntu erbt die meisten guten Eigenschaften von Debian und ist zudem auch noch hervorragend dokumentiert. Ich kann nur jedem empfehlen, die ersten Schritte mit Linux-Servern in einer virtuellen Maschine zu machen und vor allem, sich die distributionsspezifischen Verwaltungswerkzeuge zu nutze zu machen, insbesondere die Paketverwaltung. Welche Distribution einem liegt, sollte man einfach ausprobieren, ich bin mit Ubuntu auf Desktop und Server sehr glücklich. Der Debian-Unterbau ist Gold wert, alleine die Apache-Verwaltung über die hervorragend dokumentierten Konfigurationsdateien ist eine wahre Freude.

In meinem HiWi-Job hatten wir immer mit einem unglaublich langsamen Server im Rechenzentrum zu kämpfen. Wie sich später herausstellte, hatte uns der Admin eine virtuelle Maschine mit nur 128MB RAM spendiert, für eine TYPO3-Seite mit 1000 Seiten, 70 Redakteuren und hohen sechsstelligen Zugriffszahlen im Monat ist das dann doch etwas wenig. Als der Admin wechselte, wurde aufgeräumt und man bat uns, für eine Weile das Hosting selber zu übernehmen. Also habe ich einen Ubuntu-Server auf einem ausrangierten PC-Pool-Rechner aufgesetzt, der bis heute weitgehend reibungslos läuft. Gelegentlich hängt er sich auf in letzter Zeit, das scheint an einer überlasteten MySQL-Datenbank zu liegen. Merke: Auch Übergangslösungen sollte man richtig machen, denn oft werden sie zum Dauerprovisorium. Übrigens gibt es inzwischen neue Hardware und mein Nachfolger muss den ganzen Server migrieren, was überraschend einfach ist. Ich will nicht sagen, dass es eine gute Lösung ist, wenn ich öffentliche Server verwalte, aber dank Ubuntu und einiger Übung in der virtuellen Maschine habe ich das ganz gut hinbekommen. Trotzdem laufen meine eigenen Präsenzen auf einem Managed Server. Insbesondere Geschichten wie Mailserver mit Spamfiltern oder Jabber-Server lasse ich weiterhin nur Profis machen. Ein LAMP-Server bekommt man aber auch so gut hin und leider besser, als bei vielen Hostern. Was ich da schon gesehen habe… Da mache ich das dann doch lieber selbst.

Wenn ich schon Rootserver mit Plesk sehe, rollen sich mir schon die Fußnägel auf. Wer sich nicht in der Lage sieht, einen Linux-Server richtig über die Kommandozeile zu warten, sollte die Finger davon lassen. Wenn man weiß, was man tut und sich von Plesk die Arbeit abnehmen lässt, OK, kann ich zwar nicht gutheißen, aber wenigstens nachvollziehen. Aber anders herum ist es ganz bitter. Wo Plesk ist, da lass Dich nicht nieder, ist meine Regel.


Ein stressiges Wochende und gesundheitliche Folgen

21 11 2009

Wo ich das hier gerade noch mal lese, schnell mal ein Nachtrag. Da es um meine Krankengeschichte geht, ist das hinter dem üblichen Passwort versteckt.


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Musikalische Jugendsünden der 90er

12 11 2008

Im Spreeblick verreißt Malte Welding sehr treffend und lesenswert die schrecklichsten Lieder der 90er (bringt etwas Zeit mit für die Videos). Das schlimme an der Auswahl ist ja, dass ich auf etliche dieser Lieder total abgegangen bin, alleine in meinem Zimmer tanzend mit nicht wirklich funktionierender Lichtorgel und einer am Anschlag aufgedrehten Kompaktanlage etliche der Lieder hoch und runter gehört habe. Warum nur? Warum habe ich einen jahrelangen pubertären Ausflug in die Gruselmusik hinter mir, nach dem meine Musikhörkarriere doch so vielversprechend angefangen hatte. Immerhin waren meine ersten CDs (und damit meine ersten eigenen Tonträger) ein paar Kraftwerk-Alben und die großartige 4 Gewinnt von den Fantastischen Vier. Die Fantastischen Vier, genau… Diese Platte legte auch den Grundstein für meinen mich selbst heute noch immer wieder erstaunenden Hip-Hop-Zitate-Assoziations-Wahnsinn. Zurück zum Thema: Für die meisten Lieder auf meinen Bravo Hits 6 bis Anfang 20 schäme ich mich heute angemessen. Zu meiner Entschuldigung wende ich ein, dass ich da 12 bis ca. 17 war (hoffe ich zumindest) und somit die Pubertäts-Ausreden-Karte spielen darf. Andere Lieder von Maltes Liste finde ich allerdings auch heute noch gar nicht so sehr schlimm. Die schlimmen Lieder aus Maltes 80er-Schlimme-Lieder-Liste fand ich um Welten grauenvoller.

Natürlich hab ich einen passenden großartigen deutschen Hip-Hop-Song zum Thema auf Lager: Jugendsünden von Mutter Natur (Nico Suave, Dendemann, Majubiese) auf Nico Suaves Album Suave passt hervorragend, gibts aber nicht bei Youtube. Die Hookline geht so (ganzer Text hier):

Was war, das war! Ja, so war das, Leute! Heute lach' ich über gestern, morgen lach' ich über heute!

Wer mal hier ist und ganz lieb fragt, dem zeige ich auch das Video, wo wir zu viert eine eigene Choreografie auf "Baby come back" von Worlds Apart getanzt haben, in Behns Keller. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ironisch wir das gemacht haben, ich befürchte allerdings zu wenig. Das gilt auch für mein von Kelly Family Postern zugehangenes Zimmer damals, was irgendwie ein zu halbherziger Protest gegen den Kelly-Family-hassenden Mainstream war. Aber auch dafür habe ein paar gute Entschuldigungen parat: Erstens war meine erste Freundin (wenn man das so nennen kann, wir waren 13 und das war primär pubertär bedingt, aber das ist ein anderer Beitrag) Kelly Fan. Zweitens findet meine Mr. Hyde Seite auch heute noch einige der Lieder schön und drittens hatte ich schon damals ein Faible für Maite Kelly. Darf man sowas zugeben? Egal, auch das gehört in einen anderen Beitrag.

P.S. während ich diese Zeilen schreibe, lausche ich schlimm-großartigen Spären- und Flötenklängen auf sky.fm New Age.


Buchstabensuppen-Generator

16 05 2008

Immer wieder schön sind verschiedene Generatoren für dies und das. Witzig also auch der Buchstabensuppen-Generator. Erinnert mich an ein nie vollendetes Projekt von mir, das ich 1997/1998 herum angefangen habe: Ich habe Scheißwürste und -haufen fotografiert und daraus eine Schrift montiert. Leider hatte ich damals keine Digitalkamera und so hatte ich aus Kosten- und Aufwandsgründen nicht allzu viele Vorlagen. Und handwerklich begabt bezüglich Freistellen war ich damals auch noch weniger als heute. Das ganze war also weder vom Motiv noch vom Ergebnis her irgendwie ansehnlich. Aber allemal lustig, wenn auf diese Art von Kunst steht.

Nein, das unfertige Zwischenergebnis stelle ich nicht online. Ist mir dann doch zu peinlich.


Feuchtgebiete

22 03 2008

Ich habe Karin das umstrittene Buch "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche geschenkt. Bei Amazon schreiben die meisten Leute, dass die es absolut widerlich finden und viele haben es nicht mal zu Ende gelesen vor Ekel. Die Bewertung mit einem Stern sieht man nicht oft bei Amazon, das Buch bekommt gleich zahlreiche davon. Ein Buch für mich also. Ich habe das Hörbuch gehört und habe mich tatsächlich krank gelacht zwischendurch. Absolut genial muss ich sagen, danke Charlotte. Wer die zwischenzeitlich wirklich ekelhaften Sachen nicht erträgt ist ein Lutscher und sollte das Buch gar nicht erst anfangen. Alle Typen, die sich – wie ich – an außergewöhnlich ekligen Sachen erfreuen können, sollte sich das dringend reinziehen.


Innerorts geblitzt mit satten 61km/h

09 02 2008
geblitzt!

Heute habe ich eine ganze Menge Unterlagen aufgeräumt und dabei im Stapel vor meiner Tastatur einen Verwarnungsbescheid des Ordnungsamtes gefunden, den ich Euch – samt Foto – natürlich nicht vorenthalten möchte:

Ihnen wird zur Last gelegt, mit dem Fahrzeug [mein Kennzeichen] am 20.09.2007 um 11.13 in Düsseldorf, Erkrather Straße von Hsnr. 286 Bis Einfahrt Aldi Fr Innenstadt folgende Ordnungswidrigkeit begangen zu haben:

Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften um 011 km/h.
Zulässige Geschwindigkeit: 050 km/h.
Festgestellte Geschwindigkeit (abzgl. Toleranz): 061 km/h.
[…]

Verkackt. Ich muss dazu sagen, dass innerorts 61km/h auf einer zweispurigen Straße mit getrennten Fahrbahnen für beide Richtungen in meinen Augen keine unangemessen hohe Geschwindigkeit ist. Wer da langsamer fährt, ist ein Bremser und macht ggf. die grüne Welle kaputt. Naja, lamentieren hilft nicht, die 25€ mussten bezahlt werden.

Ja, vor meiner Tastatur liegt ein Stapel, in dem sich Schreiben von vor einem halben Jahr befinden… Ich lass es immer so weit kommen und räume dann einen ganzen Tag lang alles weg.


Das schlimmste Foto ever von mir

20 10 2007

Iiih, auf der Hochzeit von meinem Bruder lagen an allen Tischen so Wegwerf-Kameras rum, mit denen die Gäste lustige und stimmungsvolle Bilder machen sollten. Als ob nicht heute jeder Hansel seine Digicam dabei hätte... Irgendein Penner hat mit den Dingern wirklich wirklich schlimme Bilder von mir gemacht. Das schlimmste will ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Ich sehe aus wie Max Strauß. Normalerweise sehe ich besser aus, wirklich. Zu meiner Ehrenrettung muss ich anbringen, dass ich auf anderen Fotos am gleichen Tag wirklich sweet aussehe: Die Kamera ist schuld! In Wirklichkeit habe ich an dem Tag ausgesehen wie ein junger Adliger mit schelmischen Gedanken ;)

Ich am 07.07.2007, sieht aus wie Max Strauß
Ich als Max Strauß.
Junger Adliger

Rätselstunde: Verdorbene Jugend

16 07 2007

Hallo liebe Leser,

ich habe mal wieder ein lustiges Rätsel gezeichnet, das der Lösung harrt:

Rätsel verdorbene Jugend Thumbnail
Gesucht ist ein Kinderlied, welches in etwa so missinterpretiert werden könnte.

Wer es weiß, kann ja einen Kommentar schreiben, also Spoileralarm für alle, die nicht drauf kommen.


Grau-Silberne-Party-Safari

13 06 2007

Sehnsüchtig warte ich bekanntlich Tag für Tag auf jede sich mir bietende Gelegenheit, den Mac-Jüngern unter die Nase reiben zu können, dass ihr Paradies nicht der Weisheit hinterletzter Schluss ist und sie mich bitte mit ihrem Ich-binDer-Mac-ist-so-geil-Du-bist-voll-out-Scheiß in Ruhe lassen sollen. Und jetzt? Apple bringt eine Beta von Safari 3 für Windows heraus und die rendert nicht mal die Überschriften (heise.de berichtet). Alleine der Anblick von spiegel.de, heise.de und golem.de ohne Überschriften ist übrigens die Installation wert. Ganz davon abgesehen, dass das Ding bei mir so ruckelig scrollt, wie mein Firefox im Büro. Nur dass ich hier nicht mit 2x700MHz und ner Matrox G400 darbe. Hatte ich erwähnt, dass Apple auch hier die ganze Zeit versucht, einem doch irgendwie noch Quicktime unter zu schieben?

Alles in allem eine Vorstellung, über die es nicht mal Spaß macht ordentlich zu lästern: Zu einfach! Liebe Apple Jungs: So macht das keinen Spaß. Hätte das Ding nicht einfach Buggy sein können oder langsam oder nichts neues? Da hätte man angemessen Hohn und Spott ausschütten können und wir wären alle glücklich geworden. Aber das Ding da ist so offensichtlich scheiße, dass man eigentlich nichts mehr dazu zu sagen braucht. Man könnte Apple höchstens beglückwünschen für diese senkrechtstarter-Legende: Von null auf eins in den Charts der peinlichen Software-Desaster. Aber weil das Apple ist, ist natürlich sogar das schon wieder irgendwie total cool.

Noch was. Lustiger Spaß am Rande für alle iTunes-Unfreunde und alle, die es werden wollen: Importiert mal die Mercedes-Benz Mixed-Tapes in iTunes und spielt das dann ab. Viel Spaß…

P.S.: Irgendjemand nannte Apple eine Firma, die sich statt echter Kunden einen Fanclub hält. Sehr treffend.

P.P.S.: Ich will keinen Mac, ich komm damit nicht klar. Ich will auch kein Quicktime und keinen iPod, kein iTunes und allgemein eigentlich gar nichts von diesem proprietären Mist. Dass es teuflisch gut aussieht und die eine (einzige) Möglichkeit der Bedienung sooooooooooo einfach ist (leider nicht für Leute wie mich) macht noch lange keinen neuen Heiland daraus. Wobei ich jedem seine Freude am Mac an sich gönne. Mir geht nur diese Mac-Sekte auf den Sack: "Cool sein geht eben nur mit nem Mac".


Wahrheit oder Pflicht mit Charlotte Roche

30 04 2007

Wie geil! Ich bin ja eh schon ein großer Freund des gepflegten pubertären Spiels an sich. Aber gespielt von Charlotte Roche (bei ihr zu Hause), Ferris MC, Mieze, Kim Fisher und Roger Willemsen ist es einfach noch mal geiler. Ein großer Guckbefehl für diesen grandiosen Youtube-Vierteiler:

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Ab sofort bin ich Freund von Roger Willemsen.

(via praegnanz.de)


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