Ein stressiges Wochende und gesundheitliche Folgen

21 11 2009

Wo ich das hier gerade noch mal lese, schnell mal ein Nachtrag. Da es um meine Krankengeschichte geht, ist das hinter dem üblichen Passwort versteckt.


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Auf Zeitdehnung folgt Zeitstauchung

16 10 2008

Mist. Habe ich in August und September nicht all zu viel gearbeitet und damit massiv die Zeit gedehnt, schnackt das Zeitgummi nun im Oktober umso brutaler zurück: Urlaub, Vorlesungsvorbereitung, Auftrag 1 (Angebot von Juni, jetzt zeitlich ganz eng), Auftrag 2 (sehr viel zu tun), Nachmietersuche, neue Wohnung renovieren, Umzug, weitere kleinere Aufträge, hatte ich schon den Umzug erwähnt? Mist, und dann bin ich am Wochenende auch noch in Berlin, worauf ich mich sehr freue an sich, aber wann zur Hölle soll ich den ganzen anderen Kram machen?

Zeitkarma.


Adblock ist Schuld! Typo3 ist schuld!

29 03 2007

Seit Wochen ärgere ich mich über den Rechner hier im Büro. Davon abgesehen, dass er gerne mal einen Bluescreen rausrückt, während ich lange Mails schreibe oder andere zusammenhängende Arbeiten erledige, ist das Backend von Typo3 unendlich träge geworden. Listen kommen zeilenweise herein. Das das nicht immer so war und das Backend bei Alex am Mac nur so fluppt, habe ich mich mal auf die Suche nach dem Schuldigen gemacht: Adblock! Verdammte Scheiße! Das checkt in T3 Backend offenbar jedes einzelne Element durch und bremst damit auf der langsamen Kröte hier das Rendering übelst aus. Also runter damit.

Aber auch so treibt uns Typo3 gerade zur Weißglut. Seit einiger Zeit (heute erst aufgefallen) hängt es an alle Links im Content ein target="_blank" an. Keine Ahnung wieso, er macht, was er will. Und dann ist da noch der Bug im HTMLarea, der mit Firefox 2.0.0.3 nicht mehr lädt. Ich muss Kotzen. Und unser Admin ist nicht erreichbar, um den Patch einzuspielen und Schreibrechte für unsere Typo3 Installation haben wir auch nicht. Manchmal hasse ich das Leben!


Beschissene Handschrift

05 03 2007

Ich hab grad mal wieder so einen Hals. Leute, die einem Zettel mit handschriftlichen Anweisungen geben, sollten wirklich darauf achten, dass ihr Geschreibsel wenigstens im Ansatz lesbar ist. Gerade eben hatte ich wieder so einen Zettel mit Löschanweisungen in der Hand. Also ich wusste, dass das Löschanweisungen waren, aber was auf dem Zettel neben den Namen noch drauf stand, weiß ich nicht. Es ist schlicht nicht zu entziffern. Vielleicht könnte da "streich" stehen, aber auch alles andere.

Also an alle Leute, die meine Handschrift bemängeln ein für alle mal: Mein Geschreibsel ist wenigstens entzifferbar. Dass meine Handschrift nicht schön ist wundert mich nicht, wo ich sie doch eigentlich nur in Klausuren für mehr als ein paar Wörter verwende und auch kein Mädchen bin. Aber jeder, der das lateinische Alphabet kennt und der deutschen Sprache mächtig ist, kann verstehen, was ich geschrieben habe. Was mir aber von Profi-Handschreibern mitunter vorgelegt wird, ist schlicht eine Unverschämtheit. Ich bekomme nun mal häufig Anweisungszettel, wo es doch eigentlich besonders wichtig ist, dass man nicht raten muss, wie die Anweisungen darauf lauten. Sowas führt doch nur zu Missverständnissen und im Zweifel zu bösen bösen Fehlern in der Ausführung.

So, musste ich nur mal kurz los werden.


Längere Öffnungszeiten ein Segen

03 02 2007

Gerade lese ich im SPON, dass die längeren Ladenöffnungszeiten ein Flop sind. Da frage ich mich intensiv, was die Damen und Herren denn zur Hölle erwartet hatten. Andererseits drückt das genau das Missverständnis aus, weswegen auch so viele Leute der Freigabe der Öffnungszeiten kritisch gegenüber standen. Ich habe noch nie in meinem Leben verstanden, warum Ladenöffnungszeiten in Deutschland gesetzlich reglementiert werden. Dann kamen die 24 Stunden Tanken auf und die Frage wurde umso brennender. Ja haben sich die Gegner denn vorgestellt? Dass durch die Freigabe sofort alle Läden automatisch länger aufhaben müssen? Warum sollten das alle Läden machen? Die Gegenfrage ist aber viel treffender: Warum sollte man dem Handel vorschreiben, wann er Handel treibt und wann nicht? Niemand erwartet von einem Dorfnahversorger, dass man um 22 Uhr dort einkaufen kann. Aber ganz offensichtlich gibt es an verschiedenen Standorten großen Bedarf zu solchen Uhrzeiten einzukaufen.

Warum verbietet man also dem Kaufhof an der Kö und anderen Läden in der Altstadt ihr Geschäft dann zu machen, wenn da auch Leute sind. Weil die armen Verkäufer um acht ins Bett müssen? Das Argument zieht meines Erachtens ganz besonders dort nicht, wo nebenan in der Gastronomie um 20 Uhr Primetime ist. Da arbeiten übrigens auch Menschen – sogar ganz verwegen mitten in der Nacht. Eigentlich müsste man auch der Gastronomie verbieten, nach 20 Uhr zu öffnen, um die Kellner und Köche und Türsteher zu schützen. OK, lassen wir die Polemik.

Was solls also? Der Handel ist nun mal ein Gewerbe, dass seine Kunden Zeit kostet. Und wenn viele Kunden nun mal diese Zeit genau dann haben, wenn sie nicht im Büro sitzen, muss der Handel sich darauf einstellen und den Kunden die Ware auch außerhalb der Bürozeiten anbieten. Was ist denn das auch für eine Anbieter zentrierte Denke? Man muss doch vom Kunden und dessen Bedürfnissen ausgehen. Dienstleistung ist die Befriedigung der Bedürfnisse seiner Kunden, zumindest nach meinem Verständnis. Und da gesetzliche Vorschriften zu machen finde ich befremdlich, womit ich übrigens mit den Bürgern der meisten anderen Länder einer Meinung bin.

Dass durch Freigabe der Öffnungszeiten tendenziell mehr Arbeit entsteht, also entweder mehr Jobs oder längere Arbeitszeiten mit entsprechend mehr Lohn, ist sicher im Sinne einer Gesellschaft, die ein Problem mit nicht vorhandener Vollbeschäftigung hat, oder?

Was natürlich alles immer noch nicht bedeutet, dass sich alle Läden jetzt an neue Öffnungszeiten wagen müssen. Man kann das ja probieren und an den Standorten etablieren, wo sich das auch lohnt. Schön. Alle sind zufrieden, wo ist das Problem?

"Aber Du Arsch! Denk doch mal an die armen Arbeitnehmer! Wenn die Familien haben und so!" Klar kann das lästig sein, das bestreite ich nicht. Aber wenn man gesetzlich einschreitet, kann man ja auch einfach direkt am Problem ansetzen. Wenn man Arbeitnehmer schützen will (was man durchaus sollte), sollte man wirksame Gesetze installieren, die genau das tun. Es gibt dafür ganz sicher mildere Mittel, die besser wirken und deutlich weniger Kollateralschäden verursachen. Warum sollte der Kunde ausbaden, was sogar besser beim Anbieter direkt im Innenverhältnis geregelt werden kann? Mehr Geld ab acht oder Arbeit ab acht muss freiwillig sein, dann muss der Anbieter von sich aus mehr Kohle rausrücken, um einen Betrieb aufrecht erhalten zu können. Und wer sich daran nicht hält, bekommt genau so auffe Omme, wie bisher, wenn er sich nicht an den Ladenschluss gehalten hat. Ich denke mit solchen Regelungen erreicht man mehr und es sind nun wirklich alle zufrieden.

Ich bin zumindest sehr zufrieden und genieße jeden Einkauf nach acht bei Penny nebenan aus vollen Zügen. Ja, ich bin einer von denen und ich liebe es.

Tschüss.


Web Werbung

25 11 2006

Manchmal hat man ja den Eindruck, dass einem als Benutzer auf manchen Seiten die Werbung völlig überrennt. Wenn das in einer funktionierenden und großen Community der Fall ist, die vorher weitgehend Werbefrei war, dann gibt es auch immer Leute, die mit der Veränderung nicht einverstanden sind und die sich beim Admin beschweren.

Aktueller Fall zum Beispiel in meiner Modellauto-Community. Der Admin hatte vor einigen Wochen zur Finanzierung der neuen (notwendig gewordenen) Serverhardware Layer Ads eingebaut. Quasi von Null – vorher gabs nur ein paar Banner für Läden, die der Community beispielsweise Gewinnspielgewinne gesponsort hatten – auf die beinahe ätzendst bekannte Werbeform, ganz besonders, weil diese Layer mit ihrer unangenehm ruckelnden Animation ins Bild fuhren und völlig aus dem Kontext gerissene Anzeigen anzeigten (DSL, Mobilfung etc.). An diesen Layer hat man sich inzwischen gewöhnt, auch wenn man ihn nicht grundsätzlich nicht ausstehen kann. Aber immerhin kommt er für die nächsten drei Stunden nicht wieder, wenn man ihn weg geklickt hat. Sehr milde, wie ich finde.

Soweit so gut, man versteht ja, dass der Admin seine inzwischen horrenden Ausgaben (mehrere Root-Server) irgendwie decken möchte. Den durchaus sinnvollen Vorschlag einiger User (unter anderem von mir), doch für eine monatliche Gebühr die Seite ohne solcherlei Werbung zu sehen zu bekommen, stieß auf wenig Gegenliebe. Ich halte das immer noch für eine gute Idee. Man bindet in einem kostenlosen Angebot Werbung ein und wer die nicht haben will, bezahlt eine kleine(!) monatliche Gebühr von einem bis zwei Euro oder so. Machen das von den x-tausend Usern nur die 100 Kernuser, und sei es aus Verpflichtung der Seite gegenüber, hat der Admin seine Kohle wieder raus, von den Werbeeinnahmen durch die anderen User ganz zu schweigen. Und dennoch sind alle glücklich. Soweit meine These.

Nun aber schiebt sich urplötzlich ein eBay-Banner hinter den ersten Beitrag auf jeder Seite im Forum und die Diskussion scheint von neuem los zu gehen, abgewürgt durch einen wirklich angepissten Beitrag des Admins (siehe Link oben). Ich muss ihm da prinzipiell zustimmen: Er bezahlt ne echte Stange Geld monatlich und investiert ohne Ende Zeit in das Forum, in der er nicht arbeiten kann. Das ganze kostet ihn dreistellige Beträge im Monat und in der Tat kann er so viel Werbung schalten, wie es ihm lieb ist. Die Community ist super und einzigartig in der Form, so dass die beiden Hauptkritikpunkte (die zunehmende Werbung und das lästige Verbot von Händlernennungen) als eher unwichtig durchgehen – für mich. Andere mögen das anders sehen und abwandern.

Also was ist das Patentrezept? Die Diskussion einfach nieder zu schlagen kann es nicht sein. Weniger Werbung und andere Geschäftsmodelle schon eher. Dieses Forum ist – wie so manches andere auch – inzwischen in professionelle Bereiche vorgestoßen, die eines passenden (kleinen) Geschäftsmodelles bedürfen. Immer mehr Werbung kann da keine Dauerlösung sein. Mal schauen.


Blöde-Kunden Wut!

18 07 2006

So, aus meiner neuen und sehr plakativen Wut-Reihe hier ein weiterer Beitrag. Dieses mal geht es um wirklich nervige Kunden.

"Das ist aber gar nicht so, wie wir das besprochen hatten!" gerade rief eine ehemalige Kundin an und eröffnete das Gespräch mit diesem Satz in empörter Stimme. Ehemalig ist die Kundin seit etwa einer Woche, u.a. weil sie permanent ihre Planungen umstößt und alles ganz anders will. Man redet ihr unsinnige Dinge aus, wie eine automatisch ablaufende Präsentation mit zu viel Text, dann kommt sie eine Woche später an uns bemängelt, dass die Präsentation ja gar nicht automatisch abläuft und dass im Anschluss nicht automatisch die Langversion des Textes kommt, die als PDF auf der bereits zehn mal gebrannten CD liegt. Alles wie besprochen, wir haben es gemeinsam gemacht und sie hat anschließend genau diesen CD-Master höchstpersönlich abgenommen. Also: "Doch, genau so haben wir das gemeinsam erarbeitet und genau so hast Du es abgenommen." Dass in der Präsentation Schreibfehler sind ist tragisch, aber den Text hat sie geliefert und ich hatte keine Ruhe, ihn noch mal Korrektur gelesen. Vor allem nicht, weil sie neben mir saß und diesen Text als die endgültigste Version ever darstellte.

Jetzt hat sie einen neuen Menschen gefunden, dem sie mit permanenten Planänderungen und damit verbundenen Vorwürfen bezüglich der nach den alten Plänen gemachten Arbeiten kommen kann. Ich bin raus und nach dem Telefonat gerade bin ich wirklich froh drum. Der arme Kerl muss jetzt mit ihr ihre seltsamen (und mal wieder völlig neuen) Vorstellungen von dieser Präsentation komplett neu umsetzen. Ich wünsche ihm, dass sie damit irgendwann fertig werden und das Zeugs abschicken, bevor sie es sich wieder anders überlegt und alles an ihm liegt.

Auf solche Kunden kann ich wirklich verzichten. Auch verzichten kann ich auf Kunden, die noch bevor sie mit nennenswert präzisen Zielformulierungen kommen, unbedingt und auf jeden Fall sofort einen Festpreis hören wollen, den Preis viel zu hoch finden und mich strafend anblicken. Dann mit Spezifikationen rausrücken und sich mit mir auf einen Preis einigen, mich später aber permanent mit Änderungswünschen bombardieren und am Ende ein völlig anderes Ergebnis zum vorher vereinbarten Festpreis verlangen. Klar, das kennt jeder. Deswegen mache ich jedenfalls nur noch in Ausnahmefällen Festpreise. Und wenn ich Festpreise mache, schreibe ich ein präzises Pflichten- und Lastenheft und nehme bedingungslos eine Gleitpreisklausel in den Vertrag auf, falls es zu Änderungen kommt. Je gravierender die Änderung, desto teurer. Bums. Aber das schlimmste an solchen unentschlossenen Kunden ist immer noch der latente Vorwurf. Solche Kunden gebe ich schnellstmöglich ab.

Auch die beratungsresistenten Kunden, die mich für Beratungen bezahlen, aber dann doch nicht auf mich hören. Dann meckern, dass ich viel zu viel Geld haben will (trifft bei mir nun wirklich nicht zu), um mir irgendwann später den Vorwurf zu machen, dass ich ihnen Scheiße empfohlen habe. Natürlich genau in den Punkten, in denen sie sich über meine dringendsden anders lautenden Empfehlungen hinweggesetzt haben. Bei solchen Kunden kann man nur Tschüss sagen oder sich sehr sehr sehr viel Geld geben lassen, was das Problem allerdings noch verschlimmert. Also doch lieber abgeben.

Oder die Träumer:
"Was kostet mich denn so über den Daumen gepeilt eine professionell gearbeitete Website?"
"Naja, was wollen Sie denn?"
"Naja, eigentlich nichts besonderes. Ich will nur ein paar Seiten selber pflegen und mich darstellen und meine Katze und die Omma...."
"OK, das wird sich günstig umsetzen lassen, so um die..."
"...Aber ein Forum mit Anbindung an das Warenwirtschaftssystem und verschiedene Bezahlsysteme für den Shop mit individuellen Artikeln und überhaupt habe ich von einem Kumpel gehört, dass Tabellenlayouts viel verlässlicher sind und jeder Besucher sollte zwischen mehreren Templates wählen und und und... Mehr als 500€ sollte der Spaß allerdings nicht kosten."
Ja nun, was soll man dazu sagen? Ich nenne inzwischen bei sowas einen angemessen hohen Preis, schränke Utopien ein und mache einen günstigeren Gegenvorschlag, der den Preisrahmen nicht sprengt. Aber lieber werde ich solche Leute schnell los, denn sie werden fast immer später zu denen mit den Festpreisen und den Änderungswunschlawinen (s.o.).

Jetzt gibts erst mal Ruhe.


Nach der WM-Party

14 07 2006

Man könnte ja glatt vermuten, dass nach einem Monat Dauerparty das ganze Land mit einem übelsten Kater im Bett liegt. Weit gefehlt! Die Stimmung ist eine Mischung aus Faszination und Freude über sich selbst und noch immer vorhandener guter Laune. Fein.

Die Party wird das Land und die Welt nicht so schnell vergessen und der Dienst, den diese WM Deutschland erbracht hat, ist unermesslich wertvoll. Fein.

Ein gutes Beispiel für den stressfrei-Faktor dieser Party ist folgendes Video mit dem grün-weißen Partybus. Wozu Stress mit den Jungs in grün (und neuerdings ja auch teilweise in blau), wenn man auch gemeinsam Spaß hat? Ich glaube aber, dass der wichtigste Grund für die Gewaltfreiheit während der WM der hohe Frauenanteil war. Auf den Fanmeilen lag der nämlich (hab ich irgendwo gelesen) teilweise bei satten 40%. Wo so viele Frauen sind, gibt es sogar unter besoffenen Fußballfans keinen Grund für Gewaltausbrüche. Wozu? Man hat ja alles: Gute Spiele der Mannschaft, Sonne, Stimmung, Party und sogar genug Frauen, die mitfeiern. Das ist besser als ne zünftige Fußballschlägerei. Mit wem hätte man sich auch schlagen sollen und vor allem warum?

Jetzt die unvermeidbare Frage: Bleibt die Stimmung im Lande? Bzw. was bleibt von der Stimmung hängen? Meine Prognose: Etwas muss hängen bleiben. So eine fette Portion kann sich nicht vollständig auflösen. Und alles was hängen bleibt begrüße ich. Bei mir ist der Text der Nationalhymne hängen geblieben. Ich muss zugeben, dass ich den extra lernen musste. Niemand hat mir den Text je wirklich beigebracht und stattdessen wurde bei mir die Scham über die Hymne gepflanzt. Ich habe das so übernommen. Allerdings bin ich als zweite Nachkriegsgeneration nun wirklich frei von Mitschuld und die Scham nur noch Selbstzweck. Nichts dagegen, dass man Grolltaten in Erinnerung behält. Im Gegenteil muss man sich damit kritisch auseinandersetzen. Aber wenn man selber damit nichts am Hut hat und sich auch (m.E. zu Recht) nicht verantwortlich fühlt, dann ist diese Schamkomponente einfach nur Jammerlapperei. Also weg damit. Florian Illies hat diese Nationalscham der Deutschen in seinem Buch "Anleitung zum Unschuldigsein" (Lese-/Hörtipp) sehr gut getroffen, als der Ich-Erzähler in Italien mit dem Taxifahrer über Fußball spricht und der Taxifahrer Bayern München lobt und das ernst meinte und als uneingeschränkt positives Lob, der Ich-Erzähler sich aber für die Herrschaft des Deutschen Fußballs über Europa instinktiv schämt und versucht dies zu entschuldigen.

Weg damit! Das heißt nicht, dass man es gleich übertreiben muss wie die Amis, die in der High-School jeden morgen gemeinsam die Hymne singen und auch sonst bei jeder Gelegenheit. Das ist mir auch ohne Scham über die Vergangenheit suspekt.

Ich glaube, die Deutschen haben ihren natürlich vorhandenen Nationalstolz und Patriotismus bisher nur auf einen Lokalpatriotismus reflektiert. Das Altbierlied kenne ich von Kind an, ebenso das Lied über asoziale Kölner, die unter Brücken schlafen oder in der Bahnhofsmission. Letzteres Lied ist wirklich blöd und diese Köln-Düsseldorf-Plattitüden einfach nur doof. Die beiden geilsten Städte weit und breit beharken sich statt die gemeinsamen Potentiale zu nutzen. In den letzten zehn Jahren geht die Entwicklung immerhin auch in diese Richtung. Gut so. Zurück zum Thema: Bisher konnte man immer stolz auf seine Stadt sein, auf seinen Stadtteil, sein Bundesland oder Europa. Aber Stolz auf Deutschland? Das zu sagen hat sich niemand getraut und viele sicher auch nicht empfunden. Bums, plötzlich geht das und man fragt sich, warum es bisher eigentlich nicht ging? Wie Poldi sagen würde: Ey de Vollidiot...

Also los, positive Wirtschaftsentwicklung fängt bei der Einstellung an. Überhaupt: Die ausländische Presse stellt zu Recht diese Frage. "Ihr habt doch alles: Es ist sauber, high-tech, super Infrastruktur, wohlhabend, schön, blühende Landschaften, geiles Wetter, super Wirtschaft, nette (Überraschung!) Leute und ihr habt die geilste Party weit und breit im Haus. Was zur Hölle gibt es da zu jammern?" Genau, wo ist das Problem? Selbstkritik ist ne feine Tugend, aber in Selbstkritik ertrinken sicher nicht.

Mal schauen...


Miese Verlierer

01 07 2006

Was für eine Aufregung. Erst das Gegentor und dann noch Elfmeterschießen. Ich war noch Stunden später völlig aufgewühlt. Aber das krasseste waren die Argentinier mit der Schlägerei. Was für schlechte Verlierer. Keine Schiri-Fehlentscheidung weit und breit, keine überheblichen Gesten, aber voll drauf hauen. Wirklich peinlich. Friedliche WM und dann hauen sich die Spieler auf die Omme.

Aber egal jetzt: Es geht weiter im Viertelfinale!


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