Irgendwas mit Filmindustrie und Dummheiten

30 07 2010

Ich muss leider etwas ausholen, sorry. Gelegentlich gehe ich ins Kino, vor zehn bis fünfzehn Jahren teilweise mehrmals wöchentlich, heute etwa einmal im Jahr. Immer wieder waren da Filme bei, die mich begeistern konnten. Als ein Kinobesuch noch ein paar Mark kostete – konkrete Erinnerungen habe ich an 2,99 Mark im Europa kurz vor dessen Schließung – habe ich solche guten und beeindruckenden Filme mitunter mehrmals besucht. Dazu muss man sagen, dass ich minderjährig war und deswegen keinen Zutritt zur örtlichen Videothek hatte. Ich hatte also die Alternativen weiterer Kinobesuche (seinerzeit preislich machbar), dem Warten auf die Ausstrahlung im Fernsehen (irgendwann in zwei Jahren bis praktisch nie) und dem Warten auf eine Veröffentlichung auf VHS (zum Preis von seinerzeit 3-10 Kinobesuchen). Eine dauerhaft unbefriedigende Situation, die sich in zweierlei Richtungen auflöste: Volljährigkeit und Internet.

Denn irgendwann wurde man volljährig und konnte endlich den begehrten Mitgliedsausweis aller Videotheken der Umgebung bekommen. Wenn man den Film bzw. die Filme am selben Abend noch zurück brachte, war das ein wirklich günstiger Spaß, zumal man den Preis bequem durch die Anwesenden teilen, auf dem Weg noch bei bei MCs, Hallo Pizza oder sonstigen Fressbuden vorbei und wunderschön im begrenzten Angebot stöbern konnte. Das war alles ein ganz brauchbarer Zustand, aber zwei Probleme blieben: Wenn man einen bestimmten Film sehen wollte, fuhr man von Videothek zu Videothek und ging doch gelegentlich leer aus, vor allem, wenn es um Streifen abseits des Mainstreams ging. Das zweite Problem hat wiederum mit den Kinos zu tun: Immer, wenn man heiß auf einen Film war, konnte man ihn nur im Kino sehen. Wie oft kam ich aus dem Kino und hätte direkt eine menge Kohle gegeben, um den Film direkt auf DVD mitzunehmen. Gute Filme will ich besitzen, ich will sie immer wieder sehen, wenn ich möchte. Aber das geht nicht, weil die Veröffentlichung der DVD einige Monate verzögert wird.

Diese Verzögerung ist das dümmste, was die Filmindustrie tun kann. Die Bereitschaft, eine Ware zu kaufen ist bekanntlich in der Buzz-Zeit am höchsten, deswegen macht man ja PR ohne Ende, pusht das Interesse, wo es nur geht. Und dann? Läuft der Film im Kino und spielt den ein oder anderen Euro ein. Wenn die DVD herauskommt, ist der Buzz fast immer bereits abgeklungen und der Effekt verpufft weitgehend. Warum? Um die Kinos zu schützen? Ich würde das anders herum sehen: Die Kinos werden künstlich am Leben gehalten, auf hohe Kosten von geringeren DVD-Verkäufen. Würde tatsächlich niemand mehr ins Kino gehen, wenn die DVDs gleichzeitig herauskämen? Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber ausprobieren könnte man es ja mal. Wie die Merchandising-Stände auf Konzerten, die angeblich horrende Umsätze machen, könnte man auch nach dem Film im Kino direkt die DVD anbieten. Ich würde zuschlagen (wenn der Preis nicht völlig irre ist). Aber ich gehe sowieso kaum noch ins Kino. Zu viel Aufwand und vor allem viel viel zu teuer. Für das Geld eines Kinobesuchs zu zweit kann ich die DVD des Films ein- bis zweimal erwerben oder fünf- bis zehn mal ausleihen. Oder mehr als drei Monate Rapidshare-Premium oder Firstload oder was auch immer gerade angesagt ist bezahlen. Denn so siehts aus, Augen auf!./p>

Schlimmer noch: Bevor ich moviepilot.de kannte, habe ich sogar regelmäßig vergessen, welche Filme ich vor drei bis neun Monaten gerne gesehen hätte, als mir ein Kinobesuch zu aufwändig und teuer war. Die Filmindustrie hat mir mit ihrem dämlichen Kinoschutz schon so viel Geld gespart, eigentlich müsste ich dankbar sein.

Und dann gibt (oder gab?) es da noch die im Kino abgefilmten und illegal bereitgestellten Filmdownloads: Schmuddelig in der Bild- und Tonqualität, bei weitem nicht von jedem Film zu haben, aber immerhin zu dem Zeitpunkt verfügbar, wenn man den Film gerade sehen wollte. Von diesem Angebot habe ich seltenst Gebrauch gemacht, da war mir ein Kinobesuch oder unbestimmt langes Warten doch lieber. Aber es führt einem vor Augen, was man eigentlich vorenthalten bekommt. Um die Kinos zu schützen. Ich bin froh und dankbar, dass das Internet hier für einen gewissen Interessenausgleich sorgt: Plötzlich ist der Paradiesapfel da: Billiger bis kostenloser, vor allem aber wahlfreier Zugriff auf fast alle existierenden Filme, jederzeit, bequem und sofort. Das ist es doch, was man als Konsument haben will. Die Filmindustrie konnte lange Genug die Marktbedingungen diktieren, jetzt sind die Konsumenten am Drücker und können Forderungen stellen. Etwa nach angemessenen Preisen für DVDs oder rascher Veröffentlichung. Man tut als Anbieter gut daran, seine Filme schnellstmöglich in legaler Form auf den Markt zu bringen und die künstliche Verzögerung kurz zu halten, wenn in den Tauschbörsen qualitativ hochwertige Kopien bereitstehen. Letztlich profitiert davon auch der Anbieter, wenn die DVD-Veröffentlichung noch am PR-Buzz partizipieren kann. Gut: Der durchschnittliche Abstand zwischen Kinostart und DVD-Veröffentlichung ist in den letzten Jahren schon deutlich gesunken.

Für die Kinos eröffnet sich aus einer gleichzeitigen Veröffentlichung auf DVD kein grundsätzlich neues Problemfeld, denn die Tauschbörsen veröffentlichen Filme schon jetzt gleichzeitig im Netz. Die Frage ist, wie viel größer das Problem wird, wenn die Filme auch in offiziellen Kanälen gleichzeitig erscheinen. Und daran schließt sich direkt die Frage an, ob Kinos nicht vielleicht einfach die Verlierer des Strukturwandels sind und Pech gehabt haben. Und das wiederum führt uns zu der Frage, ob Kinos zu Recht untergehen würden oder man traurig darum sein müsste. Für die Beantwortung der letzten Frage bietet sich die Lektüre der Preislisten für Eintritt und Verpflegung in den bombastischen Multiplex-Kinopalästen an.

Sei es drum, momentan habe ich das Konstrukt Kino für mich weitgehend abgehakt und konzentriere mich auf den Online-Bezug von Filmen. Doch da lauert der nächste Wahnsinn. 4 bis 5 Euro Leihgebühr für einen Film in Online-Videotheken ist ein schlechter Scherz. Gemessen an den Preisen in der Videothek um die Ecke ist das sogar eine Unverschämtheit sondergleichen. Videotheken bezahlen Ladenmiete, Mitarbeiter und vor allem Anschaffung, Schwund und Verschleiß der auszuleihenden Medien. Eine Online-Videothek bezahlt Lizenzgebühren und etwas Traffic (der, wie Rapidshare und Konsorten zeigen, eher im zu vernachlässigenden Kostenbereich liegt). Dazu müssen ein paar Redakteure ein paar Handgriffe tätigen und die Website will natürlich auch betrieben werden. Ohne die Kostenstrukturen zu kennen, wäre ich dennoch bass erstaunt, wenn die Grenzkosten für die Online-Leihe tatsächlich auch nur in der Nähe derer von herkömmlichen Videotheken kämen. Warum also muss man hier das Doppelte bezahlen? Ich jedenfalls bin dazu nicht bereit, um den BWler auf meiner Schulter zu beruhigen, der einwendet, dass sich der Preis nach der Zahlungsbereitschaft und der Nachfrage richtet und nicht nach den Kosten. Zudem ist die Auswahl nicht mal größer. Im Gegenteil: Etwa die Hälfte der Filme, die ich bisher in Online-Videotheken gesucht habe, waren nicht zu bekommen. Eine wirklich beschämende Quote. Und wieder muss man mit der illegalen Konkurrenz vergleichen: Fast alle Filme, die ich in Online-Videotheken nicht finden konnte, ließen sich ohne große Mühe und binnen überschaubarer Zeit aus dem Netz besorgen. Nun ist das Angebot nicht legal, aber in Ermangelung (attraktiver) legaler Alternativen, hat man keine echte Wahl. Ach ja, hatte ich erwähnt, dass man in der einen Online-Videothek Filme von diesen, in der anderen Online-Videothek aber nur Filme von jenen Major-Labels bekommt? Aber alle werben mit toller Filmauswahl, was für eine Farce. Ernsthaft: Wollt Ihr, dass ich Filme gegen Geld ausleihe oder nicht?

Die Musikindustrie hat das Problemfeld übrigens inzwischen ganz gut im Griff, wie man hört. Vor allem seit auf DRM verzichtet wird, ist der Absatz von legalen MP3-Musikdownloads um Größenordnungen gestiegen. Die Leute wollen eben nicht alles für lau, sie wollen alles zu angemessenen Preisen und zu angemessenen Bedingungen. Sascha Lobo hat da einen feinen Text zu geschrieben, sehr lesenswert.

P.S. Eine Staffel einer Sitcom oder eine halbe Staffel einer längeren Serie kostet gerne mal 40€. Das ist mir persönlich eine Spur zu teuer, vor allem da die DVDs zumeist erst nach der Ausstrahlung im Free-TV erscheinen. Auch hier: Mehr Absatz und weniger Ausweichen auf Festplattenrecorder oder illegale Quellen würde man meiner Ansicht nach durch eine Halbierung der Preise erreichen. In das Modell der Preis-Absatz-Funktion sollte man alle relevanten Parameter einbeziehen. Aber rumheulen und darauf warten, dass das Internet verschwindet klingt auch recht erfolgversprechend.


Wackelnde Brüste und Moralvorstellungen eines bekannten iPhone-Herstellers

22 01 2009

Apple zensiert ja scheinbar nach Belieben unliebsame iPhone-Programme in seinem AppStore. Programme, die das iPhone als Modem nutzbar machen zum Beispiel oder richtige Navigationsprogramme wie den TomTom Navigator. Aus Angst vor wem auch immer – und vordergründig zum Schutze der iPhone besitzenden Jugend – hat man ein Programm mit dem schönen namen iBoobs aus dem AppStore gekickt. Ratet mal, was der Zweck des Programms war… Richtig: Mit dem iPhone Beschleunigungssensor (wie bei der Wii) konnte man Möpse wackeln lassen. Nicht auszudenken, wenn ein Minderjähriger damit Spaß mit mehr oder weniger natürlichen Bewegungen von halbnackten Brustbildern hätte haben können. Das geht natürlich nicht, also wech damit. Weil ja Waffen niemanden umbringen, sondern nur die Leute, die sie benutzen, hat es nun ein abstrakteres Programm in den AppStore geschafft, das exakt das gleiche macht, nur eben nicht ausschließlich mit Brüsten, sondern mit jedem dort hineingeladenen Bild. Die Frage bleibt, was man sonst derart zum Wackeln bringen sollte außer angemessen großen Brüsten. Sowieso ist der eigentliche Grund bestimmt die Frauenbewegung gewesen, die sich bei Apple über die unfaire Ungleichbehandlung von Frauen mit unterschiedlichen Oberweiten beschwert hat. Schlimm genug, dass Männer – diese rohen Gestalten – aus unverständlichen Gründen die Bewegung der weiblichen Brust verehren vergöttern verherrlichen. Nein: Frauen mit kleinen Brüsten mit unauffälligem Busen – was mir im Sinne eines Teils Frauenbewegung irgendwie vorteilhaft zu sein scheint – werden zutiefst in Ihrer Weiblichkeit gekränkt und diskriminiert. Oder so, was weiß ich…

Nicht nur wegen der Zensur wackelnder Brüste steht Apple in der Kritik, es wird ja alles mögliche zensiert, anderes dafür nicht. Die Fragestellung muss also sein, ob ein Hersteller frei nach Schnauze – also nicht nach allgemein geltenden Gesetzen – Inhalte und Programme auf seiner Plattform zensieren sollte oder nicht. Und erweitert stellt sich wieder mal die Frage, ob es gut sein kann, wenn ein solcher Hersteller die Alleinherrschaft über eine ausgesprochen wichtige Inhalteplattform hat. Das ist eines der Geschmäckle, die mich so sehr vom Apple-Wunderland fernhalten.


Von anderen aufgeladene Emotionen nutzen?

07 07 2008

Ist es verwerflich, von Dritten aufgeladene Emotionen für die eigene Werbung zu nutzen? So wie es die Telekom aktuell mit dem unglaublich unter die Haut gehenden Paul Potts macht? Ganz großes Gefühlskino schreibt off the record zu diesem Telekom-Spot und bemängelt gleichzeitig, dass der Spot zwar große Gefühle weckt, aber eben nicht für die Marke Telekom. Zustimmung meinerseits: Der Funke springt einfach nicht über und es bleibt bei mir der faule Beigeschmack des Missbrauchs eines solch wunderschönen Internet-Märchens für werbliche Zwecke einer Marke, die mit damit nicht wirklich etwas zu tun hat. Das ist (großartige) Werbung für das Internet an sich und die Telekom ist ein Zugangsprovider, nicht mehr (die Inhaltelieferei überlässt man ja inzwischen weitgehend anderen). Aber ist das nun verwerflich oder nicht? Eigentlich nicht, man bringt nur mit einen schönen emotionalen Spot ein großartiges Video ins Gedächnis und versucht (begrenzt erfolgreich) seine Markenbotschaft mitzuliefern, warum sollte das nicht legitim sein? Vor allem, wenn man mit diesem Agenda Setting Leute neu erfreuen kann, denen das Video bisher entgangen war.

Mich zum Beispiel. Irgendwie ist dieses bemerkenswerte Video bisher völlig an meiner Wahrnehmung vorbei gegangen. Gut also, dass die Telekom das jetzt wieder auf den Tisch gelegt hat, denn dieser Paul Potts singt auch ohne die rührselige Story drumrum derart herzerwärmend, dass mir die Rührungstränen auf die gänsegehäuteten Arme rinnen. Noch nie hat Operngesang solch euphorische Ausbrüche bei mir verursacht. Kein Wunder, dass sowohl das Publikum, als auch die Jury bei Britain's Got Talent schon nach zwei Takten total abgehen und dieser dickliche Typ, der so unscheinbar und fast schon bemitleidenswert da antanzt, am Ende die ganze Show gewinnt. Wirklich magisch. So magisch sogar, dass ich wie in Trance direkt mal seine CD gekauft habe. Verzauberungs-Marketing und direkte Bestellmöglichkeiten sind eine gefährliche Kombination.

Schnell noch der Telekom-Spot, der erste Auftritt bei BGT (angucken und Ton laut, es lohnt sich, versprochen) und ein Artikel im Spiegel Online dazu. Ist zwar alles schon in den anderen verlinkten Quellen verlinkt, aber ihr guckt da ja eh nicht rein, gelle?

P.S. Ich habe gerade keinen Laden gefunden, wo ich die CD 1. jetzt, 2. legal und 3. als MP3 kaufen kann. Ist das nicht bescheuert? Muss ich jetzt ernsthaft bis zum Versand der CD am 12. Juli warten und mich in der Zwischenzeit aus illegalen Quellen bedienen (was keine 10 Minuten dauert)? Wo bleiben nur das versprochene DRM-freie Amazon-Downloadangebot und seine dadurch an den Markt gezwungenen NachahmerMitzieher? Und sollte ich ein schlechtes Gewissen beim Download aus illegalen Quellen haben, wenn ich die CD besitze oder bestellt habe?


Der Firefox 3 ist revolutionär

11 06 2008

In absehbarer Zeit kommt die finale Version des Firefox 3 raus, die wirklich revolutionär unterwegs ist. Warum?

In erster Linie bringt sie Firefox zurück auf die Fast-Lane. Das Ding ist gefühlt wieder genau so schnell wie Safari und Opera. Das ist gut, sehr gut sogar. Firefox war in der Zwischenzeit ein geradezu behäbiger Browser geworden und genau dieses Problem adressiert die neue Version. Fein. Wenn man nicht gerade Opera oder Safari benutzt hat, hätte man schon wieder vergessen können, dass Websurfen flüssig und schnell gehen kann. Willkommen zurück in der Spitzengruppe der Browser.

Aber auch die neuen Features sind revolutionär für die Usability. Die zusammengelegte Bookmark- und History-Verwaltung arbeitet so wie sie soll. Ich frage mich, warum erst nach 15 Jahren jemand auf die Idee gekommen ist, das in der Art zu gestalten. Ich habe keine Lust, das wortreich zu beschreiben, man schaue sich einfach mal diesen Screencast zu den Neuerungen im Firefox 3 an oder probiere es selbst aus. Alleine die Tags für Bookmarks, die Schnell-Favoriten-Funktion, die schnelle Suche in History und Bookmarks über die jetzt zentrale Adressleiste und die mögliche Synchronisation der Bookmarks und Einstellungen über Weave sind schon toll. Vor allem letzteres ist ein wichtiger Punkt, den auch Opera (in 9.5) anfasst, allerdings mit einer geschlossenen Lösung: die Bookmarks und Einstellungen liegen also auf Servern von Opera und nicht auf beliebigen. Schauen wir mal, was Mister Wong und Konsorten daraus machen, denn die Funktionalität ähnelt sich doch signifikant, sogar die Icons für (Top-)Favoriten sehen sich zu verwechseln ähnlich.

Also wenn der Firefox 3 da ist, macht schnellstmöglich ein Update. Ich warte in der Zwischenzeit weiter auf Opera 9.5 und vor allem Opera Mobile 9.5, denn als Hauptbrowser ist mein Opera seit Version 3 unersätzlich für mich.


Neue Serie: WTF??????ßß

14 05 2008

Ich habe musste einen neuen Tag einführen: WTF? Das bedeutet übrigens "What The Fuck?" und genau das denke ich mir, wenn ich sowas sehe. Strange.

Via Spreeblick via Rivva.


Sixtus vs. Lobo

09 02 2008

Tatsächlich etwas, was ich schmerzlich vermisst habe, ohne davon zu wissen: Ein Videocast-Battle zwischen Mario Sixtus und Sascha Lobo, als Serie! Ha, hab ichs doch gewusst, dass der 01blog etwas taugt, nicht nur dieses schöne Stückchen Streitkultur, auch fast alle anderen bisherigen Einträge tun mir den Gefallen der Interessantheit und Bespaßung.

Meine Propz gehen dieses mal raus an Sixtus, dessen Lobo-MacBook-Vergleich einfach besser sitzt.

Für die Klickfaulen auch direkt das YouTube-Video:

Nebenbei: Youtube sollte dringend etwas an der Videoqualität tun, alle anderen Anbieter haben besser aussehende Videos.


Youtube versteckt neuerdings Video-Links

31 12 2007

Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss. Soeben musste ich am Telefon feststellen, dass YouTube offenbar seit kurzem seine Video-Links relativ aufwändig versteckt. Zumindest funktionieren die üblichen Video-Downloader nicht mehr, u.a. das grandiose vixy.net scheitert momentan kläglich.

Aber wie? YouTube macht das so ähnlich wie schon der Spiegel: Statt dem Youtube-Player einen Link zu einer FLV-Datei als Parameter mitzugeben, wird einem Container-SWF die Video-ID übergeben (übrigens benutzt YouTube jetzt auch das gute SWFObject). Dieser Container lädt dann das eigentliche Video innerhalb von Flash herunter, wo man nicht ohne weiteres hereinschauen kann. Kluger Schachzug, aber relativ leicht zu umgehen. Meine soeben benutzte Methode basiert auf der Videodatei im Browser-Cache: Finden und umbenennen, das wars schon. Die Download-Adresse baut sich dabei folgendermaßen auf: http://lax-v82.lax.youtube.com/get_video?video_id=VIDEOID. Mit anderen IDs funktioniert das aber nicht (404-Fehler), was entweder am falschen Server liegt (lax-v82) oder an einem besonderen Schutz, der den Download über einen speziellen HTTP-Header absichert (geraten).

Zur vollständigen Analyse müsste man also den Netzwerkverkehr belauschen und schauen, was der YouTube-Player da genau macht. Im Rahmen des Möglichen ist der Schutz also offenbar allemal nicht blöd implementiert. Ein deutliches Zeichen, dass YouTube das Content-Leeching nicht allzu sehr schätzt. Ich bin mal gespannt, wann die Download-Dienste das Verfahren verstanden haben und wieder funktionieren. Wirklich verhindern kann YouTube das ganze jedenfalls nicht, man soll die Videos ja anschauen können. Nur lästig machen ist drin, davon machen sie jetzt Gebrauch.


Wii so sehr erfolgreich

29 12 2007

Was haben alle doof geglotzt, als Nintendo die Wii vorgestellt hat und allen Ernstes mit einer Hardware ankam, die nur doppelt so schnell wie der Gamecube ist. Und schon der Gamecube war seinen Konkurrenten haushoch unterlegen. Völlig gegen den Trend immer fotorealistischer Spielwelten kam Nintendo mit einer "Revolution" der Videospiele, völlig neue Zielgruppen sollten angesprochen und vom Medium Videospiel gefangen werden. Nur wie sollte das klappen mit einer so schwachbrüstigen Hardware? Wie sollen Videospielverweigerer an das Medium herangeführt werden, wenn schon der Realismus wegfällt. Ganz und gar undenkbar. Und dann auch noch der Verzicht auf einen "richtigen" Controller… Die müssen verrückt sein, besoffen oder so. Bewegungssteuerung? Das hat noch nie geklappt und es haben viele versucht: Zu kompliziert, zu unpräzise, langweilig, blöde Spielkonzepte.

Die Realität ein Jahr nach Verkaufsstart sieht anders aus: Die Wii verkauft sich wie geschnitten Brot, Amazon behauptet sogar, 17 Wii pro Sekunde verkauft zu haben, wenn sie lieferbar war. Das wären 1.468.800 pro Tag. Offenbar war die Wii immer nur für ein paar Stunden lieferbar. Wie auch immer, das sind krasse Zahlen, die die Wii als phänomenal erfolgreich dastehen lassen. Nintendo hat sogar die Werbung für die Wii in einigen Ländern nicht mehr ausgestrahlt. Wozu auch, wenn man auch so mehr verkauft als man herstellen kann?

Am deutlichsten zeigt sich für mich der Erfolg der Wii aber im Basteltrieb von Forschern rund um die Welt. Dabei steht die WiiMote stets im Mittelpunkt. Nicht mal Nintendo selber war wohl klar, was man mit der WiiMote Hardware alles anstellen kann: Dass sie auch mit Kinoleinwänden faszinierend präzise funktioniert ist ja noch langweilig, dass sie sich per Bluetooth mit jedem PC koppeln lässt und zur Steuerung von wasauchimmer nutzen lässt ist schon spannender. Als beste dieser Nutzungsformen empfinde ich das synthetische Orchester, das man als Dirigent steuern kann. Man kann aber auch die WiiMote festschnallen und die Sensorleiste bewegen und damit faszinierende Dinge machen. Das Head-Tracking in folgendem Video ist zum Beispiel einfach genial:

Link zum zugehörigen Blog.


Lass uns mal über Kotze reden

07 12 2007

In diesem Beitrag geht es um Kotze; und damit meine ich nicht diese Lodenumhänge oder DJ Koze von Fishmob (der sich auch ganz anders schreibt und nicht aus dem berühmten Adelsgeschlecht stammt), sondern echte ekelhafte Kotze.

Also lest nicht den erweiterten Beitrag, wenn ihr zu den Lutschern gehört, die keine ekelhaften Sachen lesen und hören wollen.


"Lass uns mal über Kotze reden" vollständig lesen


Flash mit H.264 ist da

04 12 2007

Adobe hat heute endlich den versprochenen Flash-Player mit H.264-Unterstützung veröffentlicht. Sehr zukunftsweisend, weil man nun endlich brauchbare Qualität mit akzeptablen Datenraten an den Start bringen kann. Das ging zwar ansatzweise mit VP6 schon, aber befriedigende kostenlose Encoder für diesen Codec gab es nicht und der wirklich alte H.263-Codec vom alten Flash-Video ist nun wirklich heutzutage reichlich ungeeignet. Quicktime, RealVideo, Windows Media und DivX sind keine breitenwirksamen Alternativen in meinen Augen.

Lästig ist, dass es eine Weile dauern dürfte, bis dieses Update bei den meisten Usern angekommen ist. Einen Lösungsansatz bietet das von mir gerne eingesetzte SWFObject mit seinem ExpressInstaller. Damit kann man die installierte Flash-Version checken und im Bedarfsfall direkt einen Installer anbieten (ab Version 9.0.115 klappt das ganze Mopped). Sehr gut, das funktionierte in einem ersten Test auf Anhieb unter Windows XP im Firefox 2 und auf dem Mac im Firefox. Nach dem Update kann man eingebundene H.264-Videos sehen. Wie schön!

Ich habe das direkt mal ausprobiert und ein gerade greifbares Video mit x264nach H.264 gewandelt (die Qualität ist mittelmäßig, aber das liegt am Ausgangsmaterial). Das ist übrigens mein ferngesteuertes Boot mit Standardmotor an 6 Zellen GP 3300er. Geht ganz gut, wie ich finde. Leider ruckelt das Video auf zu langsamen Rechnern, sorry. Mein Rechner im Büro packt es gar nicht, schon gar nicht im Vollbild. Das XviD von der Kamera (Samsung NV-10) war fast dreimal so groß übrigens.

Mit JavaScript und Flash würde hier ein Video zu sehen sein.

Leider startet der Film erst, wenn das komplette Video da ist. Da muss ich noch mal nach einer Lösung Ausschau halten.

Heute ist ein guter Tag. Jetzt braucht man für gutes Webvideo doch kein Silverlight. Man vermeidet also proprietäre Scheiße durch andere proprietäre Scheiße, deren einziger Vorteil darin besteht, dass sie früher am Markt war. Naja. Egal. Besser als RealVideo oder gar Quicktime, dass wegen seiner gefährlichen Sicherheitslücke gestern endgültig von meinem Rechner verschwunden ist.