reCAPTCHA taugt als momentan einziger Captcha-Ansatz

24 05 2008

Viel wurde schon über Captchas geredet. Captchas sind diese allgegenwärtigen Bilder, die man entziffern muss, um irgendwo etwas im Netz zu nutzen und dabei nachweisen soll, dass man ein Mensch und kein Computer ist. Mitunter gibt es dabei so Stilblüten, wie die zwischenzeitlich bei Rapidshare eingesetzten Captchas, die ich beim besten Willen nicht lesen konnte. Erst der (korrekte) Vorschlag von Cryptload lies mich nachvollziehen, welche Buchstaben da wohl gemeint waren. Gut, dass ich die nur selten zu Gesicht bekomme. Irre. Da scheitert der Mensch und die Computer können es fehlerfrei lesen. Was für eine Umkehrung des eigentlich Gewollten.

Auch ich sichere meine Kommentarfunktion neben der Zwangsmoderation nach einigen Tagen mit einem Captcha ab. Allerdings sind meines Erachtens alle automatisch generierten Captcha-Ansätze zum Scheitern verurteilt, weil die Anti-Captcha-Programme auf die Algorithmen binnen kürzester Zeit angepasst werden und gleichzeitig werden die Dinger mit jeder Iteration für Menschen unleserlicher. Nicht so bei reCAPTCHA, das gerade die von Leseprogrammen nicht entzifferten Wörter nutzt und dabei gleichzeitig einem Bücher-Digitalisieren-Projekt die Entzifferung dieser Wörter liefert. Eine geniale Win-Win-Situation. Mir fallen nur drei Angriffe auf dieses Prinzip ein: Eine bessere OCR, als die von diesem Projekt eingesetzte. Klar, auch ein Angriff auf die konkrete Implementierung ist immer drin. Aber vor allem (schlecht) bezahlte Anti-Captcha-Farmen in China stellen eine echte Gefahr für jedes Captcha dar: Selbst wem die westliche Schrift nicht geläufig ist, der braucht maximal einen Tag Training, um die 26 (bzw. 52) Schriftzeichen halbwegs sicher zu erkennen. Und das reicht: Schon bei angenommenen 10 Captchas pro Minute und einer Erkennungsrate von vielleicht 30% kostet eine Entzifferung bei einem (für China nicht wirklich geringen) Stundenlohn von 3,60€ lediglich 2 Cent. Dreht man an etwas an den Parametern (ich habe sie bewusst teuer angesetzt), kommt man locker unter 1 Cent pro Captcha.

Spätestens wenn es soweit ist, müssen wir uns wirklich eine ganz neue Idee einfallen lassen: Der TKP strebt bei richtiger Auswahl der Platzierung und zu diesen Kosten gegen Null.

Ich komm da jetzt übrigens drauf, weil heute ein Bot aus Thailand offensichtlich 50 mal vergeblich versucht hat, an meinem reCAPTCHA vorbei zu kommen. Ein gutes Gefühl. Ich erfreue mich so lange daran, wie es geht. Noch funktioniert es ja gut.


Yet another Energy-Drink

28 03 2008

Beim shopblogger stieß ich auf einen weiteren Energy-Drink. In meiner Pubertät (so um 1996 rum) habe ich Energy-Drinks, die damals ganz neu waren, vergöttert. Ich kannte sie alle, zumindest die, die man in Garath/Hellerhof bzw. in der Düsseldorfer Innenstadt auftreiben konnte. Auch hatte ich eine Dosenpyramide mit den leeren Dosen in meinem Zimmer. Getrunken habe ich sie alle – natürlich nicht auf Partys (mit 14), sondern – beim abendlichen/nächtlichen Abhängen auf dem Aldi-Parkplatz mit den CB-Funkern. Gruselige Zeit, wenn ich so darüber nachdenke. Nachdem ich eine Frau abbekommen hatte, habe ich mir das Abhängen mit den kaputten Typen geschenkt.

Aus der Zeit weiß ich, dass diese Energy-Drinks im Grunde alle zu 95% gleich schmecken und so wundere ich mich doch sehr, dass immer noch von Zeit zu Zeit neue Drinks am Markt auftauchen – in der gleichen Dose mit gleichem Geschmack und reichlich überteuert. XL-Energy ist also einer dieser neuen Drinks und etwas billiger als die Platzkuh. Doch dieser Drink unterscheidet sich durch seine Website. Zuerst muss man auf der Startseite folgenden Text abnicken:

Diese XL ENERGY DRINK Webseite richtet sich ausschließlich an Kunden in Deutschland und der Schweiz. Daher darf die Website nur von diesen Ländern aus aufgerufen werden. Bei Anklicken von "--> WEITER" garantieren Sie, dass Sie die Website aus den genannten Ländern aufrufen.

Huch? Was ist denn das peinliches? Sowas kenne ich von Pornoseiten auf unkontrollierten Länderdomains wie .to, also was erwartet einen da wohl? Nichts. Also schon etwas: Eine grafisch weniger anspruchsvolle Flash-Seite mit den üblichen Produktinformationen und einem zuckenden Blitz, also eher von der peinlicheren Sorte. Was soll man auch sonst da rein schreiben bei einem Produkt, dass generischer kaum sein könnte? Das Ding ist ein Energy-Drink und geeignet für Sport und Party, und es gibt Party-Pics für die junge Zielgruppe, weil die doch immer voll auf Party-Pics abfahren. Werbekonzept für Partyprodukte die 1001ste. Naja, eben genau so austauschbar wie das Produkt selbst. Also ab in die FAQ. Und da finde ich gleich noch eine weitere Überraschung, nämlich folgende Frage: Ist XL-Energy koscher? Na sowas. Wenn ich darüber nachdenke wirklich eine gute Frage, auch wenn ich sie von mir aus nie stellen würde. Aber für den ein oder anderen ist genau diese Frage entscheidend für das ganze Leben. XL-Energy verfügt übrigens über ein Koscherzeugnis; ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt.

Fazit: Da das Zeug ein Energy-Drink wie jeder andere ist und das Koscherzeugnis für mich nicht relevant ist, hinge meine Kaufentscheidung wieder mal fast nur vom Preis ab. Für 79¢ würd ichs nehmen sag ich mal so. Bei gleichem oder ähnlichem Preis (Stichwort Preiselastizität) wie die Konkurrenz würde ich das coolere Produkt bevorzugen und da gewinnt Red Bull deutlich. Und für 99¢ bekommt man ja schon den abgefahrenen Conrad-Batterie-Energy-Drink, der seine Coolness aus der Bescheuertheit bezieht.


Lass uns mal über Kotze reden

07 12 2007

In diesem Beitrag geht es um Kotze; und damit meine ich nicht diese Lodenumhänge oder DJ Koze von Fishmob (der sich auch ganz anders schreibt und nicht aus dem berühmten Adelsgeschlecht stammt), sondern echte ekelhafte Kotze.

Also lest nicht den erweiterten Beitrag, wenn ihr zu den Lutschern gehört, die keine ekelhaften Sachen lesen und hören wollen.


"Lass uns mal über Kotze reden" vollständig lesen


Mezzo-Mix Zero schmeckt nicht

24 10 2007

Wo ich gerade die Werbung für Mezzo-Mix Zero sehe: Ich hab das Zeug natürlich vor ein paar Monaten sofort probiert, als es in die Läden kam. Und ich war entsetzt. Wie kann man das Zeug so nach nichts schmeckendes mischen? Coke Zero plus Fanta Zero schmeckt besser als Mezzo-Mix Zero. Warum nur?

Da bleibe ich doch beim besten zuckerfreien Softdrink von allen: Pepsi-Light und Comet Orange (von Penny) zu gleichen Teilen.


Begrenzt lustig: Pick-Up Werbung im Pulp Ficion Style

13 10 2007

Gestern bekam ich (voll viral, ey!) einen Link zu einem wirklich peinlichen Artikel bei RP-Online über einen begrenzt lustigen viralen Werbefilm für Bahlsen Pick-Up Dark. Peinlich war der Artikel deswegen, weil er gleich mehrere Augenscheinliche Fehler beinhaltet, die einem Journalisten nicht passieren dürfen, ganz besonders nicht bei einem so großen Kulturgut wie dem Film Pulp Fiction. Direkt der erste Satz stimmt schon nicht: Legendär ist die Szene, in der Travolta und Jackson in ein Hotelzimmer fahren, um einen Auftragsmord zu begehen. Hotelzimmer? Ich hab das immer für ein Appartement gehalten und wenn es ein Hotelzimmer wäre (mit Küche und ohne Betten) würde mich das schon sehr wundern. Schlimmer aber und deutliches Zeichen für absolute Unkenntnis des Films auf Seiten des Autors: Drews und Blanco cruisen nicht durch die Straßen von New York, sondern durch die Gassen von Mallorca. Autsch.

Der Spot an sich ist nicht schlecht, aber auch nicht cool genug in meinen Augen. Das Gerede ist so banal, dass man sich einen guten Werbetexter mit etwas Spirit da dran gewünscht hätte; einen Texter, der die unglaubliche Tragweite des Weltdialogs aus Pulp Fiction wenigstens ansatzweise mitgenommen hätte. So aber ist der Spot ein maues Klischee mit lediglich begrenztem viralem Faktor. Aber immerhin genug, dass ich drüber schreibe und brav meinen Link setze. Also schaut rein.

Pick-Up Dark ist sicher ähnlich lecker wie das normale Pick-Up. Aber ich kaufe nie Pick-Up, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt. Für den Preis eines Riegels bekommt man beim Discounter ne ganze Packung Schoko-Butterkekse, die auch nicht viel schlechter schmecken. Oder ne ganze Müllermilch oder was auch immer. Also kein Pick-Up für mich. Maximal 40¢ wären in meinen Augen angemessen.


Toller IKEA-Werbespot

31 08 2007

Heyda, IKEA-Werbespots müssen nicht immer verrückt oder witzig oder wieauchimmer sein: Schaut Euch den hier an. Bildgewaltig, fotografisch, schön, stimmungsvoll. Leider im Quicktime-Format.

Via Fontblog.


Flashblock

31 08 2007

Ich hatte ja vor einiger Zeit die Firefox-Erweiterung AdBlock installiert, weil mein lahmer Rechner im Büro von zwei Flash-Animationen pro Seite derart ausgebremst wurde, dass ich weder mit dem Mausrad scrollen noch Tabs wechseln konnte. Sehr lästig. Leider erwies sich AdBlock als sehr bremsend im Typo3-Backend, so dass es wieder gehen musste. Außerdem mag ich Werbung nicht generell ausblenden, da das unfair den meisten Anbietern gegenüber ist.

Gerade schickt mir der Alex einen Link auf eine geniale Firefox-Erweiterung, die genau dieses Problem für mich löst: Flashblock ersetzt erst mal alle Flash-Animationen einer Seite durch ein unaufdringliches Flash-Icon, mit dem ich die Animation starten kann. Sogar eine Ausnahmeliste kann man pflegen (etwa für Youtube oder Sevenload). Sehr gut das, gerade für schwache Rechner oder arg nervige Seiten. Besser wäre noch eine Negativliste mit Seiten, die geblockt werden sollen, da mich die wenigsten Seiten wirklich mit Flash nerven, dann aber richtig.


Quellenlesen mal spaßig

16 07 2007

Schön, wenn man bei Quellenlesen so viel witziges findet:

Eine Werbung für Photoshop Elements.


Das offizielle Getränk einer besseren Welt

10 06 2007

Kennt ihr schon den neuen Slogan von Bionade: Das Offizielle Getränk einer besseren Welt? Ich kann mich für diesen Spruch total begeistern, weil er einfach der Hammer ist. Keine Ahnung, was genau daran eigentlich so geil ist. Dazu gibt es eine Initiative/Website mit dem schönen Titel stille-taten.de, die dazu aufruft, anderen anonym einfach mal was gutes zu tun. Sehr moderne und schöne Markenkommunikation, ich bin hin und weg.


Virales Marketing mal in gut

16 05 2007

Gerade kommt von Ritze ein superduper Link rein: http://www.homeandbody.philips.com/bodygroom/de/de/.

Virales Marketing kann wirklich gut sein ohne die Leute mit verdeckten Nachrichten zu verarschen. Natürlich muss man sowas authentisch machen und ganz klar den Sender der Botschaft markieren. Dieser Aspekt wird leider viel zu oft von Amok laufenden Marketingfritzen (natürlich mit ganz doll hipper Brille!) missachtet.

Zum Produkt: Meine Intimrasur erledige ich mit ganz billigen Einwegrasierern mit verwegenen zwei Klingen von dm. Funktioniert prima und vor allem besser als der Mach3, den ich vorher hatte – warum auch immer. Früher konnte ich das mit meinem alten Braun Elektrorasierer machen, aber seitdem ich den super tollen (keine Ironie) neuen gekauft habe, habe ich mir schon ein paar mal mit dem Integralschneider schmerzlich und blutig gezwickt. Das tut weh, sage ich Euch. Viel schlimmer, als jeder kleine Rasierschnitt mit dem Nassrasierer, den man meistens nur am Blut im Handtuch bemerkt.

Der wichtigste Grund aber, warum ich da nicht mehr trocken rasiere ist ein ganz anderer: Wohin mit den abrasierten Haaren? Das ist echt eine Sauerei. Bei der Nassrasur verschwinden die Dinger so schön im Abfluss, bei der Trockenrasur wird man die trockenen Resthaare aber kaum los. Überall findet man noch welche. Ätzend. Und einen Elektrorasierer mit in die Dusche zu nehmen… dazu kann ich mich nicht durchringen.

Schade, dass ich mit fast allen Philips-Produkten in meinem Leben bisher irgendwie unzufrieden war. Gute Produkte an sich, aber im Detail gab es immer irgendwas, was total genervt hat. Beispiel Sonicare-Zahnbürste: Dass sie nach etwas über zwei Jahren einfach von einem Tag auf den anderen nicht mehr ging war schon lästig. Aber Ätzend war, dass man die Bürstenköpfe kaum von innen reinigen konnte und sich dort ekelhafter Schimmel und sonstiger Knarst angesammelt hat. Die zweite Gereration hat das etwas eleganter gelöst und sowas wie Gummidichtungen vorgesehen, was immerhin leidlich funktioniert. Aber gegen die super simplen Bürstenköpfe meiner aktuellen Braun Sonic Complete kann das System nicht bestehen, auch preislich nicht. Bei der Braun gibt es nur ein einziges lästiges Problem: Wenn der Akku leer ist, geht sie ohne Vorwarnung einfach aus. Kann sein, dass andere Leute ihre Bürste stets auf der Ladestation stehen haben, ich jedenfalls nicht.

Nachtrag vom 05.08.2007: Nachdem inzwischen zwei weitere Sonicare Elite von meiner Freundin einfach so von einem Tag auf den anderen nicht mehr funktionierten (zusätzlich zu meiner ersten Sonicare damals), bin ich von Philips-Produkten völlig ab gekommen. Sie benutzt jetzt meine Braun mit und ihr neuer Epilierer ist auch aus diesem Grund von Braun und nicht von Philips.