Eine verfickte Stunde verloren!

05 12 2008

Aaaaahhhgh! Verdammte Scheiße. Ich habe gerade eine ganze Stunde verloren, weil ich einen wirklich guten Beitrag über den Spice-Hype versehentlich verloren habe. Verloren? Meine Maus hat eine Daumentaste, die ich nie, nie und nie benutze (außer bei Ego-Shootern, wo ich sie dringend zum Schleichen brauche) und die im Browser eine Seite zurück geht. Wer braucht sowas? Wozu gibt es Mausgesten? Gerade habe ich versehentlich da drauf gedrückt und etwa damit einen inzwischen wirklich langen Beitrag aus dem Gedächtnis meines Firefox gekickt. Ich könnte sowas von kotzen, denn das war der komplexeste Beitrag, den ich seit langem geschrieben habe.

Und warum stellt der Firefox den Inhalt von Textareas nach der Rückkehr nicht wieder her? Also doch kein ausgefuchster Beitrag über Spice.


Layer-Ads Wut im Besonderen

03 12 2008

Ich liege gerade im Bett und wollte schnell noch etwas mit dem Handy im Netz nachschlagen. Aber Pustekuchen! Die Seite mit der gesuchten Information nervt mit Layer-Ads (in dem Fall 1&1). soweit kein Problem, aber das Drecksteil kommt via JavaScript beim Scrollen einfach mit. Auch das wäre noch kein Hindernis (der Webstandards-Befütworter spricht hier von Barriere), wenn damit auf kleinen Bildschirmen der Schließen-Knopf nicht niemals sichtbar werden würde. So eine Scheiße, echt mal!

Das ist allemal noch nerviger als die Layer-Ads, deren Schließen-Knopf noch mal eben ein Popup öffnet, statt die Werbung zu schließen. Oder die Layer-Ads, deren Schließen-Knopf erst nach einigen Sekunden überhaupt mal erscheint. Eigentlich ist jeder Layer-Ad nicht nur ein bisschen störend, sondern ein guter Grund, andere Seiten zu nutzen. Ich hasse die Dinger.


Makler Wut 2

01 09 2008

Ich hatte mich ja hier schon mal über unfassbar ungenaue Immobilienangebote von Maklern aufgeregt. Aktuell habe ich es mit vor dem Einschlafen zum Sport gemacht, anhand der angebotenen Bilder, meiner Ortskenntnis und Google-Earth halbwegs interessante Wohnungen ohne Adressangabe aus dem Immobilienscout aufzuspüren. Gestern habe ich 15 Minuten nach einem zickzack-förmigen Eckhaus mit Querparktaschen vor der Tür und einer Tiefgarageneinfahrt neben dem Haus gesucht. Gegenüber war ein Hof, wahrscheinlich ein Schulhof. In Düsseltal gibt es nicht allzuviele Häuser, auf die diese Kriterien zutreffen. Was soll ich sagen? Das Haus kam dir deswegen so bekannt vor, weil ich schon etliche Male daran vorbei gefahren bin und mein Bruder vor etwa 15 Jahren mal darin gewohnt hat. Ha, gefunden. Ungemein befriedigend.

Heute habe ich etwa 20 Minuten den kompletten Postleitzahlenbereich 40235 nach einem anderen Haus abgesucht, das angeblich in 40235 Flingern Nord steht. Wieder eine breite Seitenstraße vor der Tür mit Querparktaschen und einem kleinen, aber vernehmlichen Knick. Gegenüber ein etwas längeres 2,5-stöckiges Gebäude mit einem Versatz zum Nachbarhaus und fünf Gauben, dunkel geklinkert. Wer hätte gedacht, dass die Grenze von 40235 im Westen die Dorotheenstraße hoch läuft, dann entlang der Grafenberger Allee, die Simrockstraße und Leunaustraße bis zum Mörsenbroicher Weg hoch und ansonsten im Osten und Süden an den Bahnlinien entlang. Ein unschön großes Gebiet (2,5km² über den Daumen gepeilt) für so eine Suche, die trotzdem erfolglos blieb, obwohl Querparktaschen hier nicht so häufig sind. Warum finde ich das Haus nicht? Das kann nicht sein! Doch, denn die Wohnung aus der Anzeige liegt in 40233 Flingern Süd an der Straße hinter dem Düsselstrand. Vielen Dank.

Jetzt komm ich zur Wut: Was denkt sich der Makler dabei, solche falschen Angaben zu machen. Dass die Angaben ungenau sind, damit die Mieter nicht am Makler vorbei den Vermieter ansprechen, kann ich ja gerade noch verstehen, ohne es gut oder sinnvoll zu finden. Aber echte Falschangaben sind einfach nur bescheuert, was soll das? Da wird unlauter mit einem anderen Stadtteil geködert, echt ein Unding. Und das ist nicht das erste Mal, dass mir gezielte Falschangaben auffallen, meistens stimmt aber immerhin die Postleitzahl.

Apropos Postleitzahl: Ich habe im Web auf die Schnelle keine Postleitzahlenkarte auftreiben können. Man kann eine gedruckte Karte von der Post erwerben und sich alle Straßen zu einer Postleitzahl auflisten lassen. Aber es gibt keine Karte. Nicht als Layer in Google Earth, nicht beim Stadtplan von duesseldorf.de, nicht beim Stadtplandienst, nicht bei Klicktel bei postleitzahlen.de, nicht bei Falk und auch nicht in der OpenStreetMap. Wobei ich bei letzterer überhaupt keine Metadaten gefunden habe, muss ich wohl übersehen haben. Gut, dass wir einen gedruckten Falk-Plan an der Wand hängen haben, denn da sind die Postleitzahlengrenzen eingezeichnet. Warum gibt es sowas nicht digital? Und warum ist die digitale Karte von Falk so bemerkenswert hässlich, während die gedruckte Karte so angenehm ist?

Also weiterhin: Die weitaus meisten Immobilienangebote von Maklern, die mir aktuell so begegnen, sind ungenau, lieblos und gelegentlich gar falsch. Da braucht sich wirklich kein Makler zu wundern, wenn die meisten Leute nicht bereit sind, Provision zu bezahlen. Neulich hatten wir einen Besichtugungstermin, bei dem der Makler nichts über die Wohnung wusste, was nicht schon in den Unterlagen stand. Dazu war er nuschelig, unsympathisch, dreist und erklärte uns nur Details, die sich jedem bei Ansicht sofort erschließen (Hier ist eine Gaderobenstange, sehr praktisch, kann man Mäntel dran aufhängen). Kurzum, der Typ hat gar nichts verstanden, hätte aber 1300€ für die Vermittlung eingesackt.

Beschweren sich Makler eigentlich, dass sie ständig Zeit mit erfolglosen Besichtigungsterminen verschwenden? Falls ja, hätte ich da einen gute Tipp: Möglichst präzise Angaben und gute Bilder vorab im Exposé hält einem Leute vom Hals, die sich von jeder Kleinigkeit abschrecken lassen, spätestens beim Termin fällt das ja sowieso auf.

P.S. Wir suchen weiter nach einer passenden Wohnung, nachdem wir bei zweien in der letzten Woche leider nicht zum Zuge gekommen sind: Bei einer Traumwohnung wurde unter neun Bewerbern gelost, bei der anderen waren sogar wohl noch mehr Leute da. Schöne provisionsfreie Wohnungen sind Mangelware hier in Flingern Nord. Wir versuchen es jetzt mal mit einer Suchanzeige in der Rheinischen Post und einer flankierenden Website (die ich absichtlich nicht verlinke). Ich bin gespannt.


Makler Wut

18 07 2008

Nachtrag 21.07.2008: Man beachte die aufschlussreichen Kommentare von "derherold", Beitrag grob überarbeitet.

Was denken sich eigentlich diese miesen Maklerkapitalistenschweineunprofessionellen Wald und Wiesen Makler dabei, 2,38 Monatsmieten Courtage einzusacken für eine Wohnung, von der sie wenn es hoch kommt zwei miese und verwackelte Handyfotos einstellen? Wenn denn wenigstens die Beschreibung aussagekräftig wäre… Und was ist aus der schönen Angewohnheit geworden, einen Grundriss oder wenigstens aussagekräftige Fotos von allen Räumen zu schießen? Was ist eigentlich der Job eines Maklers, wenn nicht genau das? Da lobe ich mir manche Eigentümer und auch Wohnungsbaugesellschaften, die attraktive und manchmal sogar aussagekräftige Bilder einstellen, gelegentlich sogar einen Grundriss und die genaue Adresse angeben und die Wohnung sinnvoll beschreiben – ohne Courtage natürlich. Nachtrag: Aus dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt scheinen sich die meisten professionell arbeitenden Maklerunternehmen verabschiedet zu haben, das würde einiges erklären, (siehe Kommentar #3).

Apropos Adresse: Da sind Wohnungen im Immobilienscout drin, da steht als genaueste Ortsangabe Oberbilk, Uninähe. Reife Leistung, das sind ja nur 4,38 Quadratkilometer und uninah würde ich Oberbilk nicht unbedingt nennen. In dem Fall war die Wohnung am Oberbilker Markt und damit über 3km Luftlinie und fast 5km mit dem Auto von der Uni entfernt. Was soll das? Da hilft es normalerweise auch nicht mehr, auf den Bildern die Nachbarhäuser oder besondere Merkmale zu identifizieren und mit Google-Earth detektivisch zu schen. So mache ich das nämlich meistens, wenn nur eine (lange) Straße angegeben ist.

Überhaupt ist die Qualität der Wohnungsanzeigen erschreckend schlecht. Die meisten Wohnungen werden so unattraktiv beschrieben und bebildert, dass man direkt weiterklicken möchte. Schön sind auch Außenbilder von runtergekommenen Fassaden oder Bildnisse von 6qm weißer Wandfläche plus ein halbes Fenster in irgendeiner Zimmerecke – als jeweils einzige Bilder natürlich, nicht als verunglückte Zusatzinformationen. Wo ist das Problem ganz herauszuzoomen und sich in die andere Zimmerecke zu stellen? Und was spricht dagegen, wenigstens irgendetwas zur Wohnung selbst zu sagen? Manche beschreiben immerhin wortreich den Stadtteil, das bringt einen als Ortsansässigen zwar nicht weiter, ist aber mehr als lediglich ein lapidares Weitere Informationen erhalten Sie unter HANDYNUMMER werktags zwischen 09:00 und 12:00 Uhr. Muss man Wohnungen nicht erst vermitteln, bevor man die Provision einstreicht? Ach ich könnte mich noch Stunden weiter aufregen. Über dreist teure Bruchbuden in schlechter bis mieser Lage zum Beispiel, mit denen vor allem die Immoscout-Konkurrenten geflutet sind (bzw. können die diese Flut mit nur wenigen bis keinen guten Angeboten kompensieren).

Oder bin ich da zu anspruchsvoll?


Spaßige Seiteneffekte Wut

05 06 2008

Gerade arbeite ich an einem mehr oder weniger zeitkritischen Projekt, das in Symfony entwickelt wird. Ich habe zwar das Symfony-Buch vor etwa einem Jahr gelesen (statt meine Thesis anzufangen), aber gearbeitet habe ich damit noch nie. Das ändert sich jetzt unter gewissem Druck. Morgen habe ich mittags einen Termin mit meinem Auftraggeber und bin noch nicht wirklich weit gediehen. Warum? Zwei lustige Probleme mit dem halbfertig angelieferten Datenmodell haben mich heute beinahe den ganzen Tag gekostet:

1. VARCHAR-Feldtypen brauchen (zumindest in MySQL) eine definierte Länge. Ich hatte die im Modell vorgegebenen Feldtypen einfach übernommen. Zwar hatte ich mich gewundert über die fehlende Längenangabe, aber hab mir nichts weiter dabei gedacht. Ahnungslos laufe ich also mit Propel los und schaffe es nicht, mein Modell damit umzusetzen, die Fehlermeldungen waren leider auch wenig hilfreich. Irgendwann bin ich dann drauf gekommen. Naja, hätte ich wissen müssen.

2. Man sollte Tabellen nicht order nennen! Um diese Erkenntnis zu erlangen, habe ich quasi den restlichen Tag gebraucht. Propel baut problemlos sein Modell damit auf und MySQL legt eine solche Tabelle auch ohne Murren an, nur scheitert jede Anfrage mit dem Tabellennamen irgendwo im SELECT mit einem SQL-Syntaxfehler. Eigentlich klar, ist ORDER doch ein SQL-Schlüsselwort, weswegen auch die Syntax-Hervorhebung von Notepad++ an solchem SQL-Code scheitert. Dieser Effekt hat mich letztlich auch auf die Lösung gebracht, als ich mir die von Propel generierte lib.model.schema.sql doch noch mal genauer angeguckt habe. Also flugs die Tabelle umbenannt, das Schema neu generiert und zack, das Adminmodul funktioniert endlich ohne Probleme.

Zu meiner Verteidigung muss ich anführen, dass beide Problemursachen nicht auf meinem Mist gewachsen sind, sondern schon mit meiner Modell-Vorlage ins Haus kamen, die allerdings ins Blaue hinein geschrieben waren und nicht validiert. Das habe ich leider gemerkt…

P.S. Symfony ist wirklich genial. Zwar habe ich heute nur mit dem Model-Layer gearbeitet, aber auch hier merkt man schon, wie ausgefeilt das ganze Framework ist. Es wird mir eine Freude sein, tiefer in die Entwicklung einzusteigen.

P.P.S. Sehr hilfreich für häufige Model-Rebuilds ist übrigend dieses Script, das einen Dump der Datenbank macht, das Modell neu aufbaut und die Daten danach wieder einspielt. Das Symfony-Standardverhalten bei einem model-build ist nämlich, alle Tabellen zu löschen und neu anzulegen, was leider die darin enthaltenen Daten entsorgt.


nvidia TV-Ausgangs Wut

14 04 2008

Bin ich der einzige, der tatsächlich noch einen Röhrenfernseher analog am Computer anschließt, um DVD und Video zu genießen? Offenbar ja, zumindest, wenn es nach nvidia geht. Denn die haben aus dem Treiber für die 8800er-Serie mal eben den Video-Vollbildmodus entfernt, bei ATI/AMD Theater-Modus genannt. Dabei werden Video-Overlays automatisch bildschirmfüllend auf einem angeschlossenen Analogfernseher ausgegeben. Mein Mitbewohner stellt nun immer die Desktopauflösung seiner 8800GTS auf 800x600 und den Zweischirmmodus auf klonen, um seine Wrestling-Videos sinnvoll im Vollbild sehen zu können. Für mich wäre das keine erträgliche Vorgehensweise und ein KO-Kriterium gegen nvidia-Grafikkarten.

Mindestens genau so lästig ist aber auch die nicht zuverlässig funktionierende TV-Erkennung. Bei meiner Freundin wird an ihrer 6600GT immer mal wieder der angeschlossene Fernseher nicht erkannt. Mal hilft ein Neustart, manchmal aber auch gar nichts: Der Fernseher wird nicht erkannt und der Treiber schaltet den TV-Ausgang nicht frei. Juhu. Vielen Dank nvidia für die tolle, einfache Automatik. Nur dass sie leider nicht funktioniert und einen ohne funktionierenden TV-Ausgang hinterlässt.

Wie ist das aktuell bei ATI/AMD? Der TV-Ausgang meiner 9800 Pro arbeitet absolut zuverlässig und in sehr guter Qualität. Ist das auch noch so, wenn ich demnächst eine neue Karte (mit HybritCrossfire) kaufe? Hoffentlich, denn nvidia kommt für mich aus den oben genannten Gründen nicht in Frage, ist doch eben dieser Vollbildmodus die meistgenutzte Sonderfunktion. Funktiniert HybridCrossfire überhaupt mit einem TV-Ausgang?


Die snap-shots-Hölle

10 02 2008

Seit geraumer Zeit geht mir eine Unsitte auf den Sack, die ich hier mal schnell an den Pranger stellen möchte: snap-shot-Vorschauen auf Websites. Das sind diese unsäglichen und fraglos gut gemeinten Popups, die einem per JavaScript ein Vorschaubild eines Links in einer Sprechblase einblenden, wenn man mit der Maus darüber fährt. Ihr kennt die sicher. Nah verwandt sind auch die Werbesprechblasen, die meist durch doppelt unterstrichene Links gekennzeichnet sind (etwa bei winfuture.de). Das Problem an beiden Systemen ist, dass sie furchbar lästig sind. Es gibt Seiten, da kann man nirgendwo seinen Mauszeiger parken, weil ständig überall irgendwelche Screenshots von Zielseiten aufploppen und mit etwas Pech nicht wieder verschwinden (bei mir im Opera kommt das schon mal vor). Ein gutes Beispiel für diese Hölle ist der PR-Blog von Klaus Eck. Nicht nur das Usability-Problem ist gravierend, auch die Ladezeit dieser Seite ist jenseits von Gut und Böse, mein Firefox hat gerade eben über eine Minute an der Seite geladen, die rechte Sidebar kam nach 45 Sekunden. Die Leute bei Typepad und vor allem Herr Eck sollten sich mal YSlow näher anschauen. Note F heißt hier sechs, setzen! Klar sind daran nicht nur die snap-shot-Vorschauscripts schuld, aber sie tragen ihren überflüssigen Teil dazu bei.

Was soll das? Was habe ich als Besucher davon, dass alle Links auf einer Seite als Vorschau-Screenshot-Thumbnail angezeigt werden? Wenn ich eine Seite besuchen will, tue ich das wegen ihres Inhalts und nicht, weil eine 200 Pixel breite Vorschau so einladend wirkt. Wozu also? Weil es alle vermeintlich coolen Blogs haben? Bitte bitte bitte lasst den Unsinn einfach bleiben.

Ein weiteres völlig unsinniges Feature ist gerade immens en vogue: Icons für Bookmark-Dienste. Mancher Blog hat unter jedem Beitrag 10 bis 20 solcher Icons für alle möglichen Dienste. Erinnert mich stark an das klassische Press Ctrl-D to add this site to your bookmarks, was damals schon überflüssig wie ein Kropf war. Wenn ich eine Seite bookmarken will (ob bei Wong oder im Browser oder wo auch immer), mache ich das mit meiner Toolbar oder meiner sonstwie bevorzugten Technik. Wozu also diese Icon-Sammlungen? Die sind nicht nur hässlich, sondern auch noch stets unvollständig und immer peinlich? Fast so peinlich, wie die Send to a friend Links auf vielen Seiten. Hey, macht einfach schöne und kurze und funktionierende URLs (aka Permalink), dann kopieren sich Interessierte diese einfach in die Mail oder IM oder was auch sonst sie für das Versenden von Links bevorzugen. Zack, ist der Fisch gegessen.

Also liebe Blogbetreiber und Webmaster, schaltet bitte das Hirn ein, bevor ihr jedes tolle neue Plugin in Eurem Blogsystem aktiviert.


Wieder mit Alice versöhnt

11 10 2007

Nach meiner Alice-Wut wegen der plötzlich auftauchenden Hotline-Kosten und meiner anschließenden Ernüchterung, dass es fast überall nur noch kostenpflichtige (Störungs-)Hotlines zu geben scheint, bin ich nun wieder versöhnt mit Alice. Alice hat jetzt in allen seinen Tarifen 16MBit/s, so dass für uns die gleiche Leistung wie bisher (16MBit/s und Telefonflat) ab demnächst nur noch 35€ kosten wird (statt 50€). Wir konnten einfach online unseren Tarif ändern. Ohne Gegenwehr und für lediglich 10€ Umstellungsgebühr. Das empfinde ich als faire Lösung wenn man sich vor Augen führt, dass andere DSL-Anbieter mit ihrer blöden 2-Jahres-Bindung Preissenkungen nur für Neukunden anbieten und Bestandskunden auf viel teureren Tarifen sitzen bleiben. Wenn sie eine rechtzeitige Kündigung verpennen sogar um jeweils ein weiteres Jahr verlängert.

Trotzdem kann ich Alice nicht jedem empfehlen. Die Schwächen des NGN-Telefonanschlusses sind einfach zu gravierend (man kann u.a. nicht damit faxen) und die Hotspot-Flatrate der T-Home im (teureren) T-Home Complete Plus Tarif ist ne fette Lösung. Kostenlose Störungshotline und ein echter (ISDN-)Telefonanschluss inklusive. Aber Alice ist wieder auf Platz zwei meiner Empfehlungsliste vorgerückt und auch nur knapp hinter T-Home. Für Alice spricht allemal die fehlende Vertragsbindung als äußerst gewichtiges Argument. Dafür hat 1&1 momentan die nagelneue und extrem heiße Fritz!Box 7270 im Programm, so dass die 2-Jahres Bindung nur noch halb so wild erscheint und sich 1&1 damit auf Platz drei mogelt.


HP OfficeJet Wut

11 10 2007

Mein Bruder hat eine lange Tradition von HP-Druckern und All-in-one Geräten. Seinen LaserJet 4L hat er noch heute als Arbeitsplatzdrucker im täglichen Einsatz (mit Ghostscript für PostScript tauglich gemacht). Auch sein LaserJet 4050 tut angenehm und zuverlässig seinen Dienst. Als Fax und Scanner im Büro hatte er anfangs wie meine Eltern und ein anderer Bruder von mir einen OfficeJet G85, bis dieser irgendwann kaputt gegangen ist (und dessen Software schon nervig genug war). Damit fing das HP-Übel an:

An der Service-Hotline versprach man ihm ein Austauschgerät für um die 200€, lieferte aber einen völlig beschissenen OfficeJet 6110 (oder wie auch immer der hieß), der zudem neu im Netz für um die 180€ zu haben war. Absolut kein Vergleich in Verarbeitung und Bedienung. Nach ein paar Wochen hatten wir die Schnauze voll und haben den wieder abholen lassen. "Aus Kulanz" gab man uns dann einen OfficeJet 7310 für einen Aufpreis (den ich nicht mehr in Erinnerung habe). Dieses Gerät war von der Verarbeitung und dem Funktionsumfang her dem G85 halbwegs ebenbürtig und hatte zudem ein tolles Farbdisplay.

Leider ist die Software vom 7310 eine pure Unverschämtheit. Sie hat nie wirklich korrekt funktioniert (irgendwas war immer) und braucht eine geschlagende dreiviertel Stunde für die Installation und 20 Minuten zur Deinstallation auf einem gar nicht langsamen Rechner. Halb so wild würde man sagen. Aber ich habe diese Software etwa 10 mal neu installieren müssen, weil laut Hotline Chat (sehr cool übrigens) damit die Probleme beim Scannen, Faxen, Drucken oder sonstwie (reihum ein Problem je Installationsversuch) behoben werden können. Blanker Hass stand jedes mal auf meine Stirn geschrieben. Hatte ich erwähnt, dass die Software geschlagende 750MB belegt mit irgendwelchem Scheiß, auch wenn man nur übers Netzwerk drucken will? Ich will keine Image-Zone und den ganzen Rest auch nicht. Aber die Installationsroutine rät einem ja eindringlich von der "nur" 350MB schweren abgespeckten Installationsoption ab. Zahlreiche fragliche, weil gerne abstürzende, Dienste und Autostarts komplettieren das schlechte Bild.

Nun haben wir einen neuen Rechner gekauft u.a. in der Hoffnung, dass die Scanprobleme (Abstürze des Scanmoduls und nicht mehr melden bis zum nächsten Neustart) sich damit auflösen würden. Mitnichten! Auf dem nagelneuen Rechner das gleiche Problem und schlimmer noch: Eine (oder gleich vier bis fünf) Fehlermeldungen von der Datenausführungs-Verhinderung in der svchost.exe bei jedem Rechnerstart. Da war endgültig Schluss! Dass wir keine HP-Geräte mehr kaufen würden, hatten wir schon zuvor beschlossen. Aber nun musste das Ding schnellstmöglich weit weg aus dem Büro verbannt werden.

Ersatz? Wir haben dann heute für entspannte 179€ bei Saturn nebenan einen Brother MFC-465CN gekauft und aufgestellt. Eine Wohltat. Die Software funktioniert einfach auf Anhieb und korrekt und nervt nicht. Es gibt eine Installationsvariante, die nur den Netzwerk-Druckertreiber installiert und die gruselige fragil wirkende Installationsorgie der alten Brother MFC Geräte ist auch durch einen normalen Installer ersetzt worden. Alles in allem bin ich nach ersten Funktionstest fast zu 100% zufrieden. Lediglich die Scan-to-Email Funktion arbeitet nicht mit Thunderbird zusammen, vielleicht lässt sich auch dieses Problem lösen. Ach ja, hatte ich die 3 Jahre Garantie erwähnt?

Fazit: Nie wieder HP-Drucker und Brother hat bei mir einen noch dickeren Stein im Brett.

Nachtrag 11.10.2007 22:52: Mir fällt gerade die Brother Anzeige aus der c't von irgendwann ein, deren Headline alles ziemlich prägnant ausdrückt: Wenn Sie nicht wissen von welchem Hersteller Ihr Abteilungsdrucker ist, ist es wahrscheinlich ein Brother oder so ähnlich lautete sie und trifft voll zu. In der Praxis von meinem Bruder gibt es seit einigen Jahren einen kleinen Brother Laserdrucker nur für Rezepte, der vor allem dadurch auffällt, dass ich ihn nach der leichten Installation und der EInbindung in unseren Ghostscript-Postscript-Wahnsinn nie wieder anfassen musste. Ich habe ihn sogar mal vergessen und leichtsinnig bei irgendeiner Umstellung nicht wieder eingebunden. So muss ein Drucker arbeiten. Wir haben den damals kurzerhand für günstige 100€ gekauft, weil der große HP mit seinen schon etwas abgenutzten Rollen Probleme mit dem Transport der glatten DIN A6-Rezeptblätter hatte. Ich bin jedenfalls gespannt, ob das neue Multifunktionsgerät sich ebenso unauffällig korrekt verhält wie der kleine Laser.

Nachtrag 17.10.2007 12:18: Gestern kam eine Antwort vom Brother Support zu meiner Nachfrage bezüglich der Scan-to-E-Mail Funktion in Thunderbird. Offiziell würde Thunderbird vom Control Center 3 nicht unterstützt, aber vielleicht könne mir dieser Link helfen. Ja, der hilft mir tatsächlich. Jetzt arbeitet das Gerät so wie es soll. Perfekt.
Der lästige HP steht jetzt zu Hause und ließ sich tatsächlich problemlos auf dem stationären Rechner installieren (hat 50 Minuten gedauert). Leider stürzt der Installer (auch der Treiber-Only für Firmenkunden) auf dem Notebook ab, wenn er fast fertig ist, also nach etwa 40 Minuten. Warum? Was ist denn das für eine Scheiß-Software, die sich bei fünf Rechnern nur auf einem problemlos installieren lässt? Ich habe inzwischen fast 10 Stunden mit der (Re)installation dieser Software beschäftigt, eine einzige Unverschämtheit. Die sollten sich mal ein Beispiel an Brother nehmen.


Alice kündigen

18 07 2007

Vorab: bitte die Nachtragungen am Ende des Beitrags beachten. Dieser Beitrag, obwohl von Google sehr gut gerankt, hat inzwischen nur noch historischen Wert. Man beachte auch das Datum dieses Beitrags.

Erinnert mich demnächst noch mal daran: Ich muss Alice kündigen und einen neuen Anbieter suchen. Warum? Das kann ich Euch erzählen:

1. Die Alice Lounge (Kundencenter-Login) nervt seit einiger Zeit mit AOL-Inhalten. Eigentlich an sich schon ein No-Go für alle alten AOL-Unfreunde wie mich. Damit könnte ich aber gut leben.

2. Der Analoganschluss ist ein Witz: Man kann schlicht gar nicht faxen, man wartet zwischen Wählen und Klingelzeichen mitunter 15 Sekunden vor Totenstille im Hörer, manchmal bleibt es auch dabei. Und zuletzt ist die Sprachqualität auch nicht sonderlich stabil. Dieser NGN-Anschluss taugt so leider nichts. Keine Ahnung, wie das bei ISDN (2€ Aufpreis) wäre.

3. Das in meinen Augen wirklich dreiste ist aber, dass die kostenlose Hotline stillschweigend auch für Bestandskunden auf eine 01805-Nummer umgestellt wurde. Man ruft da an, um eine Störung zu melden und bekommt gesagt, dass die neue Hotline unter der Nummer 01805-xy für 14ct/min aus dem deutschen Festnetz zu erreichen ist. Leider kostet das aus dem O2-Netz satte 69ct/min. Und man muss bei Störungen nun mal vom Handy aus anrufen. Da hilft auch nicht der Arschtritt-Tipp, dass man Störungen ja auch kostenlos in der AOLAlice-Lounge melden kann. Vielen dank für die Info.

4. Auch das reicht mir noch nicht als Kündigungsgrund. So viele Störungen gibt es ja auch nicht. Aber der Textbaustein, den man als Antwort auf die Beschwerde bekommt, ist der Gipfel. Aber lest selbst:

[…]wir beziehen uns auf Ihre E-Mail. Um Ihnen jederzeit den bestmöglichen Service bieten zu können und um Ihnen schnell weiterhelfen zu können, gibt es ab jetzt für Alice Kunden eine neue Hotline.

Unter der Nummer 01805 56 56 steht Ihnen die Alice Kundenbetreuung für 14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz zur Verfügung, und das – wie gewohnt – rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche.

Egal ob Sie Fragen oder Änderungswünsche zu Ihrem Vertragsverhältnis oder Fragen zu Ihrer Rechnung haben oder eine technische Störung Ihres Telefon- oder Internetanschlusses melden möchten: Die Alice Kundenbetreuung hilft Ihnen gerne weiter.

Neben einem schnelleren Service bieten wir Ihnen jetzt auch Hilfe bei der Konfiguration Ihres Internetzugangs und Ihrer Internetsoftware anstatt wie bisher für den Preis von 5,99 Euro für nur 14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz.

Unser Tipp: Alternativ können Sie sich einfach und bequem und ganz ohne Wartezeit in Ihrer Alice Lounge auf www.alice-dsl.de rund um Ihr Produkt und Ihre Rechnung informieren, Adress- und Bankdaten ändern, Ihre gewünschte Option bestellen und vieles mehr.[…]

Wenn das mal keine Dreistheit erste Kajüte ist. Wird mir nach meiner Beschwerde tatsächlich die neue Hotline als positiv verkauft? Die Hotline ist - wie bisher - rund um die Uhr für mich da? Gehts noch? Vielleicht interessiert sich ja die c't dafür, ich schicke denen mal einen Leserbrief.

Eine Störungshotline muss(!) einfach kostenfrei zu erreichen sein. Gesucht ist also ein Anbieter, der mich nicht 24 Monate bindet und eine kostenlose Störungshotline bietet. Gibt es sowas noch?

Ach ja, dass 50€ für die gebotene Leistung inzwischen zu viel ist (Tele2 nimmt 32€, 1&1 40€) brauche ich nicht zu erwähnen. Wär auch halb so wild. Ich bin gerne Bereit, für brauchbaren Service und stabile Leistung mehr zu bezahlen. Aber wenn die obigen Faktoren zusammen kommen, ist das nicht gegeben.

Hier noch mal meine Mail an den Kundenservice:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern musste ich mit einiger Verwunderung feststellen, dass es die kostenlose Störungshotline nicht mehr gibt. Wie kann es sein, dass in meinem Vertrag ohne Ankündigung an mich oder Einwilligung von mir eine solche Preiserhöhung stattfindet? Davon abgesehen, dass ich dieses Verhalten irgendwie für nicht rechtens halte, bin ich bitter enttäuscht.

Den absolut blöden Tipp, die Störung kostenfrei in der Alice-Lounge zu melden, halte ich für einen Schlag ins Gesicht aller Kunden mit Leitungsstörungen.

Faktisch muss ich für eine Störungsmeldung also nicht nur 14ct/min bezahlen, sondern satte 69ct/min. Ohne Alice-Anschluss kein Festnetz und ohne Festnetz muss ich die Hotline über das Handy anrufen, bei O2 sind dafür satte 69ct pro Minuten zu entrichten. Alles in allem eine absolute Unverschämtheit und übrigens gerade der Grund, wieso ich überhaupt zu Alice gekommen bin: Irgendwann hat man uns bei Ish "aus Versehen, sorry" die Leitung abgestellt und ich habe nach 5 Tagen und über 40€ Warteschleifengebühren endlich meinen Anschluss wieder aktiviert bekommen. Danach habe ich aus zwei Gründen zu Alice gewechselt:

1. Die kostenlose Hotline ist mir immens wichtig, denn Störungen kommen nun mal vor.

2. Die fehlende Vertragsbindung ist für mich sehr wichtig.

Da Grund 1 nun weg gefallen ist, werde ich wohl Grund 2 in Anspruch nehmen müssen und mir demnächst einen neuen Anbieter suchen.

Hinzu kommt, dass die Telefonie am Analoganschluss wenig zufriedenstellend ist: Es dauert mitunter 15 Sekunden bis zum Freizeichen, die Sprachqualität ist manchmal mieserabel, einige Gespräche kommen gar nicht zustande und faxen kann ich auch schlicht gar nicht.

Ich bitte höflichst um Stellungname bezüglich der verdeckten Tariferhöhung in der Hotline.

Mit freundlichen Grüßen,
Gregor Nathanael Meyer

Nachtrag 19.10.2007: Alice hat heute (19.10.2007) wieder eine kostenlose Störungshotline eingeführt. Gut so.

Nachtrag 11.03.2008: Ich bekomme immer wieder Kommentare zu diesem Beitrag. Einige davon sind mal mehr, mal weniger garstige Alice-Beschimpfungen. Ich lösche solche Kommentare kommentarlos, dies hier ist kein "Alice ist doof"-Forum.

Nachtrag 25.04.2008: Warum ich momentan nicht bei Alice kündigen würde steht hier.