XDA-Projekt: Mobile Browser

13 06 2008

Mobiler Internetzugang kann an drei Faktoren scheitern: Zum einen kann der Mobilfunkzugang nicht vorhanden, zu langsam oder zu teuer sein, klar. Dann kann einem eine zu schwachbrüstige oder gänzlich ungeeignete Hardware das Leben schwer machen. Ich denke da an die ersten WAP-Telefon mit 128x96 Monochrom-Displays, das ist ohne angepasste und ganz stark beschnittene Inhalte nicht sinnvoll benutzbar. Aber auch die heute gebräuchlichen 320x240 Pixel in Farbe sind noch nicht wirklich viel. Da kommen wir zum dritten Punkt: Der Browser muss sehr ausgefuchst mit dieser niedrigen Auflösung und der schwachen Hardware umgehen können. Daran scheitert nämlich mein XDA Orbit 2 im Auslieferungszustand. Immerhin ermöglicht der Touchscreen inzwischen einen natürlichen und nicht total umständlichen Umgang mit dem mobilen Internet.

Der Pocket Internet Explorer von Windows Mobile 6 ist absolut ungeeignet, um normale Webseiten anzuzeigen. Manchmal erkennt ein Server dieses Meisterstück an unfähiger Rendering-Engine und bietet speziell angepasste Inhalte oder notfalls eine WAP-ähnliche Version an (etwa spiegel.de). Aber selbst dann ist es eine absolute Zumutung, das Ding zu bedienen: Den winzigen und nicht zoombaren(!) Viewport verschieben? Nur mit den winzigen Scrollbalken, ein Ziehen mit Stift oder Finger markiert nämlich lieber Text (wozu!?). Ich will die durch und durch grausige Bedienung gar nicht weiter beschreiben, das ganze Ding ist einfach ein schlechter Witz und wird zukünftig von mir ignoriert.

Das iPhone macht es vor: Webkit funktioniert grundsätzlich hervorragend auf mobilen Geräten und mit kleinen Bildschirmen. Auch Nokia benutzt die Webkit-Engine, allerdings in einer mangels Touchscreen ebenfalls kaum bedienbaren Implementierung. Das kann da nur besser werden. Also habe ich Safari auf dem iPhone gesehen und will etwas auch nur ansatzweise so flüssig bedienbares auch für Windows Mobile haben… Eine Kurze Recherche brachte zwei Webkit basierte Browser ans Tageslicht: Der Iris Browser von Torch Mobile und Wake3. Der Iris Browser hat eine grafisch schicke Website und klingt vielversprechend, für den Privateinsatz ist er kostenlos. Die Beta-Version, die ich vor zwei Wochen ausprobiert habe, war allerdings fast so unbenutzbar, wie der Pocket Internet Explorer. Zwar kann man den Viewport verschieben und (über das Menü) zoomen, allerdings ging das derart langsam vonstatten, dass an eine flüssige Bedienung nicht zu denken war. Verschiebt man den Viewport, zieht ruckelt man sich erst mal ein kariertes Hintergrundmuster ins Bild, das innerhalb von ein bis drei Sekunden mit dem eigentlichen Inhalt gefüllt wird. Alles passiert träge und macht keinen Spaß. Immerhin ist das Rendering-Ergebnis erwartungsgemäß korrekt. Windows Mobile fehlt ganz offensichtlich die tolle Grafikbeschleunigung und das Multitouch des iPhone. Wake3 habe ich nicht ausprobiert (ist der überhaupt schon verfügbar?), wenn ich mich recht erinnere, arbeitet dieser Browser wie Opera Mini mit einem Zwangsproxy, der die Webseiten vorher aufbereitet und komprimiert. Da sehe ich große Datenschutzprobleme, immerhin jagt man ständig irgendwelche Zugangsdaten durchs Netz.

Firefox Mobile macht Fortschritte und zeigt spannende GUI Konzepte (Video dazu). Vielleicht wird das was im nächsten Jahr, es bleibt spannend.

Tja und dann ist da Opera. Geliebter Opera! Opera Mini funktioniert wirklich sehr gut, ist aber ein Java-Programm und braucht daher mindestens vier Klicks zum starten und die Texteingabe ist anders, als man es gewohnt ist. Außerdem auch hier das Datenschutzproblem wegen des zwangsweise mitlesenden Proxys. Dafür ist das Ding kostenlos, schnell, zoomt korrekt, bedient sich gut und flüssig und macht sowieso vor, wie es laufen kann. Opera Mobile hingegen ist aktuell nur in einer älteren Version zu haben, die brauchbar funktioniert, aber 19€ kostet und die schöne neue Bedienwelt noch nicht mitbringt. Ich warte also sehnsüchtig auf die vielversprechende Version 9.5 (Promo-Video dazu), die demnächst irgendwann fertig sein wird, der Nachfolger vom XDA Orbit 2 (HTC Touch Diamond) bringt diesen feinen Browser sogar vorinstalliert mit. Gute Sache, vor allem in Kombination mit einer erhöhten Auflösung von 640x480). Momentan arbeite ich mit der 30-Tage-Trial von Opera Mobile 8.65 und komme durchaus klar, am meisten vermisse ich aber den Doppelklick-Zoom, hier muss man noch über das Menü gehen zum Zoomen. Hoffentlich kommt Opera Mobile 9.5 heraus, bevor meine 30 Tage abgelaufen sind.

In der c't 7/08 war ein Artikel über mobile Browser drin, falls jemand das Thema vertiefen möchte.

Fazit: An Opera Mobile 9.5 führt auf der Windows Mobile Plattform derzeit kein Weg vorbei, bitte bringt die neue Version schnell heraus. Das iPhone hat die Hersteller wachgerüttelt, endlich tut sich was auf dem Markt für mobile Browser. Ein großes Dankeschön an Apple dafür. Ich frage mich nur, warum Microsoft weiter an diesem völlig verkorksten Pocket Internet Explorer festhält? Warum nur? Man muss hier ja keine/kaum Altlasten bedienen und der Nachholbedarf ist so unfassbar groß. Los jetzt. Der Android-Browser (mit Webkit natürlich) steht auch schon in den Startlöchern und macht Spaß.


XDA-Projekt: Erste Praxiserfahrungen nach zwei Wochen

10 06 2008

So, inzwischen habe ich den XDA Orbit 2 schon zwei Wochen und konnte erste Erfahrungen sammeln.

Erst mal eine Kleinigkeit: Wenn man seine Mailbox anruft, geht nach ca. 15 Sekunden das Display aus. Durchaus gewollt. Leider hat man jetzt keine Wähltasten mehr (sind ja auf dem Touchscreen) und man muss erst herausfinden, dass man das Display durch einen beherzten Druck auf den Einschalter wieder aktivieren kann, ohne damit das Gespräch zu beenden. Dann kann man sich die virtuelle Wähltastatur wieder einblenden. Etwas lästig und ein Witz gegen die lässige Visual-Voicemail des iPhones. Gibts die eigentlich auch in Deutschland?

Apropos iPhone, gestern wurde ja das soooo laaaaaaaaaaaaang!!!11 ersehnte brauchbare iPhone vorgestellt. Wow, jetzt mit GPS und sogar, ganz heiß und brandaktuell, UMTS und vor allem der bahnbrechendsten Neuerung auf dem Smartphone-Sektor: Installierbare Software von Drittanbietern. Also eigentlich bringt das Ding jetzt alles mit, was man schon vom Vorgänger erwartet hatte und was andere Smartphones schon lange haben. Mit dem Unterschied, dass das ganze hier total fluffig bedienbar in einer Oberfläche passiert, die einfach schön ist und Spaß macht. Eine gefährliche Kombination: Alles können, sexy sein und vor allem super bedienbar. Bleiben zwei offene Fragen: Kann man das Ding endlich als Mobilfunk-Modem nutzen und gibt es eine Zwischenablage oder eine andere Möglichkeit, ellenlange WPA-Schlüssel fehlerfrei einzugeben? 63 gemischte alphanumerische Zeichen geben sich auf einer fragwürdigen Softkey-Tastatur nur selten fehlerfrei ein, ganz besonders dann nicht, wenn die Zeichen sofort nach Eingabe mit einem Sternchen maskiert werden. Große Freude.

[Update]Das iPhone kann bald alles, was jedes beliebige andere Telefon auch kann.[/Update]

Letztere beiden Punkte beherrscht der XDA Orbit 2 übrigens ganz hervorragend. Man kopiert sich den WLAN-Schlüssel aus dem (flugs auf dem Gerät installierten) Keepass direkt in den Verbindungsdialog und hat Ruhe. Sobald man jetzt das WLAN einschaltet, wird die Verbindung hergestellt. Super. Leider ist das Gerät allzu häufig der Meinung, dass es trotz unmittelbarer Nachbarschaft zum WLAN-Router lieber mit einem Klingeln drei andere scheinbar zufällig ausgewählte WLANs anbieten soll. Den Dialog schaltet man besser schnellstmöglich ab, denn das Geklingel nervt total. WLANs sind ja heute allgegenwärtig und so klingelt es ständig, wenn man das WLAN anlässt und auch wenn man das Gerät gar nicht bewegt.

Bei meinen Eltern bekomme ich leider keine stabile WLAN-Verbindung mit dem Gerät hin, aber das mag an den 24 anderen Funknetzen liegen, die ich letzten Sonntag dort vorgefunden habe und von denen neun eine höhere Signalstärke haben, als das Netz meiner Eltern. Gut, dass die UMTS-Basisstation direkt 10 Meter Luftlinie entfernt auf dem Dach des Nachbarhauses residiert (siehe Karte der Basisstationen in Düsseldorf). Denn das Gerät schaltet im Zweifel einfach auf UMTS mit HSDPA um und das ist dann in der Tat ebenfalls keine langsame Veranstaltung. Die Vision vom beinahe-überall-Internet trifft da voll zu. Sehr gut.

Aber auch sonst ist der mobile Zugriff auf das Netz ohne Probleme möglich. Übrigens auch mit dem Notebook, wie ich heute ausprobieren konnte: Auf dem Handy das Programm "Internetfreigabe" starten, Notebook per Bluetooth koppeln und schon ist man im Netz. Wow, das ist einfach. Leider gibt es keine Übersicht, wieviel Traffic man in diesem Monat schon verbraucht hat. Ein nächtlicher Anruf bei der gewohnt kompetenten Hotline brachte immerhin die Erkenntnis, dass man das mit dem Connection Manager auf dem Notebook einsehen könnte. Den benutze ich nicht, wozu auch? Naja, mal auf die nächste Rechnung schielen. An O2: Macht das doch bitte irgendwie im Kundenmenü einsehbar. Hätte ich nur das Internet-Pack M würde ich mir nämlich ernsthafte Sorgen über meinen Trafficverbrauch machen. Ein unschönes Gefühl, das man da mit sich herumschleppt.

Zwischenfazit O2: UMTS-Internet ist genial, nach den sechs Monaten bleibe ich dabei, mindestens mit dem Internet-Pack M. Also O2: Weiter so mit dem UMTS/HSDPA-Ausbau.

Was gabs sonst? Ich habe direkt nach zwei Wochen einen tiefen Kratzer im Touchscreen und weiß nicht mal, woher. Doof. Das mitgelieferte Stoffsäckchen sitzt leider nur unzureichend und wird daher von mir geflissentlich ignoriert. Gut, dass fast alle meine Hosen genug Taschen haben, so dass das Handy meistens eine für sich alleine hat. Für den Winter muss ich mir dann was überlegen.

Die Bluetooth-Verbindung zu meinem TomTom klappt nach einem Software-Update endlich, zumindest fürs Freisprechen.

Die O2/HTC-spezifische Software versteckt das Windows Mobile für viele Alltagsanforderungen ganz passabel, ist aber weit von der flüssigen und konsistenten Multitouch-Bedienungs-Offenbarung des iPhones entfernt. Für jeden zweiten Mist muss man nämlich leider doch wieder den Stift zur Hand nehmen, weil die Programme eben Windows-Mobile-Programme sind. Das ganze wirkt einfach stelzig und halbgar, auch wenn das ganze immer noch um Längen besser ist, als das pure Windows Mobile 5, das auf meinem Loox drauf war. HTC ist also auf dem richtigen Weg, ich bin wirklich gespannt auf den ersten Android-XDA. Windows Mobile ist und bleibt einfach in der jetzigen Form keine wirklich runde Sache. Naja, vielleicht bringt ja das angekündigte Update auf Windows Mobile 6.1 schon etwas, wer weiß. Wann das wohl kommt?

Zwischenfazit Gerät: Ich mag das Ding trotz Windows Mobile echt gerne und das ist eine reife Leistung von HTC und O2 (ich weiß nie genau, welche Anpassung von wem ist). Solange also noch keine Android-Geräte am Markt sind, sind der XDA Orbit 2 und sein Nachfolger HTC Touch Diamond wirklich brauchbare Smartphones. Den unerträglichen Symbian S60 Teilen (meistens von Nokia) sind sie meines Erachtens weit überlegen, gegen das iPhone kommen sie aber nicht an. Wäre das iPhone nicht so eine proprietäre Goldener-Apple-Käfig-Scheiße und wäre nicht an diese geisteskranken (und teuren) Exklusivverträge gebunden, wär es nämlich wirklich das absolute Master-Smartphone am Markt. So bleibt eine geräumige Nische für die XDAs dieser Welt, die aktuell eine sehr brauchbare Lösung abgeben.

Demnächst schreibe ich auch was über die mobile Browserlandschaft, da gibt es wirklich viel zu erzählen. Es lebe der 320x240 Pixel große Bildschirm!


XDA-Projekt: Keine Bluetooth-Verbindung zwischen XDA Orbit 2 und TomTom GO 720T

29 05 2008

Ich hatte schon auf meinem Pocket LOOX die grandiose TomTom Software drauf. Sehr erfreulich also, diese Software auf dem XDA Orbit 2 wieder anzutreffen. Der GPS-Empfang ist übrigens recht gut, am Fenster hat der LOOX nie genug Satelliten gefunden. Der Orbit hat nach wenigen Sekunden die Position bestimmen können. Die Software kenne ich gut, gehe also davon aus, dass die Navigation damit wieder eine wahre Freude ist. Genauer testen werde ich das allerdings nicht, weil ich einen TomTom GO 720T besitze (dessen Software der PDA-Version übrigens deutlich überlegen ist), was mich zum ersten handfesten Problem führt:

Der TomTom GO 720T verbindet sich nicht per Bluetooth mit dem XDA Orbit 2: Bei der Bestimmung der Features bricht das Gerät die Verbindung ab. Mist. Die Bluetooth-Freispreche des TomTom würde ich schon gerne nutzen. Die Frage ist nun, ob das Problem am XDA liegt oder am TomTom. Eine schnelle Google-Recherche brachte mir zumindest die Erkenntnis ein, dass ich nicht alleine damit bin. Na toll.

Nachtrag 10.06.2008: Die neue TomTom Software 8, die seit einigen Tagen verteilt wird, behebt das Problem endlich. Also teilweise Entwarnung. Nur teilweise, weil man über den TomTom keine Wähltasten (für Tonwahl, etwa in der Mailbox) nutzen kann und auch Datenverbindungen können nicht über das Gerät aufgebaut werden. Eigentlich funktioniert also nur das Freisprechen, das ich demnächst mal ausprobieren werde.


XDA-Projekt: Blog-Marketing hält auch bei mir Einzug

29 05 2008

Wie kam es dazu?

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail einer auf Blogmonitoring spezialisierten Firma. Man fragte mich, ob ich Interesse an einem Programm hätte, bei dem ein hochwertiges technisches Produkt unverbindlich getestet wird. Als einzige Gegenleistung solle ich Feedback dazu geben. Die Firma klang zwar nach einer kurzen Webrecherche seriös, aber mir schossen natürlich sofort so unschöne Begrifflichkeiten wie "Trigami-Huren" und "Linkstricher" in den Kopf. Positive Meinungsäußerungen einzukaufen halte ich für sehr fragwürdig, daher schrieb ich eine skeptische Mail mit meinen Bedenken zurück:

1. Das Produkt sollte in meine Lebenswelt passen, zu Damenepilierern und Rasenmähern kann ich nun mal nicht viel handfestes sagen.

2. Meine Unabhängigkeit müsste gewahrt bleiben. Ich lebe eine gewissen Authentizität und wenn ein Produkt nervt, dann will ich das auch schreiben dürfen.

Hin und her, ich will Euch jetzt nicht langweilen: Meine Bedingungen sind voll erfüllt, die Leute von dieser Firma haben offenbar verstanden, wie das so funktioniert im Netz mit den Blogs und so. Bei sowas bin ich natürlich sofort dabei! Dieser ganze Mist aus den Marketing-Vorlesungen kommt ja viel zu selten in den Unternehmen an: Das Prinzip "Kenne und nutze Deine Meinungsführer" traut sich kaum ein Unternehmen konsequent durchzuziehen. Und oftmals wird das wegen fehlender Eier dann halbherzig oder ganz falsch umgesetzt. Dieses Prinzip bedeutet nun mal, eine gewisse Kontrolle abzugeben und natürlich kann das gewaltig nach hinten los gehen. Aber aus Angst vor negativen Aussagen werden dann die Meinungsführer auf Kosten der Glaubwürdigkeit bestochen oder gar frei erfunden: Hier ein fingierter Eintrag in Forum X, da ein Blogkommentar unter falschem Namen. Und die Königsdisziplin ist das möglichst unauffällige Bestechen von bekannten Bloggern. Fiese indirekte Beeinflussung und ich möchte gar nicht wissen, wie viele Firmen sich mit sowas die Finger schmutzig machen.

Umso erfreulicher ist die transparente Herangehensweise von O2. Man stellt keine Bedingungen und gibt einer Hand voll Konsumenten einfach mal Geräte und Tarife an die Hand, damit diese ausprobiert werden können und darüber berichtet wird. Ich bin hingerissen. Mal schnell gegengerechnet: Die Geräte kosten ein paar hundert Euro im Einkauf, die Flatrate-Tarife kann O2 schon irgendwie schmerzfrei unterbringen, die Kosten bewegen sich also höchstens im Rahmen einer ganzseitigen Anzeige in einem Publikumsmagazin mittlerer Auflage. Das kann man schon mal riskieren für hoffentlich hohe Google-Positionierungen von hoffentlich positiven und vor allem authentischen Berichten zum Gerät und den Tarifen und der Marke. Also ran, im Feedback-geben bin ich gut.

Bin ich also bestechlich? Ich würde sagen, nein. Natürlich habe ich schon aus reiner Dankbarkeit heraus ein gesenktes Interesse daran, O2 mit schlechtem öffentlichen Feedback zu beschießen. Aber wer mein Blog regelmäßig liest weiß sowieso, dass ich nicht grundlos irgendwen abziehe. Alice ist ein gutes Beispiel: Mein erboster Eintrag zur (inzwischen aufgehobenen) Einstellung der kostenlosen Störungshotline ist immer noch Platz 1 bei Google zur Anfrage "Alice kündigen". In der Zwischenzeit hat Alice auf den Unmut vieler Kunden reagiert und so habe auch ich einige versöhnliche Folgebeiträge geschrieben. Meiner Meinung nach gehört sich das auch so: Blindlings rummeckernde Kunden bringen niemanden weiter, Kritik (und auch Lob) muss angemessen sein, sonst ist es doch nur doof. Wer sagt denn, dass nur Beschwerden und negative Meinungen interessant sind? Ich verspreche also an dieser Stelle eine faire, ehrliche und ausgewogene (subjektive) Berichterstattung zum mir zur Verfügung gestellten Produkt.


Neue Serie "XDA-Projekt": O2 stellt mir einen XDA Orbit 2 zur Verfügung

29 05 2008

Nun ist er also da: Mein von O2 gesponsorter XDA Orbit 2 mit Genion XL und Internet-Pack L für 6 Monate. Wie es dazu kam, erkläre ich in einem anderen Beitrag. Ich werde das Gerät also nach Herz und Nieren testen, indem ich es im täglichen Einsatz benutze und meine Erfahrungen damit hier veröffentliche.

Die Packung: Gestern kam ein Paket bei mir an, drin war der versprochene XDA Orbit 2. Schon oft hatte ich mich gefragt, ob tatsächlich nur Apple in der Lage ist, die Wertigkeit seiner Produkte durch hochwertige Verpackungen zu unterstreichen (Tipp zur gesteigerten Selbsterfahrung: packt mal ein neues Apple-Produkt aus). O2 bzw. HTC sind der Beweis, dass das auch anderswo funktioniert. Die Packung wirkt hochwertig und der XDA liegt attraktiv präsentiert in einem Schaumstoffkissen. Zwar noch immer von der Packungs-Perfektion von Apple entfernt, aber mein Ersteindruck war sehr positiv (überrascht). Leider geben meine Bilder das vor allem haptische Erlebnis nicht wieder, deswegen lasse ich sie weg. Übrigens hat O2 auch beim Lieferumfang nicht gespart: Alle möglichen USB-Lade- und Datenkabel, Software-CDs, ein KFZ-Saugnapf-Halter (!) und ein Ersatzstylus. Letzteres finde ich persönlich sehr erfreulich, denn diese Ersatzstifte kosten ein Vermögen. Sogar an eine Displayschutzfolie hat man gedacht. Ich hasse die Dinger und werde sie nicht anbringen, vor allem, weil die (unglaublich stark spiegelnde) Frontscheibe des Geräts bündig mit dem Gehäuse abschließt.

Die Hardware: Das Gerät fühlt sich absolut super an, es sieht super aus und lässt nicht einen Gedanken aufkommen, man hätte es mit einem fragwürdigen Billigprodukt zu tun. Das unterscheidet den Orbit 2 von den mit bisher bekannten XDA-Geräten, die allesamt weniger hochwertig verarbeitet, manchmal sogar klapprig, wirkten. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und ist weder zu dick noch zu breit (für meine recht großen Hände), auch die Tasten fühlen sich gut an. Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht von der Hardware. Alleine der auch von heise mobil bemängelte Taschenspiegel-Effekt schockierte mich beim ersten Außeneinsatz. Mit gedimmter Hintergrundbeleuchtung (also nach ein paar Sekunden Inaktivität) sieht man exakt nichts, wenn man bei normalem Tageslicht auf der Straße unterwegs ist. Mit Beleuchtung ist es OK, dafür wird die spiegelnde Oberfläche sehr hochwertig. Das Fingerabdruck-Problem ist wie auch beim iPhone eklatant auffällig, man wischt also ständig an dem Gerät herum. Gibt schlimmeres, man gewöhnt sich auch sicher mit der dran (an das Wischen oder die Abdrücke ist die Frage).

So, das waren meine ersten Eindrücke. Sehr positiv überrascht bin ich von der Wertigkeit. Mal schauen, was ich nach ein paar Tagen Benutzung sagen kann.