Traumwohnung

21 07 2008

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon erwähnt, dass wir auf Wohnungssuche sind. Dabei hatte ich mich reichlich verärgert über dreiste Makler und schlechte Exposés geäußert (lest da mal die aufschlussreichen Kommentare) und versprochen, mehr zu erzählen. Also bitte.

Wir sind etwas wählerisch, was Lage, Ausstattung und Bausubstanz einer Wohnung angeht. Sprich: Schlechter als unsere aktuelle Wohnung sollte es nicht sein. Wir wollen also ruhige Lage, einen Balkon, keine Nachtspeicherheizung und vorzugsweise auch keine Gasetagenheizung (noch teurer als jetzt in absehbarer Zeit). Eine große Gastherme in der Küche finden wir nicht sooo prall, 4. oder 5. Stock ohne Aufzug auch nicht wirklich und wenn schon die Fotos gammelig aussehen, schreckt uns das auch eher ab. Das ganze mit 2-3 Zimmern auf 60-75m² für 700€ warm (und inkl. Heizung) in einer Nebenstraße in Flingern-Nord, Pempelfort oder Düsseltal (oder vergleichbarem). Aber natürlich zentral genug zum Einkaufen und Ausgehen, ihr wisst schon. Hip und so. Ne U-Bahn-Haltestelle vor der Haustür oder durch das Haus erreichbar wär natürlich ideal…

Dieses Paket gibt es leider nicht. Selbst wenn man das mit der U-Bahn wegstreicht, ist das hier in Düssedorf in der Kombination nicht für 700€ zu bekommen. Klar, in Hellerhof kann man für 10€/m² warm schön wohnen, bestimmt auch in anderen stadtrandnahen Stadtteilen, aber das schwebt uns nicht gerade vor. Ideal wären also etwa die Hoffeldstr., die Lindenstraße, Hermannstraße oder eigentlich alle Nebenstraßen hier um die Ecke. Passende Wohnungen hier, die keine Bruchbuden sind und nicht total teuer: 0. Wo also Abstriche machen? Der Urologe wüsste da Bescheid, wir leider nicht. Ein Faktor könnte wegfallen, aber mehrere und trotzdem in der Preislage ist schon unschön.

Geil wär ja, wie bereits erwähnt, eine Wohnung im Quartis Les Halles 2.0 (trotz der albernen 2.0), aber teuer teuer… Oder doch nicht? Wenn man mal mit spitzen Bleistift rechnet und die anderen in Frage kommenden Wohnungen zu Grunde legt, muss man nur 5m² abziehen und bekommt dafür für gleiches Geld eine topmoderne Stadtwohnung mit feiner Ausstattung, Geothermieheizung und Rezeptionsservice (weswegen das ganze total versnobbt rüber kommt). Vor allem die Heizungsart ist aus Öko-Gesichtspunkten und unter dem Einfluss massiv steigender Brennstoffpreise ein wirklich schlagendes Argument, auch abseits der Frage, wo der Strom dafür herkommt und ob es eine Fußbodenheizung gibt. So schlagend, dass ich bereits mit der Maklerfirma in Kontakt stehe und sogar bereit bin, die Courtage zu bezahlen (die Exposés und die Website sind auch hervorragend, da kann ich das durchaus einsehen). Drückt uns also die Daumen, dass wir noch eine schöne Wohnung abbekommen, für unseren Favoriten gibt es nämlich schon Interessenten.

Nachteile? Was sind das für Nachbarn? Junge Akademiker? Wär gut. Wie ist das mit der Baustelle drum rum? Muss man wohl durch, dafür immerhin Erstbezug. Könnte man nicht billiger wohnen bzw. können wir uns das leisten? Tja aus billiger wohnen wird wohl nichts bei unseren Ansprüchen. Und leisten können? Muss wohl. Wobei ich gar so schlecht nicht verdiene, geht also eher ums leisten wollen.

Und zuletzt die Frage: Was machen wir bis zum 01.01.2009? Ein Mitbewohner ist jetzt schon raus, der andere geht zum 01.10., wir müssten also noch ne ganze Weile die große WG-Wohnung hier durchfüttern. Vielleicht finden sich ja so lange Zwischenmieter, mal schauen.

Ich werde diesen Post ggf. mit Nachtragungen versehen, falls es was neues gibt. Oder ihr quatscht mich in ICQ/Jabber an.

Nachtrag 02.08.2008: Les Halles ist raus, dafür hab ich nen neuen Eintrag gemacht. Die Suche geht weiter.


reCAPTCHA taugt als momentan einziger Captcha-Ansatz

24 05 2008

Viel wurde schon über Captchas geredet. Captchas sind diese allgegenwärtigen Bilder, die man entziffern muss, um irgendwo etwas im Netz zu nutzen und dabei nachweisen soll, dass man ein Mensch und kein Computer ist. Mitunter gibt es dabei so Stilblüten, wie die zwischenzeitlich bei Rapidshare eingesetzten Captchas, die ich beim besten Willen nicht lesen konnte. Erst der (korrekte) Vorschlag von Cryptload lies mich nachvollziehen, welche Buchstaben da wohl gemeint waren. Gut, dass ich die nur selten zu Gesicht bekomme. Irre. Da scheitert der Mensch und die Computer können es fehlerfrei lesen. Was für eine Umkehrung des eigentlich Gewollten.

Auch ich sichere meine Kommentarfunktion neben der Zwangsmoderation nach einigen Tagen mit einem Captcha ab. Allerdings sind meines Erachtens alle automatisch generierten Captcha-Ansätze zum Scheitern verurteilt, weil die Anti-Captcha-Programme auf die Algorithmen binnen kürzester Zeit angepasst werden und gleichzeitig werden die Dinger mit jeder Iteration für Menschen unleserlicher. Nicht so bei reCAPTCHA, das gerade die von Leseprogrammen nicht entzifferten Wörter nutzt und dabei gleichzeitig einem Bücher-Digitalisieren-Projekt die Entzifferung dieser Wörter liefert. Eine geniale Win-Win-Situation. Mir fallen nur drei Angriffe auf dieses Prinzip ein: Eine bessere OCR, als die von diesem Projekt eingesetzte. Klar, auch ein Angriff auf die konkrete Implementierung ist immer drin. Aber vor allem (schlecht) bezahlte Anti-Captcha-Farmen in China stellen eine echte Gefahr für jedes Captcha dar: Selbst wem die westliche Schrift nicht geläufig ist, der braucht maximal einen Tag Training, um die 26 (bzw. 52) Schriftzeichen halbwegs sicher zu erkennen. Und das reicht: Schon bei angenommenen 10 Captchas pro Minute und einer Erkennungsrate von vielleicht 30% kostet eine Entzifferung bei einem (für China nicht wirklich geringen) Stundenlohn von 3,60€ lediglich 2 Cent. Dreht man an etwas an den Parametern (ich habe sie bewusst teuer angesetzt), kommt man locker unter 1 Cent pro Captcha.

Spätestens wenn es soweit ist, müssen wir uns wirklich eine ganz neue Idee einfallen lassen: Der TKP strebt bei richtiger Auswahl der Platzierung und zu diesen Kosten gegen Null.

Ich komm da jetzt übrigens drauf, weil heute ein Bot aus Thailand offensichtlich 50 mal vergeblich versucht hat, an meinem reCAPTCHA vorbei zu kommen. Ein gutes Gefühl. Ich erfreue mich so lange daran, wie es geht. Noch funktioniert es ja gut.


Hoffentlich ein letztes mal DRM

27 04 2008

Ich hab schon lange keine Lust mehr. Meine aufklärerische Arbeit (sichselbstwichtigmach) und die Arbeit vieler anderer zum Thema DRM hat ja offensichtlich gefruchtet: Das Thema DRM für Musikdownloads ist weitgehend durch. Spätestens wenn demnächst Amazon auch auf dem deutschen Markt am Start ist, wird DRM-Fesselmusik wie Steine in den virtuellen Regalen liegen. Gut so. Lasst Euch nicht verarschen!

Also kleiner Digest zu aktueller Presse: Die Musikindustrie hat einen offenen Brief an die Kanzlerin veröffentlicht, in dem sie rumheult und fordert, dass die Bundesregierung etwas tut. Ich frage mich, was sie denn noch tun sollen? Reicht Euch die aktuelle für die Konsumenten sehr unangenehme Lage noch nicht? René von Nerdcore hat alles, was dazu zu sagen ist, in eine offene Antwort verpackt. Ja genau. Was können die Konsumenten und die Regierung (die diese irgendwie schon noch vertritt) dafür, dass Euch Euer Geschäftsmodell wegbricht? Wollt ihr noch analog zum Kohlepfennig einen Musikpfennig haben? Das wär ja ne geile Idee! Da löst sich die Grundlage einer ganzen Industrie auf (was bei der Musik so einfach nicht stimmt), und der Staat muss Arbeitsplätze mit hohen Subventionen sichern. Kennt man ja.

Allein: Eure Probleme sind Hausgemacht. Die Kunden haben plötzlich das Zepter in der Hand. Und die Kunden wollen durchaus Musik und sie wollen auch durchaus dafür bezahlen, ehrlich! Die Welt ändert sich. Heult der Lebensmittel-Einzelhandel rum, dass der Trend zu Convenience-Produkten geht und kaum noch jemand einfach nur Mehl kauft oder die Brauereibranche, dass der Bierabsatz ins Bodenlose fällt? Nein, denn man kann sich auch als Industrie durchaus an veränderte Situationen anpassen: Kommt man bei Rewe rein, empfängt einen eine Convenience-Kühltruhe und im Bierregal stapeln sich zig verschiedene Biermixgetränke, denn die sind tierisch en vogue und verkaufen sich blendend.

Und was macht ihr? Statt den Konsumenten schon seit zehn Jahren Musik im bevorzugten MP3-Format zu verkaufen zu Preisen, die nicht über denen von CDs liegen (aus denen man sich übrigens ganz einfach und noch immer legal eigene MP3s machen kann), und zu Konditionen, die denen von Tauschbörsenmusik mindestens ebenbürtig sind. Sprich: Ein Album für 10 Euro ohne Fußfesseln. Im Spiegel-Online steht übrigens dieser Tage ein gut zusammengefasster Abgesang auf DRM: Microsoft lässt Playsforsure-Musik, die Kunden im msn Musicstore gekauft haben, einfach auslaufen. Ab Mitte des Jahres kann man diese Musik nicht mehr auf andere Rechner (etwa seinen eigenen neuen PC) umlizenzieren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht nur, dass man seine bezahlte Musik überhaupt umlizenzieren muss, wenn man sie auf seinen neuen Rechner kopiert. Nein, das reicht noch nicht: Man stellt diese Möglichkeit einfach ab und nimmt seinen Kunden die bezahlte Musik damit praktisch wieder weg. Nach maximal drei Jahren.

Zur Erinnerung: Selbstgerippte Musik zum gleichen Preis (inkl. CD) und kostenlos aus dem Netz kopierte Musik läuft ohne jedes Haltbarkeitsdatum einfach weiter, man ist also der Gefickte, weil man für Download-Musik bezahlt hat, obwohl man die gleiche Musik auch für lau aus dem Netz hätte ziehen können. Verkerhte Welt. Und dann heulen diese Leute unserer Bundesregierung die Ohren voll.

Mir ist das inzwischen gleichgültig: Ich habe schon lange meine Musikkäufe auf ein Minimum reduziert. Einer Branche, die so scheiße ist, gebe ich echt nur ungern irgendwelche Kohle. Gibt genug bessere Alternativen für mein beschränktes Medienbudget. Überhaupt: Wie vermessen ist das ganze eigentlich? Die Leute versenken ihr Medienbudget inzwischen schlicht woanders und die Musikindustrie will Schutz davor? Wie? Meinen die im ernst, die Leute kaufen wieder mehr Musik, wenn man rechtlich gegen sie vorgeht und das mit harten Bandagen? Ganz offensichtlich schmecken den Leuten die aktuellen Konditionen oder die Inhalte nicht mehr. Was macht man als Geschäftsmann: Man dreht genau daran. Naja, ist ja gut jetzt. Schönen Sonntag noch.


Die lästige PDA-Kaufentscheidung

22 03 2008

Vor ein paar Tagen hatte ich ja meine PDA geschrottet und mich ach Alternativen umgesehen. Dabei hätte ich beinahe einen iPod touch gekauft, hab das dann aber auch einem wirklich bescheuerten Grunde nicht getan: Bei schutzgeld.de ist gerade iPod Woche und ich dachte, dass da vielleicht ein billiger touch an den Start kommt. Also brach ich die Bestellung bei myby.de ab und wartete ab. Gestern kam auch prompt einer rein für 35€ weniger als bei myby.de. War aber schon um 00:52 Uhr ausverkauft. Blöd. Stattdessen hatte ich aber schon mal vorab einen TomTom GO 720T bestellt, denn ein gutes Navi mit FM-Transmitter, Bluetooth-Freispreche und MP3-Player schwebt mir schon lange vor. 309€ kostet mich der Spaß, da bin ich echt mal gespannt. Ich werde berichten.

Bleibt aber die Selbstorganisation, sprich Termine, Kontakte, Aufgabenliste und Notizen. Am liebsten würde ich das über Thunderbird/Lightning machen, aber die Synchronisation ist da (noch?) etwas schwierig. Der iPod touch ist inzwischen aus dem Rennen, weil mir klar geworden ist, dass das Ding nur ne halbe Lösung wäre und ich ein Gerät haben möchte wie das iPhone mit den Funktionen, die ich schon im letzten Beitrag formuliert habe. Wenn das dann nicht von der Sekte Apple kommt, umso besser. Meine Hoffnung ruht auf Android oder einem der anderen Linux/Open-Source-Mobil-Systeme.

Was aber in der Zwischenzeit? Momentan biete ich bei eBay auf einen Loox N560, also das Topmodell der Serie, aus dem mein alter PDA stammt. Unterschiede: Bildschirm mit 640x480 Punkten statt 320x240, WLAN, Bluetooth, schnellerer Prozessor, mehr Speicher. Also packt das Ding fast alle Kritikpunkte an meinem alten PDA an, außer dass ich Windows Mobile noch immer scheiße finde und ich auch beim N560 das gleiche willkürliche Ein- und Ausschalten erwarte. Einige Leute behaupten, dass das am Akku liegt, ich glaube das ist ein Windows-Mobile Problem. Wenn ich das Ding für 170€ bekäme, wäre ich durchaus zufrieden mit der Gesamtsituation. Den TomTom bräuchte ich dann eigentlich doch nicht. Gut, dass die bei hoh.de den noch nicht los geschickt haben. Ich habe also das Wochenende Zeit, auf verschiedene N560er zu bieten. Es lebe das Sammelgebot. Mal schauen.


Exmatrikuliert und andere private Neuigkeiten

29 02 2008

Puh, seit heute bin ich nun auch offiziell kein Student mehr, bin umgemeldet und habe ein Ticket2000. Ab morgen habe ich dazu eine private Krankenversicherung. Demnächst bekomme ich auch eine Steuernummer zugewiesen, den Steuerberater und das Geschäftskonto hab ich ja schon. Insgesamt haben sich meine Fixkosten damit auf einen unschön hohen Wert gesteigert, so langsam muss also mal Geld fließen, sonst habe ich ein ernsthaftes Problem… Naja, klappt schon irgendwie.

Dann hat die letzte Strompreiserhöhung unsere WG so nah an den Ökostrom gebracht, dass wir nun zu Naturstrom gewechselt haben, also "richtigen" Ökostrom und keinen durch Zertifikate rein gewaschenen Standardstrom, wie man ihn an jeder Straßenecke bekommt (siehe Robin Wood). Gutes Gefühl, echt.

Außerdem habe ich meine Unterlagen weitgehend aufgeräumt und alle Ordner neu organisiert und die Uni- und FH-Unterlagen aus meinem direkten Zugriff entfernt. Sogar um die Rentenversicherung habe ich mich gekümmert! Über Jahre gewachsene Unordnung ist nun von meiner Seele gewichen und das ist auch ein echt gutes Gefühl. Bei der Gelegenheit implementiere ich gerade bei mir selbst verschiedene Organisationstechniken: Ich lese mich gerade in GTD und ZTD ein und übernehme das ein oder andere davon. Eine strenge ToDo-Liste führe ich schon seit ein paar Wochen. Sehr gut. Mein neues Leben und so...

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass ich dieses Sommersemester einen Lehrauftrag für meinen ehemaligen Studiengang übernommen habe? Für die Vorlesung "Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnik" plus Klausur. Da habe ich wirklich Lust drauf und freue mich schon drauf. Mal schauen, wie ich am Ende des Semesters darüber denke, denn für die Kohle lohnt sich das eigentlich nicht; es ist eine reine Spirit und Prestige Sache.


Böser Wii-Boom

25 02 2008

Einerseits ist es ja schön, dass die Wii so beliebt bei Kunden und Entwicklern ist. Leider hat das den unangenehmen Nebeneffekt, dass fast alle neuen Spiele total scheiße sind. Schnell mal ein kleines Kackspiel runtergerotzt und für Vollpreis auf den Markt gebracht, irgendwer kauft das schon. Die Strahlkraft der Wii ist einfach zu groß. Jüngste Beispiele:

Game Party. Ein immerhin halbwegs liebevoll zusammengewürfelter Haufen Partyspiele wie Airhockey, Darts, Basketball-Werfen und so. Sechs wirklich minimale Spielchen, von denen sich nur zwei halbwegs brauchbar spielen: Airhockey ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wii Play. Darts ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wario Ware. Ein Totalausfall ist das Quizspiel, dessen (englische) Fragen keiner von uns beantworten konnte (ging um irgendwelche USA-B-Celebrities). Da spielt man besser Smarty Pants. Die anderen drei Spielchen sind völlig mies. Gruselig. Das Game ist nicht mal die Kohle für die Videothek wert und noch nicht mal den Rohling, auf den man es brennen würde, wenn man es kopierte. Schlimm!

Donkey Kong Jet Race ist auch so ein mieses Spiel. Man wartet gespannt auf Mario Kart und hat noch Diddy Kong Racing auf dem N64 als halbwegs brauchbares Spiel im Kopf. Also investiert man das kleine Geld zum antesten und wird maßlos enttäuscht. Das Spiel ist ursprünglich für die Gamecube-Trommeln gedacht und wird mit Nunchuck und Wiimote gesteuert, indem man rechts und links damit "trommelt". Durch Trommelwirbel wird beschleuninigt und wenn man Spitzentempo erreicht hat, lenkt man durch Schläge rechts oder links. Man kann Bananen aufsammeln und Extras benutzen, aber alles spielt sich so mau, dass es mich fassungslos zurückgelassen hat. Vor allem aber fehlt jegliches Speedgefühl im Spiel. Leiht Euch das Spiel mal aus und testet es selber. Test bei golem.de.

Leider sind das nicht die einzigen Nieten auf der Wii, so dass man schon langsam zweifelt, ob überhaupt noch mal ein brauchbares Spiel erscheint. Meine Hoffnungen liegen auf Mario Kart ab dem 11. April 2008. Mal schauen.


Bürgerentscheid "Rettet den Golzheimer Friedhof"

10 02 2008

Überall in der Stadt hängen Wahlplakate einer Bürgerinitiative "Rettet den Golzheimer Friedhof", die dafür wirbt, beim ersten (mir bekannten) Bürgerentscheid in Düsseldorf mit JA zu stimmen. Nun muss man erst mal sagen, dass ich und viele Leute, die ich dazu befragt habe, nicht wissen worum es geht. Gut, dass der Abstimmungsbenachrichtigung ein großes Faltblatt beilag, in dem alle Positionen eine eigene Seite Raum bekommen haben. Nachdem ich jetzt alle gelesen habe, stehe ich vor einer schweren Entscheidung:

  • Die Bürgerinitiative kotzt mich an mit ihrem Populismus, der keine stichhaltigen Argumente liefert und lediglich genährt ist von sentimentalromantischen Bedenken. Also NEIN.
  • Die SPD gibt zu bedenken, dass die Stadt sich aus einem konstruktiven Dialog verabschiedet hat und ist daher dafür, bleibt aber sonst cool. Die offenen Bedenken der Bürger sollen nicht einfach ignoriert und durch Schaffung von Fakten ausgehebelt werden. Gute Auffassung.
  • Die Grünen gehen vor allem auf den Friedhof als Gartendenkmal ab, der geschädigt wird und die vielen alten Bäume, die das wahrscheinlich nicht überleben werden: Schlecht fürs Mikroklima. Auch die Grünen stoßen sich am ignoranten Verhalten der Stadt, die sich durch einen Dringlichkeitsbeschluss über das Bürgerbegehren hinwegzusetzen versucht hat. Das ist in der Tat sehr unfein und schlägt in Richtung JA.
  • Die Linke geht in einem sehr langen Text voll auf den Ausverkauf der Stadt ab, die für die Schuldenfreiheit schon eine Menge stadteigener Besitztümer verkauft hat. Auch die "Lasst Euch nicht erpressen"-Argumentation kommt hier zum Einsatz. Wir sagen: Keine Stadt darf sich erpressen lassen. Wenn Konzerne mit Abwanderung drohen, müssen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher damit drohen, die entsprechenden Produkte nicht mehr zu kaufen. Richtig gedacht und grundsätzlich sehr stichhaltig (siehe Bochum), aber leider irgendwie am Thema vorbei. Nebenbei bringt die Linke einige Informationen ins Spiel, die von den anderen Fraktionen nicht erwähnt werden. Für mich die stärkste JA-Argumentation von allen. Nachdem ich das gelesen hatte, war ich schon fast entschlossen für JA zu stimmen, trotz meiner Abneigung gegen die Bürgerinitiative und trotz des begrenzten Themenbezugs.
  • Die CDU antwortet mit Fakten und Behauptungen. Eine Stiftung für den Erhalt und die Pflege des Parks mit einem Kapital von 1 Mio. Euro (700.000 Euro von der Victoria, 300.000 Euro von der Stadt) ist eine Ansage, ebenso, wie die Abschirmung des Parks gegen die laute Fischerstraße. Auch wenn man nicht gleich euphoristisch von einer Aufwertung sprechen muss: scheiße ist anders. Der Neubau ist architektonisch angepasst worden, fällt filigraner aus und man kann durchschauen. Klingt nicht schlecht: Ein schöner gepflegter Park in ruhiger Hinterhoflage ist was feines. Andere Städte beziehen aus solchen Orten ihre Romantik. Das Parkplatzproblem ist durch die Öffnung der Tiefgarage für die Anwohner gut gelöst und bringt sogar eine Verbesserung mit sich. Einzig dem Keine-Arbeitsplätze-aufs-Spiel-setzen-Argument mag ich nur begrenzt folgen. Nicht erpressen lassen ist da schon die bessere Haltung.
  • Die FDP sagt das gleiche wie die CDU. Prägnant und stichhaltig.
  • Die Ratsgruppe Düsseldorfer Bündnis ringt sich zu einem NEIN durch und sieht letztendlich eine Aufwertung. Pro Bürgerentscheid als Institution, inhaltlich dagegen: Gute Haltung, kann ich folgen.

Also gehe ich abstimmen und stimme wohl mit NEIN. Die NEIN-Argumentation klingt plausibel in der Sache und nur JA zu stimmen, weil die Stadt sich arschig verhalten hat ist albern. Sich nicht erpressen zu lassen halte ich auch für wichtig und richtig, aber in dem Fall geht es nicht um etwas total böses für die Stadt und die Bürger, sondern um ein Projekt, dessen Potenzial ins Negative und ins Positive weisen kann. Mithin muss also das ganze nicht scheiße sein, sondern kann durchaus zu einer Win-Win-Situation werden. Davon gehe ich auch aus. Und schließlich kotzt mich diese Bürgerinitiative sowas von an. Bürgerentscheide dürfen nicht im Populismus absaufen, wie man das in der Schweiz schön beobachten kann. Allein der Titel "Rettet den Golzheimer Friedhof" geht am Problem vorbei, denn der Friedhof selbst ist nur indirekt betroffen. Es ist ja nicht so, als ob der böse Konzern (der am Standort immerhin 4000 Menschen beschäftigt) einfach rücksichtslos einen Friedhof bebauen möchte. Es geht um einen Parkplatz und darum, dass ein wahrscheinlich hübsches Bürogebäude (ich denke da an die sexy Gebäude der Stadtwerke am Höher Weg) Schatten auf diesen Friedhof wirft und ihn von der (lauten) Fischerstraße abschirmt.

Nachtrag 17.02.2008: Hier mal der besagte Parkplatz bei Google Maps.


Endlich: Hybride 3D-Beschleunigung

08 01 2008

Als verkappter Öko und Strom-Selbstzahler ist es bisher eine Tortur bei der Rechnerplanung. Wenn man auch noch Kunden beim Rechnerkauf professionell berät, ist der Gewissenskonflikt noch größer; wenigstens kann man den dann weitergeben. Wovon rede ich? Ich meine den Zwiespalt zwischen 3D-Leistung für das ein oder andere Spiel gegen Stromverbrauch. Dass eine dedizierte Grafikkarte mit ordentlicher Spielepower 100-300€ Aufpreis kostet ist noch eine leichte Entscheidung: Will man spielen, bezahlt man eben den Aufpreis, sonst eben nicht. Dass ein Rechner mit einer solchen Karte ggü. einem mit sonst ausreichender Chipsatzgrafik mal flockig mindestens die doppelte bis dreifache Stromaufnahme im Leerlauf (also fast immer im normalen Betrieb) hat, ist hingegen ein überflüssiger und wirklich ärgerlicher Nebeneffekt. Statt gemütlichen 50W ist man plötzlich bei 100-150W im Leerlauf, nur wegen einer oder zwei potenten Grafikkarte(n). Vorteil im normalen Betrieb: keiner! Und das ist dann doch eine schwere Entscheidung, wenn man nur ab und an mal ein Spiel wagt.

Doch Rettung ist in Sicht. nVidia haut Hybrid SLI raus und stattet deswegen alle neuen Chipsätze für AMD-Prozessoren (und später wohl auch die für Intel) mit Chipsatzgrafik und DVI-Ausgang aus. AMD nennt es Hybrid-Crossfire (Überraschung!) oder im Mai noch PowerXPress und macht wohl das gleiche, ebenso wie Intel, von denen mir der Markenname gerade nicht präsent ist. Der Trick besteht darin, dass man die gleiche Technik, die sonst mehrere große Grafikchips zu noch größeren Stromschluckern zusammenschaltet, auch friedlich nutzen kann: Man schaltet die "große" Grafikkarte einfach nur bei Bedarf an und überlässt die Wald-und-Wiesen-Darstellung dem armseligen Wurm von Chipsatzgrafik. Das ganze ist ein Muss in Notebooks und in meinen Augen auch auf dem Desktop längst überfällig. Auf meiner Idealisten-Wunschliste steht das jedenfalls schon länger als Grafikkarten mehr verbrauchen als Prozessoren. Also nur her damit. Ein Phenom im B3-Stepping (also ohne den unsäglichen TLB-Bug), eine ordentliche Mittelklasse-Grafik und mindestens 4GB RAM stehen auf meiner Wunschliste für einen neuen PC. Dann kann ich alles haben und auf der Netz darf ich dann die neuen Spiele mitspielen.

Randnotiz: Warum kann UT3 auf der gleichen Hardware nicht wenigstens so brauchbar laufen wie sein Vorgänger? 640x400 sind wirklich nicht spielbar, wobei selbst Counterstrike damals im Software-Rendering Modus in 320x240 sinnvoller spielbar war, nicht wahr Sebi?


Es lebe die Metainformation

07 01 2008

In irgendeinem Podcast (ich glaube es war Technikwürze) kam mal nebenbei die Diskussion auf, dass man in HTML5 doch neue logische Textauszeichnungen einführen sollte: Ein Tag für Ironie <irony> fehlt der Beschreibungssprache bisher nämlich ganz dringend; bei der Gelegenheit könnte man auch die Tags <sarcasm> oder <btw> an den Start bringen. Wenn man etwas gehirnstürmt fallen einem sicher noch andere sinnvolle Auszeichnungen ein. Ein Kostrukt für Randbemerkungen ist meines Wissens nach im aktuellen Entwurf bereits enthalten, was ich als regelmäßiger Nutzer solcher Konstrukte sehr begrüße. Ob der Browser das dann als Randmeberkung oder Fußnote rendert könnte CSS regeln, den Bezugsbereich könnte ein Inline-Element herstellen. Oder zwei Elemente, eines für Randbemerkungen zu einem Absatz und ein Fußnotenelement. Ich frage mich nämlich schon lange, warum HTML als Beschreibungssprache für (ursprünglich wissenschaftlichen) Hypertext keine sinnvolle Auszeichnung für Fuß- und Endnoten mitbringt.

Ich fordere also ganz offen mehr Rechte für Metainformationen in HTML! Möglichkeiten zur Auszeichnung von Ironie, Randmeberkungen und anderen Metainformationen fehlen dringend, Zitate und Abkürzungen können ja auch zweckmäßig ausgezeichnet werden. Das Thema wäre sicher eine Diskussion wert, oder?

Anderer Vorschlag: Eine Sache wie Mikroformate auf ein semantisch neutrales Element angewendet könnte ebenfalls die benötigten Metainformationen tragen, aber das halte ich wegen der in der Auszeichnungssprache semantischen Neutralität für keine wirklich zufriedenstellende Lösung.

Eine kurze Googlesuche fördert auf die Schnelle zwei interessante Dinge zu Tage: In einigen Foren gibt es einen BB-Code für Ironie in der Form [irony]ironische Bemerkung[/irony], was mit einem zitatähnlichen Kasten und einer direkten textlichen Warnung ausgezeichnet wird. Auch findet man allenthalben eine pseudo-HTML-Auszeichnung mittels eines <ironie>-Tags: Offensichtlich gibt es reichlich Bedarf für diese Auszeichnung. Dabei fällt mir auf, dass es auch ein Tag für Gefühlsausdrücke wie *grins* oder Emoticons geben könnte: <emotion rel="lachender Smilie">:D<emotion> oder <emotion>grins<emotion> oder so. Klar kann man auch ein Span drumrum setzen und mit einem Title versehen, aber das würde nur einen Tooltip für menschliche Leser erzeugen, eine Maschine würde das ignorieren und das als Text mitlesen. Zitate könnte man schließlich auch mit einem Span und einer CSS-Klasse und ggf. einem rel- und einem title-Attribut markieren. Ein echter semantischer Zusammenhang wird so nicht ausgezeichnet. Und dafür ist HTML doch da, oder?


Das SPAM-Problem ist anders

05 01 2008

Im letzten halben Jahr ist bei mir das SPAM-Aufkommen kaum mehr gestiegen (ich markiere SPAM aus Angst vor dem Verlust wichtiger Mails lediglich), aber der Anteil der SPAM-Nachrichten an meinem gesamten Mailaufkommen ist immens auf weit über 90% gestiegen: Ich bekomme kaum noch erwünschte E-Mails, so dass die 50-100 SPAMs pro Tag sich an Tagen mit keiner bis ein oder zwei relevanten Nachrichten der 100% nähern (und Newsletter zähle ich noch zu den relevanten Nachrichten). Was ich damit ausdrücken will: E-Mail ist tot. Zumindest für die tägliche private Kommunikation. Fast alle Kommunikation läuft bei mir – und sicher auch bei anderen – inzwischen fast nur in verschiedenen Kanälen wie Instant Messaging, Telefon, SMS, StudiVZ und andere soziale Netze, PNs in Foren und natürlich von Angesicht zu Angesicht. Wirklich wichtige Informationen kommuniziere ich kaum noch via E-Mail, ein persönliches Gespräch und IM sind da deutlich im Vorteil. Eine E-Mail kommt da höchstens noch als Ersatz (Kontakt momentan oder gar nicht anders erreichbar) oder ergänzend vor. Das Medium E-Mail ereilt momentan also das gleiche Schicksal, wie schon der Briefpost zuvor: Die Relevanz für private Kommunikation sinkt, für professionelle Kommunikation bleibt es aber quasi verpflichtend als Basisdienst verfügbar. Für Anmeldungen, Bestellbestätigungen, Newsletter, Supportanfragen etc. und natürlich firmenintern muss jeder weiterhin ein E-Mail-Postfach vorhalten. Nur kann man sich schon heute kaum noch darauf verlassen, eine zuverlässig funktionierende E-Mail-Adresse von jemandem zu bekommen, bzw. dass E-Mails dort auch alle ankommen und rechtzeitig gelesen werden. Viele Leute verzichten inzwischen sogar ganz ein E-Mail-Programm und lesen nur noch im Webinterface ihres Anbieters.

Was ist aber so schlimm an E-Mail? Für die private Kommunikation mangelt es dem Medium in meinen Augen vor allem an zwei Dingen: Es gibt kein Feedback, ob die Kommunikation geklappt hat und es gibt keinen Echtheitsnachweis (von Signaturen mal abgesehen) und dadurch ein massives Spamproblem. Bei IM kann man davon ausgehen, dass das Gegenüber die Nachricht gelesen hat, wenn er/sie online ist; auch kommt oft prompt eine Antwort. Telefon ist sowieso synchron, bei SMS kann man eine Empfangsbestätigung anfordern und in sozialen Netzen und Foren sieht man direkt, ob jemand eine Nachricht gelesen hat. Und man sieht überall zuverlässig, von wem eine Nachricht stammt. Auch pflegen IM-Systeme und soziale Netze systemimmanent eine Whitelist mit bestätigten Kontakten, so dass es kein so nennenswertes Spamproblem geben kann.

Einige kluge Leute haben schon 2007 als Todesjahr für E-Mail vorausgesagt und gewissermaßen haben sie Recht behalten. Aber wie geht es jetzt weiter? Können sich jetzt Signaturen und Absendernachweise durchsetzen? Quasi E-Mail 2.0? Bisher sind die an der Unbequemlichkeit für private Nutzung gescheitert. Aber wenn Privatnutzer dem Medium den Rücken kehren, ist das durchaus eine Chance für einen Reboot. Jetzt ist die Zeit gekommen, flächendeckend digitale Signaturen zu nutzen und Mailservern nur zu vertrauen, wenn sie sich als zuständig für eine Domain ausweisen. Ich glaube daran und ich bin gespannt, was die c't in ihrer heute gekommenen aktuellen Ausgabe dazu zu sagen hat, gelesen habe ich es noch nicht.

Die E-Mail ist tot, es lebe die E-Mail.