Der Spice Hype

05 12 2008

Die Kräutermischung Spice geht momentan intensiv durch die Medien und bekommt durch die häufig ungenaue bis falsche Berichterstattung mehr Aufmerksamkeit, als sie verdient. Prima Beispiel: Spiegel Online bringt ein Video über Salvia (und nebenbei auch über Spice), in dem YouTube Videos von ziemlich abgehenden Salvia-Kiffern gezeigt werden. Soweit OK, allerdings frage ich mich schon hier, wieso da dann plötzlich über Spice geredet wird, wo Salvia Divinorum (Aztekensalbei) und Spice zwei wirklich verschiedene Paar Schuh sind: Salvia ist eines der stärksten Halluzinogene weit und breit und in Deutschland seit Anfang dieses Jahres nicht mehr frei verkäuflich. Nicht ganz zu Unrecht, mit Salvia ist wirklich nicht unbedarft zu spaßen, auf jeden Fall noch weniger als mit den meisten anderen Drogen. Spice, sowie seine "stärkeren" Varianten Spice Gold und Spice Diamond und alle Nachahmer wie Sence, ChillX und SMOK wirken je nach Erfahrungsbericht irgendwo zwischen gar nicht und etwa so stark wie Cannabis, nur irgendwie anders. Also erst mal keine Panik, liebe Eltern. Trotzdem sollte man die Finger davon lassen, zumindest bis geklärt ist, was es genau ist und wie es genau wirkt. Ohne dieses Wissen Drogen zu konsumieren ist nie eine kluge Idee, egal um welche Drogen es sich handelt. Cannabis ist übrigens hervorragend erforscht, millionenfach bewährt und vor allem viel billiger! Von Spice und Co. braucht man für eine nennenswerte Wirkung deutlich mehr als von durchschnittlichem Gras und pro Gramm 6-12€ sind nicht wirklich billig, wie viele Berichte behaupten. Brauchbares Gras kostet in Holland etwa das gleiche, kann aber deutlich viel mehr pro Gramm. Warum ist Spice dann so beliebt, außer dem offensichtlichen Grund, dass so ziemlich jedes Medium in den letzten Monaten profundes und sagenumwobenes Halbwissen darüber in die Welt gesetzt hat? Ganz klar: Es ist frei verkäuflich, was zur paradoxen Situation führt, dass gerade die bigotte und allemal überdenkenswerte Drogengesetzgebung die Leute scharenweise in die Arme von schlecht bis gar nicht erforschten und möglicherweise gefährlichen Cannabis-Alternativen wie Spice treibt. Ziel verfehlt würde ich mal sagen.

Wer Kinder hat und für wen deswegen Drogen ein Thema sind, sollte übrigens unbedingt mal mit (ehemaligen) Konsumenten darüber sprechen und/oder das Buch "Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muss" von Steffen Geyer und Georg Wurt" lesen. Ich kann das nur jedem empfehlen, sowohl potenziellen Cannabis-Konsumenten, als auch ganz besonders warm besorgten Eltern von Teenagern. Verbote und Verteufelungen bewirken bei Teenagern nämlich oft das genaue Gegenteil, wenn sie sich aus offensichtlich zur Schau gestelltem Un- bis Halbwissen speisen. Und über Cannabis und Drogen im Allgemeinen geistert unfassbar viel mythisches Halbwissen herum, das oft genug im krassen Widerspruch sowohl zur erfahrenen, als auch zur objektiven Realität steht. Also: Ruhe bewahren, gut informieren und Gespräche auf dem Boden der Tatsachen führen.

Ach ja, die Medienkritik: Spiegel Online benutzt die YouTube Videos von völlig geflashten Salvia-Konsumenten nicht nur im Beitrag über Salvia, sondern auch in einem gesonderten Beitrag über Spice und tut damit so, als würde Spice tierisch flashen. Allerdings flasht nicht mal Cannabis auch nur ansatzweise in der Art, wie es Salvia tut, und Spice erst recht nicht. Solche Berichterstattung klärt weniger auf, als sie neue Konsumenten in die Läden treibt. Das ist scheiße und nützt allein den Herstellern solcher Kräutermischungen. Spiegel Online ist aber nicht alleine damit, deren Videoberichte zum Thema sind sogar vergleichsweise gut recherchiert und bis auf den Fauxpas mit den falsch zitierten YouTube Videos recht stimmig.

Nachtrag 08.12.2008: Den lustigen Tippfehler im Titel habe ich schweren Herzens korrigiert. Aber eigentlich wollte ich darauf hinweisen, dass Malte vom Spreeblick just heute einen kleinen Drogenführer begonnen hat. Wer übrigens Malte nicht kennt oder den Spreeblick, hat recht wahrscheinlich was verpasst, für den Drogenführer gilt das auch. Also ran. Mal schauen wie die folgenden Kapitel aussehen werden.

Noch ein Nachtrag, diesmal am 18.12.2008: Wie man der Internet- und Tagespresse allenthalben entnehmen konnte, ist der wirksame Inhaltsstoff von Spice und Co. wohl das synthetisch hergestellte JWH-018. Siehe auch bei Steffen Geyer oder beim Spiegel Online. Damit ist das Geheimnis wohl geklärt, wenn die Analyse denn tatsächlich stimmt. Ergebnis für die Praxis: JWH-018 ist bisher nur an Mäusen erforscht, also lieber richtiges THC an den Start bringen. Ergebnis für die Sinnebene: Die Situation führt sehr klar die Absurdität des Cannabis-Banns vor Augen. Eine nicht gerade geringe Zahl von Menschen (vor allem Minderjährige) weicht auf legale Cannabis-Alternativen aus und nimmt allein für die Legalität ein unnötig hohes Risiko in Kauf, obwohl Cannabis hervorragend erforscht und vergleichsweise ungefährlich ist. Ungefährlicher jedenfalls als Tabak und auch als Alkohol (Gefährlichkeit hier gemessen an Todesofpern und Suchtpotenzial). Da kann ich nur den Kopf schütteln.


Die deutschen Copycats

02 12 2008

Manchmal kann ich es echt nicht mehr hören das undifferenzierte Gejammer über die german copycats, die ja alle so ultra innovativen US Web 2.0 Dienste einfach 1:1 für den deutschen Markt übersetzen. Arme Amis… Wenn man es etwas differenzierter betrachtet, wird man allerdings mehrere Dinge feststellen:

Zum einen wird man tatsächlich etliche Dienste finden, die mehr oder weniger 1:1 von US-Vorbildern geklaut sind. Aber: Das ist keine besondere deutsche Spezialität, sondern passiert weltweit täglich im Netz (man denke nur an die bestimmt inzwischen dreistellige Anzahl von Twitter-Klonen). Dass das möglicherweise auf dem deutschen Markt häufiger vorkommt, also anderswo (ist das tatsächlich so?), hat für mich einen ganz simplen Grund: Der deutsche Markt ist ein vergleichsweise großer Markt und lokalisierte ausländische Inhalte haben hier Tradition (ich denke hier an Filme und Serien, die durchweg synchronisiert werden). Wenn ein erfolgreicher und innovativer englischsprachiger Dienst keine lokalisierte Fassung für diesen Markt anbietet, macht es eben jemand anderes. Bestes Beispiel: Facebook und StudiVZ. Für Facebook war der deutsche Markt erklärtermaßen mit eher geringer Priorität versehen, also musste zwangsläufig jemand kommen und die zweifelsohne sehr zeitgeistige Idee adaptieren. Das ist nicht fies, dreckig und gemein, sondern eine logische Konsequenz des links liegen lassens eines vielversprechenden Marktes. Wer auf die Mitarbeit seiner Nutzer angewiesen ist, sollte besser deren Sprache sprechen und deren Gepflogenheiten ernst nehmen, sonst macht es jemand anderes. Ob die Oberfläche und Funktionalität hingegen dertart platt abgeguckt werden muss, ist eine andere Frage und da verstehe ich jede Beschwerde. Wenn ich mir allerdings Facebook und StudiVZ jetzt so anschaue, kann ich so viel Ähnlichkeit gar nicht mehr erkennen. Bei den meisten (zumeist englischsprachigen) Twitter-Klonen ist die Ähnlichkeit jedenfalls viel größer.

Eine andere Gruppe sind sehr sehr naheliegende Dienste, bei denen schlicht mehrere Leute auf die gleiche Idee gekommen sind. Branchenverzeichnisse mit Lokalbezug und Bewertungen zum Beispiel drängen sich geradezu auf. Die Frage, ob Qype eine Yelp-Kopie ist oder nicht (Kommentare lesen!) stellt sich daher für mich nicht. Wie eingebildet und hochnäsig kann man sein, hier einen Ideenklau zu unterstellen: Als ob in Deutschland keine innovativen Köpfe im Web unterwegs wären und naheliegende Dienste entwickeln würden. Einer der Kommentare brachte es auf den Punkt: Die deutschen Gelben Seiten als Nachmache der amerikanischen Yellow Pages zu bezeichnen geht schlicht an der Realität vorbei.

Eine dritte Gruppe sind Dienste, die sich in einigen Funktionen überschneiden, sonst aber unterschiedliche Ausrichtungen haben. Ich sehe nichts kritisierbares darin, Funktionen von anderen Diensten zu übernehmen, die sich dort als funktionabel erwiesen haben. Der englische Begriff dafür nennt sich best practice und beschreibt genau das: Man übernimmt Funktionen und Arbeitsweisen, die sich bei anderen bewährt haben. Ein in der Informatik völlig übliches und positiv besetztes Vorgehen.

Ja, es gibt ein Copycat-Problem und ich verstehe, dass es frustrierend ist zu sehen, wie eigene gute Ideen zwei, drei Monate später bei anderen Diensten übernommen werden. Aber hier gilt ganz einfach das Gesetz des freien Marktes: Dass deutsche Copycats in Deutschland erfolgreicher sind als die US-Originale, kommt ja nicht von Ungefähr, sondern zeigt ganz klar Defizite bei der internationalen Expansionspolitik von US-Diensten auf. Wer Wal-Martesk versucht so ganz nebenbei europäische Märkte ohne die nötigen landesspezifischen Anpassungen in die Tasche zu stecken, braucht sich nicht wundern, dass er damit wenig erfolgreich bleibt. Europa und speziell Deutschland und Frankreich sind eben eigene Märkte mit einigen Spezifika die man selber beachten kann oder das eben anderen überlassen.

Letzter Aspekt für heute: Wenn man allzu schnell und leicht kopiert wird, sollte man selbstkritisch genug sein zu erkennen, dass der eigene Dienst offensichtlich nicht so genial und einzigartig ist, wie man denkt. Amazon, eBay und Google sind deswegen nie wirklich gut kopiert worden, weil dort einfach mehr Genius drin steckt, als etwa in Twitter, das jeder halbwegs begabte Webmensch in zwei Tagen nachprogrammiert hat. Zu einem tragfähigen USP gehört laut Marketing-Lehrbuch nun mal die Eigenschaft, nicht in einem Handstreich von der Konkirrenz imitiert werden zu können. Dass Webdienste (gerade in den USA) auch ohne einen solchen USP eine große Menge Venture Kapital ins Popöchen geblasen bekommen setzt diese Regel nur soweit außer Kraft, dass die Kapitalgeber hoffen, dass der Dienst seinen zwangsläufig aufpoppenden Kopien (eben durch dieses viele Geld) stets genau den Schrit voraus ist, der nötig ist.


Musikalische Jugendsünden der 90er

12 11 2008

Im Spreeblick verreißt Malte Welding sehr treffend und lesenswert die schrecklichsten Lieder der 90er (bringt etwas Zeit mit für die Videos). Das schlimme an der Auswahl ist ja, dass ich auf etliche dieser Lieder total abgegangen bin, alleine in meinem Zimmer tanzend mit nicht wirklich funktionierender Lichtorgel und einer am Anschlag aufgedrehten Kompaktanlage etliche der Lieder hoch und runter gehört habe. Warum nur? Warum habe ich einen jahrelangen pubertären Ausflug in die Gruselmusik hinter mir, nach dem meine Musikhörkarriere doch so vielversprechend angefangen hatte. Immerhin waren meine ersten CDs (und damit meine ersten eigenen Tonträger) ein paar Kraftwerk-Alben und die großartige 4 Gewinnt von den Fantastischen Vier. Die Fantastischen Vier, genau… Diese Platte legte auch den Grundstein für meinen mich selbst heute noch immer wieder erstaunenden Hip-Hop-Zitate-Assoziations-Wahnsinn. Zurück zum Thema: Für die meisten Lieder auf meinen Bravo Hits 6 bis Anfang 20 schäme ich mich heute angemessen. Zu meiner Entschuldigung wende ich ein, dass ich da 12 bis ca. 17 war (hoffe ich zumindest) und somit die Pubertäts-Ausreden-Karte spielen darf. Andere Lieder von Maltes Liste finde ich allerdings auch heute noch gar nicht so sehr schlimm. Die schlimmen Lieder aus Maltes 80er-Schlimme-Lieder-Liste fand ich um Welten grauenvoller.

Natürlich hab ich einen passenden großartigen deutschen Hip-Hop-Song zum Thema auf Lager: Jugendsünden von Mutter Natur (Nico Suave, Dendemann, Majubiese) auf Nico Suaves Album Suave passt hervorragend, gibts aber nicht bei Youtube. Die Hookline geht so (ganzer Text hier):

Was war, das war! Ja, so war das, Leute! Heute lach' ich über gestern, morgen lach' ich über heute!

Wer mal hier ist und ganz lieb fragt, dem zeige ich auch das Video, wo wir zu viert eine eigene Choreografie auf "Baby come back" von Worlds Apart getanzt haben, in Behns Keller. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ironisch wir das gemacht haben, ich befürchte allerdings zu wenig. Das gilt auch für mein von Kelly Family Postern zugehangenes Zimmer damals, was irgendwie ein zu halbherziger Protest gegen den Kelly-Family-hassenden Mainstream war. Aber auch dafür habe ein paar gute Entschuldigungen parat: Erstens war meine erste Freundin (wenn man das so nennen kann, wir waren 13 und das war primär pubertär bedingt, aber das ist ein anderer Beitrag) Kelly Fan. Zweitens findet meine Mr. Hyde Seite auch heute noch einige der Lieder schön und drittens hatte ich schon damals ein Faible für Maite Kelly. Darf man sowas zugeben? Egal, auch das gehört in einen anderen Beitrag.

P.S. während ich diese Zeilen schreibe, lausche ich schlimm-großartigen Spären- und Flötenklängen auf sky.fm New Age.


Ich bin die Zielgruppe für BMW 1er Cabrio und VW Scirocco

04 09 2008

Jaja, ich weiß: Denken in Zielgruppen ist sowas von out, wie es out ist, out zu sagen. Was ist eigentlich das Gegenteil von en vogue, denn das wäre en vogue, wobei en vogue so fuckin lastyear ist. Irgendwie könnte man diesen Satz ewig fortführen, ich weiß auch gar nicht, welcher Begriff für angesagt gerade angesagt ist… Ich hör ja schon auf…

Also zurück zur Zielgruppe: BMW schickte mir vor ein paar Monaten ein personalisiertes Anschreiben, dass der 1er Cabrio aber sowas von was für mich wäre, das hätte es echt noch nicht gegeben. Meine interessierte Anfrage nach der Herkunft meiner Adressdaten und einer Begründung, was mir die Ehre eingebracht hat, einer so erlesenen Mailing-Zielgruppe anzugehören, hat drei außerst freundliche Briefe zur Folge gehabt: BMW entschuldigt sich ganz betroffen (ich hatte mich gar nicht beschwert, sondern nur nett gefragt) und verweist auf ihre Customer Relationship Agentur "gkk München". Die schickt mir einen ebenso freundlichen Brief auf tollem Briefpapier und verweist auf die Adresshandel-Tochterfirma der Deutschen Post, die "Deutsche Post Direkt" (ich meine das sind die, die immer diese eingeschweißen Fernsehprogramme mit lokalen Handelsprospekten im Hausflur ablegen; hier allerdings schon länger nicht mehr). Die wiederum schickt einen Brief hinterher und nennt endlich die Quelle: Der Verlag der Men's Health, die ich als Spätteenager lange abonniert hatte (lustige Zeitung übrigens). Falls jemand der beteiligten Firmen das hier liest: Ich bin nicht böse darüber und habe mich über die Briefe echt gefreut, zeugen sie doch von einer seriösen Einstellung zum Thema; und nebenbei natürlich der pflichtbewussten Befolgung gesetzlicher Regelungen zum Datenschutz.

Jetzt bekomme ich wohl keine Mailings zu BMW mehr (ich würde sowieso keinen kaufen, bin da mehr so der Audi-Typ). Dafür meint VW nicht gänzlich abwegig, ich wäre der ideale Insasse eines neuen Scirocco und unterstreicht das mit einem wirklich gelungenen Wackelbild-Mailing und feinsinnigen Sprüchen wie Er parkt nicht. Er wartet. oder Rasant fahren kann jeder, Rasant stehen nicht.. Ein bisschen Conversion haben sie dafür bekommen: Ich habe mir direkt mal einen Konfiguriert und war dann etwas erschüttert, dass aus 23.000 € Grundpreis dann weit über 30.000 geworden sind. Natürlich mit der unfassbar coolen USB-Buchse in der Armlehne, die man schon aus dem Golf kennt. Schenkt mir jemand einen Hybrid-Scirocco? Was? Den gibts (noch) gar nicht? Ach so, naja, dann nicht. Solange tuts mein babyblauerIceBlueMetallicfarbener Honda Jazz von 2002 noch sehr gut. Obwohl, das Baby war neulich das erste mal mit Wehwehchen in der Werkstatt: Erst war die Motorfehlerleuchte an, das ließ sich aber schnell und dauerhaft mit dem allwissenden Diagnosecomputer und später bei der Inspektion abstellen. Dann ist der Bowdenzug des Klimaanlagen-Temperaturwahlschalters abgegangen (33€) und dabei ist aufgefallen, dass der Klimakompressor unschöne Geräusche macht und mich in absehbarer Zeit 1100€ kosten wird. Mist, dafür kann man sich ja schon fast einen Scirocco kaufen, aber den gibts ja nicht als Hybrid oder sonstwie auch nur im Ansatz ökologisch tragbar.

Meinen Jazz fahre ich ja aktuell stets unterhalb des im Prospekt angegebenen Normverbrauchs von 5,7l Super auf 100km (durschnittlicher Verbrauch über 87000km in den letzten sechs Jahren: 5,8l/100km). Ja, ich führe minutiös Buch darüber und ja, es kickt mich, den Wagen im Windschatten von Lastwagen auf der Autobahn auf fast 4,0l/100km zu bringen. Wenn man so von hier nach Köln fährt, ist man insgesamt nur ungefähr fünf Minuten länger unterwegs als mit 120, verbraucht aber 1/3 weniger Sprit. Das ganze erinnert mich an "Produktion und Logistik" aus dem BWL-Studium, wo man für sowas Kurven berechnet und das Optimum unter den gegebenen Umständen berechnet. Mir hat das echt Spaß gemacht, nachdem der Professor statt Busse von Colbe den Dyckhoff als maßgebliches Lehrbuch eingesetzt hat. Daran hats jedenfalls nicht gelegen, dass ich in der Klausur durchgefallen bin.

Zurück zu den Autos: Ich bin einfach zu Öko und zu geizig (was hier das gleiche ist) für so nette sportliche Fahrzeuge. Trotzdem freue ich mich immer über gut gemachte und grundsätzlich passende Mailings. Autowerbung gefällt mir allgemein nämlich sehr gut. Ich stelle aber eine Bedingung: Ich will wissen, welche Kriterien mich in den Fokus für solche Mailings gebracht haben. Nur weil ich einen akademischen Abschluss habe, in Flingern-Nord wohne und im IT-/Medienbereich beheimatet bin? Guter Grund an sich, aber reicht das? Auf meinen Mitbewohner treffen die Kriterien auch zu und der bekommt solche Mailings nicht. Dessen Einkommen ist aber regelmäßiger und gelegentlich auch höher als meins und das beste ist: Der Typ hat (noch) gar kein Auto, allerdings braucht der auch keins und bekäme wohl einen Dienstwagen, falls sich das ändern sollte.

P.S. Es sollte sich einbürgern, dass jede Firma bei jedem Mailing die Quelle der Adressdaten sofort dazuschreibt. Wäre irgendwie höflicher, würde so manche Frage von vornherein beantworten und würde den Adresshandel deutlich erschweren. Sollte mich eine Firma telefonisch kalt kontaktieren, was rechtlich gesehen eine schlechte Idee ist, frage ich da erst mal nach. Nennen die mir dann keine Quelle, rede ich gar nicht erst mit denen. Gute Idee eigentlich.


Ich muss auch mal Twittern oder so

25 07 2008

Als ich gelesen habe, warum das Internet Johnny Haeuslers Leben zerstört hat, habe ich mich irgendwie zugehörig gefühlt. Ihr wisst schon, dieses warme Gefühl, dazu zu gehören, dabei zu sein. Ja, das ein oder andere davon trifft auf mich voll zu, wenn nicht… ja wenn nicht alle Webtypen den ganzen Tag rumtwittern würden. Twitter ist dieser Dienst, bei dem man in 140-Zeichen Nachrichten seinen Followern mitteilt, was man gerade macht und wo man ist und was einen gerade beschäftigt. Microblogging heißt das ganze und führt die Grundidee des Blogging konsequent weiter: Man kann überall und ständig sein Sendungsbewusstsein voll ausleben und alles in die Öffentlichkeit schrei(b)en. Der Witz ist ja, dass man sein Umfeld derart mit Informationen flutet, dass niemand weitere Fragen stellt und dann, ja dann bleibt die Privatsphäre privat, wo sie privat bleiben soll. Hofft man zumindest.

Also werde ich demnächst wohl mal bei Twitter mitmachen oder wo auch immer. Vielleicht checke ich auch bei aka-aki ein und sehe, welche anderen aka-aki-Nutzer gerade in meiner Nähe sind und ihr Bluetooth anhaben. Das wird zwar nie vorkommen abseits der Webmenschen-Kongresse, aber die Idee ist cool. Eine ähnliche Idee hatte ich übrigens vor einem Jahr im Dating-Kontext auch schon mal, aber das ist ne andere Geschichte.

Was wär eigentlich die Killer-Applikation hierbei? Twitter-Microblogging mit Geotags (via GPS und zwar optional), Freunde-in-der-Nähe-Erkennung via Bluetooth und alternativ über einen Webservice (dazu muss man seinen aktuellen bzw. zukünftigen Aufenthaltsort stets halbautomatisch aktualisieren können). Das ganze auf offener Jabber/XMPP-Basis mit reichlich APIs bestückt. Das wärs irgendwie, vor allem, wenn man jederzeit den Überblick behält über die Daten, die man veröffentlicht. Thema Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung. Nur gedankenlose Teenies benutzen solche Dienste trotz einem latenten Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben. Oder vielleicht ist auch gerade das für manchen der Reiz?

P.S. Liebe Vorratsdatenspeicherer: Es ist kein Widerspruch, im Netz eine Menge von sich freizugeben und gleichzeitig die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Der Unterschied liegt in der Kontrolle über die über mich gesammelten/veröffentlichten Daten, Stichwort Informationelle Selbstbestimmung.


Wer kein iPhone hat, bekommt hier keine Wohnung

18 07 2008

Geil geil geil! Momentan bin ich auf Wohnungssuche und blicke immer wieder sehnsüchtig auf das, was da gerade am ehemaligen Güterbahnhof in Pempelfort entsteht: Das French Quarter oder auch Le Quartier Central. Quartis Les Halles, Quartis Les Halles 2.0 und île – mein kreatives Viertel finde ich (trotz der dämlichen Bezeichnung 2.0) derart geil, dass ich sofort dort hinziehen würde. Woran scheitert es also? Zum einen ist das meiste davon erst im Bau bzw. in Planung und zum anderen sind das fast alles Eigentumswohnungen. Aber der wirkliche Grund ist schlicht und einfach der, dass ich kein iPhone besitze und deswegen sowieso keine Chance habe, dort eine Wohnung zu bekommen; zumindest bekomme ich den Eindruck, wenn ich mir die Hochglanz-Stylo-Websites angucke.

Der Alex wies mich aber eben auf die von mir vermisste Liste mit Mietwohnungen in dem Objekt hin. Nicht ganz so cool, wie ein stylischer 200qm-Neubau-Loft, aber ansatzweise bezahlbar und vielleicht einen Blick wert? Schon teuer der Spaß.


FSF fasst gute Gründe gegen das iPhone zusammen

14 07 2008

Vorbemerkung: Kauft Euch so viele iPhones wie ihr wollt. Macht von mir aus 10 mal einen Vertrag mit der Telekom oder hackt Euch durch die Welt. Werdet glücklich und lasst Euch dieses Glück nicht ausreden.

Ich habe kein iPhone, das hat verschiedene Gründe. Ich will auch kein iPhone, denn die Firmenpolitik dahinter macht mich krank, was ich aber nie wirklich prägnant in Worte fassen konnte. Das hat die FSF jetzt übernommen. 5 reasons to avoid iPhone 3G:

  • iPhone completely blocks free software. Developers must pay a tax to Apple, who becomes the sole authority over what can and can't be on everyone's phones.
  • iPhone endorses and supports Digital Restrictions Management (DRM) technology.
  • iPhone exposes your whereabouts and provides ways for others to track you without your knowledge.
  • iPhone won't play patent- and DRM-free formats like Ogg Vorbis and Theora.
  • iPhone is not the only option. There are better alternatives on the horizon that respect your freedom, don't spy on you, play free media formats, and let you use free software -- like the FreeRunner.

Ja, da sind (vielleicht) bessere Alternativen am Horizont. Aber momentan ist das iPhone immer noch ziemlich alleine auf der slick-bedienen-Bühne. Was für ein Licht wirft das auf die Handyhersteller, dass erst ein branchenfremder Hersteller kommen muss, um im Vorbeigehen fast alles zu beheben, was an Handys bisher genervt hat? Dass Apple im Gegenzug neue Nervigkeiten mitgebracht hat, die vorher ganz selbstverständlich nicht integraler Bestandteil von Handys waren, ist natürlich schade. Aber dennoch sieht man, dass es noch ein Jahr nach Veröffentlichung des ersten iPhones kein etablierter Handyhersteller geschafft hat, etwas auch nur im Ansatz ebenso gut bedienbares an den Start zu bekommen. Dass Handys schlechter waren als nötig hat einem ja schon lange gedämmert, aber dass die Hersteller offenbar durchweg derart in die falsche Richtung gedacht haben, ist ein Armutszeugnis. Ganz besonders Nokia mit ihrem S60-Mist ist hier zu nennen. Beispiel: Schnappt Euch mal ein aktuelles Nokia-Telefon und surft mit dem eingebauten Browser (ohne Touchscreen natürlich, denn Touchscreens findet Nokia doof). Und dann nehmt ein iPhone zur Hand und macht das gleiche noch mal. Beide Browser nutzen WebKit als Rendering Engine, arbeiten also weitgehend korrekt. Nur ist der eine träge, ruckelig und eine Bedienungs-Zumutung und der andere hangelt sich so leichtfüßig, weich und selbstverständlich durch das Web, dass man sich nur freuen kann. Davon abgesehen, dass die WLAN-Verwaltung bei Nokia ständig und immer mit Fragen präsent ist, statt einfach im Hintergrund zu funktionieren. Was soll das?

Zurück zum Thema. Dass Apple so sehr seine Finger auf dem iPhone hält hat zwei Effekte: Zum einen könnte es sein, dass die Programmqualität dadurch auf einem durchschnittlich höheren Niveau liegt. Möglich, aber nicht zwingend. Zum anderen aber kann Apple so missliebige Programme einfach verbieten, so wie das mit TomTom gerade passiert. TomTom hat angeblich eine Portierung seiner Software für das iPhone bereits in der Schublade, kann diese aber gegen Apples Willen nicht an den Markt bringen. Wenn ich sowas höre, kann ich der FSF nur zustimmen: Finger weg von so einem Sektensystem.

Als Ausnahme kann ein gehacktes iPhone gelten, aber ich für meinen Teil möchte meine Geräte erhobenen Hauptes nutzen können und nicht in die Halblegalität gedrängt werden, um sie so zu nutzen, wie ich das will. Von Garantiefragen mal ganz abgesehen und von der ewigen Bastelei bei Firmwareupdates und dem Damoklesschwert, dass Apple einen Weg findet (und finden möchte!), die Jailbreaks zu verhindern. Irgendwie ist ein gehacktes iPhone so wie verschämt irgendwo Gras kaufen müssen.

Und zum Schluss gebetsmühlenartig ein paar mehr Gründe, warum ich kein iPhone will: Kein Bluetooth-Stereo-Audio-Profil, keine Nutzungsmöglichkeit als UMTS-Modem (warum nur?), weltfremde Tarife und die Zwangsehe mit iTunes. Bitte fragt mich also nicht ständig, warum ich kein iPhone habe, wo ich doch der Typ dafür bin.

P.S. Es ist übrigens bemerkenswert wie Tiermama-gleich einige iPhone Besitzer ihr Baby verteidigen. Damit meine ich nicht ihr konkretes Gerät, sondern das Phänomen iPhone an sich. Schön, wenn die Einschränkungen für jemanden nicht relevant oder relevant genug sind. Aber das ist nun mal kein belastbarer Grund, die Einschränkungen allgemein wegdiskutieren zu können.


Chai Latte

08 05 2008

Ich habe ein Problem: Ich mag keinen Kaffee. Ich sag euch nee, nee, nee, da trink ich doch lieber Tee . Auch bin ich Nichtraucher, is also nix mit gemeinsamen Käffchen und Raucherpausen im PissRaucherbereich.

Nun begab es sich aber, dass unter den so hippen Typen in Berlin und jetzt auch hier in Flingern und so, also da wo sich tagsüber so selbstständiges Volk und die Kinderwagenfraktion in netten Straßencafés begegnen, die Chai Latte umgeht. Das ist zur Abwechslung nix sexuelles, sondern ein Chai-Tee (also Schwarztee mit Gewürzen) mit einem Schuss Milch, und oftmals auch Milchschaum drauf und Honig drin. So ists ja schon in der Beschreibung der digitalen Bohème, dem Buch "Wir nennen es Arbeit", subtil festgeschrieben: Lebemänner (und -frauen) trinken heute keinen Kaffee mehr, Kaffeesucht ist irgendwie out und voll was für Festangestellte (in dem Kontext negativ konnotiert) und so, so scheints.

Mein Problem damit ist: Ich habe dieses Buch gelesen (bis etwa zur Hälfte) und ich habe auch das Hörbuch gehört (natürlich voll Original, ey). Und ich mag Chai Latte. Wenn ich jetzt aber, sagen wir mal in der Erbse oder im Nooij ein geschäftliches Meeting habe, sind da noch andere Typen, die das Buch wahrscheinlich gelesen haben. Wenn ich jetzt also Chai Latte trinke, denken die: "Aha, der Typ will voll Bohème-mäßig kommen und trinkt Chat Latte, weil das da grad en vogue ist." Oder so. Dem ist nicht so, ich trink das, weil ich keinen Kaffee mag und Chai Latte irgendwie leckerer ist, also einfach nur Tee. Aber das wissen die Leute ja nicht. Trotzdem fühle ich mich irgendwie ertappt, weil ich mich der digitalen Bohème ja davon abgesehen durchaus zugehörig fühle. Also trinke ich dann Chocomel oder heiße Milch mit Honig, das ist auch super lecker und noch unverbraucht.

Ich sollte mich echt mal emanzipieren, was sowas angeht. Persönlicher Fortschritt: Ich trinke weiter ab und an aushäusig Orangina in den coolen Flaschen, obwohl mir inzwischen durch den Kauf eines überteuerten Kastens davon klar geworden ist, dass mir Orangina gar nicht wirklich schmeckt und ich das nur der situativen Coolness wegen bestelle, wo sie mir plötzlich auf wundersame Weise durchaus mundet. Ne Orangina auf dem Tisch ist nun mal schon immer ein Zeichen von Lebemann-Style und -Feeling gewesen. Und ich denke dabei nicht mal an Urlaub und Sartre und das ganze andere frankophile Zeug, wie das wohl auf viele Orangina-Trinker zutrifft. Hab ich mir zumindest sagen lassen.

P.S.: Wer nachts arbeitet hat dabei Ruhe und kann dabei sehr effizient sein. Tagsüber kann man dann das schöne Wetter genießen und im Park Sushi essen, was ja in Düsseldorf inzwischen vom Verbrauchtheits-Gesichtspunkt her langsam wieder klar geht, und kühle Biermixgetränke trinken.


Hoffentlich ein letztes mal DRM

27 04 2008

Ich hab schon lange keine Lust mehr. Meine aufklärerische Arbeit (sichselbstwichtigmach) und die Arbeit vieler anderer zum Thema DRM hat ja offensichtlich gefruchtet: Das Thema DRM für Musikdownloads ist weitgehend durch. Spätestens wenn demnächst Amazon auch auf dem deutschen Markt am Start ist, wird DRM-Fesselmusik wie Steine in den virtuellen Regalen liegen. Gut so. Lasst Euch nicht verarschen!

Also kleiner Digest zu aktueller Presse: Die Musikindustrie hat einen offenen Brief an die Kanzlerin veröffentlicht, in dem sie rumheult und fordert, dass die Bundesregierung etwas tut. Ich frage mich, was sie denn noch tun sollen? Reicht Euch die aktuelle für die Konsumenten sehr unangenehme Lage noch nicht? René von Nerdcore hat alles, was dazu zu sagen ist, in eine offene Antwort verpackt. Ja genau. Was können die Konsumenten und die Regierung (die diese irgendwie schon noch vertritt) dafür, dass Euch Euer Geschäftsmodell wegbricht? Wollt ihr noch analog zum Kohlepfennig einen Musikpfennig haben? Das wär ja ne geile Idee! Da löst sich die Grundlage einer ganzen Industrie auf (was bei der Musik so einfach nicht stimmt), und der Staat muss Arbeitsplätze mit hohen Subventionen sichern. Kennt man ja.

Allein: Eure Probleme sind Hausgemacht. Die Kunden haben plötzlich das Zepter in der Hand. Und die Kunden wollen durchaus Musik und sie wollen auch durchaus dafür bezahlen, ehrlich! Die Welt ändert sich. Heult der Lebensmittel-Einzelhandel rum, dass der Trend zu Convenience-Produkten geht und kaum noch jemand einfach nur Mehl kauft oder die Brauereibranche, dass der Bierabsatz ins Bodenlose fällt? Nein, denn man kann sich auch als Industrie durchaus an veränderte Situationen anpassen: Kommt man bei Rewe rein, empfängt einen eine Convenience-Kühltruhe und im Bierregal stapeln sich zig verschiedene Biermixgetränke, denn die sind tierisch en vogue und verkaufen sich blendend.

Und was macht ihr? Statt den Konsumenten schon seit zehn Jahren Musik im bevorzugten MP3-Format zu verkaufen zu Preisen, die nicht über denen von CDs liegen (aus denen man sich übrigens ganz einfach und noch immer legal eigene MP3s machen kann), und zu Konditionen, die denen von Tauschbörsenmusik mindestens ebenbürtig sind. Sprich: Ein Album für 10 Euro ohne Fußfesseln. Im Spiegel-Online steht übrigens dieser Tage ein gut zusammengefasster Abgesang auf DRM: Microsoft lässt Playsforsure-Musik, die Kunden im msn Musicstore gekauft haben, einfach auslaufen. Ab Mitte des Jahres kann man diese Musik nicht mehr auf andere Rechner (etwa seinen eigenen neuen PC) umlizenzieren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht nur, dass man seine bezahlte Musik überhaupt umlizenzieren muss, wenn man sie auf seinen neuen Rechner kopiert. Nein, das reicht noch nicht: Man stellt diese Möglichkeit einfach ab und nimmt seinen Kunden die bezahlte Musik damit praktisch wieder weg. Nach maximal drei Jahren.

Zur Erinnerung: Selbstgerippte Musik zum gleichen Preis (inkl. CD) und kostenlos aus dem Netz kopierte Musik läuft ohne jedes Haltbarkeitsdatum einfach weiter, man ist also der Gefickte, weil man für Download-Musik bezahlt hat, obwohl man die gleiche Musik auch für lau aus dem Netz hätte ziehen können. Verkerhte Welt. Und dann heulen diese Leute unserer Bundesregierung die Ohren voll.

Mir ist das inzwischen gleichgültig: Ich habe schon lange meine Musikkäufe auf ein Minimum reduziert. Einer Branche, die so scheiße ist, gebe ich echt nur ungern irgendwelche Kohle. Gibt genug bessere Alternativen für mein beschränktes Medienbudget. Überhaupt: Wie vermessen ist das ganze eigentlich? Die Leute versenken ihr Medienbudget inzwischen schlicht woanders und die Musikindustrie will Schutz davor? Wie? Meinen die im ernst, die Leute kaufen wieder mehr Musik, wenn man rechtlich gegen sie vorgeht und das mit harten Bandagen? Ganz offensichtlich schmecken den Leuten die aktuellen Konditionen oder die Inhalte nicht mehr. Was macht man als Geschäftsmann: Man dreht genau daran. Naja, ist ja gut jetzt. Schönen Sonntag noch.


Böser Wii-Boom

25 02 2008

Einerseits ist es ja schön, dass die Wii so beliebt bei Kunden und Entwicklern ist. Leider hat das den unangenehmen Nebeneffekt, dass fast alle neuen Spiele total scheiße sind. Schnell mal ein kleines Kackspiel runtergerotzt und für Vollpreis auf den Markt gebracht, irgendwer kauft das schon. Die Strahlkraft der Wii ist einfach zu groß. Jüngste Beispiele:

Game Party. Ein immerhin halbwegs liebevoll zusammengewürfelter Haufen Partyspiele wie Airhockey, Darts, Basketball-Werfen und so. Sechs wirklich minimale Spielchen, von denen sich nur zwei halbwegs brauchbar spielen: Airhockey ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wii Play. Darts ist ganz brauchbar, gibt es aber schon bei Wario Ware. Ein Totalausfall ist das Quizspiel, dessen (englische) Fragen keiner von uns beantworten konnte (ging um irgendwelche USA-B-Celebrities). Da spielt man besser Smarty Pants. Die anderen drei Spielchen sind völlig mies. Gruselig. Das Game ist nicht mal die Kohle für die Videothek wert und noch nicht mal den Rohling, auf den man es brennen würde, wenn man es kopierte. Schlimm!

Donkey Kong Jet Race ist auch so ein mieses Spiel. Man wartet gespannt auf Mario Kart und hat noch Diddy Kong Racing auf dem N64 als halbwegs brauchbares Spiel im Kopf. Also investiert man das kleine Geld zum antesten und wird maßlos enttäuscht. Das Spiel ist ursprünglich für die Gamecube-Trommeln gedacht und wird mit Nunchuck und Wiimote gesteuert, indem man rechts und links damit "trommelt". Durch Trommelwirbel wird beschleuninigt und wenn man Spitzentempo erreicht hat, lenkt man durch Schläge rechts oder links. Man kann Bananen aufsammeln und Extras benutzen, aber alles spielt sich so mau, dass es mich fassungslos zurückgelassen hat. Vor allem aber fehlt jegliches Speedgefühl im Spiel. Leiht Euch das Spiel mal aus und testet es selber. Test bei golem.de.

Leider sind das nicht die einzigen Nieten auf der Wii, so dass man schon langsam zweifelt, ob überhaupt noch mal ein brauchbares Spiel erscheint. Meine Hoffnungen liegen auf Mario Kart ab dem 11. April 2008. Mal schauen.