Tischtelefon gesucht

05 03 2010

Ich bin seit 20 Jahren latent auf der Suche nach einem guten Tischtelefon. Alles fing mit dem neuen Diensttelefon in meinem Elternhaus gegen Ende der 80er an: Das Ding war schick und konnte quasi alles, was man sich vorstellen konnte und noch mehr, bediente sich aber derart kryptisch, dass ich mir die Bedienung auch nach mehrmaligem Durchlesen des Handbuchs absolut nicht einprägen konnte. Ja, ich war ein Geek-Kind, das alle Anleitungen gelesen und alles ausprobiert hat, um zu verstehen, wie Geräte funktionieren. Das Ding war angesichts unseres privaten Wählscheibentelefons zwar faszinierend, aber irgendwann verlor ich das Interesse, vor allem, weil es im Arbeitszimmer stand und zudem nicht am Familienanschluss angeschlossen war.

So erging es mir in des folgenden 20 Jahren leider mit jedem Telefon, das ich in die Finger bekam, anfangs auch mit Handys. Handys haben es mittlerweile geschafft, dass man Grundfunktionen wie Makeln und Konferenzen halbwegs verlässlich über die Bühne bringt und Adressbuchsynchronisation klappte dann auch irgendwann durchaus praxistauglich. Das iPhone schafft im T-Mobile-Netz sogar das Kunststück, die ätzenden Voice-Menüs von Mailboxen mit seiner Visual-Voicemail richtig erfreulich bedienbar zu ersetzen, großartig.

Und was ist mit Tischtelefonen im Jahre 2010? Immerhin hat sich SIP als VoIP-Protokoll auf breiter Front durchgesetzt und es gibt eine erkleckliche Auswahl an hübschen und ausgereiften Telefonen, mit Asterisk steht eine hervorragende VoIP-Telefonanlagensoftware aus dem Open-Source-Lager zur Verfügung, gute Heimrouter wie die Fritz!Box haben für den Hausgebrauch völlig ausreichende und gut bedienbare Telefonanlagenfunktionen. Und die Telefone dazu? Immer noch so kompliziert, dass der eigens dafür bestehende Beruf Telefonanlagenbauer noch lange nicht überflüssig wird. Wieso gibt es auch gegen viel Geld kein Killer-Telefon für den Hausgebrauch? Wieso wird der SOHO-Bereich mit funktional beschnittenen Scheißtelefonen abgespeist? Ist da so wenig Geld zu verdienen? Ich weiß es nicht, aber ich skizziere jetzt einfach mal ein für mich perfektes Tischtelefon für den Einsatz im Kleinbüro- und Heimbereich, wo üblicherweise eine kleine (etwa eine Fritz!Box) oder gar keine Telefonanlage zur Verfügung steht:

  • Gute SIP-Kompatibilität mindestens mit Fritz!Box und Asterisk, inkl. solcher Stolpersteinchen wie dem Blindtransfer mit der Fritz!Box, wo Siemens teure und in meinen Augen extrem nervigen, weil nur an Siemens HiPath-Anlagen wirklich gut funktionierenden OpenStage-Telefone schon scheitern (wobei mir immer noch nicht klar ist, wer da die Schuld trägt).
  • Wählen vom PC aus, vorzugsweise ohne Umweg über den SIP-Server (den Fritz!Box TAPI-Treiber gibt es zum Beispiel nicht für 64Bit Windows, immerhin gibt es den überhaupt) und auch am Mac bzw. Linux. Und zwar ohne Fummelei, das kann ja so schwierig nicht sein.
  • HD-Telefonie, in welcher Form auch immer. AVM nennt das HD-Telefonie und mit deren Mobilteil MT-D klingt das wirklich bezaubernd, kein Vergleich zu Standard-Telefonie oder gar einem Handy-Telefonat. Immerhin scheinen alle Hersteller sowas im Angebot zu haben, aber funktioniert das auch?
  • Irgendeine Adressbuchsynchronisation, vorzugsweise möglichst offen, damit man das irgendwie an seine Landschaft anpassen kann. Ich benutze Thunderbird und wäre durchaus bereit, ein paar Euro für einen Connector dafür zu bezahlen. SyncML würde es auch tun oder irgendetwas ähnliches. Nur Outlook reicht nicht.
  • Bluetooth-Headsets direkt nutzbar. Wie kann es sein, das selbst Topmodelle für etliche hundert Euro kein Bluetooth beherrschen? Jedes dumme Mittelklassehandy kann Bluetooth-Headsets anbinden, wieso bloß können Tischtelefone das nur in sehr seltenen Ausnahmefällen?
  • Gigabit-Ethernet. Fast alle SIP-Telefone können einen Netzwerkport durchreichen, wieso aber können die wenigstens auch Gigabit-Ethernet durchreichen? So braucht man doch einen extra Port für das Telefon, um den PC nicht seiner schnellen Anbindung zu berauben. Alles eine Preisfrage? Wenn man mehrere hundert Euro verlangt, kann man den Aufpreis für einen Gigabit-Port doch wohl noch unterbringen.
  • Einfache Aufzeichnung von laufenden Telefonaten wäre auch toll. Ich zumindest muss gelegentlich Anrufe mitschneiden und nutze dazu immer Skype, wenn ich vorher davon weiß, etwa wenn ich die 1&1-Hotline anrufe, um mir deren unfassbare Dreistigkeiten anzuhören.

Schon an diesen eigentlich naheliegenden Forderungen scheitern meines Wissens nach alle Tischtelefone. Dass die Telefone alle mehr oder weniger ausgefuchste Adressbuchzugriffe über LDAP oder ähnliches unterstützen, bringt einen im Kleinbüro leider nicht weiter.

Aber der entscheidende Part ist für mich die Bedienung: Was nützt es einem die fettesten Funktionen, wenn man sie im Alltag wegen Kompliziertheit nicht benutzt? Snom geht beim 870 mit dem relativ großen Touchscreen schon in die richtige Richtung, deswegen hätte ich das heute beinahe kurzentschlossen bestellt, verspricht es doch fast alle genannten Punkte abzudecken. Doch dann habe ich gesehen, dass es kein Bluetooth kann. Warum? Das Telefon kostet über 300€, anfangs sogar fast 500€, aber es kann kein Bluetooth? Immerhin signalisiert Snom im hauseigenen Forum Interesse an dem Vorschlag, wenigstens Bluetooth-Dongles am USB-Port des Telefons zu unterstützen. Bis dahin muss ich wohl weitersuchen.

Wenn man 300€ für ein Telefon bezahlt, bewegt man sich doch eigentlich schon im Bereich von Android-Tabletts. Ich frage mich schon lange, wieso nicht jemand auf die Idee kommt, ein großes Android-Tablett mit einem Netzwerkanschluss, einem Telefonhörer und einem einfach zu bedienenden Telefonieprogramm auszustatten. Das wäre für mich ein Traum, bei dem die proprietäre Flexibilität per XML-Browser der Snom-Telefone im Leben nicht mithalten könnte. Mit Android liegt ein fertiges und leistungsfähiges Betriebssystem für Telefone auf der Straße, dessen Bedienkonzept sehr modern ist, das nichts kostet und durch Apps auch noch beliebig erweiterbar ist. Im Grunde ist doch alles schon da. Ein Hersteller hat im letzten Jahr genau sowas angekündigt, verkauft das Konzept aber nur kundenspezifisch im Projektgeschäft oder als Lizenz für andere Hersteller. Aber exakt so stelle ich mir das vor, man schaue sich mal das Demovideo dazu an, großartig. Wenn sowas gut gemacht und halbwegs bezahlbar wäre, würde ich das sofort kaufen, für ein gutes Smartphone oder ein iPad gibt man ja auch gerne 500€ aus.


Warum der Pornomodus von Opera momentan nichts taugt

03 03 2010

Opera 10.50 wurde gestern veröffentlicht und bringt neben einem echten Geschwindigkeitsschub und endlich einer Windows 7 angemessenen modernen Optik auch den von mir schon lange vermissten Pornomodus mit. Nur leider ist der derart blöd eingebunden, dass er quasi wertlos ist.

Es fängt damit an, dass man den Modus dank fehlenden Tastenkürzels umständlich aus der zweiten Menüebene oder dem Kontextmenü der Tableiste hervorkramen muss. Was zur Hölle soll das? Nun gut, sicher kann man den Privatmodus an bestimmte Bookmarks binden… Kram, such, kann man nicht. Dreck. Dann hat Opera ja auch die super geniale Funktion der Seitenspezifischen Einstellungen, da kann man sicher den Privatmodus für einzelne Seiten aktivieren… Nope, auch hier nichts vom Privatmodus zu sehen. Nun gut, dann mache ich eben so einen privaten Tab auf und rufe dann die entsprechenden Bookmarks auf. Hab ich gedacht, ganz bauernschlau. Doch weit gefehlt: Das Aufrufen von Bookmarks öffnet einen neuen Tab im Standardmodus. Nicht mal das Kontextmenü von Lesezeichen im Panel bietet das Öffnen im Privatmodus an.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass der Privatmodus wirklich denkbar schlecht implementiert wurde: Es ist unter keinen simplen Umständen möglich, Bookmarks im Privatmodus auszurufen und wenn der Privatmodus in der zweiten Menüebene ohne Tastenkürzel dahinschimmelt, wird ihn auch niemand regelmäßig aktivieren. Als einzige Möglichkeit bleibt, ein zweites Opera-Fenster im Privatmodus zu öffnen, in dem man dann auch Bookmarks aufrufen kann. Das geht sogar mit einem Tastenkürzel, immerhin.

Warum nur, Opera? Es ist ja nicht so, als hätten nicht alle anderen Browser bessere Implementierungen dieser Idee parat. Seid ihr zu stolz, von anderen abzugucken? Warum so halbherzig? Schaut euch mal den Firefox an, dessen Privatsphäreeinstellungen sind bestechend simpel, sogar rückwirkend kann man hier gezielt einzelne Seiten oder Zeiträume aus der History kicken. Eure Seitenspezifischen Einstellungen sind so ein großartiger und von mir oft genutzter Ansatz, warum taucht der Pornomodus hier nicht auf?

Randbemerkung: Es ist für mich kein Widerspruch, Bookmarks und Privatmodus gleichzeitig nutzen zu wollen. Ob eine detaillierte Porno-History angelegt wird, die zudem auch noch andere Seiten aus der Autovervollständigung verdrängt und vor allem auch dort auftaucht, wenn einem Leute über die Schulter sehen, oder ob man nur ein Bookmark in den Lesezeichen liegen hat, ist für mich ein zentraler Unterschied. Vor mir selber habe ich nichts zu verbergen, der Pornomodus ist also für mich lediglich eine Komfortfunktion zur History- und Cookie-Hygiene. Ich würde also erwarten, dass bei den Seitenspezifischen Einstellungen (oder im Bookmark) der Pornomodus wählbar ist, dieser in den Tabs klar gekennzeichnet ist und sich vor allem auch auf die darin verlinkten Seiten auswirkt.

Und wo wir gerade beim Thema Opera und Lästigkeiten sind:

  • Warum kann ich die Mausgeste für einen neuen Tab nicht mehr benutzen, wenn alle Tabs minimiert sind und ich den grauen Hintergrund sehe? Bisher ging das immer, jetzt muss ich hier einen Doppelklick machen. Kleine Umgewöhnung, halb so wild, aber überflüssig und inkonsistent. Ein Doppelklick in einen bestehenden öffnet ja auch keinen neuen Tab, dafür gibt es ja die Geste.
  • Lästiger ist, dass man noch immer nicht die Reihenfolge der Symbolleisten ändern kann: Ich habe die Tableiste und die Persönliche Leiste oben positioniert; das sorgt leider dafür, dass der coole neue O-Button nicht im Fensterrand hängt, sondern links von den Tabs. Ich hätte also gerne die Persönliche Leiste (Bookmarks) unter den Tabs oder wenigstens den coolen O-Button trotzdem im Fensterrand. Warum geht das nicht?
  • Warum gibt es beim neuen und an sich sehr gelungenen Standard-Skin allerlei unfassbare Farben als Farbschema, aber keine neutrale dunkle Farbe? Das System-Farbschema ist schon OK, aber grau und ein weißer Hintergrund im Schnellstarter sind keine wirklich erfreulichen Gesellen.
  • Warum gibt es keinen Feeds-Button für die Symbolleiste? Einen Lesezeichen-Button gibt es ja auch und ohne Menüleiste braucht man irgendwie einen direkten Zugang zu den Feeds. Klar, man kann sich im Netz benutzerdefinierte Buttons besorgen, so einen habe ich ja auch, aber der ist kleiner als der Lesezeichen-Button und fällt total aus dem Rahmen.
  • Der eingebaute Torrent-Client schnappt sich bei ein paar aktiven Torrents gerne mal die gesamte zur Verfügung stehende Bandbreite, so dass man parallel nicht mal mehr normale Websites aufrufen kann. Das muss man bei 50/10MBit VDSL erst mal schaffen.

So, genug gemeckert. Opera ist nämlich für mich immer noch der beste Browser von allen. Chrome gefällt mir auch sehr gut und in Zukunft will Google auch auf die eindeutige ID verzichten, wie ich gehört habe. Mit der neu hinzugekommenen Extension-Schnittstelle und seiner Smoothness ist er ein heißer Kandidat für den besten Browser. Firefox ist nachwievor (unter Windows und Linux) großartig und ich benutze ihn ebenfalls intensiv, wenn ich auch aus Gründen der Smoothness und aus Gewohnheit für das alltägliche Surfen seit nunmehr etwa 11 Jahren ununterbrochen Opera nutze. Safari ist inzwischen auch ein prima Browser, aber unter Windows eher überflüssig und vor allem gibt es ihn nicht als portable Version, was für mich als Webentwickler ziemlich bitter ist.

Nachtrag 09.03.2010: Wenn man in der Adresszeile opera:config eingibt, kommt man in einen erweiterten Config-Dialog, ähnlich wie bei Thunderbird und Firefox. Dort kann man so einige Nervigkeiten von Opera loswerden, etwa den Bandbreitenhunger für Torrents oder die Tab-Integration in der Windows 7 Taskleiste. Immerhin.


Qype bewegt sich nur noch langsam, rückwärts…

18 02 2010

Ich bin begeisterter Qype-Nutzer und schätze Qype als fundierten Ratgeber für Lokalitäten und Einkaufsmöglichkeiten. In letzter Zeit ärgere ich mich aber immer wieder und zunehmend über Abstriche und schlechte Entwicklungen, die ich nun mal gebündelt niederschreiben möchte.

Punkt 1 und ganz wichtig: Die Suche bei Qype ist und war schon immer ein schlechter Witze. Wenn man einen Laden sucht, dessen Namen man nicht genau im Kopf hat, ist man total aufgeschmissen, weil die Suche schon bei kleinsten Abweichungen in der Schreibweise scheitert. Immerhin wird einem dann eine Google-Suche als Alternative geboten, die auch vorher schon die bessere Alternative für das Auffinden von Läden bei Qype war. Eine Autovervollständigung würde das Problem immerhin teilweise beheben, aber langsfristig muss eine unscharfe Suche her.

Bis zuletzt habe ich Läden, die ich ums Verrecken nicht über die Suche gefunden habe, immer über die allgemeine Kartenansicht der Stadt gesucht und so zuverlässig finden können. Dieser Workaround ist aus unerfindlichen Gründen nicht mehr auffindbar. Was soll das Qype? Wo ist die allgemeine Kartenansicht über alle Kategorien hin? Dienste wie MapTheQ sind zwar cool und hübsch, aber hier fehlen etliche Locations aus für mich nicht ersichtlichen Gründen. Ein hier naheliegendes Beispiel ist der fehlende REWE hier um die Ecke in dieser Kartenansicht. Zudem ist es schon irgendwie seltsam, dass man Qype verlassen muss, um eine gute allgemeine Kartenansicht zu bekommen.

Ein weiteres Problem in der Nähe der Suche und Positionierung sind die völlig falschen Stadtteilgrenzen. Zumindest in Düsseldorf stimmen die Stadtteilgrenzen vorne und hinten nicht, so dass ich mich hier mit allen Läden um mich herum laut Qype in Stadtmitte befinde und Flingern-Nord erst östlich der Dorotheenstraße anfängt (also an der PLZ-Grenze 40233/40235). Eller und Lierenfeld stimmen auch ganz und gar nicht. Diesen Fehler habe ich bereits mehrmals im letzten Jahr gemeldet, eine Antwort bekam ich nie und behoben wurde das auch nicht. Auch hier: Was soll das Qype? Die Statteile hatten ursprünglich ja mal gestimmt.

Die kaputten Stadtteilgrenzen sind deswegen besonders ärgerlich, weil Qype einem seit einiger Zeit ständig und überall die Stadtteile statt der Städte aufdrängelt. Beispielsweise kommt man im Breadcrumb innerhalb einer Kategorie nicht mehr zurück zur ganzen Stadt. Ist man also in Shopping->Mode in Flingern-Nord und möchte andere Modegeschäfte in Düsseldorf suchen, kann man nicht einfach im Breadcrumb klicken, weil man da nur zu Düsseldorf ohne Kategorie oder eben zur Kategorie Mode in Flingern-Nord gelangt. Will man Mode in ganz Düsseldorf shoppen, muss man zurück zur Stadt und sich wieder zur Kategorie durchklicken. Ohne die Stadtteilebene war das alles kein Problem. In Berlin mag das mit den Stadtteilen essentiell sein, aber in den meisten anderen Städten ist das eher lästig. Eine Entfernungssuche wäre die klar bessere Alternative.

Kein echtes Problem, aber schon oft zu Recht bemängelt: Das "neue" Design in Türkis und rot ist nach wie vor zum kotzen abstoßend und das für Mitglieder wählbare Classic-Theme ist nichts Halbes und nichts Ganzes. OK, die neue Optik ist inzwischen durchaus rund optimiert, aber immer noch nicht mal im Ansatz so angenehm, wie das angenehme orange-grüne alte Design. Seit diesem Relaunch geht es in meinen Augen bei Qype nur noch bergab. Auch die Zahl der Beiträge pro Tag scheint seitdem zu stagnieren. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Qype seitdem nur noch abbaut.

Wenig hilfreich ist da, dass man keine negativen Bewertungen mehr für Beiträge vergeben kann. Immer wieder begegne ich schlechten Beiträgen, ob zu kurz oder einfach total dämlich, ich möchte gerne schlechtes Feedback geben. Ich kenne genug gute Beispiele, wo doofe Beiträge, die mehrheitlich von anderen Nutzern abgelehnt werden, ausgeblendet werden oder sonstwie in den Hintergrund gedrückt werden. Das sehe ich als guten Anreiz, qualitativ hochwertige Beiträge zu schreiben, denn niemand mag gerne negativ bewertet werden. Ein "Weniger lesenswert" oder "Nicht hilfreich", wie es das früher bei Qype gab, ist in meinen Augen immens wichtig für die Qualitätskontrolle durch andere User. Die gelegentlich angesprochene Gefahr des Vergraulens von Neuusern sehe ich weniger, denn viele Experten sind sehr nachsichtig bei schlechten Beiträgen von Anfängern und geben gute und konstruktive Kritik. Nur loben zu können oder sonst schweigen zu müssen, entwertet das Lob in meinen Augen immens. Klar kann man auch Kommentare schreiben, aber wie alle wissen, wie schnell bei negativen Kommentaren ein Flamewar auflodert. Gut ist allerdings, dass man inzwischen sehen kann, wer einen Beitrag lesenswert fand, das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, um diese Lobfunktion wieder aufzuwerten. Immerhin.

Ein Ärgernis ist in meinen Augen die fehlende Möglichkeit, ältere Beiträge zu editieren, ohne dass der Beitrag nach oben geschoben wird. Ich gebe zu, dass es durchaus meine Eitelkeit ist, aber wenn ich einen frühen oder ersten Beitrag zu einem Platz geschrieben habe, empfinde ich diesbezüglich gelegentlich einen gewissen Stolz. Das führt dazu, dass ich solche Beiträge regelmäßig nicht mehr um neue Informationen ergänze, um die Position nicht zu verlieren. Zudem kenne ich das Hochschieben von Threads durch kleinere Änderungen als ein eher negativ besetztes Verhalten und würde das im Falle von Schreibfehlern schon aus diesem Grunde gerne vermeiden. So oder so: Man sollte wählen können, ob ein Beitrag bei einer Änderung ein neues Hauptdatum bekommt oder nur einen Editierzeitstempel. Ach ja, der Thread-Zusammenhang wird durch das ungefragte Umsortieren ebenfalls auseinander gerissen, konkret meine ich die durchaus übliche Bezugnahme auf die Vorredner.

Einige der hier beschriebenen Kritikpunkte finden sich auch im Qype-Feedback-Forum (nur für Insider und Experten sichtbar). Trotzdem wollte ich mal eine eigene kommentierte Sammlung von Kritikpunkten hier veröffentlichen. Ich hoffe, es ist kontruktiv genug formuliert, damit das auch ankommt. Wie ich Qype kenne, wird das sogar durchaus wahrgenommen. Das muss ich mal loben: Communitymanagement funktioniert bei Qype recht gut. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es seit Monaten keine echte Weiterentwicklung mehr gibt. Vielleicht gab es einen signifikanten Personalabbau in der Entwicklung? Man weiß es nicht.

Stagnation ist Tod, Qype ist immerhin nicht alleine am Markt.


Der JMStV und der Netzzensur-Wahnsinn 2.0

16 02 2010

Sachliche Kritik ist sinnvoller als plumpe Polemik. Dennoch ist festzustellen, dass schon bei Zensursula Polemik weder geschadet hat noch Sachlichkeit irgendetwas brachte.

Dieser Satz stammt aus diesem Blogeintrag von Jörg Tauss zum JMStV und ist gleichzeitig kraftvoll und unglaublich wahr. Traurige Welt. Also zum Thema: Schon vor ein paar Wochen hatte der 1&1-Blog unter dem Titel Das Ende der freien Kommunikation im Internet? auf die drohende Zensur durch die Hintertür in Form des Jugendschutzes hingewiesen. Doch die wirkliche Resonanz blieb aus: Zu skurril und abwegig waren die Inhalte dieses Staatsvertrages. Feste Sendezeiten für Internetseiten, obligatorische Sperrung aller Websites, die den deutschen Bestimmungen zum Jugendschutz nicht entsprechen, also quasi 99,9% des Internets. Also nix mehr mit Westfernsehen und so. Auch die Haftung für Zugangsprovider für die Inhalte ihrer Kunden ist eine irre Idee, führt sie doch die Realität völlig ad absurdum. Krude Vorstellung, man lacht kurz und blättert weiter. Doch leider ist das alles ernst gemeint, die Länder sind gerade drauf und dran diesen oder einen ähnlichen Unsinn zu verabschieden. Ein wenig Aufmerksamkeit schadet da nicht. Also nicht stumpf über den (wie es aussieht) Pyrrhussieg über Zensursula freuen, sondern besser die Realität bemerken.

Ich möchte gar nicht viel zu dem Thema schreiben und habe mehrere bereits geschriebene Absätze wieder gelöscht. Der Entwurf ist so abwegig, dass ich an eine Umsetzung beim besten Willen nicht glauben mag. Trotzdem muss man das Thema im Auge behalten. Die oben verlinkten Artikel sind schon mal gute Ansatzpunkte, der AK-Zensur hat natürlich auch schon was dazu gesagt. Einfach mal lesen und staunen. Demnächst ist Landtagswahl in NRW, ich bin gespannt, wie sich die Parteien hierzu positionieren. Die SPD ist mit Beck übrigens Federführend bei dem Unsinn und die anderen Parteien halten sich bemerkenswert bedeckt zum Thema.

P.S. Auf die Piraten würde ich zur Zeit keine Hoffnung setzen, die haben zur Zeit genug Probleme u.a. mit Leuten wie Aaron König in der Parteiführung.


Oops, Rollcontainerunfall

18 01 2010

Unser Plus gegenüber wird gerade umgebaut. Wahrscheinlich wird ein Netto City daraus, wie auch aus dem Plus in der Hoffeldstraße, der dadurch ganz klar sehr gewonnen hat. Auch wenn ich Netto nicht mag, Fortschritt schadet nicht und unser Plus wird hoffentlich auch besser. Ich war übrigens, seit der Rewe vor ein paar Wochen aufgemacht hat, nur ein einziges mal bei Plus, auch wenn er inzwischen auch bis 22:00 Uhr auf hat. Das wollte ich aber gar nicht erzählen, sondern Euch folgendes Foto zeigen:

Ein Rollcontainer fiel vom Lastwagen und begrub ein Auto unter sich Oops, Rollcontainerunfall. Wär das mein Auto, wäre ich durchaus angefressen.


Urlaub machen

28 12 2009

Ich mache Urlaub, ich weiß, es ist kaum zu glauben. Denn ich fahre nicht gerne in den Urlaub, erst recht nicht, wenn ich knapp bei Kasse bin. Und schon gar nicht eine ganze Woche. Nun haben wir aber schon seit Jahren vor, zu Sylvester ein Haus am Meer mit Sauna klar zu machen. Und weil über Sylvester alle Häuser eine Mindestmietzeit von einer Woche haben, oder wenn sie weniger zulassen, das gleiche kosten, wie andere Häuser eine ganze Woche, sind wir jetzt gleich eine ganze Woche am Start. Naja und knapp bei Kasse bin ich zur Zeit glücklicher Weise (zumindest theoretisch) auch nicht so wirklich. Da wir nicht irgendwo hin fliegen, ist das Ganze sogar umwelt- und geldbeutelmäßig vertretbar.

Bleibt die dritte Einschränkung: Online sein im Urlaub. Bisher hieß Urlaub für mich, weitgehend auf Internetzugriff zu verzichten. Erst fiel diese Grenze durch sowieso gebuchte Datenflatrates bei Deutschland-Kurztrips, jetzt sind wir auch im Haus in Holland für 20€ Aufpreis online. Ich bin gespannt, wie das da realisiert wird; dabei hoffe ich auf einen WLAN-Router im Haus, rechne aber irgendwie mit einer Telefondose, an der man ein Modem anschließen kann und für 9¢/min online gehen kann. So habe ich das nämlich in Krankenhäusern und Reha-Buden in den letzten Jahren immer wieder gesehen. Wie auch immer, ich nehme vorsichtshalber eine Fritz!Box mit. Wär doch gelacht. Eine Woche ohne Online-Zugriff geht für mich nun mal nicht, zumindest nicht freiwillig. Ich weiß, dass andere das als befreiend empfinden; ich tue das nicht. Ich finde auch barfuß in der Stadt laufen nicht befreiend oder auf papierdünnen Strohmatten auf Steinböden in irgendwelchen abgeschiedenen Klöstern zu nächtigen. Weil man da so zu sich findet und so. Fuck Leute: Man kann sich seinen Alltag auch so einrichten, dass man genug Möglichkeiten zum in sich kehren hat. Stress vermeiden und vielleicht gelegentlich mal ein Joint sind da schon sehr hilfreich. Oder man macht zweimal die Woche Yoga oder was auch immer. Für mich ist Urlaub jedenfalls selten befreiend gewesen, sonder eher eine stressige Angelegenheit. Wenn man nach Hause kommt und vor Anstrengung erst mal pennen muss, um danach ein paar Tage damit zu verbringen, wieder auf den aktuellen Stand zu kommen, dann kann ich da keine echte Entspannung erkennen. Um es mit Deichkind zu sagen: Urlaub vom Urlaub". Andere lassen sich die Zeitung in den Urlaub nachschicken, ich brauche eben Internetzugang. So einfach ist das. Keine Ahnung, wieso ich mich da immer rechtfertigen muss.

Es gibt noch eine vierte Einschränkung: Nach Weihnachten ist bei mir seit 10 Jahren traditionell Weihnachts-Netz angesagt, die ich jetzt schweren Herzens sausen lassen muss. Sehr schade. Aus diesem Grund kam bisher auch für mich nie ernsthaft ein Besuch beim Chaos Communication Camp in Frage. Jetzt ist es so weit: Ich kaufe mir einen langärmligen und langbeinigen Spießer-Pyjama und fahre statt mit den Jungs (und Mädels) die Nächte mit Killerspielen und so zu durchzechen in den Sylvester-Urlaub. Ja, ich gehe ganz offensichtlich auf die 30 zu. Und was soll ich sagen? Ist gar nicht so doof, wie das immer dargestellt wird.

Jetzt muss ich mich aber schnell fertig machen und packen, denn gleich geht es schon los. Zu viert in meinem Jazz, das wird kuschelig.


Linux lernen

11 12 2009

Zu meinem Job gehört auch die Administration von Linux-Servern, wenn man nicht immer auf den guten Willen seines Hosters angewiesen sein möchte. Dazu braucht man Linux-Kenntnisse, die man irgendwie erwerben muss, bevor man öffentliche Server betreut. Grundsätzlich sollte man das zwar Profis überlassen, die wissen, was sie tun, aber manchmal muss man eben auch selber ran. Doch wie fängt man an, ohne jemanden zu gefährden? Linux-Kenntnisse hat man ja nicht einfach so gottgegeben, sondern muss sie sich erarbeiten. Ich schreibe also mal ein paar meiner Erfahrungen aus Sicht ein es Webentwicklers nieder, der ein Arbeitswerkzeug bedienen können muss.

Ich beginne mit meinen ersten (dummen) Gehversuchen, also so, wie man es nicht machen sollte. Anfang 2003 hatte ich das Shared-Hosting bei Hosteurope satt, weil ich wiederholt mit meiner Shared-IP auf SPAM-Blacklists gelandet war, es musste also eine Lösung her. Zu der Zeit kamen die ersten bezahlbaren Rootserver auf den Markt und ich war übermütig genug, ohne jegliche Linux-Kenntnisse einen solchen zu bestellen und auch noch Kunden da mit drauf zu nehmen. Ahnungslos hatte ich mich damals für Suse mit Webmin entschieden und habe das mit viel Schmerz und Tränen irgendwie zum Laufen bekommen. Also alles selbst kompiliert und eingerichtet, und danach nie wieder Updates gemacht. Von Paketmanagern wusste ich damals nicht viel und ich hatte immer Angst, dass irgendwas passiert. Nach etwa zwei Jahren habe ich alle Kunden umgezogen und den Server gekündigt. Eine gute Entscheidung, denn jetzt konnte ich wieder ruhig schlafen. Fazit: Ich hatte im Grunde nichts verstanden und mit Suse kam ich ganz und gar nicht klar.

Da ich das ganze mit der Webentwicklung dann später ernster genommen habe, kam ich irgendwann wieder in Kontakt mit Linux. Diesmal in Form einer virtuellen Maschine mit Ubuntu Server drauf. Ich war das hantieren mit XAMPP leid und wollte endlich mal lernen, mit dem Scheiß umzugehen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Ubuntu erbt die meisten guten Eigenschaften von Debian und ist zudem auch noch hervorragend dokumentiert. Ich kann nur jedem empfehlen, die ersten Schritte mit Linux-Servern in einer virtuellen Maschine zu machen und vor allem, sich die distributionsspezifischen Verwaltungswerkzeuge zu nutze zu machen, insbesondere die Paketverwaltung. Welche Distribution einem liegt, sollte man einfach ausprobieren, ich bin mit Ubuntu auf Desktop und Server sehr glücklich. Der Debian-Unterbau ist Gold wert, alleine die Apache-Verwaltung über die hervorragend dokumentierten Konfigurationsdateien ist eine wahre Freude.

In meinem HiWi-Job hatten wir immer mit einem unglaublich langsamen Server im Rechenzentrum zu kämpfen. Wie sich später herausstellte, hatte uns der Admin eine virtuelle Maschine mit nur 128MB RAM spendiert, für eine TYPO3-Seite mit 1000 Seiten, 70 Redakteuren und hohen sechsstelligen Zugriffszahlen im Monat ist das dann doch etwas wenig. Als der Admin wechselte, wurde aufgeräumt und man bat uns, für eine Weile das Hosting selber zu übernehmen. Also habe ich einen Ubuntu-Server auf einem ausrangierten PC-Pool-Rechner aufgesetzt, der bis heute weitgehend reibungslos läuft. Gelegentlich hängt er sich auf in letzter Zeit, das scheint an einer überlasteten MySQL-Datenbank zu liegen. Merke: Auch Übergangslösungen sollte man richtig machen, denn oft werden sie zum Dauerprovisorium. Übrigens gibt es inzwischen neue Hardware und mein Nachfolger muss den ganzen Server migrieren, was überraschend einfach ist. Ich will nicht sagen, dass es eine gute Lösung ist, wenn ich öffentliche Server verwalte, aber dank Ubuntu und einiger Übung in der virtuellen Maschine habe ich das ganz gut hinbekommen. Trotzdem laufen meine eigenen Präsenzen auf einem Managed Server. Insbesondere Geschichten wie Mailserver mit Spamfiltern oder Jabber-Server lasse ich weiterhin nur Profis machen. Ein LAMP-Server bekommt man aber auch so gut hin und leider besser, als bei vielen Hostern. Was ich da schon gesehen habe… Da mache ich das dann doch lieber selbst.

Wenn ich schon Rootserver mit Plesk sehe, rollen sich mir schon die Fußnägel auf. Wer sich nicht in der Lage sieht, einen Linux-Server richtig über die Kommandozeile zu warten, sollte die Finger davon lassen. Wenn man weiß, was man tut und sich von Plesk die Arbeit abnehmen lässt, OK, kann ich zwar nicht gutheißen, aber wenigstens nachvollziehen. Aber anders herum ist es ganz bitter. Wo Plesk ist, da lass Dich nicht nieder, ist meine Regel.


Arme Blockwart-Würste

05 12 2009

Fefe benutzt im Kontext der Wikipedia-Relevanz-Farce immer wieder den Begiff Blockwart, der es wirklich gut trifft. Elende Spaßbremsen, die mit irgendwelchen streng ausgelegten Regeln im Rücken gegen das Böse in Form von unerträglichen Regelverstößen kämpfen. Ein Musterbeispiel ist Knöllchen-Horst, der Querulant von Osterode, dessen Hobby es ist, Falschparker und andere Staatsfeinde anzuzeigen und der es mit einer Anzeige gegen einen falsch parkenden Rettungshubschrauber irgendwann überreizt und es damit in die überregionale Presse geschafft hat. Was für eine arme Wurst.

Schöne Story jedenfalls, die mich an ein Erlebnis vor vielen Jahren erinnert hat: Rügen, Sommerurlaub auf dem autofreien Campingplatz. Ich habe das Auto vom Parkplatz geholt und bin nahestmöglich an den Waldweg herangefahren, der vom Campingplatz kommt. Dort habe ich wenige Minuten auf meinen Vater gewartet, der aus irgendeinem Grund schlecht zu Fuß war. Nahestmöglich bedeutet, dass ich bis an das "Verbot für Fahrzeuge aller Art" herangefahren war und das Auto weiterhin am Steuer sitzend am Straßenrand abgestellt hatte. Vor mir, also hinter dem Schild stand noch ein weiteres Auto. Wenige Sekunden später hielt hinter mir ein Pick-Up, der im Gegensatz zu mir die Straßensituation jetzt doch deutlich verengte. Es stieg ein Rentner aus, zückte seine Digitalkamera und fotografierte mich, den Wagen, in dem ich saß inkl. Nummernschild und den Wagen, der vor mir stand. Dann klopfte er an meine Scheibe und wies mich eingeschränkt freundlich darauf hin, dass wir, also der andere Wagen und ich, hier nicht stehen dürften, weil da ja ein "Verbot für Fahrzeuge aller Art" Schild stünde, das wär ja wohl sonnenklar und er hätte Beweisfotos angefertigt und würde uns anzeigen, wenn wir nicht sofort verschwinden würden. Ich war etwas verdattert, guckte mich kurz um und wies ihn dann darauf hin, dass der andere Wagen, wie leicht am Nummernschild zu erkennen, offensichtlich nicht zu mir gehört. Zudem stünde ich ja auch irgendwie recht offensichtlich vor und nicht hinter dem "Verbot für Fahrzeuge aller Art" Schild und zuletzt würde ich hier im Gegensatz zu ihm gerade niemanden blockieren und falls doch, ja im Wagen sitzen, um im Zweifel Platz zu machen. Ganz offensichtlich warte ich ja hier auf jemanden, denn aus Jux und Dollerei würde ich an dieser Ecke sicher nicht rumstehen. Keine Ahnung, was ich genau gesagt habe, aber inhaltlich kommt das hin. Wie denkt ihr, hat der Typ darauf reagiert? Richtig! Er hat gebrummt, dass ich hier trotzdem nicht stehen dürfe (was ich mangels so auslegbarer Beschilderung nicht so sah) und hat sich verzogen. Meinem ersten Impuls, dem Typen hinterher zu fahren und ihn in der nächsten gefährlichen Kurve (die es dort gar nicht gibt) abzudrängen, habe ich nicht nachgegeben. Mich hätte aber schon interessiert, was das für ein Menschenschlag ist, wo und wie so jemand wohnt und all das. Sicher war der seinerzeit Stasi-Spitzel für die gesamte Nachbarschaft. Ich hätte ihn vielleicht auf ein, zwei Herrengedecke in der einzigen Kneipe am Ort einladen sollen, ein interessantes Quellengespräch führen und ihn dann wegen Fahren unter Alkoholeinflusses anzeigen sollen.

Die Moral von der Geschicht: Hilfspolizisten und Blockwarte gibt es überall und nie, absolut nie machen sie Spaß. Insgeheim träumen die sicher von spannenden Kriminalfällen, die sie wie Kalle Blomquist meisterdetektivisch aufklären können. Bis dahin zeigen sie jeden Falschparker an, nicht nur die, die wirklich asozial jemanden (oder auch mal ganze Straßenbahntrassen) blockieren. Und gehen damit jedem Sachbearbeiter und sonstwie juristisch beteiligten auf den Sack und halten sie von ihrer Arbeit ab. Ob so Typen so werden, weil sie in der Schule schon immer alle verpetzt haben und dafür angemessen gemobbt wurden? Und bei manchen wirkt das nicht heilsam, sondern bestätigt sie darin, das Richtige zu tun? Eine mögliche Erklärung liefern die Beginner.


Ein stressiges Wochende und gesundheitliche Folgen

21 11 2009

Wo ich das hier gerade noch mal lese, schnell mal ein Nachtrag. Da es um meine Krankengeschichte geht, ist das hinter dem üblichen Passwort versteckt.


"Ein stressiges Wochende und gesundheitliche Folgen" vollständig lesen


Tschüss Alice, hallo 1&1

04 11 2009

Hier und hier hatte ich schon über das VDSL-Angebot von 1&1 im Vergleich zu T-Home geschrieben. Ich hätte damals bereits fast kurzerhand bestellt, aber 24 Monate Vertragsbindung hasse ich einfach zu sehr, so dass ich noch abwarten wollte, was Alice zum Thema VDSL zu sagen hat. Nun hat Alice seine eigenen VDSl-Tarife gestartet und sie sind leider nicht wirklich attraktiv:

Für sich genommen sind 45€ im Monat für VDSL 50 und Telefonflat kein schlechter Tarif, 10€ Aufpreis für eine Premium-Hotline und einen echten ISDN-Anschluss sind auch fair. Wer keine Vertragsbindung wünscht, zahlt 100€ Einrichtung. Ein VDSL-WLAN-Router ungenannten Typs wird gestellt. Ich könnte mit wenigen Klicks umstellen und ich habe Alice als Provider in den letzten zweieinhalb Jahren zu schätzen gelernt. Es gab Höhen und Tiefen, aber insgesamt gehe ich im Guten aus der Sache raus.

1&1 auf der anderen Seite mochte ich noch nie so wirklich leiden. Aber VDSL 50 (über die volle Mindestvertragslaufzeit) mit Telefonflat für 40€ im Monat, dazu eine Fritz!Box 7390 für lau und keine Einrichtungsgebühr sind über zwei Jahre gerechnet einfach mal etwa 400€ Abstand zu Alice. Dazu kommen gutes Zubehör für günstig (Fritz!Fon MT-D 40€, Fritz!Stick WLAN N 30€, ein HSDPA-Stick für quasi lau mit 3 Monaten UMTS-Flat), 1TB Online-Speicher zum rumprobieren und eine kostenlose Hotline. Die kostenlose Handyflat ins Festnetz interessiert mich nicht und die Maxdome-Online-Videothek werde ich mir mal ansehen, erwarte aber nichts tolles. Für machen mögen die beiden Features aber ebenfalls praktisch sein. Insgesamt hat 1&1 zur Zeit das mit Abstand attraktivste VDSL-Angebot am Markt.

Ich bin also käuflich, mein Preis ist nicht ganz billig, aber das sind um die 400€: 45€*24 plus 100€ Einrichtung sind bei Alice in zwei Jahren 1180€, 40€*24 abzüglich geschätzter 200€ für die Fritz!Box 7390 ergeben bei 1&1 760€, die ganzen anderen Zugaben nicht mal mit eingerechnet. Von der Telekom rede ich lieber mal gar nicht, hier ist der Grundpreis schon für VDSL 25 teurer, es fällt eine Einrichtungsgebühr trotz 24-Monats-Bindung an, VDSL 50 wird (ohne Fernsehen aka Entertain) gar nicht mal mehr beworben und seine Hardware muss man gar selber kaufen oder ab 3€ im Monat mieten. Hatte ich schon die Drosselung nach 100GB (bzw. 200GB bei VDSL 50) im Monat erwähnt? Hier braucht man keinen allzu spitzen Bleistift und auch keine der einschlägigen negativen Erfahrungen mit dem berühmten Telekom-Kundenumgang, um das Angebot doch lieber zu ignorieren. Hoffen wir nur mal, dass ich mit 1&1 nicht in der Vorsicht-Kunde-Rubrik in der c't lande.

Das beruhigende übrigens ist folgendes: Es sieht momentan so aus, als würde 1&1 mir einen Techniker ins Haus schicken, der eine zweite TAE-Dose installiert, über die dann das VDSL geschaltet wird, bevor ich Alice kündige. Wenn das stimmt – und der Mann an der Hotline hat mir das noch mal bestätigt, worauf man zwar nichts geben sollte, aber immerhin – dann muss ich nicht mal Angst haben, ohne DSL dazustehen. Das wäre schlicht großartig, denn beim Wechsel des Anschlusses passieren die meisten gravierenden Fehler. Und maximal zwei Monate die 25€ für den bisherigen Alice-Anschluss zu viel zu bezahlen, geht schon klar.

P.S. In einem mir bekannten Fall (ein Einfamilienhaus in Eller, also mitten im Stadtgebiet) gibt es kein Vodafone UMTS-Netz und das GSM/EDGE-Netz ist dort auch derart langsam, dass die tolle UMTS-Überbrückungsflat von 1&1 leider nicht nutzbar ist. So viel zum Thema, Vodafone hätte so ein tolles Netz. Immerhin bekommt man einen UMTS-Stick faktisch für lau, in den man seine O2-Multicard stecken kann, deren HSDPA-Empfang auch besser sein könne, aber der wenigstens eine halbwegs würdige Nutzung erlaubt. Die Wohnung meiner Eltern befindet sich übrigens Luftlinie etwa 5 Meter (etwa auf gleicher Höhe) von einer O2-UMTS-Basisstation entfernt, was die paradoxe Situation erlaubt, dass man hier mit UMTS wesentlich stabiler und schneller unterwegs ist, als mit dem einen unter 25-30 weiteren (auffindbaren) WLAN-Netzen im 2,4GHz Band. Wir sind hier ja im P.S., da wollte ich das nur mal erwähnen.

Nachtrag 27.11.2009: Vorab schon mal ganz wichtige Neuerungen an der Front, bevor ich mich irgendwann mal zu einem eigenen Beitrag durchringe: Eine zweite TAE-Dose bekommt man von 1&1 nicht, das ist trotz anderslautender Aussage der Bestellhotline und so zu verstehender Option im Bestellprozess ganz und gar nicht vorgesehen, wir mir in mehreren Stunden Hotline-Gesprächen klipp und klar gesagt wurde. Stattdessen kommt scheinbar systematisch gar kein Techniker zum vereinbarten Schaltungstermin und man steht in den meisten Fällen wohl einfach ohne Anschluss da, bis man die Hotline überredet hat, doch mal (wie versprochen) einen dringend benötigten Techniker zu schicken. In der Zwischenzeit schlug man mir allerlei dreiste Dinge vor, mein Liebling war aber, dass ich selbst einen Techniker besorgen soll (oder es gar selbst mache), der illegaler Weise am Hausanschluss der Telekom rumfummeln sollte. Insgesamt kann ich von 1&1 nach diesen Erfahrungen nur allerdingendst abraten, wenn man nicht Lust auf ein sehr ermüdendes und ernüchterndes Spiel beim Anschluss hat. Auf jeden Fall verzichten sollte man auf die vorausgewählte Option, dass sich der 1&1-Anschluss mit dem bestehenden Anschluss überschneidet, denn hier scheint die Wurzel allen Übels zu liegen. Die problemlose und freundlich und sofort bearbeitete telefonische Kündigung bei Alice hat mir dann den Service-Unterschied der beiden Firmen noch mal drastisch in Erinnerung gerufen. Ich hätte bei Alice bleiben sollen.


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