SIP-Nebenstellen mit TAPI an einer Fritz!Box in halbwegs funktionierend

12 10 2015

Vor vielen Jahren habe ich bei einem Kunden OpenStage-VoIP-Telefone von Siemens eingerichtet: zwei an der Rezeption, eins im Büro. Ärgerlicherweise gab es da zwei Inkompatibilitäten bei der Fritz!Box und den Telefonen, die dazu geführt haben, dass wir letztlich auf einer zweiten #Fritz!Box eine Freetz-Firmware installiert haben, auf der ein #Asterisk lief. Das war so mittel stabil, weil die USB-Sticks, auf dem das Asterisk jeweils instaliert war, etwa ein Jahr hielten und dann nicht mehr ansprechbar waren. Das ließ sich jeweils durch einen neuen Stick und das einkopieren der bekannten Konfigurationsdateien beheben, aber dann ist so lange jedes mal die gesamte Telefonie ausgefallen.

Nun hatten wir die Schnauze voll und haben eine neue Lösung gesucht. Telefonanlagen sind für unseren Einsatzzweck viel zu komplex und kompliziert, denn eigentlich brauchen wir eben nur drei Nebenstellen, die sich gegenseitig Gespräche weiterleiten können und die man mit einem TAPI-Treiber an die Terminverwaltungssoftware anbinden kann, so dass eingehende Gespräche zugeordnet und ausgehende Gespräche aus der Software heraus gewählt werden können. Die ganzen anderen Funktionen verwirren eigentlich mehr als sie nützen.

Eine Telefonanlage als Software-as-a-Service (Sipgate Team oder Placetel) kam nur als Fallback in Frage, weil die Telefonie samt Flatrate bei der Telekom beibehalten werden sollte.

Die Lösung, die wir jetzt im Einsatz haben, ist erstaunlich unkomplex und funktioniert bislang prima. Wir haben einfach drei #Snom 760 VoIP-Telefone gekauft, die momentan preislich recht passabel sind und gut aussehen und sich auch gut anfühlen. Dazu die TAPI for snom vom gleichen Hersteller, von dem wir zuvor auch erfolgreich die TAPI for Asterisk im Einsatz hatten. Die kostet pro Installation 8€, was sehr überschaubar ist. Die TAPI spricht direkt mit den snom-Telefonen über deren praktisches Action-URL-System. Damit sind wir von der verwendeten Telefonanlage unabhängig, was die Komplexität der TAPI-Anbindung schon mal erheblich reduziert.

Als Telefonanlage dient nun wieder die Fritz!Box 7390, die leider nachwievor ein gravierendes Problem im Betrieb mit SIP-Nebenstellen hat: Die Wählhilfe kann nicht darauf wählen und auch der TAPI-Treiber von AVM ist höchst zickig, weil er SIP-Nebenstellen offiziell nicht unterstützt. Das lösen wir elegant mit der TAPI for snom. Vor allem aber unterstützt die Fritz!Box keinen Blindtransfer, also das Weiterleiten von laufenden Gesprächen, ohne vorherige Rücksprache mit dem Ziel der Weiterleitung. Man muss also erst eine Rückfrage initiieren und wenn die (zweite) Leitung zum Ziel steht, drückt man zwei mal auf den Transfer-Knopf und legt auf. Die Fehlermeldung, dass der Transfer nicht geklappt hat, kann man ignorieren. Das entspricht, je nach Situation, durchaus dem Standard-Workflow, aber so ein Blindtransfer ist schon eine feine Sache, damit man ein Gespräch mit einem Knopfdruck von der Backe hat, wenn man sowieso weiß, dass das Ziel abnehmen wird. Damit können wir erst mal leben, denn ansonsten funktioniert alles. Mit den OpenStage-Telefonen hat leider auch das nicht geklappt, also waren wir seinerzeit gezwungen, irgendeine andere Lösung zu finden. Die Dinger waren aber sowieso eine Zumutung (und dreist teuer), also ist es nicht schade drum.

Schade ist, dass die Fritz!Box nicht so lustige Spielchen wir Klingelpläne kann. Also etwa dass die öffentliche Nummer erst 10s an der Rezeption klingelt und danach auch im Büro. Umgekehrt dann für die direkte Büro-Nummer. Aber dafür haben wir ein Gerät und gleich mehrere Komplexitätsebenen weniger und das ist Trumpf an der Stelle.

Wer mehr will, sollte sich unbedingt Placetel oder Sipgate Team mal ansehen, da kann man sich schön austoben und es gibt die magische Autoprovisionierung, so dass man sich nicht mit der Konfiguration der Endgeräte beschäftigen muss.

Hier noch die Action-URL, die man auf eine beliebige Taste des snom-Telefons legen kann und mit der man eine Rückfrage bei einer fest eingestellten anderen Nebenstelle initiiert:

http://telefonname.fritz.box/command.htm?key=F_HOLD,20,200;*;*;6;2;1;ENTER

telefonname.fritz.box ist der DNS-Name oder die IP-Adresse des zu steuernden Telefons (ja, man kann auch andere Telefone steuern und sich zum Beispiel Browser-Bookmarks für sowas anlegen), *;*;6;2;1 bedeutet, dass die Nebenstelle **621 gewählt wird, hier kann, mit ; getrennt jede beliebige Nummer angegeben werden. Das ist es schon. Diese Aktions-URLs sind ein erstaunlich mächtiges Werkzeug, was mir die snom-Telefone sehr sympathisch macht. Yealink hat das wohl auch, aber dafür konnte ich keine so charmante TAPI-Lösung finden. Schade, denn die aktuellen Modelle sehen vielversprechend aus.

P.S. Ob man den Telefonen direkt die Telekom-SIP-Zugangsdaten hätte geben können und ob die Telekom die Weiterleiterei unterstützt, habe ich nicht ausprobiert, aber dieses Szenario wäre auch möglich gewesen.


Wie viel verdient man eigentlich als Freiberufler?

25 06 2015

Wenn man Freiberufler ist oder Selbstständiger, dann ist es immer höchst schwierig, herauszufinden, wie viel man eigentlich verdient hat. Aus dem Grund schere ich mich nicht groß darum, solange die Konten gut gefüllt bleiben. Aber manchmal muss man sein Einkommen benennen und dann ist man oft ziemlich am Arsch, weil diejenigen, die das taxieren, das meistens sehr unsauber handhaben. Das liegt unter anderem an folgenden Umständen:

a) Wer naiv an die Sache dran geht, zieht vom in der Steuererklärung angegebenen Gewinn den (hoffentlich wenigstens) dazu passenden Steuersatz ab und teilt das Ergebnis durch 12. Wer es sich besonders leicht macht, zieht einfach aus Unkenntnis der Steuerprogression irgendeinen, viel höheren Steuersatz ab, das habe ich selber schon erlebt. Wenn man das macht, wird man sich wundern, wie man im Leben denn bislang klar gekommen ist. Warum? Man gibt einen Haufen Geld genau dafür aus, dass diese Zahl möglichst gering ausfällt (Steuerberater, teure Anschaffungen inkl. jahrelanger Abschreibungen etc.).

b) Mindestens sollte man also die in der BWA (Betriebswirtschaftliche Abrechnung, die der Steuerberater regelmäßig erstellt) aufgelisteten Abschreibungen diesem Betrag wieder zurechnen, weil man Abschreibungen ja gerade nicht bezahlt hat, sondern sie lediglich kalkulatorisch im zu versteuernden Betrag berücksichtigt. Wenn man etwa einen bar bezahlten Dienstwagen abschreibt, ist das ein ordentlicher Batzen Steuererleichterung über mehrere Jahre, das Geld ist aber zu einem früheren Zeitpunkt längst abgeflossen und belastet das real verfügbare Einkommen gerade nicht mehr.

c) Dann hat man in der BWA noch einen Posten sonstiges. Dort sind alle möglichen Ausgaben berücksichtigt, die man von der Steuer absetzt und nicht über einen längeren Zeitraum abschreibt. Da ist also tatsächlich Geld geflossen, also Sachen wie Miet- und Nebenkostenanteil für das Büro, Telefon, Internet, der Steuerberater, Geschäftsessen, you name it. Da kommt wirklich einiges zusammen, was man als Angestellter von seinem Nettoeinkommen bezahlen muss und das man deswegen in einer realistischen Betrachtung für Freiberufler und Selbstständige wieder herausrechnen müsste. Das Problem ist, dass man nicht genau weiß, wie viel denn letztlich. Also wenn man sich nicht die Mühe macht, jeden Posten einzeln anzufassen und zu bewerten. Insofern ist es schon okay, diesen Posten erst mal so stehen zu lassen und die Sache an anderer Stelle zu berücksichtigen.

Nun sieht das Ergebnis schon wesentlich realistischer aus und deckt sich auch vermutlich eher mit dem erlebten Einkommen. Es geht aber noch weiter, denn Finanzberater fangen jetzt gerne mal an, der Einfachheit halber Pauschalen für Lebenshaltung und Nebenkosten anzusetzen.

d) Wenn man den Posten sonstiges weiter oben erst mal so stehen gelassen und voll vom Einkommen abgezogen hat, stimmt hier nämlich die Pauschale nicht, die man für Angestellte üblicherweise ansetzt, weil man dann in sonstiges bereits enthaltene Kosten hier nochmal ansetzen würde. Das gilt ganz offensichtlich für so Sachen wie Telefon, Internet, Mobilfunk, Energiekostenanteile, Mietkostenanteile, Mobilitätskosten (Auto, Monatskarten) und all diese Sachen, die man so von der Steuer absetzt. Man muss also entweder hier eine deutlich geringere und Freiberuflern angemessene Pauschale ansetzen oder eben oben eine Kompensation im Posten sonstiges berücksichtigen. Oder solche Pauschalrechnungen korrekterweise ganz bleiben lassen.

Leider kommen die wenigsten potenziellen Vermieter und Finanzberater mit diesen Umständen klar und vereinfachen sich die Sache unzulässig, meistens wie in a) beschrieben. Und dann bekommt man die Wohnung eben nicht oder den Kredit oder was auch immer, weil es dann so aussieht, als würde man nur die Hälfte eines Angestellten verdienen und krass am Hungertuch nagen. Fragt mal bei Selbstständigen und Freiberuflern im Bekanntenkreis herum, die nicht qua Gebührenordnung im Geld schwimmen und Kunden bei auf ihren Berufsstand spezialisierten Finanzinstituten sind. Die haben alle so ihre Geschichten.

Mir hat mal einer erzählt, dass er eine unerwartete und kurzfristige Umsatzsteuernachzahlung im mittleren vierstelligen Bereich hatte (war mündlich mit dem Finanzamt anders besprochen, ein guter Grund übrigens für einen Steuerberater). Damit war die kurzfristige Finanzplanung komplett überfordert und die Bank hat alle weiteren Einnahmen auf dem Konto erst mal behalten. Die Bank war aber auch nicht bereit, ihrem langjährigen Kunden aus diesem Liquiditätsengpass mit dem Einräumen einer entsprechenden Kreditlinie auszuhelfen. Im Ergebnis war derjenige eine Weile faktisch zahlungsunfähig, bis das Defizit aus eigener Kraft wieder ausgeglichen war. Gut, wenn man dann irgendwo Rücklagen auflösen kann.

Die Geschichte bestätigt mir zwei Punkte, die ich von Anfang an eisern durchziehe: Erstens braucht man einen Steuerberater und wenn die Einnahmen das nicht zulassen, weil der alles andere als umsonst arbeitet, sollte man was anderes machen. Punkt. Zweitens muss man seine mögliche Steuerschuld immer flüssig haben. Ich betreibe dazu ein Tagesgeldkonto und lege dort von jedem Zahlungseingang die Umsatzsteuer und einen gut gepolsterten Einkommenssteueranteil drauf. Wenn dann USt und ESt fällig werden, wird das zu viel zurückgelegte Geld frei und ich kann mich über einen unverhofften Bonus freuen. Nebeneffekt ist, dass man immer einen gewissen Batzen Geld sofort griffbereit herumliegen hat, mit dem man notfalls kurzfristige Liquiditätsengpässe beseitigen kann. Das will man eigentlich vermeiden, denn das Geld wird halt auch irgendwann fällig, aber wenn es einen mal hart trifft, ist man nicht gleich zahlungsunfähig und hat eine ganze Weile Zeit, das wieder aufzufüllen. Und wenn da stets fünfstellige Beträge herumliegen, ist eine Bank zudem durchaus mal eher bereit, einem passende Kreditlinien einzuräumen. Wer Geld hat, hat keine Geldprobleme (außer zu geringen Anlagezinsen).

Ach ja, es gibt noch einen weiteren ungünstigen Effekt, der auftritt, wenn jemand nur ein einzelnes Wirtschaftsjahr betrachtet, was häufig vorkommt: Bei mir und vermutlich vielen anderen Leute ist es so, dass ich zum Jahresende noch mal einen Haufen größere Rechnungen stelle und nicht alle davon werden noch im gleichen Jahr bezahlt, was für meine Steuerschuld in dem Jahr natürlich günstig ist. So schwankt das Jahreseinkommen teilweise um einen nicht geringen zweistelligen Prozentanteil. Man muss bei Leuten wie mir, die nur wenige große Rechnungen im Jahr stellen, also eigentlich immer mehrere Jahre betrachten, um zu einem in beide Richtungen halbwegs passenden Ergebnis zu kommen. Das wiederum nivelliert mittelfristige Einkommensveränderungen recht deutlich raus, was die Bewertung auch wieder verkompliziert.

Wenn ich also jemanden taxieren müsste, würde ich aktuelle BWAs hernehmen und damit schauen, was zuletzt so passiert ist. Dann würde ich mir die Abschluss-BWAs der letzten Jahre ansehen und schauen, wie stark die schwanken und ob es da einen klaren Trend gibt. Und dann würde ich mit demjenigen sprechen, wie er diese Schwankungen und Trends plausibel erklären kann. Denn sehr oft gibt es sehr gute Gründe für größere Schwankungen, etwa einen Autokauf, größere Forderungsausfälle außer der Reihe, einzelne besonders gut bezahlte Aufträge und solche Sachen. Erst damit kann ich eine halbwegs verlässliche Abschätzung über den Status Quo und die nahe Zukunft treffen.

P.S. Ich habe mein Geschäftskonto genau einmal am Anfang meiner freiberuflichen Tätigkeit für ein paar Tage überzogen, weil ich verpennt hatte, die fällige USt rechtzeitig vom Tagesgeldkonto zurückzuholen. Seitdem bimmelt es in meinem Kalender rechtzeitig, bevor die USt einmal im Quartal abgebucht wird. Zu der Zeit musste ich aber auch immer mal wieder auf meine Steuerrücklagen zurückgreifen, weil manche Kunden sich gerne mal ein paar Wochen länger Zeit nehmen, Rechnungen zu begleichen. Eine Lehre, die ich daraus gezogen habe, ist das eiserne Pochen auf Einhaltung des vereinbarten Zahlungsziels. Und wenn ein Kunde das mehrmals deutlich reißt, kündige ich die Zusammenarbeit auf, egal wie gut der Kunde letztlich ist. Wenn es nur eine Rechnung ist, stelle ich weitere Arbeiten so lange ein, bis sie bezahlt ist, egal wie wichtig das Tagesgeschäft gerade ist. Das ist manchmal hart, aber schützt einen vor größerem Ärger und ich möchte auch einfach nicht mit Kunden zusammenarbeiten, die nicht zügig und regelmäßig bezahlen. Und ich lasse mir auch keine nachträglichen Ausreden mehr gefallen. Wenn die Buchhaltung überfordert oder im Urlaub ist, dann muss ein ordentlicher Geschäftsbetrieb trotzdem möglich sein und genau für solche Fälle räume ich ja bereits mehrere Wochen Zahlungsziel ein. Ich trete in der Regel mit meiner Arbeit in Vorleistung und das ist auch okay so, aber dann muss auch das Geld nach Abschluss des Projekts zügig fließen.


Was? Eine 4 in Erdkunde?

15 05 2015

Gerade habe ich beim Wegheften von Unterlagen an alten Zeugnissen vorbeigeblättert und da blieb mein Blick bei einem ausreichend hängen. Nanu? Ach ja, Latein in der 7. und 8. Klasse, da war sogar meine einzige jemals erlebte Zeugnisfünf dabei. Aber erschütternderweise war da noch ein zweites ausreichend in der 7. Klasse, wo ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, wie es dazu gekommen sein könnte: #Erdkunde. Ausgerechnet Erdkunde. Der Lehrer war ein harter Hund, ja, aber eine 4 in Erdkunde? Ob ich für Siebtklässlerrenitenz abgestraft wurde? Ich weiß es wirklich nicht mehr. Bei dem musste ich sogar mal vor die Tür, weil ich beim lustigen Finger-zwischen-Tischen-einklemmen-Spiel verloren hatte und die Tische mangels fremder Finger im Zwischenraum recht laut zusammenknallten, was mir die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lehrers sicherte. Danach und davor gab es in Erkunde nur Zweien und Einsen, wie es sich für so ein interessantes Fach gehört, auch später im LK.

Auch interessant ist die Lateinnote im Verlauf, denn nach einem Lehrerwechsel sprang ich von 4 bis 5 in der 7. und 8. Klasse auf eine konstante 3 bis zum #Latinum, während die meisten anderen um eine bis zwei Noten abrutschten, weil, harter Hund und so. Der erste Lehrer hatte zuvor alle meine Brüder gehabt und hatte eine scheinbar vorgefestigte Meinung von mir. Oder lag es an meiner Weigerung, Lateinvokabeln auswendig zu lernen und dem Umstand, dass wir ab der neunten Klasse mit Wörterbüchern arbeiten dürften, was mir natürlich sehr entgegen kam? Im gleichen Atemzug wurden nämlich die Texte schwieriger (Ovid, Karl der Große). Da helfen einem auswendig gelernte Vokabeln nicht mehr, dafür Textgefühl und eine flotte und systematische Nutzung des Wörterbuchs. In der 11, kurz vorm Latinum habe ich sogar zusammen mit einem Leidensgenossen, immer die (erschreckend umfangreichen) Lateinhausaufgaben gemacht. Das war ein großer Spaß, denn wenn man per brute-force-Angriff konsequent mehrere Wörterbücher befragt, findet man bisweilen gar lustige Bedeutungen, die sich in den Übersetzungen humoristisch verwerten lassen. Die Liste mit allen vorkommenden Wörtern in ihrer Reihenfolge haben wir auf dem Computer gepflegt und haben uns dann kreativ-kombinatorisch Satz für Satz durch den Text gepflügt. Irre viel Aufwand, aber letztlich ziemlich kurzweilig. Deswegen haben wir uns auch immer gemeldet, unsere kreative Übersetzung vorlesen zu dürfen. "Was, Milch männlicher Fische? Jetzt treiben Sie es aber zu bunt!" "Ne, hier in dem einen Pons steht das so drin." "Na gut, fahren Sie fort mit Ihrer Posse." Das hatte auch den für die anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer angenehmen Nebeneffekt , dass niemand unfreiwillig fürs Vortragen der Hausaufgaben aufgerufen wurde. Und es gab oft genug was zu lachen. Hach, #Latein. Nachtrag: Ich ahnte es beim Schreiben schon, aber die Story habe ich in ähnlicher Form bereits 2011 niedergeschrieben.

In der Oberstufe war meine schlechteste Note immer #Sport gewesen, egal, wie sehr ich mich angestrengt habe. Maßgeblich waren bei dieser Lehrerin nämlich diese für mich unerreichbaren Tabellenwerke, wo Leichtathletikzeiten und -werte in Noten umgerechnet werden. Ein wirklich gutes Gefühl, dank ausreichend vieler anderer Kurse die Sportnoten einfach aus dem Zeugnis streichen zu können.

Mein Sportunterricht lief übrigens in etwa so ab: "Lauft mal 5000m!" "Nö, nach Ihrer Tabelle bekomme ich da sowieso eine 6 mit meiner Zeit, da kann ich mir bei der Hitze die Mühe auch sparen." "Ach kommen Sie, das passt schon!" "Na gut" schwitz, keuch, mit unsportlichen Mädels mitlauf "Meyer, für die Zeit muss ich Ihnen leider eine 6 geben, die Damen bekommen nach meiner Tabelle eine 3." Ich habe etliche Jahre gebraucht, um wieder Spaß an Sport und vor allem Laufen zu entwickeln.


Da kommen wir durcheinander

14 03 2015

In einem Moment egoistischer Vorteilsnahmeaussicht und auch weil wir gerade daran vorbeikamen, waren wir wegen verschiedenen Angeboten mal wieder bei Kaiser's. Ich hatte ja neulich bereits nicht besonders freundlich über Kaiser's geschrieben, aber heute habe ich noch etwas hinzuzufügen.

Denn keines der in der Werbung zu interessanten Preisen angebotenen Produkte war im Markt zu diesem Preis ausgezeichnet, im Gegenteil prangten überall die ein wenig über dem Wettbewerb liegenden Standardpreisschilder. Da tatsächlich mal eine Mitarbeiterin zugegen war, hatten wir die Gelegenheit nachzufragen. Doch doch, die Angebote seien noch gültig, aber man tausche die Preisschilder immer schon am Samstag ab mittags aus, weil man sonst durcheinanderkomme.

IHR KOMMT DURCHEINANDER??!? Ihr verwirrt jede Woche Eure Kunden für einen halben Einkaufstag mit falschen Preisauszeichnungen, damit Ihr nicht durcheinander kommt? Ernsthaft? Ich vermute ja eher, dass der wahre Grund lautet: Kein Bock nach Feierabend oder Montag vor Ladenöffnung die Preisschilder auszutauschen, da machen wir das lieber, wenn es uns gerade in den Kram passt. Da hätte ich sogar ein wenig Verständnis für. Am Samstag, ab etwa eine Stunde vor Ladenschluss. Kein Verständnis habe ich am Samstag Mittag dafür.

Immerhin haben sie die neuen Preise nicht, um nicht durcheinander zu kommen, auch im Kassensystem bereits wieder angehoben. An der Kasse hatten wir uns schon auf Diskussionen eingestellt.

Ich frage mich, ob diese Praxis der Kaiser's-Zentrale gefällt und ob es klare Regeln für die Handhabung der Abgebotsauszeichnung gibt. Wobei ich eher davon ausgehe, dass der Kaiser's-Zentrale sowas recht herzlich egal ist.


Ich habe 10 Jahre lang falsch gewaschen und es ist nichts passiert

07 12 2014

Na sowas. Seit über zehn Jahren wasche ich meine Wäsche nun selber und gerade erst dringen einige wichtige Erkenntnisse in mein Bewusstsein vor, die mich zu dem Schluss kommen lassen, dass ich die ganze Zeit ein zerstörerisches Fehlwaschverhalten an den Tag gelegt habe. Ich bekenne, ich habe immer alles mit Vollwaschmittel gewaschen. Außer ganz feine Sachen, von denen ich im Grunde keine besitze, und Wolle, die ich auch so selten wasche, dass ich dafür oft extra erst passendes Waschmittel kaufen muss. Die einzige Wäschetrennung, die ich bisher getätigt habe, ist nach Temperatur: 60° und Trockner für die unempfindlichen Sachen, Socken, Unnerbuxen und Handdtücher. 40° für normale Sachen und 40° mit Schweißprogramm für meine Hemden und bedruckten T-Shirts. 30° für die Sachen, die rätselhafterweise nur mit einer Temperatur gewaschen werden dürfen, die unter der Körpertemperatur von Menschen liegt. Darf man so Sachen eigentlich direkt am Körper tragen, wenn sie feucht werden können? Wie auch immer.

Wie der Zufall es will, besitze ich mehr oder weniger keine weißen Textilien, so dass eine Trennung nach Buntwäsche und Weißwäsche nicht sinnvoll ist. Aber, und das ist das Problem, ich habe meine dunkle Buntwäsche immer mit Vollwaschmittel gewaschen, weil mir schlicht der Unterschied nicht so klar war und die Sache mir auch egal genug, um den Unterschied herauszufinden. Denn: Das alles hat immer prima funktioniert, meine Buntwäsche ist keineswegs total ausgeblichen. Es kann sein, dass die Sachen in der Regel kaputt sind, bevor sie so oft gewaschen wurden, dass sich ein nennenswerte Ausbleicheffekt einstellen kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass Vollwaschmittelgel nicht so aggressiv ist. Nun weiß ich aber, dass eben genau das der Unterschied zwischen Voll- und Colorwaschmittel ist: Vollwaschmittel bleicht in irgendeiner Form die Textilien (weißer als weiß), Colorwaschmittel unterlässt das aus naheliegenden Gründen.

Zufälligerweise habe ich bereits eine Flasche Colorwaschmittel gekauft, kurz bevor ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, weil mir zwar der Unterschied nicht klar war, aber mir aufgefallen ist, dass ich mir andererseits auch keinen Zacken aus der Krone breche, wenn ich zwei verschiedene Waschmittel kaufe und verwende, ohne zu wissen warum. Colorwaschmittel ist nicht mal teurer. Nun weiß ich jedenfalls auch, warum. Sehr beruhigend, denn ich mache ungerne Dinge, die man halt so macht, ohne zu wissen warum.

Aber es geht noch weiter: Aus Angst vor dem Einlaufen habe ich meine T-Shirts und Hemden immer gesondert gesammelt, mit dem Schweißprogramm der Waschmaschine bei 40° gewaschen und dann liebevoll aufgehängt. Letzteres dauert eine halbe Ewigkeit und sollte vor allem verhindern, dass die Seitennähte irgendwann an Bauch und Rücken auskommen. Das hat so mittel gut funktioniert und hat nebenbei dafür gesorgt, dass meine T-Shirts immer merkwürdig hart waren (und trotzdem leicht müffelig). Nun haben wir einen neuen Trockner und ich habe mich erstmals getraut, so eine Ladung im Baumwoll-Schonprogramm zu trocknen. Naja, es gibt auch neue Rumpfkluft-Motive und meine T-Shirt-Schublade ist übervoll, meine Risikobereitschaft ist also relativ hoch. Ergebnis: Scheinbar ist nichts eingelaufen und die Wäsche ist wunderschön weich und hängt vor allem nicht tagelang müffelnd in der Wohnung im Weg herum. Wie es scheint ein Sieg auf ganzer Linie.

Demnächst muss ich mal meine Hemden gesondert behandeln, denn der Trockner hat eine Dampffunktion. Dabei werden die maximal 2,5kg Hemden nur bügeltrocken, aber eben angeblich so weit knitterfrei, dass sich ein deutlicher Vorsprung gegenüber direkt aus der Maschine auf Bügel gehängten Hemden ergibt. Das ist gut, weil ich meine Hemden für gewöhnlich gar nicht bügele. Ich bin gespannt.

Die Dampffunktion hat aber noch einen weiteren Trick auf Lager, nämlich das Auffrischen von Textilien, die man nur reinigen lassen darf. Also Anzugsakkos, Kostüme, Mäntel und solche Sachen. Da geht es darum, dass man sie durchaus noch mal anziehen könnte, aber weiß, dass man ein wenig müffelig im Büro ankommen würde. Nicht schlimm genug, dass es auffällt, aber eben schlimm genug, dass man sich nicht wohl fühlt. Hier springt die Auffrischfunktion ein, die in etwa das gleiche macht, wie ein manuelles Aufbügeln.

Spannend, was so ein Trockner alles kann. Der alte hat einfach nur getrocknet und dabei das dreifache an Strom verbraucht. Der neu hat auch Programme für Dessous und Kopfkissen. Was er beim Dessous-Programm anders macht als bei den Feinprogrammen, ist mir nicht ganz klar, aber das Kopfkissenprogramm ist eine prima Idee: Es hört nicht mit dem Trocknen auf, wenn der Feuchtigkeitssensor die Wäsche für trocken befindet, sondern macht noch eine ganze Weile weiter. Wer schon mal versucht hat, dick gefütterte Sachen oder eben Kopfkissen im Trockner zu trocknen, wird das Problem kennen: Innen ist es noch feucht und außen trocken, was nicht so recht hilfreich ist. Zudem hat er eine schicke Trommelinnenbeleuchtung, die in unserem funzelig beleuchteten Waschkeller ein echter Mehrwert ist. Und m,an kann durch die durchsichtige Tür beim Trocknen zusehen. Und er hat eine Restzeitanzeige, die wahnsinnig lange Laufzeiten voraussagt, aber im Gegensatz zur Waschmaschine dann schon nach der Hälfte der Zeit fertig ist, weil die Wäsche schon gut geschleudert war und nicht die vollen 8kg schwer, die er vertragen würde. Insofern ist die Restzeitanzeige das unsinnigste Extra weit und breit. Aber die gibt einem das gute Gefühl, ha, schneller gewesen! Und er reinigt seinen Kondensierer selber, das ist ja ein echtes Killerfeature, wenn man den Trockner im Keller und die Dusche in der Wohnung hat.

Ich mag den Trockner. Aber auch der hat Programme für Pflegeleicht und Mix, wo ich mich immer frage, was da wohl für Wäsche rein gehört. Habe ich einfach keine solche Wäsche? Oder gehe ich mit meinen Textilien zu harsch um, wenn ich sie fast ausschließlich im Bunt eco Programm wasche oder dem für Fein/Wolle/Seide oder eben Dessous? Und macht das Dessous-Programm etwas anders als das für Fein/Wolle/Seite? Also außer einem recht unmissverständlich klar machen, dass man feine teure Wäsche vorzugsweise separat wäscht? Das hilft übrigens nicht nur gegen die gefürchtete BH-Bügel-Krankheit, mit der viele Frauen dem Vernehmen nach sehr zu kämpfen haben. Naja, wenn ein 8kg-Haufen Wäsche in nass auf so einen Bügel einwirkt, braucht man sich nicht wundern, wenn er bricht oder sich den Weg ins Freie bahnt und dann die Pumpe blockiert. Aber das ist eine andere Geschichte.


Geilen Scheiß kochen: Mangold-Kartoffel-Gratin-Grundrezept

30 11 2014

Mal ein brauchbares #Rezept von Google+ ins Blog upgraden (hatte ich selber schon wiedervergessen): Mangold-Kartoffel-Gratin-Grundrezept. Öfter mal #Mangold wagen.

  1. Eine Auflaufschale fetten und mit gekochten Kartoffelscheiben auslegen (Abgusswasser aufbewahren).

  2. Darauf irgendwas nach Wahl auflegen, zum Beispiel eine Dose Erbsen und Möhren (Abgusswasser aufbewahren) oder auch einfach nichts.

  3. Mangold (etwas mehr Gewichtsanteil als die Kartoffeln) waschen, grob schneiden, in kochendem Salzwasser blanchieren oder für die Matsche-Liebhaber direkt ein paar Minuten drin lassen. In letzterem Fall das Abgusswasser für die Soße aufbewahren.

  4. Der Trick liegt wie immer in der Soße:

    • Genug gewürfelte Zwiebeln glasig anbraten. Wenn man mag mit Hack, muss aber nicht. Dazu kommen nach Lust und Laune frische Pilze oder Ähnliches.
    • Nun mit den diversen Abgusswassern ablöschen, nicht zu viel davon, sonst hat man einen Eintopf.
    • Wer es opulent treibt, kippt einen Pott Sahne dazu oder Crème fraîche oder ein, zwei Ecken Schmelzkäse, ein ordentlicher Schluck Milch tut es aber auch. Oder alles zusammen, arrr.
    • Ordentlich würzen: Pfeffer, gutes Salz, eine Spur Ingwer.
    • Hauptbelastungszeugen sind dann Muskat und nicht zu viel Zimt für die Moussaka-Note.
    • Wer mag, gibt Brühepulver zu, funktioniert aber auch ohne.
    • Etwas Schärfe und Geschmacksabrundung bringt dann ein guter Wurf Harissa.
    • Guter Senf mit eigenem Charakter (wie Düsseldorfer ABB Mostert) schadet nicht und bringt einen spannenden Twist in die Sache, die aber die Gästekompatibilität senkt, also vorher fragen.
    • Wenn es etwas steifer werden soll, noch ein oder zwei Eier dazu geben, ohne ist halt flüssiger.
    • Wenn das alles eine sämige Soße ergibt und man mit dem zu intensiven Geschmack zufrieden ist, rauf auf die anderen Zutaten. Ob man Soße oder Mangold zuoberst stapelt, ist ein echter Unterschied: Mangold oben bewahrt den typischen Geschmack und lässt die Soße den anderen Zutaten; Soße oben bügelt den Mangold-Geschmack ziemlich raus und macht ein gemeinsames Essen daraus. Ich bin für Mangold oben.
  5. Käse drauf, die Sorte ist wichtig, aber Geschmachssache: Gouda, Emmentaler, Gratinmischungen, Raclettekäse, Parmesan, passt alles irgendwie. Ich tendiere zu sparsamem Emmentaler-Auftrag mit Parmesan-Krone. Raclettekäse ist recht dominant, ergibt aber eine schöne Decke und ist allemal interessant.

  6. Im Grunde ist alles schon fertig, wie lange man das Gratin also im Ofen lässt, ist recht egal. 25 Minuten auf 180 Grad ist ein brauchbarer Grundwert, im Grunde würde aber auch ein paar Minuten unterm Grill reichen (Vorsicht: Bloß blanchierter Mangold bleibt dann recht knackig). Wenn mit dem Gefühl alles stimmt, dann kriegt man das schon hin.

Am Ende hat man mit überraschend wenig Aufwand einen sehr spannenden und nicht gar so alltägliches Gratin geschaffen. Die gute Nachricht: Die meisten Zutaten sind recht beliebig austauschbar und wen die Moussaka-Note nervt, der lässt auf Kosten der Spannung Muskat und Zimt weg.

Das Ganze funktioniert wahrscheinlich auch prima als Lasagne statt der Kartoffelbasis, muss ich mal ausprobieren. Blattspinat statt Mangold geht auch, ändert aber die Geschmacksrichtung in eine komische Richtung. Ich würde auch mal Rosenkohl ausprobieren wollen, aber vielleicht besser nicht unbedingt zusätzlich zum Blattgemüse, sondern stattdessen. Wirsing? Das geht wahrscheinlich zu weit. Grünkohl? Verwegen, könnte aber sogar funktionieren. Wer probiert das aus?


T-Entertain und hängender Media Receiver 303 beheben

10 10 2014

Wir haben hier seit bald zwei Jahren #T-Entertain an einem #VDSL-Anschluss. Von Anfang an gab es Probleme bei gleichzeitiger Aufnahme und Live-TV, ganz besonders, wenn HD im Spiel war. Die Datenrate am Router war nicht der Flaschenhals, aber trotzdem hängte sich der Media Receiver 303 sehr unschön auf, sobald eine geplante Aufnahme im Hintergrund ansprang und man gerade Live-TV guckte. Besonders ärgerlich, wenn dann mit vielen Gästen das WM-Spiel stehen bleibt und man den Receiver neu starten muss (mit Strom weg, auf die Fernbedienung reagierte der dann nicht mehr, wenn es ganz schlimm war). Mit etwas Glück und wenn man schnell war, konnte man noch die Aufnahme anhalten, dann beruhigte sich der Receiver nach ein paar Sekunden wieder. Da Aufnahme und Live-TV bei VDSL gleichzeitig eigentlich klappen sollte, habe ich nun mal bei der #Telekom angerufen und mein Problem geschildert.

Die Dame an der Hotline war sehr nett und veranlasste sofort einen Tausch des Receivers (er ist gemietet), denn das wäre so nicht normal. Eine passable Lösung, auch wenn dann alle meine Aufnahmen perdu wären. Am Abend rief mich dann ein etwas brummiger Techniker an, der scheinbar wusste, wovon er redet. Er fragte mich sofort, ob ich den Receiver direkt an den Router angeschlossen habe oder einen Switch dazwischen hängen habe. Habe ich, sogar zwei bis ins Wohnzimmer. Er hat dann meine Leitung einmal resettet und ich habe den Router neu gestartet und in der Zwischenzeit ein langes Netzwerkkabel aufgetrieben und den Receiver direkt an den Router angeschlossen. Tada! Läuft. Langes Kabel raus, geswitchtes Kabel wieder rein, Receiver hängt sich auf.

Das Problem ist – neben dem Umstand, dass der Microsoft-Mist in dem Receiver nicht sonderlich elegant auf Netzwerkprobleme reagiert – dass meine Switches kein Multicast beherrschen (genau genommen IGMP v3 bzw. #IGMP Snooping). T-Entertain verwendet Multicasts und wenn der Switch damit nichts anfangen kann, sendet er die Multicast-Pakete, dumm wie ein Hub, einfach an alle aktiven Netzwerkports raus. Mit etwas Pech bzw. besonders dummen Switches geht das dann sogar fröhlich hin und her. Das wusste ich alles, stand auch in der c't 14/14, aber da der normale Fernsehbetrieb problemlos lief, war ich davon ausgegangen, dass mich das alles nicht betrifft. Wie auch immer, zwei Multicast-Streams gleichzeitig funktioniert so nicht und der Receiver hängt sich dann einfach auf und nichts geht mehr.

Die gute Nachricht ist, dass sich das Problem Apple-Style lösen lässt, nämlich durch einwerfen weiterer Münzen. Wenn man etwas recherchiert, findet man auch günstige Switches, die IGMP Snooping unterstützen. Ich habe jetzt einen TP-Link Switch TL-SG105 mit fünf Ports bestellt, dessen 8-Port-Variante TL-SG108 aus irgendeinem Grund kein IGMP Snooping beherrscht. Also musste ich für den Ersatz des 8-Port-Switches etwas tiefer in die Tasche greifen und einen Linksys SE2800 bestellen (Achtung! Siehe Nachtrag). Jetzt bin ich mal gespannt, ob das danach sauber funktioniert. Um die Konstellation mit der Switch-Kaskade komme ich baulich leider schlecht herum, ohne noch mehr Leitungen durch die Wohnung zu ziehen.

P.S. Ich bin beeindruckt vom Telekom-Support. Der Mann hatte echt Ahnung und war sehr hilfreich. Und er hat mir den unnötigen Tausch des Receivers erspart. Und er hat sich aktiv bei mir gemeldet. Ein Anruf von einem auch noch kompetenten Tech-Support, dass ich ich das noch mal erlebe!

Nachtrag 15.10.2014: Stellt sich raus, dass der Linksys-Switch doch kein IGMP Snooping kann, die Infos im Netz stimmen nicht, das Datenblatt erwähnt das auch nicht. Man sollte sich nicht auf Erfahrungsberichte im Netz verlassen, Mist. Also zurück das Ding. Jetzt habe ich einen Netgear GS108E bestellt, der TP-Link TL-SG108E sollte auch funktionieren. Merke: Datenblätter lesen hilft.

Nachtrag 16.11.2014: Stellt sich raus, dass der verfickte Netgear GS108Ev3 alle HTTP-Downloads auf 2MB/s begrenzt und in der Zeit auch nicht über sein Webinterface ansprechbar ist. Ich will nicht wissen warum, aber mit meinem alten Switch ist sofort wieder alles gewohnt schnell. Ich wusste es, von Netgear habe ich noch nie ein problemloses Gerät besessen, irgendwas ist immer. Habe jetzt einen TP-LINK TL-SG108E (man beachte das E!) bestellt, mal schauen, ob der läuft. Die amazon-Bewertungen bemeckern nicht korrekt implementiertes IGMP-Snooping, allerdings beziehen die sich bei genauerem Hinsehen auf die Version ohne E hinten dran, die im Gegensatz zu ihrer prima funktionierenden 5-Port-Variante auch gar kein IGMP-Snooping bewirbt. Ich hasse dieses Zusammenwürfeln der Bewertungen bei amazon, manchmal macht es eben einen Unterschied.

Nachtrag 20.11.2014: So, der TP-LINK TL-SG108E kann alles: T-Entertain HD gucken und aufnehmen gleichzeitig und HTTP-Downloads mit voller Leistung durchlassen. Danke TP-Link, geht doch.


Ein Abgesang auf Kaiser's

08 10 2014

Oha, Edeka will Kaiser's Tengelmann kaufen. Da bin ich ja mal gespannt. Kaiser's ist bei mir traditionell in erster Linie mit trägen Mitarbeitern assoziiert. Es ist kaum zu fassen, wie langsam eine Kassen- oder Bedienungsthekenschlange abgearbeitet werden kann, ohne dass man einen offensichtlichen Grund dafür erkennen kann. Sobald ich einen Kaiser's betrete, stellt sich bei mir dieses Gefühl der klebrigen Entschleunigung ein. Nichts gegen Entschleunigung im richtigen Moment, aber bitte nicht in klebrig und Einkaufen ist für mich auch eher selten der richtige Moment dafür. Es sei denn, ich bin bei (Edeka) Zurheide, aber da entsteht die Entschleunigung nicht durch quälendes Warten an Kassen und Theken, sondern durch sowas wie Einkaufserlebnis, Schlendern, aussuchen; ein genussorientierter Vorgang. Ja, sogar freundliche Mitarbeiter, die auf Zack sind, ansprechbar, hilfsbereit, kompetent. All das, was ich bei Kaiser's eher selten bis nie erlebe.

Ich wohne in einem Dreieck aus Kaiser's-Filialen. Alle drei sind in den letzten Jahren mal gründlich gesäubert und dann neu ausgestattet worden. Vorher kam zu meiner Kritik noch stinkend und abgenutzt/dreckig dazu, das ist immerhin vorbei. Aber auch jetzt sind die drei Filialen ein guter Ausweis für den Umstand, dass Kaiser's nicht mithalten kann. Der REWE City hier ist kleiner, aber in allen Belangen besser. Von dem Umstand abgesehen, dass er keine Frischfleischtheke hat, was OK ist, denn das Fleisch vom Kaiser's ist auch oft irgendwie nicht so schmackhaft. Scheinbar marinieren die mit irgendeinem Gewürz, das riecht, als wäre das Fleisch nicht mehr ganz so frisch. Hoffe ich zumindest…

Aber wie man es dreht, das Problem von Kaiser's sind in meinen Augen die Mitarbeiter. Irgendwie hat sich da eine gewisse verwaltungshafte Trägheit eingeschliffen, die mich um den Verstand bringt. Die Rentner, die da vorwiegend einkaufen, scheint das nicht zu stören. Vielleicht ist das Absicht und Kaiser's bedient absichtlich dieses Marktsegment und deren Stammkunden finden das alles ganz entzückend und dann kommt Edeka und trampelt dieses Biotop alteingesessenen Lebensmittelhandels kaputt mit seinen modernen Konzepten.

In meinen Augen sind REWE und Edeka in Deutschland völlig zu Recht so dominierend, denn beide geben man sich in den letzten 15 Jahren immense Mühe, für die Kunden attraktiv zu sein. Geht mal zu irgendeinem Kaiser's und dann direkt danach zu Edeka Tschöpe in Oberbilk, der der einzige mir bekannte Edeka hier in der Gegend ist, der nicht bereits durch schiere Verkaufsfläche im Vorteil ist. Was für ein Unterschied. Und dann fahrt mal weiter mal zu Paschmann, Celik oder Zurheide, nur um zu vergleichen, wohin die Reise geht. Das ist natürlich unfair, denn Kaiser's betreibt in allererster Linie Nachbarschaftsmärkte und die sind nun mal klein und eng. Aber auch das geht besser, die Positivbeispiele sind oft nur ein paar hundert Meter weiter anzutreffen und tragen ein rotes Schild mit vier Buchstaben (und gegebenenfalls den Zusatz City).

Und klar gibt es auch schlechte REWE-Märkte (da kenne ich hier ein paar) und sicher auch doofe Edekas (da kenne ich hier keinen). Und sicher gibt es auch tolle, gut geführte Kaiser's mit angenehmen Mitarbeitern und moderner Ausstattung (da kenne ich hier ebenfalls keinen). Mein Punkt ist: REWE und Edeka rüsten permanent auf und was sie anfassen, gewinnt deutlich. Kaiser's renoviert seine Läden ja auch, aber der Gewinn hält sich in Grenzen. Das ist klassisches abgehängt werden, geradezu ein Fallbeispiel für die Lehre. Und dafür müssen wir die Einkaufs-Marktmachts-Konzentrations-Sache überhaupt nicht anfassen, die spielt aber natürlich auch ihren vermutlich dominanten Part in der Kaiser'sschen Untergangssymphonie.

Schade drum? Ich befürchte, zumindest aus meiner Sicht, eher nicht. Ob durch die Kaiser's-Filialen unter Edeka-Flagge endlich der dringend nötige Ruck geht? Warten wir es ab, aus meiner Konsumentensicht wird es jedenfalls eher nicht schlechter werden.


Ein kleines Threema-Statusupdate

27 08 2014

Seit der Facebook-Whatsapp-Zäsur füllt sich nach und nach meine #Threema Kontaktliste und inzwischen gibt es nur noch eine Hand voll Kontakte, mit denen ich über #WhatsApp kommuniziere, weil die scheinbar gerne weiterhin möchten, dass Hinz und Kunz (und Facebook) ihre Kommunikation mitlesen und zur späteren Nutzung auf Halde legen kann. Im Grunde bin ich inzwischen sogar so weit, dass ich deren na und? mit einem eigenen na und? kontern und WhatsApp deinstallieren könnte. Andererseits würden die mir dann einfach wieder SMS schreiben, was abhörmäßig kein echter Gewinn ist und auch noch Geld kostet und nicht mal Gruppenkonversationen erlaubt. Da kann ich WhatsApp auch einfach für die paar Leute installiert lassen. Denn mit oder ohne WhatsApp, fast meine gesamte Messenger-Kommunikation läuft inzwischen über Threema und WhatsApp ist in der klaren Minderheit. Das ist höchst erfreulich, ich habe offenbar fast nur gute Kommunikationspartner.

Inzwischen kann man bei Threema übrigens endlich auch nachträglich Leute zu Gruppen hinzufügen, damit ist für Normalnutzer der Funktionsumfang vollständig und es gibt keine Ausreden mehr außer "ich bin 12 und kann mir keine iTunes/Play-Guthabenkarte leisten" und "mir ist eh alles egal".


Eine kurze Fahrt im Lexus RX 450h F-Sport

27 08 2014

Was für ein sperriger Name, Lexus RX 450h F-Sport, ungefähr so sperrig wie das so benannte Auto selber: 4,77m lang, 1,69m hoch, 1,89m breit und leichtfüßige 2,3t schwer. Es handelt sich hierbei, dafür steht das RX, um das große #SUV von #Lexus mit Hybridantrieb, dafür steht das h hinter der Zahl. Zum F-Sport kommen wir später. Plötzlich sitze ich also, statt wie sonst auf dem Beifahrersitz, am Steuer dieses riesigen Fahrzeugs. Erste lustige Überraschung: Wenn man den Gurt schließt, zurrt einen der Sitz in die angestammte Position. Wenn man den Gurt öffnet, fährt der Sitz zum bequemen Ausstieg zurück. Das hat etwas von Achterbahn, sehr gefällig und es wird mein Lieblingsfeature werden.

Im Innenraum herrscht eine verstörende Mischung aus Toyota-Plaste-Langeweile und erfreulicher Hochwertigkeit. Und wieder diese 80er-Style LCD-Digitaluhr mit 12h-Anzeige in der Mittelkonsole. Ich frage mich ja immer, was die Toyota-Designer bloß mit dieser Digitaluhr haben. Wie auch immer, die Innenraumgestaltung ist nicht meine, aber es sitzt sich kommod in weichem Leder und beim Druck auf den Startknopf erwacht das Armaturenbrett, das statt eines Drehzahlmessers ein riesiges Powermeter anzeigt. Sonst passiert nichts, der 3,5l-V6 mit 250PS startet erst, wenn er gebraucht wird, bis dahin versorgen einen die kräftigen Elektromotoren. Alle Motoren zusammen bringen es auf 299PS, die für ein ordentliches Vorankommen dieses Ungetüms sorgen. Wie schon beim Toyota Prius verbindet hier ein komplexes Getriebe die Motoren mit dem Antrieb, was zusammen mit der Getriebeautomatik ein krasses Motorboot-Gefühl beim Fahren verursacht: Gibt man kräftig Gas, dreht der V6 hoch und bleibt dann auf diesem Drehzahlnievau stehen, während das Getriebe seine Leistung zusammen mit der des Elektromotors auf den Antriebsstrang schickt und sich dabei wie ein stufenloses Getriebe auswirkt. Vielleicht ist die Sache hier wegen des Allranantriebs mit zwei Elektromotoren sogar noch komplizierter, aber wie auch immer das läuft, es fühlt sich wie Motorboot an: es gibt keine fühlbare Verbindung zwischen Gasfuß und Geräuschentwicklung. Dazu passt auch prima der Gangwahlhebel, der die Mittelkonsole auf halber Höhe ziemlich dominiert. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber auch ziemlich lustig und weil es so smooth ist auch passend zu einem so großen SUV. Mit den Creeps draußen will man ja nichts zu tun haben, wenn man so ein Fahrzeug fährt.

Ich hätte jetzt erwartet, dass diese starke Entkopplung von der Außenwelt sich auch im Fahrwerk fortsetzt, denn Masse und Federwege sind ja massig vorhanden. Aber hier kommt der Namenszusatz F-Sport ins Spiel: Sportfahrwerk und diverse sportliche Veränderungen sorgen für ein eine deutlich spürbare Straße. Ziemlich schizophren finde ich, aber ich bin wohl auch nicht die Zielgruppe für sowas. Ob mit oder ohne Sportfahrwek, der Wagen ist überraschend handlich. Seine Größe ist nicht zu verleugnen, klar, aber davon abgesehen bekommt man ihn erfreulich gut rangiert, wozu auch die zwingend nötige Rückfahrkamera beiträgt. Diese Rückfahrmakeras sind ein Segen in modernen Autos, denn nach hinten sind fast alle unerfreulich unübersichtlich. In diesem Lexus würde man auch schnell mal gestandene Erwachsene überfahren, wenn man die Kamera nicht hätte.

Das Infotainment samt Navi ist so enttäuschend wie in fast allen Autos, sieht altbacken aus und hinkt der Zeit um gefühlte Dekaden hinterher, zumindest gemessen an aktuellen Smartphones und Tablets. Ich frage mich ja immer wieder, wieso Leute das einfach hinnehmen, die über 70.000€ für so ein Fahrzeug auf den Tisch legen. Apropos Preis, ich frage mich sowieso, wieso jemand über 70.000€ für so ein Fahrzeug auf den Tisch legt. Also abgesehen vom damit erkauften Status vor den Nachbarn. Mir fehlt einfach der offensichtliche Mehrwert gegenüber anderen Autos.1 Die Materialien und die Verarbeitung bekommt Kia zum Beispiel für die Hälfte des Preises mindestens genau so hochwertig hin. Und an der Stelle muss ich dann doch noch mal über die Toyota-Plaste-Mittelkonsole sprechen. Was hat die in einem so hochwertig positioniertem Fahrzeug zu suchen? In der Klasse erwarte ich klar mehr als das. Um fair zu sein: Das Nicht-F-Sport-Modell fährt bequemer und kostet über 10.000€ weniger, was dann für ein so kräftiges Hybrid-SUV gar nicht mal so viel ist. Aber es ist absolut gesehen viel und dazu passt diese Mittelkonsole einfach nicht. Überhaupt fehlt mir bei näherer Betrachtung einfach der Mehrwert gegenüber Autos, die die Hälfte kosten, sich gut fahren, ordentlich verarbeitet sind und bequem. Wo sind die Highlights, Lexus? Warum soll sich jemand ausgerechnet dieses Fahrzeug kaufen? Und nicht, um im gleichen Hause zu bleiben, einen RAV4 oder einen Land-Cruiser? Wenn ich mir die anschaue, frage ich mich schon, was der Lexus besser kann. Außer einem komplizierten Namen. Und dem Hybridantrieb, den Toyota ausgerechnet seinen eigenen Großradfahrzeugen rästelhafterweise vorenthält.

Womit wir beim Thema #Hybrid sind: In der Praxis bleibt man damit mehr oder weniger deutlich im einstelligen Bereich (l auf 100km). Das ist beeindruckend, aber wenn man mal den Bleistift zückt und vergleicht, kann ein moderner Diesel das auch und der kostet deutlich weniger. Bleibt das elektrische und lautlose langsamfahren. Ein lustiges Gimmick. Letztlich bleibt es eine Frage der Sichtweise, ob man so einen Hybrid braucht. In meinen Augen macht das isoliert betrachtet bei so einem großen Auto, wo es offensichtlich gerade nicht auf Sparsamkeit ankommt, nicht wirklich Sinn. Aber es kommt eben in erster Linie auf den Kontext an. Wenn man eine Garage mit Wallbox hat und eine größere Zahl seiner Fahrten überwiegend elektrisch zurücklegt, ist so ein Hybrid eine feine Sache, auch und gerade bei 2,3t Schwungmasse2. Oder wenn man den Nachbarn und sich selbst zeigen möchte, dass man ökologisch drauf ist, irgendwie.

Die F-Sport-Ausführung halte ich aber für eine reichlich unpassende Verschlimmbesserung des Gesamtpakets, aber ich kann ja auch die Existenz eines BMW X6 – nicht nur aus ästhetischen Gesichtspunkten – nur schwer ertragen. Ich finde die ganzen gehobenen SUVs in der Regel ohnehin überflüssig, also fragt jemand anderen, wenn Ihr Verständnis in der Richtung hören wollt. Wenn ich hier im Viertel die ganzen Helikoptereltern sehe, die ihren Nachwuchs mit ihren Muttipanzern zur Schule bringen und abholen, geht mir das Messer in der Tasche auf. Audi Q7, Volvo XC90, Range Rover und RX 450h gehören hier zum alltäglichen Straßenbild, natürlich immer blitzesauber, so ein teures Fahrzeug macht man doch nicht schmutzig! "Sorry, ich kann nichts dafür, dass ich die ganze Straße blockiere, der Range ist halt so breit und meine Fahrkünste reichen eigentlich auch nur für einen Kleinwagen." DESWEGEN GEHÖRT DER HIER JA AUCH NICHT HIN! Arrg.


  1. Mir ist natürlich klar, dass BMW X5, Mercedes M-Klasse und Konsorten mindestens so viel kosten, aber ich betrachte das Fahrzeug einfach mal unabhängig davon aus Sicht eines Kia-Fahrers. 

  2. Bei so einem Gewicht kommt der Rekuperation, also der teilweisen Rückgewinnung statt Vernichtung der zur Beschleunigung eingesetzten Energie beim Verzögern, eine besonders wichtige Bedeutung zu. Das darf man nicht unterschätzen.