Rainbow Six Vegas ist ein Shooter nach meinem Geschmack: Simple lineare Story, spannender Spielablauf und vor allem die Funktion, in Deckung zu gehen ist genial gelöst. Nicht zu vergessen auch die Coolness, wenn man kopfüber am Seil hängend durch Fenster schießt. Was aber eine schiere Unverschämtheit ist, ist das Spawnverhalten der Computerspieler. Es gibt unsichtbare Schalter, die neue Gegner erscheinen lassen, was schon lästig genug ist. Die Krone war aber folgender Spawnfehler: Ich habe eine geschlossene und überschaubare Fläche gesäubert und das Team Deckung für Deckung weiter geschickt, während ich das Gelände aus erhöhter Position weiter im Auge behalten habe. Dann bin ich hinterher gegangen und wurde völlig von einem Gegner überrascht, der genau an der Stelle stand, wo mein Team ca. 10 Sekunden zuvor entlang gegangen ist. Das Team löst diese Schalter offenbar nicht aus und an dieser Stelle spwant der Gegner tatsächlich aus dem Nichts mitten ins Gelände. Sonst löst man wenigstens nur durch irgendwelche Türen hereinstürmende Truppen aus. Es trübt des Spielspaß bei einem solchen Shooter doch immens, wenn man wegen solcher Ungereimtheiten kein taktisch kluges Spiel machen kann. Auch dass die Teammitglieder ständig hohl in schweren Beschuss reinlaufen und dann gerettet werden müssen, nervt. Wie oft stirbt man selber, weil man seinen Kollegen aufhelfen muss. Die meiste Zeit weise ich die Teammitglieder an, sich irgendwo hinzustellen und mir im Zweifel den Rücken frei zu halten. Erst wenn ich dann den Raum gesäubert habe, lasse ich sie nachkommen. Überschaubare Räume, in denen sich nur zwei bis vier Gegner befinden, räumen die beiden aber äußerst zuverlässig und effektiv auf. Ein Spaß, das mit der Snake-Cam durch eine andere Tür zu beobachten.
Ebenfalls eher tumb als realistisch sind die Computergegner: Da unterhalten sich zwei und stehen direkt nebeneinander, man tötet einen von ihnen und nur weil der andere einen nicht gesehen hat, passiert nichts weiter. Wenn der andere noch "Ich hab was gehört" ruft, ist das schon gut, reagieren tut er nicht. Schalldämpfer kann man sich sowieso komplett sparen: Es macht keinen Unterschied. Wichtig für die Reaktion der Gegner ist lediglich, ob man sie sehen konnte, während man geschossen hat; selbst wenn man aus hunderten von Metern mit einem schallgedämpften Scharfschützengewehr gearbeitet hat, wissen sie, woher der Schuss kam. Aber nur, solange sie im Sichtfeld waren, sonst interessieren sie sich überhaupt nicht dafür.
Ich hätte also gerne einen Shooter mit dem Movement und dem Setting von Vegas, aber mit halbwegs kluger KI, so dass das eigene Verhalten einen Unterschied ausmacht. Wenn ich schleiche und Schalldämpfer benutze, sollte etwas anderes passieren, als wenn ich mit ratterndem MG durch die Gänge renne. Und vielleicht sollten die Gegner in einem Level gar nicht spawnen, sondern sich bereits beim Betreten alle irgendwo aufhalten und auch bewegen. Momentan ist es jedenfalls recht verlässlich vorauszusagen, wo man mit Gegnern rechnen kann. Teilweise wirft man Granaten um Ecken, weil da immer zwei Typen stehen, die erst loslaufen, wenn man um die Ecke kommt. Oder man geht voll gezoomt an einer Stelle lang, um den genau dann erscheinenden Scharfschützen auf dem Dach zu erwischen, muss dann aber ganz schnell hinter eine Deckung zurücklaufen, um die aus der Tür kommenden drei Gegner zu erwischen, bevor die ihre Deckungen erreicht haben. Dann fünf Sekunden warten und den Lastwagen im Auge behalten, hinter dem gleich zwei weitere Gegner hervorkommen, während man mögliche Treffer von den jetzt erst auf der eigentlich schon kontrollierten Galerie gespawnten Gegner einsteckt. So studiert man an manchen Stellen – besonders wenn man viele Versuche benötigt – eine regelrecht ausgefuchste Choreographie ein.
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