Alle reden von Marcel Reich-Ranicki, der gestern gestorben ist. Ganz sicher ein ganz großer Mann. Ich habe allerdings mit ihm, außer einem biographischen Spielfilm über ihn, wenig Anknüpfungspunkte. Deswegen rede ich lieber über Hiroshi Yamauchi, der heute im Alter von 85 Jahren verstarb. Zeit mal ein paar Worte über den Einfluss zu sprechen, den er mit #Nintendo auf mein Leben hatte.

Das fing mit dem Game Boy an. Nach der Schule sind wir oft zu Karstadt gegangen (das war direkt neben meiner Grundschule) und haben uns in die Game-Boy-Schlange eingereiht. Es lief Tetris oder Super Mario Land. Wenn man ab war, kam der nächste dran. Die #Asis haben diese Regel natürlich weitgehend ignoriert, naja Asis sind eben Asis. Einige Leute hatten deswegen einen eigenen Game Boy, wenn es gut lief sogar mit Link-Kabel und Tetris. Das war der Himmel, Tetris mit Link Kabel und einem zweiten Game Boy. Einige Leute hatten sogar die sagenumwobene 50-Spiele-Kassette, da waren fast nur Scheißspiele drauf, aber eben auch die Wichtigsten, unter anderem das zu wenig beachtete Motocross Maniacs.

Letztlich gab es für den Game Boy aber nur von Nintendo selber ein paar großartige und bahnbrechende Spiele, um die niemand herumgekommen ist. Wirklich niemand. Egal, denn das hat gereicht. Mit 10 oder 11 habe ich dann mit harter Arbeit und immenser Sparsamkeit irgendwie die 259 Mark für ein SNES mit Super Mario World zusammengespart. Und kurz drauf F-Zero. Und später noch mehr Spielen, die meine frühe Teenagerzeit mehr beeinflusst haben als Lego Technic und Versandhauskataloge und überhaupt Kataloge in allen Varianten zusammen.

Ich möchte die Titel gar nicht im Einzelnen aufzählen, aber meine SNES-Spielesammlung war mein Schatz. Obwohl, ich zähle die Besten doch mal auf: Super Mario World, F-Zero, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Rock & Roll Racing, Street Fighter II Turbo, StarWing (bzw. StarFox), Parodius, Super Mario World 2: Yoshi's Island, Donkey Kong Country, Donkey Kong Country und nicht zu vergessen Donkey Kong Country samt Fortsetzungen. Letzteres war an Bahnbrechung wirklich nicht zu überbieten. Ich hatte noch etliche andere Spiele aber diese waren die wichtigsten. Aus irgendeinem Grund hatte ich selber kein Super Mario Kart, aber das ist an Wichtigkeit für die Geschichte auch nicht zu vergessen. Dazu etliches Zubehör wie der 4-Spieler-Adapter (in erster Linie für Super Bomberman) und der Adapter, mit dem man Importspiele spielen konnte. Mario und Yoshi kannte auf dem Schulhof jeder, an denen kam trotz BRAVO-Stars niemand vorbei.

Später dann das Nintendo 64 mit nicht minder genialen Fortsetzungen der bekannten Themen (Super Mario 64, unfassbar, Mario Kart 64, unfassbar, The Legend of Zelda: Ocarina of Time, unfassbar, diverse andere, eher fassbare Sachen). Das N64 gehört ebenfalls auf den Altar, so viel Neues, wiederum bahnbrechendes, Geschichtsschreibendes. Trotzdem habe ich irgendwie weniger Erinnerungen daran.

Dann der GameCube, da war ich schon erwachsen und war PC-Gamer geworden, Clanmitglied, Counter-Strike, UT. Den GameCube habe ich erst später gekauft, mit dem Cube verbinde ich vor allem unglaublich spaßige Zeiten in Studenten-WGs, vor allem in unserer Langhaar-WG. Wenn man zu viert wohnt, muss man auch zu viert spielen. Mario Party in seinen diversen Varianten und über viele Jahre auf etlichen Plattformen und in unterschiedlichen Qualitäten, WarioWare, Inc.: Mega Party Game$!, unser #WG-Spiel überhaupt, Mario Kart: Double Dash!!, Donkey Konga mit zwei Bongos, Super Smash Bros. Melee, Mario Power Tennis, Mario Smash Football, Speed Kings, Burnout 2. Fast alles Nintendo-Exklusivtitel. Wir hatten viel viel Spaß, so viel kann man sagen.

Die Wii war dagegen fast farblos, viele Fortsetzungen unserer WG-Klassiker waren schwächer als ihre GameCube-Vorgänger. Aber die Casual-Gaming-Konzeption war bahnbrechend und es gab natürlich auch hier etliche Spiele, die wir bis zum Exzess gespielt haben. Mario Kart natürlich, das spielen wir noch heute regelmäßig und wenn 2014 endlich das neue kommt, wird auch mal eine Wii U angeschafft. Smarty Pants ist auch noch immer stark vertreten. Komisch, dass es da keine Fortsetung von gab. Nicht dass die Wii uns nicht auch viel viel Spaß gebracht hat, aber an die Cube-Zeit habe ich bessere Erinnerungen. Vielleicht sind wir zu alt geworden? Quatsch, für den Kram wird man nie zu alt sein. Wir doch nicht!

Es ist leider kaum in Worte zu fassen, wie groß das alles für mich war, vor allem die Prägung in der Prä-PC-Zocker-Zeit. Wenn ich heute die Musik von Koji Kondo (und die von Dokney Kong Country) als Orchesterversion höre, bekomme ich Tränen des Glücks in die Augen. Selbst wenn ich nur daran denke, kommen gute Gefühle auf. Meine Nintendo-Erinnerungen stehen in meiner Sentimentalitäten-Topliste ganz weit oben. Nintendo steht uneingeschränkt für alles Gute in meiner Jugendzeit. Die Eindrücke, die Musik, die unfassbar viele tolle Zeit, die ich mit Nintendo und guten Freunden(!) verbracht habe.

Und immer wieder diese drei magischen Namen im Abspann der besten der besten Spiele: Shigeru Miyamoto, das Mastermind des Spieldesigns. Koji Kondo, das Mastermind der Videospielmusik. Und eben Hiroshi Yamauchi als Chef, als Ermöglicher, als Mann hinter dem Ganzen. An die drei kommt niemand dran. Und heute meine Verneigung vor Hiroshi Yamauchis Lebenswerk. Danke.

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